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TEST Duschgele: Schaum-party


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 21.07.2022

RATGEBER

1 Die meisten Naturkosmetikprodukte im Test schneiden „sehr gut“ ab. Damit lässt sich das Duschritual bedenkenlos genießen.

2 Wer nur jeden zweiten Tag duscht, spart Duschgel und Wasser. Außerdem bekommt die Haut Zeit, sich nach dem austrocknenden Duschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

3 Nicht zu heiß duschen: Heißes Wasser belastet die Hautoberfläche zusätzlich und schädigt ihren empfindlichen Wasser-Fett-Film.

Artikelbild für den Artikel "TEST Duschgele: Schaum-party" aus der Ausgabe 8/2022 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 8/2022

Eineerfrischende Dusche gehört für viele zum perfekten Start in den Tag. Um das Körperhygiene-Event am Morgen angemessen zu feiern, hält der Markt jede Menge fruchtig-frischer Duschgele bereit. Mit Limetten-, Zitronen-, Orangen- oder Granatapfelduft macht die schnöde Körperhygiene gleich doppelt so viel Spaß. Über den Weg durch die Nase können Geruchsstoffe im Gehirn ein wahres Feuerwerk der Emotionen auslösen. Entsprechend enthalten alle der 40 Duschgele im Test Parfüm und ...

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... tragen mit ihren Duftnoten zu unserem Gefühl der Erfrischung bei.

Partyalarm hinterm Duschvorhang also?

Wir haben wie gewohnt ganz genau hingeschaut und sagen Ihnen, ob die Rezepturen wirklich Grund zum Feiern bieten.

Erfrischend ist anders

Leider ist der extra Frischekick über die Geruchsrezeptoren nicht immer harmlos.

Manche Duftstoffe bergen ein höheres Risiko für allergische Reaktionen als andere.

In der Kosmetikverordnung gibt es deshalb eine Liste mit 26 deklarationspflichtigen Duftstoffen. Diese darf der Hersteller in der Inhaltsstoffliste nicht unter „Parfum“ zusammenfassen, sondern muss sie einzeln aufführen. Doch auch bei diesen gibt es Unterschiede: Das Algemarin Freshness Shower Gel enthält den Duftstoff Cinnamal, der relativ häufig allergische Reaktionen hervorruft. Daher werten wir ihn in Kosmetikprodukten ab, während wir andere in der Tabelle lediglich nennen. Wen nach dem Duschen mit dem Algemarin-Produkt also Juckreiz oder gar ein Ekzem quält: Es könnte am Cinnamal liegen. Es gibt deutlich besser verträgliche Alternativen, auf die der Hersteller problemlos ausweichen könnte.

„Kaum ein Duschgel enthält noch umweltschädliche synthetische Polymere. Eine positive Entwicklung, die uns sehr freut.“

In der Palmolive Naturals Duschcreme -Olive &- Milch steckt außerdem die polyzyklische Moschusverbindung Galaxolid, die sich im menschlichen Fettgewebe anlagern kann und für die Hinweise vorliegen, dass sie Leberschäden verursachen kann.

Positive Entwicklung

Nur drei Rezepturen enthalten noch synthetische Polymere, die wir als umweltschädlich einstufen und um zwei Noten abwerten. Dass es hier zu einem Umdenken gekommen ist und die Hersteller sich nicht mehr länger mit Definitionsdiskussionen aus der Verantwortung zu stehlen versuchen, freut uns besonders. Sie verzichten inzwischen nicht mehr nur auf Mikroplastikpartikel, sondern auch auf flüssige Kunststoffe. Seit ÖKO-TEST damit begonnen hat, synthetische Polymere in Kosmetikprodukten abzuwerten, hat sich hier einiges zum Positiven entwickelt.

Nicht rückstandslos sauber

In deutlich mehr als einem Drittel der getesteten Duschgele hat das von uns beauftragte Labor halogenorganische Verbindungen nachgewiesen. Damit setzt sich ein Trend aus den jüngsten Tests von Flüssigseifen, Shampoos und vergleichbaren Rezepturen fort. Halogenorganische Verbindungen sind eine Gruppe von mehreren Tausend Stoffen, die Brom, Jod oder (meistens) Chlor enthalten. Viele gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs, fast alle reichern sich in der Umwelt an. Unsere Recherchen und einige Herstellerrückmeldungen lassen den Schluss zu, dass es sich um Rückstände von Chloressigsäure aus der Produktion des Tensides Cocamidopropylbetain handeln könnte. Die Hersteller sprechen oft von „technisch unvermeidba- Foto: Anja Wägele Illustration: noun project ren Spuren“ – eine Begründung, die uns zu kurz greift. Denn es gibt durchaus Produkte, die Cocamidopropylbetain enthalten, in denen das Labor jedoch keine halogenorganischen Verbindungen nachgewiesen hat.

WISSEN

Richtig recyceln, Müll vermeiden

Getrennt entsorgen

Unser Duschgel kaufen wir in der Regel abgefüllt in Kunststoffflaschen oder -tuben mit Deckel oder Pumpspenderaufsatz. Die einzelnen Verpackungselemente bestehen jedoch meist aus unterschiedlichen Kunststoffarten.

Damit das Recycling klappt: Verpackungselemente voneinander trennen, bevor sie in den gelben Sack wandern. Ist ein Etikett aufgeklebt, auch das möglichst entfernen und einzeln entsorgen.

Kleine Kosmetikrückstände stören im Recyclingprozess übrigens nicht – größere Mengen entsorgen Sie am besten vorher im Restmüll.

Nachfüllen und abfüllen

Manche Hersteller bieten ihre Körperreinigungsprodukte inzwischen auch in Nachfüllbeuteln an. Damit lässt sich der Verpackungsmüll zumindest etwas reduzieren. Auch der Blick in den Unverpacktladen kann sich lohnen. Dort und in ausgewählten Bioläden und Drogerien gibt es mancherorts inzwischen sogar Abfüllstationen für Duschgel, Shampoo und Seife.

Im Urtekram Body Wash Wild Lemongrass hingegen ist das Tensid nicht eingesetzt – dennoch hat das Labor bei der Analyse halogenorganische Verbindungen gefunden.

Woher diese stammen, können wir nicht sagen. In Naturkosmetik haben sie allerdings erst recht nichts verloren, weil der Einsatz halogenorganischer Verbindungen laut den Labelstandards strikt untersagt ist.

Lieber im Schonwaschgang

In einigen Rezepturen sind nach wie vor PEG/PEG-Derivate enthalten, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Die Hersteller setzen sie als waschaktive Substanzen, Emulgatoren und Schaumbildner ein. Hier sind Naturkosmetikprodukte im Vorteil, denn sie enthalten mildere Kokos- oder Zuckertenside, die die Hautbarriere nicht derart strapazieren.

Im Kreislauf bleiben

Viele der Hersteller haben bereits einen hohen Rezyklatanteil in der Verpackung. Das bedeutet, ein Großteil der Flasche oder Tube wurde aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Auf den Verpackungen ist teilweise ein Rezyklatanteil von bis zu 100 Prozent angegeben. Eine beeindruckende Zahl, welche sich aber im Kleingedruckten häufig als rein auf den Flaschenkörper bezogen entpuppt. Wir wollten wissen, wie sich der recycelte Kunststoff in den Verpackungen zusammensetzt, und haben den Herstellern einen Fragebogen geschickt sowie um Nachweise gebeten. Konnten sie uns den produktbezogenen Rezyklatanteil glaubhaft belegen und liegt dieser bei mindestens 30 Prozent, stellt uns das zufrieden. Wurde kein recycelter Kunststoff eingesetzt, liegt der Anteil in der gesamten Verpackung unter 30 Prozent oder haben wir keine aussagekräftigen Nachweise erhalten, werten wir um eine Note ab.

SPARTIPP

Beim Duschen bares Geld sparen

Angesichts steigender Energiepreise machen oft schon kleine Veränderungen im Alltag einen Unterschied. Auch beim Duschen lässt sich mit wenig Aufwand bares Geld sparen. Die Verbraucherzentralen sprechen von bis zu 30 Prozent Ersparnispotenzial ohne größere Umbaumaßnahmen.

Wassermenge regulieren Durchflussregler oder Sparduschköpfe können den Wasserverbrauch bis um die Hälfte senken. Das Prinzip: Sie mischen dem Wasser Luft bei und sorgen für einen geringeren Wasserdurchfluss, ohne dass das Duschgefühl leidet. Sogenannte Perlatoren oder Wassermengenregler gibt es in verschiedenen Ausführungen, sie kosten wenige Euro und werden in die Armatur eingebaut. Wassersparende Duschköpfe sind in der Anschaffung etwas teurer, können aber bequem wie jeder Duschkopf installiert werden. Alle Systeme sind zum Beispiel im Baumarkt erhältlich.

Wassertemperatur reduzieren Rund 13 Prozent des Energieverbrauchs gehen laut der Verbraucherzentralen pro Haushalt auf das Erhitzen von Wasser zurück. Aber Sie müssen nicht gleich kalt duschen, um hier zu sparen. Schon ein paar Grad weniger haben einen Effekt. Wer einen Durchlauferhitzer oder eine Gasetagenheizung nutzt, kann am Gerät selbst die Temperatur dauerhaft regulieren. Orientieren Sie sich dabei am besten an der Wohlfühltemperatur des größten „Warmduschers“ im Haushalt. Hausbesitzer aufgepasst: Bei Warmwasserspeichern darf die Temperatur je nach Anlagengröße nicht weniger als 60 bzw. 55 Grad betragen, um Legionellenbefall vorzubeugen.

Wasserverbrauch hinterfragen Manchmal hilft es schon, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Natürlich ist es angenehm, wenn das warme Nass sanft auf den Körper prasselt. Aber: Wer während des Einseifens den Hahn zudreht, spart literweise Wasser ein. Übrigens verbraucht Baden bis zu dreimal mehr Wasser als Duschen.

So haben wir getestet

Wir haben insgesamt 40 Duschgele in Drogerien, (Bio-) Supermärkten und Discountern eingekauft – darunter 16 zertifizierte Naturkosmetikprodukte. Dabei haben wir vor allem als erfrischend und belebend ausgelobte Duschgele mit Zitrusnoten wie Limette und Grapefruit ausgewählt, aber auch Produkte mit anderen Duftnoten wie Rose oder neutrale Varianten in den Test genommen.

Alle Produkte wurden von anerkannten Laboren auf hautreizende Formaldehyd/-abspalter, allergieauslösende und andere problematische Duftstoffe sowie auf umstrittene halogenorganische Verbindungen analysiert. Zudem prüften wir anhand der Inhaltsstofflisten, ob Substanzen wie bedenkliche Konservierungsstoffe, potenziell hormonell wirksame UV-Filter, umstrittene PEG-Verbindungen und umweltbelastende Kunststoffverbindungen enthalten sind.

In puncto Verpackungen wollten wir von den Anbietern wissen, ob und wie viel recyceltes Plastik sie in den Kunststoffverpackungen ihrer Duschgele verarbeiten, und haben um Belege für die von uns getestete Produktcharge gebeten.

Außerdem hat das Labor geprüft, ob die Verpackungen chlorierte Verbindungen enthalten, die bei der Entsorgung zu Problemen führen können.

Fett gedruckt sind Mängel.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 142.

Anmerkungen: 1) Laut Anbieter ist das Produkt unter einer neuen GTIN 4058172922534 in den Dm-Märkten erhältlich. Es handele sich um eine Packmitteländerung, die Rezeptur sei unverändert. 2) Citronellol nicht deklariert, aber im Labor nachgewiesen. 3) Laut Anbieter wurde die Produktion des Produkts eingestellt, es werde nur noch abverkauft. 4) Laut Verpackung besteht der Flaschenkörper aus „100 % Social Plastic“. Dieses stamme aus der Bekämpfung von Plastikmüll an Strand und Land. Das gesammelte Plastik werde zu „Social Plastic“ weiterverarbeitet und für die Verpackung eingesetzt. 5) Laut Anbieter hat das Produkt ab Oktober ein neues Packungslayout, die Rezeptur sei unverändert. 6) Laut Anbieter wird das Produkt grundlegend überarbeitet. Das geänderte Produkt sei voraussichtlich ab dem dritten Quartal 2022 erhältlich. 7) Laut Anbieter wird das Produkt ebenfalls in einer 500-ml-Packung für 10,99 Euro angeboten.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) ein gemessener Gehalt von mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindungen (hier: Galaxolid/HHBC; in der Tabelle „künstlicher Moschusduft“); b) Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Cinnamal); c) halogenorganische Verbindungen. Zur Abwertung um eine Note führen: PEG/PEG-Derivate.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: synthetische Polymere als

Kunststoffverbindungen (hier: Acrylates / C10–30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Carbomer, Hydrogenated Polydecene, Polyquaternium-7). Zur Abwertung um eine Note führt: ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung und/oder keine Angabe hierzu und/oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage hierzu.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2208

Einkauf der Testprodukte: März bis April 2022.

Dieser Test löst den Test Duschgele aus dem ÖKO-TEST Magazin 7/2020 und dessen Wiederveröffentlichung im Jahrbuch Kosmetik 2021 ab.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.