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TEST: DUSCHSHAMPOOS FÜR KINDER: Mit Haut und Haar


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 30.07.2020

Duschgel und Shampoo in einem ist praktisch. Auch die Inhaltsstoffe vieler Duschshampoos im Test sind in Ordnung. Doch ausgerechnet das Paw-Patrol-Produkt landet auf dem letzten Platz.


Artikelbild für den Artikel "TEST: DUSCHSHAMPOOS FÜR KINDER: Mit Haut und Haar" aus der Ausgabe 8/2020 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 8/2020

RATGEBER

1

Kinder müssen nicht täglich duschen oder baden, warnen Kinderärzte. Weniger ist hier mehr. Für Kinder zwischen 6 und 11 Jahren reichen ein bis zwei Mal pro Woche.

2

Mit einer Wassertemperatur um die 37 Grad liegen Sie richtig. Zu heißes Wasser, zu langes Duschen und zu viel Seife trocknen die Haut aus.

3

Damit beim Haarewaschen kein Shampoo in den Augen brennt, hilft ein vorgehaltener Waschlappen.

Kein Einsatz ist zu ...

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... groß, keine Pfote ist zu klein - das ist das Motto der Rettungshunde in der kanadischen Zeichentrickserie Paw Patrol. Kinder lieben die süßen Hunde. Und sie lieben bestimmt auch ein Duschshampoo, das in einer Rettungshundeflasche steckt. Nur: Dieser Einsatz ist gründlich schiefgegangen. Ausgerechnet das Paw-Patrol-Duschshampoo landet im Test auf dem hintersten Rang, weil es einen umstrittenen Konservierungsstoff enthält.

Wir haben insgesamt 24 Duschshampoos getestet, die sich an Kinder richten. Darunter Unisex-Produkte ebenso wie solche mit expliziter Jungs- oder Mädchenansprache. Zum Beispiel „Duschgel & Shampoo für Superhelden“, „Ritter Drachenzahn“ oder „Duschspaß Capt’n Sharky“. Oder: „Süßer Beeren-Duft“ und „Shining Star“. Doch ganz unabhängig von Genderfragen wollten wir vor allem wissen: Können Eltern Haut und Haar ihrer Kinder damit bedenkenlos einseifen? Oder belasten sie die dünne Kinderhaut unnötig? Deren Schutzmantel ist schließlich erst mit etwa zwölf Jahren voll ausgereift.

Viele Duschshampoos sind in Ordnung

Das Ergebnis: Wir sehen wenig Probleme. 15 Duschshampoos schneiden sogar „sehr gut“ ab, darunter günstige Discounter- Marken ebenso wie sämtliche zertifizierte Naturkosmetika. Vier Marken schafften es immerhin noch auf ein „gut“. Zahlreiche Stoffe, die wir in Kosmetika häufig kritisieren, ließen sich in diesem Test nicht blicken: keine Paraffine, keine Silikone, kein Formaldehyd und auch keine besonders problematischen Duftstoffe. Das ergibt kaum schlechte Bewertungen.

Nur das Lizenzprodukt der kanadischen Hundeserie Paw Patrol enthält die halogenorganische Verbindung Dichlorbenzylalkohol. Unter anderem kann Dichlorbenzylalkohol Wasserorganismen dauerhaft schädigen. Das Duschshampoo in der rosa Hundeflasche bildet auch deshalb mit der Note „ausreichend“ das Schlusslicht im Test.


„Die Duschshampoos für Kinder enthalten weniger problematische Duftstoffe und häufig auch mildere Tenside als Produkte für die Eltern. Gut für die Kleinen.“


Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin


Schaumschläger

Nicht verzichten mag die Industrie offenbar auf PEG/PEG-Derivate, die immerhin in sieben Duschshampoos vorhanden sind. PEG/PEG-Derivate setzten die Hersteller in Duschshampoos als Tenside - das sind waschaktive Substanzen - ein. Einige der Verbindungen sorgen für ordentlich Schaum. Wir kritisieren sie aber, weil die Stoffe die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen können.

Notenabzug gab es auch für synthetische Polymere. Die wasserlöslichen Kunststoffverbindungen gelangen über das Abwasser in die Umwelt. Welchen Schaden sie dort anrichten, ist noch nicht ausreichend erforscht - und so lange sollten sie unserer Meinung nach vermieden werden. Dass das geht, beweisen unter anderem die sechs Naturkosmetik-Duschshampoos, die allesamt ohne Flüssig-Plastik und PEG-Verbindungen auskommen.

Spezielle Duschshampoos

So weit die Testergebnisse. Doch wie ist das eigentlich - braucht es für Kinder überhaupt spezielle Duschshampoos oder können sie auch das Duschgel der Eltern benutzen? Wir haben einige Hersteller gefragt und Vergleiche angestellt. Die Unterschiede in den Rezepturen sind häufig gar nicht so riesig.

Klar ist: Die Kinderprodukte riechen anders. Die Hersteller verwenden also Duftstoffe, die Kinder erstens ansprechen und die zweitens als unproblematisch bekannt sind. Das ist gut so - denn parfümiert waren die Produkte im Test ausnahmslos. Viele Hersteller geben außerdem an, dass sie bei Kindern mildere Tenside einsetzen - beispielsweise Zuckertenside - und manche dosieren diese auch niedriger. Eine dritte Besonderheit ist, dass Kinderduschshampoos häufig einen Stoff namens Denatoniumbenzoat enthalten. Bei Denatoniumbenzoat handelt es sich um die bitterste bekannte Substanz überhaupt und sie wird gegen versehentliches Verschlucken in diversen Kinderprodukten eingesetzt. In Naturkosmetik ist der synthetisch hergestellte Bitterstoff verboten - aber immerhin 13 der konventionellen Duschshampoos in unserem Test mischen ihn unter. Aus unserer Sicht eine gute Sache - denn ganz abwegig ist die Idee ja nicht, dass kleine Superheldinnen das Badewasser mit dem „süßen Beerenduft“ einmal kosten möchten.

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 24 Duschshampoos für Kinder eingekauft, darunter sechs zertifizierte Naturkosmetikprodukte sowie Marken von Drogerieketten und Supermärkten. Das günstigste Produkt kostet weniger als 50 Cent pro 200 Milliliter. Für die gleiche Menge des teuersten zahlt man gut 20-mal so viel. Spezialisierte Labore untersuchten alle Produkte auf Duftstoffe, die Allergien auslösen können, auf Moschusverbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern, und auf Formaldehyd/-abspalter. Weitere Parameter waren Diethylphthalat, das den Schutzmechanismus der Haut beeinflussen kann, sowie halogenorganische Verbindungen, von denen viele als allergieauslösend gelten und sich in der Umwelt anreichern. Die Verpackungen ließen wir auf umweltbelastende chlorierte Verbindungen analysieren. Per Deklaration erfassten wir PEG/PEG-Derivate - sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen - und synthetische Polymere, die wir aus Umweltgründen kritisieren.

Ein sehr gutes Produkt enthält keine bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoffe, deshalb verschlechtern PEG/PEG-Derivate und halogenorganische Verbindungen das Gesamturteil. Für Substanzen, die der Umwelt schaden, ziehen wir unter den Weiteren Mängeln Noten ab.

NIE WIEDER ALARM IM BADEZIMMER?

Wer kennt es nicht, das Drama im Badezimmer: Wenn beim Haare waschen Shampoo ins Auge gerät oder der Kamm nicht gleiten will, ist das Geschrei groß. Nicht von ungefähr wirbt rund die Hälfte der Hersteller in unserem Test mit dem Versprechen „kein Ziepen, keine Tränen“. Wir wollten wissen, was eigentlich hinter diesem Claim steckt und haben nachgefragt.

„Keine Tränen“

Dass die Augen nicht tränen, wenn aus Versehen Shampoo hineinkommt, erreichen die Hersteller nach eigenem Bekunden, indem sie besonders milde Tensid-Kombinationen benutzen, beispielsweise mit Zucker-Tensiden.

„Kein Ziepen“

Das Versprechen „kein Ziepen“ zielt auf eine bessere Kämmbarkeit der Haare. Gefragt sind hier also Zusätze in der Rezeptur, die einen gewissen Conditioner- Effekt erzielen. Marken wie Nivea oder Isana erreichen das - nach eigenen Angaben - durch ein Derivat aus der Guar-Bohne. Andere setzen flüssige Kunststoffe wie „Polyquaternium- 10“ ein, die das Haar mit einem dünnen Film umhüllen und seine Kämmbarkeit verbessern.

Keine Versprechen

Einige Anbieter verzichten bewusst auf solche Versprechen. Die Firma Weleda etwa findet den routinemäßigen Einsatz eines Conditioners nicht notwendig und die Aussage „keine Tränen“ gar „unseriös“: Schließlich könnten alle Fremdsubstanzen das Auge zum Tränen bringen. Selbst Wasser.


Foto: danez/getty imagess

Foto: thomas w.cheney Illustration: noun project