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TEST Edle Badezusätze: Einsteigen, abtauchen


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2012 vom 30.11.2012

Warum zu Weihnachten nicht einen edlen Badezusatz verschenken? Wir können eine ganze Reihe von Produkten empfehlen. Doch wie so häufig in unseren Tests sind die teuersten Marken mal wieder rundum durchgefallen.

Artikelbild für den Artikel "TEST Edle Badezusätze: Einsteigen, abtauchen" aus der Ausgabe 12/2012 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 12/2012

So haben wir getestet

Der Einkauf

Ein edler Badezusatz ist ein schönes Geschenk zu Weihnachten. Eine große Auswahl an Badeschäumen, -ölen und -salzen bieten Parfümerien, Kaufhäuser und Naturwarenläden an, aber auch in der Apotheke sind solche Produkte zu finden. Die ÖKO-TEST-Einkäufer haben 20 Badezusätze eingekauft, darunter acht Naturkosmetikmarken.

Die Inhaltsstoffe

Ein Wannenbad ist Entspannung ...

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... für alle Sinne. Da sollen weder Duftstoffe, die Allergien auslösen können, noch Parfümzusätze, die bereits in der Muttermilch nachgewiesen wurden, das Erlebnis trüben. Da alle Badezusätze Parfüm oder ätherisches Öl enthalten, ließen wir sie auf solche Substanzen überprüfen. Auch auf Diethylphthalat, das zur Stabilisierung des Duftes eingesetzt wird, wurden die Produkte geprüft. Denn der in Kosmetika häufig verbreitete Weichmacher kann den Schutzmechanismus der Haut beeinflussen. Analysen auf bestimmte Konservierungsmittel wie umstrittene halogenorganische Verbindungen, die Allergien auslösen können, oder bedenkliche Parabene, die wie ein Hormon wirken können, komplettierten das Testprogramm.

Die Bewertung

Wenn ein Entspannungsbad Inhaltsstoffe enthält, die der Haut zu schaffen machen, ist der Wohlfühlfaktor dahin. Die Bewertung der Badezusätze basiert daher auf ihren Inhaltsstoffen. Bei der Bewertung der Duftstoffe, die die Hersteller deklarieren müssen, differenzieren wir. Zur Abwertung führen solche, die nachweislich häufig Allergien auslösen oder starke Allergene sind. Die anderen, die ohne Fettung in der Tabelle aufgeführt sind, sind nur sehr schwache Allergene. Für sie gibt’s daher keinen Punktabzug.

Brille auf und nachgeschaut: Hersteller müssen einen Großteil der Inhaltsstoffe deklarieren, zum Teil sind die Angaben allerdings schwer zu entziffern. ÖKO-TESTs helfen Ihnen dabei.


Wenn es draußen stürmt und friert, blubbert und schäumt es in Deutschlands Badewannen. Vor allem bei Frauen steht ein heißes Wohlfühlbad hoch im Kurs. Wie die Zeitschrift Brigitte im vergangenen Jahr in einer repräsentativen Umfrage von Frauen zwischen 14 und 70 Jahren ermittelte, verwenden 70 Prozent regelmäßig einen Badezusatz.

Dennoch sind Essenzen für die Badewanne lediglich ein Randsegment im deutschen Markt für Körperpflegemittel. 2011 wurden laut dem Industrieverband Körperpflege und Waschmittel zwar 813 Millionen Euro für Bade- und Duschzusätze ausgegeben. In der Hauptsache kommt diese Zahl jedoch durch den Verkauf von Duschzusätzen zustande. Frank Albrecht, Inhaber der Frankfurter Parfümerie Albrecht, hat dafür eine einfache Erklärung: „Die Gewohnheiten haben sich geändert. Früher war Seife die Nummer eins unter den Artikeln zur Körperpflege. Heute wird viel mehr geduscht als gebadet, entsprechend häufiger werden Duschgele gekauft.“

Trotzdem sind edle Badezusätze ein unverzichtbarer Bestandteil des Parfümerie sortiments, auch als Geschenkartikel sind sie sehr gefragt. Kosmetikhersteller wie L’Occitane und The Body Shop haben diesen Trend erkannt und ihr Ladenkonzept danach ausgerichtet. In unterschiedlichen Preislagen zusammengestellt, bieten sie ihre Produkte hübsch verpackt und geschenkfertig zum Mitnehmen an. Einzig darüber, was das Geschenk kosten darf, müssen die Kunden noch selbst entscheiden.

Alles ganz natürlich?

Die Natürlichkeit der Inhaltsstoffe ist ein weiteres Verkaufsargument. Ein Wohlfühlbad und Chemie – das geht schließlich nicht zusammen. Kein Wunder also, dass auf fast allen Badezusätzen von natürlichen Mineralien, Ölen und Pflanzenextrakten die Rede ist, ganz gleich ob es sich dabei um echte Naturkosmetik oder um das Produkt eines konventionellen Herstellers handelt.

Ob die Schäume, Salze und Öle für die Badewanne tatsächlich alle so gut sind, wie sie beworben werden? Das wollten wir wissen und haben deshalb 20 Badezusätze, die in Parfümerien, Kaufhäusern, im Naturwarenladen und in der Apotheke erhältlich sind, zur Analyse ins Labor geschickt.

Das Testergebnis

Ungetrübten Badespaß gibt’s mit jedem zweiten Produkt. Die Hälfte der 20 getesteten Produkte – darunter sieben Naturkosmetikmarken – schneidet mit Bestnote ab. Ein Milchbad und zwei Schaumbäder sind „gut“.
Exklusivität ist nicht gleich Qualität. Für exklusive Parfümerieprodukte blättern vor allem Frauen viel Geld hin. Im Falle der Molton Brown Paradisiac Pink Pepperpod Bathing Milk und der Shiseido Advanced Essential Energy Badetabletten lohnen solche Ausgaben nicht. Die Experten im Labor haben in beiden Produkten und im Entspannungsbad Bronnley Rose Bath Rela- xant unter anderem künstlichen Moschus-Duft festgestellt, der sich im Körper anreichert. Besonders ärgerlich: Für Verbraucher sind die synthetischen Verbindungen nicht auszumachen, weil Kosmetikhersteller sie unter dem Begriff Parfüm und Aroma deklarieren dürfen.

Betörender Duft ist nicht immer erste Wahl. Duftstoffe, die Allergien auslösen können, müssen die Kosmetikhersteller dagegen auf der Verpackung deklarieren. ÖKO-TEST unterscheidet zwischen solchen, die häufig Allergien auslösen, und solchen, die nur selten als Allergene in Erscheinung treten. Ein sehr potentes Allergen ist der Duftstoff Cinnamal, der in der Ecoworld Bade schokolade Orange-Zimt enthalten ist. Punktabzug gibt’s auch für die drei Produkte Lush Sunny Side Schaumbad, Bronnley Rose Bath Relaxant und Molton Brown Paradisiac Pink Pepperpod Bathing Milk, die die weniger potenten, aber immer noch problematischen Duftstoffe Hydroxycitronellal und/oder Lyral enthalten.
Wie viel Schaum darfs sein? Zu einem Wohlfühlbad gehört viel Schaum. Zumindest will die Werbung uns das glauben machen. Damit’s schön schäumt, greifen die Kosmetikhersteller gerne zu Tensiden auf der Basis von PEG/ PEG-Derivaten. Auch in sechs Schaumbädern sowie dem Biotherm-Milchbad und den Shiseido-Badetabletten sind diese Stoffe enthalten. Das Problem: Sie können die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe.
Bitte nicht hineinbeißen! Die Badeschokolade von Ecoworld sieht einem Lebensmittel sehr ähnlich. Daher ist es möglich, dass Kinder, die den Hinweis „Für den Verzehr nicht ge- eignet!“ noch nicht lesen können, von ihr naschen. Zwar ist nicht davon auszugehen, dass dies zu einer ernsten Gesundheitsgefahr führen würde, weil die Badeschokolade aus Lebensmittelinhaltsstoffen und -zusatzstoffen besteht und auch keine Tenside enthält. Dass ein Badezusatz einem Lebensmittel aber so ähnlich sieht, dass er fälschlicherweise im Mund von Kindern landet, muss einfach nicht sein. Dafür gibt’s einen Minuspunkt unter Weitere Mängel.

ÖKO-TEST rät

• Duftstoffallergiker verzichten vorsichtshalber auf die untersuchten Badezusätze. Alle Produkte sind parfümiert, in einigen stecken sogar problematische Duftstoffe.
• Die Tenside, die die meisten Schaumbäder enthalten, wirken austrocknend auf die Haut. Deshalb eincremen, wenn die Haut nach dem Wannenbad spannt.
• Wer zu trockener Haut neigt, sollte rückfettende Badeöle oder Produkte mit Kakaobutter wie den Tautropfen Amalur Badestick verwenden.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: DEP = Diethylphthalat.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 156.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 3) Weiterer Mangel: Zu große Ähnlichkeit mit einem Lebensmittel. 4) Die deklarationspflichtigen Duftstoffe Citronellol und Eugenol sind zwar deklariert, sie wurden jedoch im Labor nicht nachgewiesen. 5) Der deklarationspflichtige Duftstoff Geraniol wurde im Labor nachgewiesen, er ist jedoch nicht deklariert. 6) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citral ist zwar deklariert, er wurde jedoch im Labor nicht nachgewiesen. 7) Die deklarationspflichtigen Duftstoffe Geraniol und Citronellol wurden im Labor nachgewiesen, sie sind jedoch nicht deklariert.Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) der deklarationspflichtige Duftstoff Cinnamal, der Allergien auslösen kann; b) polyzyklische Moschus-Verbindungen (künstlicher Moschus-Duft); c) halogenorganische Verbindungen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (Hydroxycitronellal, Lyral); b) PEG/PEG-Derivate; c) bedenkliches Paraben (Propylparaben); d) Diethyl phthalat. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) ein Umkarton, der kein Glas schützt oder mehrere Teile enthält; c) zu große Ähnlichkeit mit einem Lebensmittel. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden sie unter www.oekotest.de → Suchen→ „M1212“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: August 2012.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronischen Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Badekonfekt in Handarbeit

Nicht nur große Kosmetikhersteller, auch viele kleine Manufakturen stellen Badezusätze her. Die Familie Zahneissen aus dem pfälzischen Steinweiler beispielsweise produziert aus Kakaobutter, ätherischen Ölen und Blüten seit 2005 Badekonfekt in Handarbeit. „Mein Mann kann handelsübliche Shampoos und Duschcremes nicht benutzen, weil er Tenside nicht verträgt“, erzählt Michèle Zahneissen, wie es zu der Geschäftsidee der Seifensiederei gekommen ist. Als ihre Mutter von einem Frankreich-Urlaub ein Buch mit dem Titel „Haarseifen selber machen“ mitbrachte, legten die Zahneissens los. Zunächst stellten sie Haar- und Körperseifen für den Eigenbedarf her. Wegen der großen Nachfrage im Freundeskreis, in dem sie die Seifen verschenkten, meldeten sie 2007 ein Gewerbe an. Heute verkaufen sie ihre Seifen und Badezusätze auch auf Märkten. Warum sich die Produkte reger Nachfrage erfreuen? „Die Kunden wissen, was drinsteckt“, sagt Michèle Zahneissen, „wir verwenden ausschließlich Zutaten in Lebensmittelqualität.“


Foto: Yuri Arcurs/Fotolia.com

Foto: A. Wägele