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TEST: Ein gutes Stück


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ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 10.06.2021

TEST Feste Duschen

Artikelbild für den Artikel "TEST: Ein gutes Stück" aus der Ausgabe 6/2021 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

RATGEBER

1 15 „sehr gute“ und ein „gutes“ Waschstück – da ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.

Trockene Haut? Das Waschstück lieber nicht direkt auf dem Körper, sondern zuerst in der Hand mit Wasser aufschäumen. So kommen die Tenside weniger konzentriert auf die Haut. 

Waschstück immer trocken lagern. Dann bricht es nicht so schnell und ist ergiebiger.

Die Idee zu den festen Waschstücken ist so einleuchtend wie alt. Doch es mussten erst ein paar kleine Start-ups kommen, um sie neu zu beleben: Sie fanden es unsinnig, wenige waschaktive Substanzen und Pflegestoffe mit rund 80 Prozent Wasser zu vermischen – nur um das Ganze dann in eine Plastikflasche zu füllen und ein Vielfaches des nötigen Gewichts durch die Gegend transportieren zu müssen. Viele der Hersteller im Test haben einst in Garagen oder Hobbykellern angefangen. Pioniere wie die Firma Rosenrot verkauften ihre ...

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... Zero-Waste-Kosmetik schon ein paar Jahre in Unverpacktläden, als die großen Konzerne schließlich auf den Trend aufsprangen.

16 feste Duschen überzeugen 

Höchste Zeit für uns, die vielen neuen Produkte auf dem Markt einmal zu prüfen: Was steckt drin, und wie hautfreundlich sind sie? Gefunden haben wir: noch mehr gute Gründe für das Duschen ohne Plastikabfall. Von 18 festen Duschstücken können wir 15 mit „sehr gut“ empfehlen, eines ist „gut“. Ob Naturkosmetikmarke oder kon- ventionelle Dusche: Sie alle enthalten keine problematischen Konservierungsstoffe, keine PEG/PEG-Derivate, keine Silikone, keine synthetischen Polymere.

„Toll, dass es jetzt so viele gut verträgliche Waschstücke gibt. Allmählich gehen uns die Argumente aus fürs Duschzeug aus der Plastikflasche.“

TIPPS

Mehr Dusche im Stück

Richtig lagern

Manche Waschstücke sind bretthart, andere zerfallen allzu schnell: Der gute Zusammenhalt der festen Duschen ist vielfach noch eine Schwachstelle. Wichtig ist deshalb: Stücke nach Gebrauch immer trocken lagern. Entweder in einer Schale mit Löchern oder in einem Seifensäckchen, in dem das Waschstück luftig aufgehängt werden kann. Auch wenn das Syndet schon ein paar Waschgänge hinter sich hat und in mehrere Teile zerfällt, können diese direkt mit dem Säckchen auf die Haut geschäumt und somit aufgebraucht werden. Seifensäckchen aus Sisal liefern einen zusätzlichen Peelingeffekt.

Ergiebig

Eine Faustregel zur Ergiebigkeit der Produkte ist: Ein Waschstück von 100 Gramm reicht für so viele Duschgänge wie zwei bei drei Flaschen Duschgel à 250 Milliliter. Die Angaben hierzu unterscheiden sich aber von Hersteller zu Hersteller etwas. Fest steht: Die Ergiebigkeit hängt von der Lagerung ab. Denn bei einem aufgeweichten Waschstück ist der Abrieb größer.

Zu viel Chemie im Duschbrocken 

Völlig aus der Rolle fällt nur ein Produkt: Der Duschbrocken Maxi Minz schneidet mit „ungenügend“ ab. Seine Gründer haben sich 2017 auf einer Weltreise kennengelernt und die ersten Waschstücke „ohne Plan von Chemie“ mit einer Pizzaknetmaschine produziert, wie sie schreiben. In unseren Augen ist der „Plan von Chemie“ noch verbesserungswürdig: Das Labor hat in dem knallblauen Duschbrocken den synthetisch hergestellten Moschusduft Galaxolid nachgewiesen, der sich im menschlichen Fettgewebe anreichert. Der Stoff verbreitet sich stark in der Umwelt und ist in Gewässern wie auch in Wasserlebewesen nachweisbar.

Der Duschbrocken enthält auch den allergenen Duftstoff Hydroxycitronellal sowie Diethylphthalat (DEP), das im Verdacht steht, den Schutzmechanismus der Haut zu beeinflussen.

Problem im Naturkosmetiktensid 

Mit dem #34 Wunderberg Festes Duschgel Zitrone Zeder ist auch ein Produkt mit Naturkosmetiksiegel nur „befriedigend“. Der Grund: Das beauftragte Labor analysierte in dem Waschstück halogenorganische Verbindungen. Bei Naturkosmetik verwundert das, denn die typischen Quellen für diese häufig allergieauslösenden und schwer abbaubaren Stoffe scheiden hier aus. Das Wunderberg-Produkt enthält nur wenige, zumeist natürliche Rohstoffe: Tonerden, Sonnenblumenöl, Roggenmehl, ätherische Öle und ein Tensid. Wunderberg machte sich sofort auf die Suche nach der Quelle für die Problemstoffe und wurde fündig: Die Spur führt zum amerikanischen Hersteller des verwendeten Tensids Sodium Lauryl Sulfoacetate. Dieser habe inzwischen eingeräumt, dass bei der Produktion des Tensids halogenorganische Verbindungen entstehen können. Quelle dafür seien die als Zwischenprodukt gebildeten Chlorester. Bitter für Wunderberg, denn man hatte auf das Naturkosmetikzertifikat des Stoffs vertraut. Die Firma will das Tensid umgehend austauschen.

Was bedeutet „seifenfrei“? 

Apropos Tenside: Die waschaktiven Substanzen sind das, was die meisten festen Duschen von einer herkömmlichen Seife unterscheidet. Seifen entstehen, wenn Öle oder Fette mit Laugen verkocht werden und besitzen einen basischen pH-Wert oberhalb von 9. Tenside für Syndets werden dagegen synthetisch hergestellt und lassen sich beliebig auf den mit 5,5 leicht sauren pH-Wert der Haut einstellen. Die meisten festen Duschen in unserem Test sind reine Syndets und teils als „seifenfrei“ ausgelobt. Einige enthalten jedoch auch oder ausschließlich Seifentenside. Diese können in Verbindung mit kalkhaltigem Wasser ein stumpfes Gefühl hinterlassen – schädlich ist das für gesunde Haut jedoch nicht, denn die reguliert ihren pH-Wert nach etwa einer Stunde selbst wieder. Außer den relativ hoch konzentrierten Tensiden enthalten die festen Duschen pflegende Stoffe wie Öle oder Kakaobutter, gerüstgebende Substanzen wie Tonerde oder Maisstärke sowie Duftstoffe. Auf Konservierung verzichten die meisten, denn die braucht es bei ihrem geringen Wasseranteil nicht. Auch das ist ein Vorteil der festen Kosmetik.

Fett gedruckt sind Mängel. 

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 128. 

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Enthält das Phosphonat Tetrasodium Etidronate. 2) Laut Anbieter befindet sich die Marke derzeit im Relaunch. Ab März und ab Charge 103101 werde das Produkt mit neuem Design und veränderter Rezeptur in den Verkauf kommen. 3) Laut Anbieter wird das Produkt ab Ende Mai in verändertem Verpackungsdesign in den Handel einfließen. 4) Der Duftstoff Hydroxycitronellal ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen. 5) Laut Anbieter enthält das für Naturkosmetik zugelassene Tensid Sodium Lauryl Sulfoacetate halogenorganische Verbindungen. Er sei auf der Suche nach einem neuen Hersteller oder einem alternativen Tensid, da für ihn halogenorganische Verbindungen in seinem Produkt nicht vertretbar seien.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindungen (hier: Galaxolid/HHCB); b) mehr als 1.000 mg/kg Diethylphthalat; c) halogenorganische Verbindungen. Zur Abwertung um eine Note führt: deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Hydroxycitronellal). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: a) Phosphonate (hier: Tetrasodium Etidronate).

Das Gesamtergebnis beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/N2106

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 5/2021. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

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