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TEST Feste Gesichtsreiniger: Noch ein Stück


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 25.08.2022

RATGEBER

1 13 „sehr gute" Produkte im Test kommen ohne Problemstoffe aus. Und sind gleichzeitig ergiebig: Ein 60-Gramm-Stück reicht in etwa für so viele Gesichtswäschen wie zwei Flaschen flüssige Reinigungsmittel à 200 Milliliter.

2 Für eine sanfte Reinigung das Waschstück zunächst in der Hand aufschäumen und dann aufs Gesicht bringen. Gründlich mit Wasser nachspülen.

3 Ob für Haar oder Haut: Feste Reinigungsstücke immer trocken lagern. Entweder in einer Schale mit Löchern oder in einem Säckchen aufhängen.

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Das fehlte noch: Nach festen Duschen und Shampoos kommen nun auch immer mehr Waschstücke zur Gesichtsreinigung auf den Markt. Ökologisch sind diese Konzentrate gegenüber flüssigen Reinigungsmitteln im Vorteil. Denn mit ihnen lässt sich nicht nur (Plastik-)Verpackung einsparen, sondern auch jede Menge Transportgewicht. Häufig sehen wir im neuen Marktsegment der festen Kosmetik viele „sehr gute“ ...

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... Produkte: Die Industrie weiß, dass die Zielgruppe mit hohem ökologischem Bewusstsein gleichzeitig auf bedenkliche Inhaltsstoffe achtet und lässt diese meist außen vor.

So ist es auch in diesem Test: 13 von 15 festen Gesichtsreinigern können wir mit Bestnote „sehr gut“ empfehlen. Darunter alle zehn mit Naturkosmetik-Zertifikat. Keine problematischen Konservierer, kein Mikroplastik, keine PEG/PEG-Derivate. Allerdings: Blind verlassen kann man sich auf die Unbedenklichkeit der neuen Produktgruppe nicht, wie dieser Test zeigt. Zwei Waschstücke enttäuschen.

Teuerstes Waschstück ist „ungenügend“

Das schlechteste Produkt im Test hat dabei den mit Abstand höchsten Preis: Stolze 23,76 Euro bezahlen Verbraucherinnen für 60 Gramm der Lamazuna Feste Hautreinigung Normale Haut. Das Waschstück ist „ungenügend“, weil das beauftragte Labor darin Belastungen mit den Schwermetallen Blei, Arsen und Nickel entdeckte. Arsen ist – in seiner anorganischen Form – hochgiftig und krebserregend. Blei reichert sich im Körper an und wirkt auf Dauer als Nervengift. Die Schwermetalle können aus mineralischen Bestandteilen wie Tonerde ins Produkt kommen. So enthält das Lamazuna-Produkt die weiße Tonerde Kaolin. Die gemessenen Gehalte an Arsen und Blei überschreiten die Werte, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Kosmetika als technisch vermeidbar ansieht, gleich um ein Mehrfaches. Und auch die Rückstände des Kontaktallergens Nickel sind in unseren Augen zu hoch. Zwar wird der Schaum des Waschstücks schnell wieder abgespült. Doch wir meinen: Problematische Schwermetalle haben in Kosmetika nichts verloren. Die anderen Produkte mit Kaolin schaffen es schließlich auch ohne.

„Stück für Stück weniger Müll im Badezimmer – worauf warten wir noch? Die meisten Gesichtsreiniger im Test sind ‚sehr gut‘.“

Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN

Der kleine Unterschied

Weniger Tenside

Was unterscheidet ein Waschstück fürs Gesicht von einem für den Körper? Einige Hersteller sagen, sie setzen weniger und manchmal auch mildere Tenside ein. Der Gehalt dieser waschaktiven Substanzen unterscheidet sich von Produkt zu Produkt allerdings erheblich. So machen Tenside in der Alverde Feste Gesichtsreinigung Jede Haut 74,5 Prozent aus, im Rosenrot Facebit Normale bis Fettige Haut nur 29,25 Prozent. Manche Hersteller drücken ihren Tensidgehalt mit Bestandteilen wie Weizenstärke, die dann einen Teil der Reinigungsleistung übernehmen soll.

Mehr pflegendes Beiwerk

Die Gesichts-Waschstücke am Markt sind durch entsprechende Zusätze auch stärker auf unterschiedliche Hauttypen abgestimmt: Aloe vera oder rückfettende Öle beispielsweise sind für trockene Haut gedacht, Teebaumöl oder Salicylsäure für unreine Haut. Manche Hersteller setzen mineralische Bestandteile wie Calciumcarbonat oder Talkum ein, die kleine Hautschüppchen abtragen sollen. Auch ein geringerer Parfüm-Gehalt ist für einige Teil ihres Konzeptes.

Zweites enttäuschendes Waschstück ist die Isana Feste Gesichtsreinigung Extra Mild. Das Labor wies darin nicht nur Diethylphthalat nach, das den Schutzmechanismus der Haut beeinflussen kann, sondern auch den künstlichen Moschusduft Galaxolid. Er kann sich in der Umwelt und im menschlichen Fettgewebe anreichern. Wegen des Verdachts, dass er das Hormonsystem beeinflussen könnte, unterliegt der Moschusduft derzeit einer Neubewertung im Rahmen des EU-Aktionsplans CoRAP. Mehrere hundert Stoffe werden in diesem Prozess hinsichtlich ihrer Risiken für Mensch und Umwelt neu eingeschätzt.

Seife oder Syndet?

Waschstücke fürs Gesicht reinigen nach den Angaben der Hersteller milder und enthalten mehr Pflegestoffe als ein gewöhnliches Duschstück (siehe Spalte links). Wir haben in unserem Test drei Seifen und zwölf Syndets getestet. Während Seifen einen basischen pH-Wert aufweisen, reinigen Syndets die Haut mit waschaktiven Tensiden, die sich auf den pH-Wert der Haut von etwa 5,5 einstellen lassen. Steht der Hinweis „pH-hautneutral“ auf der Verpackung, deutet das auf ein Syndet hin. Wir haben solche Auslobungen im Labor überprüfen lassen und können bestätigen: Alle Angaben zum pH-Wert passen. Vor allem Menschen mit vorgeschädigter oder sehr empfindlicher Haut sind gut mit einem pH-hautneutralen Syndet bedient. Gesunde Haut hingegen kann ihren pH-Wert innerhalb von etwa einer Stunde selbst wieder regulieren.

TEST

ÖKO TEST

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 15 feste Gesichtsreiniger in Drogerien, Bio-Supermärkten sowie Marken- und Online-Shops eingekauft, darunter drei Seifen. Dabei landeten überwiegend Produkte „für alle Hauttypen“ oder „für normale“ Haut im Einkaufskorb. Eine Seife ist parfümfrei. Zehn Reinigungsstücke tragen ein Naturkosmetiksiegel. Die Preise liegen pro 60 Gramm zwischen rund 2,72 und 23,76 Euro.

Wir ließen die Produkte anhand der deklarierten Inhaltsstoffe auf umstrittene Verbindungen wie PEG/PEG-Derivate, Paraffine und Silikone prüfen. Spezialisierte Labore fahndeten in unserem Auftrag nach allergenen Duftstoffen und umstrittenen halogenorganischen Verbindungen. Waren in den Waschstücken und Seifen natürliche Tonerden wie Kaolin oder Illit deklariert, gingen sie in die Analyse auf giftige Schwermetalle.

Die Verpackungen sind überwiegend aus Karton und Papier, ein Produkt steckt in einer Kunststoffverpackung. Hier wollten wir vom Anbietern wissen, ob und wie viel recyceltes Plastik im Tiegel steckt und forderten dafür Belege.