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TEST Feuchtigkeitsmasken: Kur mit Schatten


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2011 vom 25.02.2011

Feuchtigkeitsmasken versprechen weiche, glatte Haut und eine kleine Verjüngungskur in nur fünfzehn Minuten. Zwei Drittel der Testprodukte können wir für eine Extraportion Pflege tatsächlich empfehlen. Alle anderen enthalten Schadstoffe.


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Foto: Banana Stock

Es funktioniert tatsächlich“, erzählte mir meine Freundin kürzlich. Zunächst vermutete ich, sie spricht von ihrer Strategie, mit über 40 doch noch den Mann fürs Lebens zu finden. Der aktuell Begehrte ist Zahnarzt, wirklich gut aussehend und der dritte Versuch aus der zweiten Internetpartnerbörse.

Aber nein, ich hatte da etwas falsch verstanden. Es ging ...

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... um Kosmetik: „Diese Gesichtsmaske, die bei euch, sehr gut‘ abgeschnitten hat, lässt mich wirklich um Jahre jünger aussehen. Erst neulich habe ich die Geheimwaffe wieder vor dem Rendezvous benutzt.“ Selbst die beste Freundin hat also immer noch keine realistische Einschätzung darüber, was Kosmetik kann und was sie nicht kann. Schließlich predige ich schon seit Jahren, dass Cremes, Körperlotionen und Masken zwar pflegen, aber gar nicht so tief in die Haut eindringen dürfen, dass sie auch nur das kleinste Fältchen dauerhaft lindern würden.

Aber der Glaube versetzt eben Berge. Und die zirka fünfzehn Minuten Entspannungszeit, die frau sich nach dem Auftragen der Maske gönnt, tun ihr Übrigens. Der Placeboeffekt ist auch nicht außer Acht zu lassen. Außerdem steckt in besagter Maske wirklich eine Extraportion an Wirkstoffen. Hyaluronsäure, Glycerin und Aloe vera binden zum Beispiel Feuchtigkeit in der oberen Hautschicht und lassen den Teint damit praller und frischer erscheinen. Auch wenn der Effekt kurzfristig ist: Ich werde die Geheimwaffe demnächst auch ausprobieren.

Da vergangene Tests oft genug gezeigt haben, dass Masken jede Menge Schadstoffe enthalten, wollten wir wissen, wie es aktuell um die Qualität von Feuchtig- keitsmasken steht. Wir haben deshalb 25 Masken – davon elf Mal zertifizierte Naturkosmetik – in die Labore geschickt und auf viele bedenkliche Stoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

■ … ist besser als in früheren Jahren. Zertifizierte Naturkosmetik hat wie immer die Nase klar vorne und schneidet ausnahmslos mit „sehr gut“ ab. Am anderen Ende der Skala rauschen fünf Produkte durch den Test, darunter auch die Masken von Nivea und der Apothekenmarke Vichy.


Konservierungsstoffe sollen Keime in Schach halten, tun der Haut aber nicht gut. Manche können Falten sogar verstärken


■ Nivea fällt durch Formaldehyd/ -abspalter negativ auf, die als Konservierungsstoffeingesetzt werden. Formaldehyd gilt als krebsverdächtig und außerdem als starkes Allergen. Es reizt schon in geringen Mengen die Schleimhäute und lässt die Haut schneller altern. Wozu Konservierungsmittel in der Einmalverpackung? Die Antwort von Nivea: Es müsse sichergestellt sein, dass das Produkt mikrobiologisch unbedenklich bleibt, während der Herstellung, Abfüllung und in der Produktion. Auch falls die Verwenderin doch nicht den ganzen Packungsinhalt verbraucht, sondern einen Teil der Maske aufbewahrt, müsse das Produkt hygienisch unbedenklich bleiben. Laut Kosmetikverordnung ist der Stoff, aus dem sich Formaldehyd/-abspalter bilden können, übrigens erlaubt, zertifizierte Naturkosmetik schließt ihn aber aus.


Duftstoffe steigern das Wohlbefinden. Einige fördern aber auch Allergien oder sind sogar hormonell wirksam


■ In drei Masken stecken halogenorganische Verbindungen, die ebenfalls gerne zur Konservierung eingesetzt werden.Sie sind umstritten, weil sie häufig Allergien auslösen. Mit Propyl- oder Butylparabenen zur Konservierung in sechs Marken sind wir auch nicht einverstanden, weil es Hinweise auf eine hormonelle Wirkung der Mittel gibt.
■ Was auf der Verpackung schlicht als Parfum auftaucht, kann mehrere Hundert Einzelduftstoffe enthalten. 26 davon sind deklarationspflichtig. Der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) erfasst, welche Stoffe als Allergene sehr wirksam sind. Als problematisch gelten beispielsweise Cinnamylalkohol, Hydroxycitronellal und Lyral, die in vier Masken vorkommen. Duftstoffe wie beispielsweise Citral, Citronellol, Cumarin und Geraniol treten als Allergene weitaus seltener in Erscheinung. Deshalb werden sie bei ÖKOTEST auch nicht abgewertet, sondern nur informationshalber aufgeführt.
■ Unter der Sammelbezeichnung „Parfüm“ verbergen sich in drei Masken weitere unangenehme chemische Riechstoffe: polyzyklische Moschus-Verbindungen. Sie sind biologisch schwer abbaubar und reichern sich im menschlichen Fettgewebe und in derUmwelt an. Einige der polyzyklischen Moschus-Verbindungen haben im Zell- und Tierversuch hormonelle Wirkung gezeigt.
■ Polyethylenglycole oder deren Abkömmlinge (PEG/PEG-Derivate) sorgen als Emulgatoren dafür, dass in den Masken enthaltenes Wasser sich mit Ölen und Fetten gut verbindet. Wir sehen sie kritisch, weil sie die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Unsere Empfehlungen

Die Rohstoffe für Kosmetika sind häufig gar nicht so kostspielig. Teuer wird die Maske vor allem durch das Marketing. Obwohl die Zutaten für zertifizierte Naturkosmetik in der Regel teurer sind, bleiben die Preise der durchweg „sehr guten“ Masken in Naturkosmetikqualität im Rahmen.
Wenn Sie die Maske gerne dick auftragen, werden fünf Milliliter pro Anwendung – wie in derSchaebens Feuchtigkeitsmaske – recht knapp. Die meisten Einmalmasken enthalten 7,5 Milliliter, das reicht zum dick Auftragen.
Portionspackungen für eine Maske möglichst mit einer Anwendung verbrauchen und nicht aufbewahren.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Viele Frauen klagen über trockene Haut. Nicht nur mit den Jahren, sondern auch nach einem langen Winter mit trockener Heizungsluft lässt die Spannkraft der Haut nach. Schnelle Hilfe versprechen Feuchtigkeitsmasken. Wir haben sie das letzte Mal vor mehr als fünf Jahren getestet. Inzwischen sind eine ganze Reihe Naturkosmetikmarken hinzugekommen. Weil das Interesse an Naturkosmetik kontinuierlich wächst, landeten auch vergleichsweise viele dieser Marken in unserem Einkaufskorb.

Die Inhaltsstoffe

Hauptbestandteil der Masken ist Wasser. Damit sich Keime darin nicht vermehren, enthalten die Rezepturen Konservierungsmittel. Hersteller von Naturkosmetika machen sich die konservierende Wirkung von ätherischen Ölen und Alkohol zunutze. In konventioneller Ware dienen zum Beispiel umstrittene Substanzen wie halogenorganische Verbindungen oder Butyl- und Propylparabene zum Konservieren, manchmal sogar bedenkliche Formaldehyd/ -abspalter. Wir spüren sie per Deklarationscheck oder durch Analysen auf.
Weil alle Produkte Parfum enthalten, macht die Untersuchung auf Duftstoffe und mögliche weitere problematische Stoffe, die im Schlepptau auftauchen, einen weiteren Untersuchungsschwerpunkt aus. Alle Produkte brauchen Emulgatoren, die Wasser- und Fettphase der Produkte miteinander vermischen. Da in früheren Tests dafür oft umstrittene PEG/PEG-Derivate eingesetzt wurden, haben wir auch jetzt nach diesen Substanzen gefahndet.

Die Wirkung
Wie gut die Masken Feuchtigkeit spenden, wie sie sich auf der Haut anfühlen und ob sie Trockenheitsfältchen zumindest kurzfristig wirklich ausbügeln, haben wir nicht getestet. Messungen etwa zur Feuchtigkeitsanreicherung in der Haut sind zwar möglich und werden von den Anbietern auch zum Unterfüttern ihrer Werbeaussagen gemacht. Doch es handelt sich um kurzfristige Wirkungen. Wichtiger sind die mittel- und langfristigen Effekte, über die solche Tests keine Auskunft geben. ÖKO-TEST schaut sich daher die Rezepturen und Inhaltsstoffe genauer an. Denn langfristig kann Formaldehyd beispielsweise Falten verstärken, weil es Eiweiß in der Haut vernetzt. Daher wird die Chemikalie zur Ledergerbung verwendet.

Die Bewertung
Kosmetik soll der Anwenderin guttun und die Haut nicht stressen. Je kritischer ein Schadstoff, desto strenger ist deshalb unsere Abwertung. Problematische Formaldehyd/-abspalter haben in Gesichtsmasken nichts zu suchen. Umstrittene andere Konservierungsmittel werden entsprechend milder abgewertet. Auch was allergieauslösende oder möglicherweise hormonell wirksame Duftstoffe angeht, gibt es Abstufungen in der Beurteilung. Sie orientieren sich immer am neuesten Stand der Wissenschaft. Mängel in der Verpackung, beispielsweise ein Umkarton, der kein Glas schützt, fallen geringer ins Gewicht. Wir erfassen sie unter dem Testergebnis „Weitere Mängel“.