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TEST Fitnessstudios: Bad und WC sind gar nicht o. k.


ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit & Medikamente - epaper ⋅ Ausgabe 11/2009 vom 09.11.2009

Millionen Bundesbürger trainieren in Fitnessstudios. Vier Freiwillige suchten für ÖKO-TEST ausgewählte Studios der fünf größten Anbieter auf – und erlebten Erstaunliches.


Artikelbild für den Artikel "TEST Fitnessstudios: Bad und WC sind gar nicht o. k." aus der Ausgabe 11/2009 von ÖKO-TEST Jahrbuch Gesundheit & Medikamente. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: stockbyte

Körperliche Fitness , Abbau von Stress oder Aufbau von Muskeln: Motive gibt es zuhauf, warum rund 5,5 Millionen Menschen hierzulande ein Fitnessstudio aufsuchen. Durchschnittlich 565 Euro lassen sie sich den Spaß alljährlich kosten. Einige Ketten sind bundesweit präsent. Vorneweg sind diesMcFit und dieFitness Company , die sich 2008 inFitness First umbenannt hat, sowie die nach dem Franchiseprinzip arbeitenden ...

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Körperliche Fitness , Abbau von Stress oder Aufbau von Muskeln: Motive gibt es zuhauf, warum rund 5,5 Millionen Menschen hierzulande ein Fitnessstudio aufsuchen. Durchschnittlich 565 Euro lassen sie sich den Spaß alljährlich kosten. Einige Ketten sind bundesweit präsent. Vorneweg sind diesMcFit und dieFitness Company , die sich 2008 inFitness First umbenannt hat, sowie die nach dem Franchiseprinzip arbeitenden Studios vonMrs.Sporty ,Kieser Training undInjoy . Diese fünf Ketten betreiben allein in Deutschland derzeit rund 700 Anlagen, in denen sich gut 1,5 Millionen Mitglieder austoben.

Jede Kette hat ihre eigene Klientel. Mit einem speziell und ausschließlich auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnittenen Sport- und Ernährungskonzept empfiehlt sichMrs.Sporty . Hinter dem erst 2005 vorgestellten Franchiseunternehmen steckt die Tennisspielerin Stefanie Graf. Frau Graf war noch nicht geboren, als der Schweizer Werner Kieser 1967 sein Unternehmen gründete: Präventives und therapeutisches Krafttraining nach dem Motto „Ein starker Rücken kennt keine Schmerzen“ und „Der Mensch wächst am Widerstand“. Ganz andersInjoy . Die Studios werben „Für ein besseres Leben. Fitness, Gesundheit und ein gutes Gefühl“ und positionieren sich im Premiumsegment der Fitnessclubs.

DemgegenüberMcFit , der Discounter unter den Fitnessstudios, dessen Hallen rund um die Uhr geöffnet sind. „Einfach gut aussehen“, heißt es hier, wo laut Homepage auch Mr. Germany 2007 trainiert. „Making the world a fitter place“, verspricht dieFitness Company , die auch nach der Umbenennung inFitness First verschiedene Clubkategorien bietet.

Doch was erwartet Neukunden nun tatsächlich in den Ge sundheitstempeln? Das lässt sich nur mit verdeckt arbeitenden Studiotestern ermitteln. Im Auftrag von ÖKO-TEST hat daher die Abteilung Sportmedizin des Instituts für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt vier Freiwillige mit spezifischen Beschwerden und Anliegen in jeweils drei Studios der fünf größten Ketten geschickt, die Mehrzahl von ihnen im Rhein-Main-Gebiet. Trainingspläne beziehungsweise das durchgeführte Probetraining wurden von Experten ausgewertet.

Das Testergebnis

■ Die Studios sind nicht in Bestform: Keine Kette verdient sich die Note „sehr gut“.McFit undInjoy erreichen gerade noch ein „gut“. DieFitness Company erhält nur ein „ausreichend“, da unsere Tester über die Vertragsbedingungen gestolpert sind. Am wenigsten überzeugtMrs.Sporty – dort gibt es in einigen Studios nicht einmal Duschen!Kieser Training hat kein Gesamturteil erhalten, da es sich vom Konzept her um rein präventives und therapeutisches Krafttraining zum Muskelaufbau handelt.
■ Die Preise variieren von 16,90 Euro pro Monat beiMcFit bis zu fast 100 Euro in den teuersten Clubs derFitness Company , welche zudem neben der Aufnahme- noch eine Verwaltungsgebühr erhebt. Überhaupt fühlten sich drei unserer vier Testpersonen von derFitness Company über den Tisch gezogen: Obwohl sie nur für einen Monat trainieren und bezahlen wollten, wurden ihnen zwei Monatsbeiträge abgebucht. Die Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind hier unklar formuliert. Dafür gibt es die Quittung: Das Gesamturteil wird um eine Note nach unten korrigiert.
■ Nicht nur, um die korrekte Ausführung der Übungen zu kontrollieren, sollte über die gesamte Öffnungszeit Trainingspersonal anwesend sein. Dies ist jedoch nur beiMrs.Sporty undKieser Training sowie in einzelnenInjoy -Studios der Fall.McFit hat zwar rund um die Uhr geöffnet, Trainer sind aber nur zwischen acht und 22 Uhr vor Ort.
■ Den besten Eindruck hinsichtlich Probetraining, Betreuung und Anamnese hinterließen bei unseren Probanden dieKieser - Studios. Die Trainer nahmen sich für sie Zeit, erklärten verständlich, kontrollierten und korrigierten gut. BeiMcFit war häufig nur ein Trainer im Dienst, der sich gleichzeitig aber auch noch ums Telefon kümmern musste. Am unangenehmsten fiel dieFitness Company auf, ganz besonders das Studio in der Frankfurter Innenstadt, Zeil 109: Statt gesundheitliche Probleme oder Trainingsziele zu erfragen, drängte man unsere Testpersonen, gleich zu unterschreiben: „Ohne Vertrag kein Probetraining.“ Der Gipfel: Obgleich unser Tester telefonisch ein Probetraining vereinbart hatte, wurde er nicht begleitet.
■ Ein großes Problem der Studios: Sie schneiden Probetraining und Trainingsplan häufig nicht auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zu. Noch am besten gelingt diesMcFit , am unteren Ende der Skala dümpeltMrs.Sporty . Gut gefallen hat uns beiMcFit , dass Aufwärmen, Cool-down und Dehnprogramm immer dazugehören. Auf- und Abwärmen fehlen beiMrs.Sporty undKieser . Zwar hältKieser ein allgemeines Aufwärmen bei seiner Art des Krafttrainings für entbehrlich, da der Muskel bei jeder Übung lokal aufgewärmt werde. Unsere Experten sehen dies jedoch anders.

■ Am schwierigsten haben sich alle Studios mit unserem Leistungssportler getan. Ein wirklich überzeugendes Trainingsangebot zum Ausgleich oder zur Ergänzung seines Fußballtrainings gab es nirgends.
■ Recht positiv fielen die Studios bei unserer Testerin mit der Bandscheibenvorwölbung auf. Positiv: DieKieser -Geräte sind so konstruiert, dass sie beim Trainieren kaum Ausweich- und damit falsche Bewegungen zulassen. Den Tiefpunkt setzte dasMrs.Sporty -Studio in Frankfurt auf der Berger Straße: Die anwesende Trainerin hatte keine Ahnung von einer Bandscheibenvorwölbung und konnte auch im Training nicht darauf eingehen.
■ Mangels Ausdauergeräten ist alleinigesKieser Training für Übergewichtige nicht der richtige Weg.
■ In ihrer Ausstattung unterscheiden sich die untersuchten Studios erheblich. Geradezu unterirdisch:Mrs.Sporty -Studios sind häufig nicht mit einer Dusche ausgestattet. Und beiMrs.Sporty in Hofheim nutzte man die Toiletten des Kaufhauses, in dem das Studio residiert. Derartige Räumlichkeiten bewerten wir deshalb mit „ungenügend“.

Kieser Training

Foto: Kieser Training AG / Michael Ingenweyen

Zur spartanischen Einrichtung derKieser-Training - Studios gehört auch der Verzicht auf Laufbänder, Crosstrainer und andere Kardiogeräte. Es gibt kein Aufwärmprogramm, kein Cool-down, kein Kursangebot.Kieser Training empfiehlt, nicht öfter als ein bis zweimal in der Woche jeweils etwa 30 Minuten zu trainieren.
UnsereBluthochdruckpatientin fühlte sich in allen dreiKieser-Training -Studios gut aufgehoben. Die Trainer nahmen sich ausreichend Zeit, schauten genau hin und rieten zur Pause, wenn sie in Pressatmung verfiel. Im Hinblick auf einen zu hohen Blutdruck ist der Verzicht auf ein allgemeines Herz-Kreislauf-Training allerdings negativ anzumerken.
Übergewicht ist nicht unbedingt eine Spezialität vonKieser Training . Hier sollte das Training einen hohen Ausdaueranteil beinhalten, um den Kalorienverbrauch zu erhöhen. Doch beiKieser Training gibt es keinen Kardiobereich.
Punkten kannKieser Training beiRückenproblemen: Stärkung von Rücken- und Bauchmuskulatur, besonderes Augenmerk auf die Körperhaltung, ein Ganzkörpertraining großer Muskelgruppen. Die Geräte wirken durchdacht: Man muss sich zum Einstellen nicht bücken, außerdem lassen sie kaum Ausweichbewegungen zu, was zum Beispiel unangenehme Drehungen in der Lendenwirbelsäule vermeidet.

Für unserenLeistungssportler , einen Fußballer, entpuppte sichKieser nicht als Offenbarung. Das Training war nicht sportartspezifisch.
Fazit: Wer Rückenschmerzen vorbeugen will, ist beiKieser sicherlich gut aufgehoben: Die Betreuung ist kompetent, die Geräte lassen nur wenig Fehler zu, kostenpflichtige Check-ups sind möglich. Rückenschmerzen haben jedoch vielerlei Ursachen, die zum Teil komplett unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern. Zu hoffen, dassKieser Training allein jedes Rückenproblem löst, ist also falsch. Ein Manko sind die fehlenden Kardiogeräte, das fehlende Dehnen und das fehlende Kursangebot.

Fitness Company

Foto: symbolbild, MEV

DieFitness Company , die sich mittlerweileFitness First nennt, bietet vier verschiedene Kategorien an. Zur Zeit unseres Tests waren dies: Lifestyle Clubs, Ladies Clubs, Business Health Clubs und Premium Health Clubs. In Letzteren wurde vor allem Exklusivität durch ihre Lage, Pools oder eine „atemberaubende Aussicht“ versprochen. Mittlerweile unterteiltFitness First in die Kategorien Lifestyle Clubs, For Ladies, Platinum und Black Label. Unsere Testpersonen suchten verschiedene Lifestyle Clubs auf.
Obgleich unsereBluthochdruckprobandin im Frankfurter Studio auf der Zeil 109 telefonisch einen Termin für ein Probetraining ausgemacht hatte, wurde ihr kein Trainer zur Verfügung gestellt. Stattdessen hieß es: „Ohne Vertrag kein Probetraining.“ Ganz anders ging es ein paar Hausnummern weiter zu, imFitness-Company - Studio auf der Zeil 72 – 82. Hier bekam sie eine gute Einführung und Betreuung, es wurde auch gut auf ihren Rundrücken reagiert sowie auf einsetzende Pressatmung.
Ähnliche Erfahrungen machte unsereübergewichtige Testperson: Im Studio in Dreieich wurde sie beim Probetraining trotz Termin nicht begleitet. Auch unserer Testerin mit derBandscheibenvorwölbung erging es nicht besser: War ein Trainer zum Probetraining da, hatte die Einheit eine gute Qualität. Allerdings lässt man Neulinge auch gerne mal unbegleitet trainieren – was nicht sein kann, da die Übungen ohne Vorwissen nicht korrekt ausgeführt werden können.
Das musste auch unserLeistungssportler erfahren: Auf der Zeil gibt es ohne Vertrag kein Probetraining. Immerhin wies man unsere Testperson in Dreieich und in Eckenheim darauf hin, dass er nur einen Standard- und keinen spezifischen Trainingsplan bekommen würde – es sei denn, er buche einen Personal Trainer. Der koste ab 50 Euro pro Stunde aufwärts.
Fazit: Anders als die anderen Ketten im Test wollte unsFitness First keinen Mustervertrag zuschicken. Nur einen Monat zu trainieren, geht nicht: Ein monatlich kündbarer Vertrag erstreckt sich inklusive Kündigungsfrist von vier Wochen auf zwei Monate. Auffällig war ein penetrantes Drängen auf Vertragsabschluss. Positiv anzumerken sind das vielseitige Kursangebot, die großen Kardio- und Wellnessbereiche.

McFit

Foto: McFit GmbH

Der Discounter unter den Fitnessstudios: Rund um die Uhr geöffnet, mit monatlichen Beiträgen ab 16,90 Euro preiswertester Anbieter. Duschen kostet allerdings 0,50 Euro extra. Häufig ist nur ein Trainer im Dienst, der gleichzeitig für Probetraining, sonstige Betreuung auf der Trainingsfläche und Telefon zuständig ist. Es gibt kein Wellnessangebot.
Als „zu laut“ empfand unsere ältere Teilnehmerin mitBluthochdruck die von ihr aufgesuchtenMcFit -Studios. Während sich die Trainer in Frankfurt und Darmstadt Zeit für sie nahmen und ihr bei Pressatmung zu einer Pause rieten, leitete die Trainerin in Wiesbaden zeitgleich noch ein zweites Probetraining.
Ernährungsinfos erhielt unsereÜbergewichtige per Computer. Positiv: Die Trainingspläne sehen Aufwärmen und Cool-down mit Dehnübungen vor, einen großen Ausdaueranteil und ein Krafttraining mit vielen Wiederholungen und kleinen Gewichten.
Mehrfaches Fehlbücken unsererBandscheibenprobandin wurde in Darmstadt, Frankfurt und Mainz ignoriert. Im Mainzer Studio konnte der Trainer ihr aber für den Rücken spezifische Übungen aus der Sporttherapie zeigen.
Nach Auffassung unseresLeistungssportlers sind dieMcFit -Studios vor allem etwas für junge und gesunde Menschen, die über Erfahrung in Fitnessstudios verfügen.
Fazit: Wo an Personal gespart wird, lassen sich Kosten senken. Fehlende Trainer werden zwar via Terminals durch ein computergesteuertes Übungsleitsystem ersetzt, doch bleiben Korrekturen an den Geräten dabei auf der Strecke. Ein Kursangebot fehlt.

Injoy

Foto: INJOY Quality Cooperation GmbH

Injoy verspricht ein ganzheitliches Konzept. Im Mittelpunkt steht ein Zirkeltraining mit integrierten Kardioübungen. Die Geräte werden mittels Chipkarte automatisch auf den Trainierenden eingestellt. Eigene Getränkeflaschen dürfen nicht mitgebracht werden.
UnsereBluthochdruck -Probandin empfand die Zeitvorgabe als „stressig“. Das Thema Sauna wurde höchst unterschiedlich behandelt. Eppertshausen: Sauna ja, in Absprache mit dem Arzt. Weilburg: Sauna nein. Lauterbach: Sauna ja, aber nur eine „leichte“ – was immer das sein mag.
Punkten konnteInjoy bei unsererübergewichtigen Probandin. Kompetente Trainer, Ernährungsberatung inklusive eines für sechs Wochen begleiteten Kurses, der aber nur bei Abschluss eines Zweijahresvertrages kostenlos ist.
Unserer Testerin mit denBandscheibenproblemen schaute man zu wenig auf den Rücken: Die Körperhaltung wurde praktisch nicht korrigiert, das Bücken beim Training nur wenig beachtet.

AlsLeistungssportler hat man es auch beiInjoy schwer. In Lauterbach gab es nur ein standardisiertes, aber nicht sportartspezifisches Trainingsprogramm. In Weilburg fehlten Aufwärmen und Dehnen, dafür gab es aber eine Führung durchs komplette Studio und eine Kontrolle der Belastung über den Puls.
Fazit: Injoy-Studios fallen durch eine angenehme Atmosphäre, kompetente Eingangsuntersuchungen und Ernährungsberatungen sowie eine gute und vielseitige Geräteausstattung und ein umfangreiches Kursangebot auf. Demgegenüber stehen allerdings auch vergleichsweise teure und langfristige Verträge.

Mrs.Sporty

Foto: Symbolbild, ccvision.de

Das Zirkeltraining steht im Mittelpunkt derMrs.- Sporty -Studios. Hier trainieren ausschließlich Frauen. Auf Wunsch gibt es auch ein Ernährungskonzept. Um den zeitlichen Aufwand so gering wie möglich zu halten, wird nach eigenen Angaben „bewusst auf Saunalandschaften und auch auf Duschen“ verzichtet.
„Zirkeltraining ist gut und schön“, resümiert unsereBluthochdruckpatientin , doch es geht zu schnell. Die Frauen werden per Bandansage zum Gerätewechsel aufgefordert. Gerade Neulingen bleibt so kaum Zeit, die Übungen sauber durchzuführen, beim Stationswechsel wird es stressig. Unangenehm fielen Enge und Lautstärke in einigen Studios auf.
Unsereübergewichtige Probandin wurde in der Frankfurter Berger Straße von einer Auszubildenden eingewiesen, die später hinzugetretene Trainerin stellte sich nicht vor, überhaupt wurde nur sehr wenig kontrolliert. In Hofheim und Bad Soden korrigierte der Trainer orthopädische Probleme wie den Rundrücken bei jeder Übung, die Mitarbeiter waren freundlich, kompetent und motivierend. Duschmöglichkeiten gab es in beiden Studios nicht, in Hofheim muss man zum Toilettengang ins Kaufhaus nebendran gehen!
Auch unsererBandscheibenprobandin fiel das Studio in der Berger Straße in Frankfurt unangenehm auf: Obgleich sie die einzige Kundin war, war die Trainerin mehr mit sich selbst als mit der Betreuung beschäftigt. Das Darmstädter Studio zeichnete sich zwar durch eine abwechslungsreiche Übungsgestaltung aus, allerdings wurden orthopädische Probleme nicht erkannt. Duschen auch hier: Fehlanzeige. UnsererFußballerin fielen die fehlenden Kardiogeräte auf und dass es weder Auf- noch Abwärmen gibt.
Fazit: BeiMrs. Sporty liegen Glück und Pech nah beieinander. Gesundheitsvorträge und Ernährungsberatung gehören zum Konzept. Es gibt allerdings kaum Kurse, keine Kardiogeräte und in vielen Studios keine Möglichkeit zu duschen. Das Zirkeltraining mit vorgegebenen Wechseln ist gewöhnungsbedürftig, erlaubt jedoch, innerhalb der vorgesehenen 30 Minuten das Trainingspensum zu absolvieren.

Anmerkungen: 1) Laut Anbieter muss beiInjoymed ein Mediziner, Sport- oder Physiotherapeut sowie ein weiterer Spezialtrainer mit entsprechender gesundheits- und/oder medizinisch orientierter Ausbildung festangestellt oder überwiegend im Studio beschäftigt sein. 2) Preis und Aufnahmegebühr abhängig von der gewählten Studiokategorie. 3) Laut Anbieter sind die Franchisenehmer selbstständige Unternehmer und frei in der Preisbildung. Die Preise stellen unverbindliche Preisempfehlungen dar. 4) 47 € bei monatlicher Zahlung, 41 € ergeben sich bei Einmalzahlung von 490 € fürs Jahr. 5) EinigeInjoy -Studios, die nicht im Test waren, sind mit dem TÜV-Fitness-Siegel ausgezeichnet. Laut Anbieter hat das Studio in Weilburg „vor Jahren“ das Prae-Fit-Siegel erhalten und zudem ein Mediconvent-Zertifikat. 6) Laut Anbieter sollen seit Januar 2009 alle Clubs inFitness First umbenannt worden sein. 7) Eines oder mehrere Studios der Kette sind nicht zu 100 % der Öffnungszeit mit Trainingspersonal besetzt. 8) Unklare Vertragsbedingungen beim Probetraining. 9) Zum Teil keine Toiletten, keine Duschen vorhanden
Legende: Fitnessstudioketten mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Das Testergebnis Probandeneindruck ergibt sich als Mittelwert aus den Noten für Anwesenheit Trainingspersonal, Eindruck Probetraining, Eindruck Trainingsbetreuung und Einführung/Anamnese. Zur Abwertung um zwei Noten führt: eines oder mehrere Studios der Kette sind nicht zu 100 % der Öffnungszeit mit Trainingspersonal besetzt.
Die Noten im Eindruck Probetraining ergeben sich als Mittelwerte aus den von den Probanden im Anschluss an den Studiobesuch in einem Erhebungsbogen vorgenommenen Benotungen für 1) Wie empfanden Sie die Trainingsbetreuung? 2) War die Menge an Informationen ausreichend? 3) Wie waren die Erklärungen? 4) Wie beurteilen Sie den zeitlichen Aspekt? 5) Gab es Korrekturen des Trainers? Wenn ja: Waren Sie verständlich? 6) Wie bewerten Sie das Verhalten des Trainers? Die Noten im Eindruck Trainingsbetreuung ergeben sich nach Auswertung des Erhebungsbogens bezüglich: Mitglied wird die ersten drei Trainingseinheiten betreut/Schriftliche Erstellung der Trainingspläne/ Regelmäßige Trainingskontrolle/Verfügbarkeit der Trainer/Kontrolle und Korrektur beim Training/Aufwärmprogramm/Cool-down/Dehn-Programm/Ganzkörpertraining/Splittraining/Wiederholungszahlen/ Satztraining/Spezifisches Training/Allgemeines oder Standardtraining. Die Noten im Eindruck Einführung/Anamnese ergeben sich nach Auswertung des Erhebungsbogens bezüglich: schriftliche oder mündliche Anamnese/Fragen nach gesundheitlichen Problemen/Frage nach Trainingsziel/Weitere Angebote zum Abnehmen bei Übergewicht, Umgang mit Sauna bei Bluthochdruck/Pressatmung beachtet/orthopädische Probleme (nicht rückengerechtes Bücken) beachtet/Eingangstest (Ausdauer, Beweglichkeit, Muskelfunktion, Koordination, Sonstiges). Unter dem Testergebnis Expertenurteil ergeben sich die Punktzahlen für die Beurteilung von Probetraining/Trainingsplan wie folgt:
a) Probandin mit Bluthochdruck: Je zwei Punkte für: Kraftausdauertraining (viele/längere Belastungen/Wiederholungszahlen mit leichten Gewichten/Widerständen) • idealer Kraftbereich bei 30 – 60% der Maximalkraft (15 – 20 Übungswiederholungen) • Ganzkörpertraining • kontrolliertes/überwachtes Training mit Pulsmessung (Brustgurt), Blutdruckmessung vor und nach dem Training. Je ein Punkt für: Kardiogeräte: Crosstrainer, Laufband, Fahrradergometer • Dehnprogramm. Je ein Minuspunkt für: Kardiogeräte: Ruderergometer • Pressatmung nicht berücksichtigt • Belastungsblutdruck nicht kontrolliert • Maximalkrafttests.
b) Probandin mit Übergewicht: Je zwei Punkte für: hoher Ausdaueranteil des Trainings, um den Kalorienverbrauch zu erhöhen • Kraftausdauertraining (viele Wiederholungszahlen mit leichten Gewichten/Widerständen) • Kardiogeräte: Fahrradergometer (optimal) • Ganzkörpertraining. Je ein Punkt für: Kardiogeräte: Crosstrainer • Dehnen zur Beweglichkeitserhaltung. Je zwei Minuspunkte für: Kardiogeräte: Laufband • Sprünge wegen der hohen Gelenkbelastung (Körpergewicht).
c) Probandin mit Bandscheibenvorwölbung: Je zwei Punkte für: Stabilisation der Wirbelsäule: Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskulatur • besonderes Augenmerk auf die Körperhaltung (Rücken) • Kardiogeräte: Fahrradergometer • Methode des Krafttrainings: mehrere Wiederholungen bzw. maximale Wiederholungszahl bei mittlerem oder submaximalem Gewicht. Je ein Punkt für: Kardiogeräte: Crosstrainer • Ganzkörpertraining, um Muskeldysbalancen entgegenzuwirken oder zu vermeiden. Je ein Minuspunkt für: Kardiogeräte: Laufband, Ruder ergometer • Sprünge • Drehungen in der Lendenwirbelsäule • Ma xi malkrafttests.
d) Proband Leistungssportler: Je zwei Punkte für: Sportart spezifisch Trainieren: Beine/Rumpf zur Stabilisation • Methode des Krafttrainings: Schnellkrafttraining/Kraftausdauertraining in der Wettkampfphase mindestens ein bis zweimal in der Woche, viele Wiederholungszahlen: 15 – 30 mit mittleren Gewichten/Widerständen • Kardiogeräte: Sportartspezifisch (Laufband, regeneratives Training auf dem Fahrradergometer) • Leistungstests: Dehn-, Mobilisations-, Ausdauertest. Je ein Punkt für: Ganzkörpertraining um Muskeldysbalancen entgegenzuwirken oder zu vermeiden • Dehnprogramm.
Je ein Minuspunkt für: Kardiogeräte: Ruderergometer • Hypertrophietraining (8 – 12 Wiederholungen) in der Wettkampfphase mit submaximaler Last • einseitige Belastungen • Muskelkater induzierendes Training.
Das Testergebnis Expertenurteil ergibt sich aus der Umrechnung der Gesamtpunktzahl Trainingsplan/Probetraining in Noten nach folgendem Schlüssel: > 34 Punkte = sehr gut; > 28 bis 34 Punkte = gut (mit 34 und 33 Punkte = 1,67; 32 und 31 Punkte = 2,00; 30 und 29 Punkte = 2,33); >22 bis 28 Punkte = befriedigend (mit 28 und 27 Punkte = 2,67; 26 und 25 Punkte = 3,00; 24 und 23 Punkte = 3,33); > 16 bis 22 Punkte = ausreichend (mit 22 und 21 Punkte = 3,67; 20 und 19 Punkte = 4,00; 18 und 17 Punkte = 4,33).
Testergebnis Ausstattung: Das Testergebnis Ausstattung ergibt sich als Mittelwert aus den Parametern Räumlichkeiten, Ausstattung mit Kardiogeräten, Ausstattung mit sonstigen Geräten, Ordnung im Trainingsbereich und Sanitärbereich. Ein „ungenügend“ in Räumlichkeiten oder Ausstattung mit Kardiogeräten verschlechtert das Testergebnis Ausstattung um jeweils eine Stufe.
Die Noten für Räumlichkeiten ergeben sich nach Auswertung des Erhebungsbogens bezüglich: separater Gerätebereich/separater Bereich für Kardiogeräte/separater Gymnastikraum bzw. Kursräume/Spiegel auf der Trainingsfläche/separater Dehnbereich/Sprossenwand/Toilette/ Dusche/Umkleide/Sauna, Ruheraum/Dampfbad/Schwimmbad/Sola rium/ Shop/Sonstiges. Dabei führen nicht vorhandene Duschen und/oder Toiletten in einem oder mehreren Studios einer Kette automatisch zu einem „ungenügend“.
Die Noten für Ausstattung mit Kardiogeräten ergeben sich nach Auswertung des Erhebungsbogens bezüglich: Fahrradergometer/Laufband/ Stepper/Crosstrainer/Oberkörperergometer/Rudergerät/Sonstige. Die Noten für Ausstattung mit sonstigen Geräten ergeben sich nach Auswertung des Erhebungsbogens bezüglich: Seilzug/Kurzhanteln/ Langhantel mit Bank/Rückenstreckergerät mit Gewicht/Bauchgerät/ Bauchroller/Rumpfdrehgerät/Nackengerät/Lastzug/Pull-over-Gerät/ Rhomboideusgerät/Bankdrückgerät/Rudergerät/Klimmzugstange/ Klimmzuggerät/Brustgerät/Deltoideus-, Schultergerät/Bizepsgerät/ Tri zepsgerät/Schulterdrückgerät/Dips/Beinstreckgerät/Beinpresse/ Beinbeuger/Hüftstrecker, Gluteusgerät/Adduktorengerät/Abduk torengerät/ Hüftbeugergerät/Wadengerät.
Die Noten für Ordnung im Trainingsbereich ergeben sich nach Auswertung des Erhebungsbogens bezüglich: Ordnung im Trainingsbereich.
Die Noten für Sanitärbereich ergeben sich aus den Mittelwerten nach Auswertung des Erhebungsbogens bezüglich: Hygiene Umkleide/ Hygiene Dusche/Hygiene sonstiger Nassbereich. Eine Beurteilung ist nicht möglich, wenn es in einem oder mehreren Studios der Kette keine Duschen und/oder Toiletten gibt.
Die Testergebnisse Probandeneindruck, Expertenurteil und Ausstattung werden zunächst getrennt bewertet. In das Gesamturteil gehen das Testergebnis Probandeneindruck Training sowie das Testergebnis Expertenurteil zu jeweils 40 Prozent und das Testergebnis Ausstattung zu 20 Prozent ein. Unklare Vertragsbedingungen verschlechtern das Gesamturteil um eine Stufe.
Testmethoden: Probandeneindrücke: Vier Freiwillige suchten je drei Studios jeder Kette auf und baten um Probetraining bzw. Trainingsplan. Ihre Eindrücke wurden nach jedem Besuch in einem standardisierten Erhebungsbogen festgehalten. Expertenurteil: Je zwei Sportwissenschaftler werteten die Trainingspläne bzw. das Probetraining, wenn keine Trainingspläne ausgehändigt wurden, anhand eines standardisierten Bewertungsbogens aus.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST Ratgeber Gesundheit 9:2009. Aktualisierung der Angaben/Testergebnisse, sofern die Studios Veränderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Unsere Empfehlungen

■ Das ideale Fitnessstudio, das jedem gerecht wird, gibt es nicht, wie unser Test von Ende 2008, und zuerst veröffentlicht in ÖKOTEST 01/2009 gezeigt hat. Während eine Kette mehr auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis setzt, geht es der anderen vielmehr um eine familiäre Atmosphäre.
■ Viel hängt vom anwesenden Personal ab. Wer schon beim Probetraining auf wenig engagierte Mitarbeiter trifft, sollte das Etablissement wechseln. Besser als ein einzelnes Training ist ein Probemonat. Das Training lässt sich umso besser in den Alltag integrieren, je näher die Studios zur Wohnung oder zum Arbeitsplatz liegen.
■ Trainingspläne gegebenenfalls mit dem Arzt durchsprechen, wenn die Studios wegen gesundheitlicher Probleme aufgesucht werden. Etliche Studios kooperieren mit Krankenkassen, die eine Mitgliedschaft bezuschussen.

Unsere Probanden

■ Unterhohem Blutdruck leidet unsere 74-jährige Probandin. Sie erfreut sich ansonsten aber bester Gesundheit. 30 bis 40 Kilometer Nordic Walking und einmal Rückenschule stehen auf ihrem Wochenplan.
■ MitÜbergewicht ging unsere zweite Kandidatin, eine 53 Jahre alte Krankenschwester, in die Studios. Berufsbedingt kommen Rückenprobleme dazu.
■ Eine 23-jährige Sportstudentin kannte Rückenprobleme zwar aus eigener Erfahrung, ihreBandscheibenvorwölbung war aber nur gespielt. Zum Glück: Denn die eine oder andere Übung, die man ihr angedeihen ließ, wären Gift für eine kranke Lendenwirbelsäule gewesen.
■ AlsLeistungssportler komplettierte ein 26 Jahre alter Sportstudent und Krafttrainer die Runde. Er spielt Fußball und trainiert dreimal pro Woche. ZuMrs.Sporty ging für ihn eine Fußballerin, 30 Jahre alt und in der Werbebranche tätig. Beide suchten in den Studios Ausgleich und Unterstützung zum Fußballtraining.