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TEST: FMS Ranger von D-Power: TRAUM VON TRAINER


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 26.09.2019

Combo-Vollausstattung inklusive cleverem Stabilisierungssystem, klasse Cessna-Look, kaum Bauzeit, noch ein Schwimmerset obendrauf und als Krönung ein Antrieb, der den Schäumling mal locker in die Senkrechte zieht. FMS und D-Power zeigen, wo der Hammer hängt im Trainersegment. Wir testen, ob der Ranger zum Hit 2019 taugt.


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Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 10/2019

Sowohl das Radfahrwerk als auch die Schwimmer finden sicheren Halt am Rumpf. Eine dicke Spiralfeder bildet das Bein des Bugfahrwerks.


Montage in drei bis zehn Minuten steht auf der Homepage – also Modellbau in Zigarettenpausenlänge. Und es stimmt tatsächlich: Vier Schrauben für das ...

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... Fahrwerk, zwei für das Höhenleitwerk, dann noch das vorgefertigte Höhenrudergestänge einklipsen und das Flugzeug ist fertig – fast. Die für mich spannendste Komponente fehlt noch: das in der Combo enthaltene Reflex-3-Achs-Stabilisierungssystem. Der rote Quader im halben Streichholzschachtelformat liegt sowohl der PNP-Combo- als auch der RTF-Combo-Version des Ranger serienmäßig bei. Der Clou: Herstellerseitig ist das Stabi bereits auf das Modell eingestellt. Die potenziell kniffligen Erkundungsflüge zum Finden der richtigen Kreiselempfindlichkeit entfallen.

Fünf Servokabel streckt der Reflex anschlusssuchend in Richtung Empfänger. Bestenfalls brauchen wir davon nur eines, über das der kleine Rote mit einem Summensignal (PPM oder SBUS) versorgt wird. Andernfalls übertragen vier Servokabel die Ruderbefehle und den Gaskanal vom Empfänger zum Stabi. Das dann noch freie PPM/SBUS-Kabel stecken wir in einen unbelegten Kanal am Empfänger und können via Drei-Stufen-Schalter am Sender zwischen unterschiedlichen Stabi-Modi wählen.

Perfekt vorbereitet. Das Höhenleitwerk wird mit zwei Schrauben am Rumpf befestigt. Das Servo ist vor Ort eingebaut – gut für die Präzision der Anlenkung.



Mit doppelseitigem Klebeband wird das Reflex-Stabi möglichst rechtwinklig im Rumpf befestigt und mit dem Empfänger verbunden – mehr ist nicht zu tun.


Ranger ohne Danger

Elektronisch überwachte Flugsicherheit verspricht der Stabilized-Modus des Reflex. Lässt der Pilot (vor Schreck) die Knüppel los, steuert das Stabi das Modell in eine sichere horizontale Normalfluglage. Beim Reflex des Ranger ist zudem offenbar ein Combi-Switch programmiert – das Querruder nimmt im Stabilized-Modus das Seitenruder mit. Das Modell lässt sich somit maximal einfach wie ein Zweiachser steuern und fliegt jederzeit schöne, runde Kurven, ohne zu schieben.

Das Reflex-Stabilisierungssystem liegt jedem Combo-Ranger bei. Die Parameter sind bereits vom Hersteller auf das Modell abgestimmt.


Schwimmer vom Feinsten: Servo (mit Silikon abgedichtet) und Wasserruder (beides nur links) sind einsatzbereit installiert. Die Abrisskanten sind für leichtes Abwassern scharf ausgebildet.


Erfahrene Piloten bevorzugen sicherlich den Optimized-Modus. Hier fungiert der Reflex als normaler Dreiachs-Kreisel, der Böen und Seitenwind ausgleicht und für ein ruhiges Flugbild sorgt. Die dritte Schalterstellung deaktiviert den Reflex komplett. Er leitet dann einfach die Empfängersignale durch. Das kann die Rettung sein, wenn sich das Stabi beispielsweise durch eine Schrägstellung des Modells beim Anstecken des Akkus nicht korrekt initialisiert hat und im Flug das Modell von der richtigen Bahn abbringen will.

Trainer mit Turbo

Das Aufrüsten des Ranger klappt in Windeseile. Die Tragflächenbolzen haben kein Gewinde, sondern einen Schnappverschluss, der nach einer halben Umdrehung sicher verriegelt. Die (oft fummelige) Strebenbefestigung am Rumpf ist per sekundenschnellem Stecksystem supereinfach gelöst. Der Schwerpunkt stimmt gemäß Anleitung, wenn ich den LiPo mitten auf dem Akkubrettchen per Klettband festzurre. Beim Erstflug steht der Stabi-Schalter auf Aus. Ich möchte den Ranger erstmal ohne elektronische Extras kennenlernen.

Ein 3s-1.300-mAh-LiPo versorgt das Triebwerk. Wer nun mangels Akkukapazität ein stromsparend laues Lüftchen beim Vollgastest erwartet, wird vom stürmischen Temperament des 1.200-kV-Außenläufers überrascht. Mit bissiger Pitbull-Power zerrt der 10×5-Zoll-Prop am fest gefügten Motorspant des 1.200-g-Leichtgewichts. Handstart ist bei diesen opulenten Kraftreserven kein Thema über das wir lange sprechen müssen – einfach die Ranger-Nase in den Wind halten, Gas und los. Lässt man ihn auf der Bahn rennen, verliert der Ranger nach wenigen Metern den Bodenkontakt und strebt mit strammem Steigwinkel ins Blaue. Aus Übermut oder Unerfahrenheit überziehen kann ihn der Pilot beim Start kaum – der Power-Ranger hat die Kraft eines Kunstflugmodells und meistert selbst vertikale Etappen. Cracks am Knüppel parken den Hochdecker gar senkrecht ein – bei Bedarf protzt der Ranger mit 1A-Poserqualitäten. Wieder flachgelegt, beweist er seine Spurtstärke und beschleunigt spontan mit sattem Nachdruck.

Für alle was

Die Endgeschwindigkeit bleibt jedoch Foamieund Hochdecker-typisch auch für Frischlinge an den Knüppeln gut beherrschbar. Die Anleitung empfiehlt fürs Kennenlernen auf rund 75% reduzierte Ruderausschläge. So gedrosselt, fliegt der Ranger dennoch wendig und reagiert angenehm direkt auf Steuerbefehle. Noch besser, weil quirliger, gefällt mir der Foamie mit vollen Ausschlägen und 20 bis 30% Expo auf den Rudern für mehr Ruhe in der Mittellage. Rollen (recht zackig), Loopings (riesig und rund), Turns (himmelhoch) und Steilspiralen (schwindelerregend schnell) beherrscht der Ranger famos, kann aber auch anders: ganz entspannt gondeln. Mit kommoden 48 g/dm² Flächenbelastung fliegt der Foamie mit Drittelgas leise säuselnd in die Feierabend-Dämmerung und lässt sich zum Landen fast bis auf Schritttempo abbremsen. Hohe Haltungsnoten in dieser Disziplin sind ihm trotzdem nicht sicher. Das vollgefederte Bugfahrwerk schwenkt besonders auf bremsendem Gras gerne nach hinten weg, was den Ranger zu einer ungelenken Verbeugung zwingt. Wer das vermeiden will, muss ihn mit dem Hauptfahrwerk zuerst auf die Bahn streicheln. Meckern will ich dennoch nicht, denn das flexible Bugfahrwerk kann bei härteren Landungen sicherlich den einen oder anderen Bruch vermeiden, was für Einsteiger wichtiger ist als ein Schönheitspreis. Beim Start beweist das Fahrwerk seine typischen Dreibein-Stärken mit einwandfreiem Geradeauslauf.

Zwar analog, aber flink und präzise. Auch mit dem Reflex-Stabilisierungssystem arbeiten die Servos gut zusammen – ein unangenehmes Aufschwingen gibt es beim Testmodell nicht.


Großzügigen Zugang zum Akku schafft die per Schnappverschluss befestigte Motorhaube. Ein kleiner und günstiger 3s-1.300er-LiPo reicht dem Ranger.


Schwimmen lernen

Die Umrüstung auf Schwimmer ist ein Klacks. Bestens vorbereitet, bis hin zum Löchlein für das Kabel des Schwimmerservos im Rumpf, schlüpft der Ranger ruckzuck in seine Badesachen. Eher ungewöhnlich: Das Bugfahrwerk bleibt auch beim Wasserfliegen dran, weil man nicht ohne Weiteres an seine Befestigungsschraube kommt. Beim Testmodell drückt sich das Vorderrad an die Schwimmerquerstrebe. Damit das Seitenruderservo nicht unnötig belastet wird, habe ich die Bugrad-Anlenkung ausgehängt. Auch mit Schwimmern pendelt sich der Schwerpunkt wie vorgegeben ein.

Wenige Modellpiloten genießen das Privileg, regelmäßig zum Wasserfliegen gehen zu können. Zu hoch ist der Freizeitdruck der Erholungssuchenden, der auf unseren Gewässern lastet. Früh morgens, noch vor der Gassi-Geh-Stunde, und am Abend, wenn schon der 20.15-Uhr-Blockbuster über die Mattscheibe flimmert, ist für mich die knapp bemessene Primetime am See. Soll heißen: Allzu viele Wasserflugstunden kann ich nicht aufweisen und ich freue mich daher besonders über meinen Mitschwimmer mit den vertrauenerweckend großen Badeschuhen sowie den nun schon bekannt gutmütigen Flugeigenschaften. Zudem haben wir ja noch das Reflex-Stabi an Bord, das diesmal gleich vom Start weg mitrudern darf. Wenn schon, denn schon, stelle ich die Unterstützung auf Maximum. Stabilized ist der Modus meiner Wahl für die Wassertaufe des Ranger. Manövrieren lässt sich das Modell dank Wasserruder am Schwimmer sehr folgsam und richtungsstabil auf die Startposition. Der Motor zieht mit Schmackes an, die kraftraubende Verdrängerfahrt dauert nur wenige Meter, dann ist das Modell auf Stufe, beschleunigt rasch, titscht noch ein-, zweimal auf und löst sich mit dem Höhenruder unterstützt vom Wasser. Völlig easy startet der Ranger auf pfeilgerader Bahn, auch der Kreiselunterstützung sei Dank. Der Reflex übernimmt ganz selbstverständlich das Spurhalten mit dem Seitenruder und hält die Tragfläche im Stabilized-Modus schön in der Waage. Besonders beim Landen auf Wasser finde ich das sehr hilfreich, um nicht mit einem Schwimmer zuerst oder gar mit der Tragflächenspitze einzutauchen, was plitsch-platsch zur Havarie führen kann.

Samtweich aufsetzen und kraftvoll durchstarten – selbst in Endlosschleife verliert diese Übung nicht an Reiz. Dank Reflex-Stabi-Unterstützung bekommen auch Ungeübte dabei weder feuchte Finger noch nasse Füße.


Generell genieße ich beim Wasserfliegen die Vorzüge der Kreiselunterstützung noch mehr als mit Radfahrwerk. Die höhere Seitenwindempfindlichkeit durch die großen Schwimmer regelt die Elektronik wirksam weg und die sonst besonderes Feingefühl und Augenmaß verlangende Ladung funktioniert fast autonom. Einmal ausgerichtet, muss der Pilot den Sinkflug des Ranger nur noch mit dem Gas steuern und kurz vor dem Wasserkontakt sanft mit Höhe etwas Fahrt rausziehen. Auch windigeres Wetter groundet den Ranger nicht gleich. Ein wenig Wellengang bügeln die schnittigen Schwimmer glatt und in der Luft sorgt das Reflex-Stabi für Ruhe um alle Achsen und ein sicheres, entspanntes Fluggefühl. Das Steuerverhalten bleibt auch mit Kreiselunterstützung angenehm direkt. Anders als im rückstellenden Stabilized-Modus spürt der Pilot in der Optimized-Stellung keine Eigenmächtigkeiten der Elektronik, weshalb ich den windabweisenden Ruhestifter nun immer aktiviert lasse. Eine Runde mit dem Ranger dauert bei mir zwischen fünf und sieben Minuten – äußerst respektabel angesichts der stets paraten ungestümen Motorpower und dem nur 1.300 mAh fassenden 3s-Energiespeicher.

Mein Fazit

Trainer, Funflyer und Wasserflieger – der Ranger begeistert als Triathlet, der in jeder Disziplin gleichermaßen punktet. Seine Kraft reißt ihn in die Senkrechte, seine Tugenden bringen ihn jederzeit wieder sicher zu Boden. Dank Combo mit bereits programmiertem Stabi-System und Schwimmerset fliegt der Ranger auch im Preis-Leistungs-Ranking ganz vorne mit.