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TEST Frühstücksflakes: Startklar


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 28.01.2021

Mit einem leckeren Frühstück fängt der Tag gut an. 15 von 50 Frühstücksflakes können wir mit der Note „sehr gut“ empfehlen. Andere Marken fallen durch. Vor allem wegen Belastungen mit dem Schadstoff Acrylamid.

Mit knusprigen Flakes in den Tag starten? Ja, gern. Aber Acrylamid zum Frühstück? Nein, danke. Der Stoff erhöht möglicherweise das Risiko, an Krebs zu erkranken. Er steckt in Produkten so namhafter Marken wie Kellogg’s, Nestlé, Seitenbacher oder Davert. Und die Belastungen mit Acrylamid sind der Hauptgrund, weshalb in unserem Test von 50 Frühstücksflocken aus Mais, Dinkel, Reis, Buchweizen und ...

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 2/2021

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... Mehrkorn nur 15 mit „sehr gut“ abschneiden. Weitere Probleme, die bei den Laboruntersuchungen zutage traten, sind Schimmelpilzgifte, hohe Salzgehalte und bedenkliche Pestizide. Von etlichen Produkten raten wir ganz ab. Fünf landen unterm Strich bei einem „mangelhaften“ Gesamturteil, neun sind „ungenügend“.

Schadstoff aus der Röstung

Acrylamid in Lebensmitteln erhöht laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) potenziell das Krebsrisiko - und das für Verbraucher aller Altersgruppen. In Getreideflocken kann sich der Schadstoff beim heißen Rösten aus Zuckern und der natürlicherweise in Getreide enthaltenen Aminosäure Asparagin bilden. In 18 Flakes kritisieren wir die Acrylamidgehalte, in vieren davon sind sie aus unserer Sicht sogar „stark erhöht“. In unserer Bewertung orientieren wir uns am EU-Richtwert für Frühstückscerealien „auf Mais-, Hafer-, Dinkel-, Gerste- und Reisbasis“. Verbindliche Höchstmengen hat der Gesetzgeber trotz jahrelanger Diskussion um das Krebsgift immer noch nicht festgelegt. Grundsätz lich gilt ohnehin: Ein Grenzwert, ab dem Acrylamid gar kein Risiko birgt, lässt sich nach heutigem Wissensstand nicht festlegen. Je weniger Acrylamid ein Mensch aufnimmt, desto besser.

Foto: Sirisako Studio/Shutterstock

Dass sehr geringe Gehalte möglich sind, zeigen viele der Produkte im Test. Die Hersteller haben es zum Teil selbst in der Hand, wie viel Acrylamid sich in den Frühstücksflakes bildet. So kommt es beispielsweise darauf an, die ideale Kombination aus Erhitzungstemperatur und -dauer zu finden. Ein weiterer Risikofaktor ist die Zugabe von Zucker vor der Hitzebehandlung.

Mineralöl

In den Vitabella Mehrkornflakes, glutenfrei und den Schär Gluten-Free Cereal Flakes waren die Gehalte an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) nach ÖKO-TEST-Bewertung „stark erhöht“, und auch die problematischeren aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) waren nachweisbar. Zu dieser Stoffgruppe können auch krebserregende Verbindungen gehören.

Bedenkliche Pestizide

In vier Produkten steckten Spuren von bedenklichen Pestiziden. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sind die festgestellten Gehalte nicht akut gefährlich. Wir vergeben dennoch Minuspunkte, weil die Ver wendung dieser Mittel im Anbau Bienen und generell die Artenvielfalt gefährdet. Die Kellogg’s Special K Classic enthalten mit Glyphosat und Deltamethrin gleich zwei solcher problematischen Substanzen.


„Der Test zeigt, dass sich hohe Gehalte an Acrylamid in vielen unterschiedlichen Arten von Getreideflakes vermeiden lassen.“


Johanna Michl, ÖKO-TEST-Redakteurin

Viermal Schimmelpilzgifte

Vier Produkte sind durch Belastungen mit Schimmelpilzgiften aufgefallen, die das Immunsystem schwächen können. Deoxinivalenol (DON) steckt in den Seitenbacher Cornflakes, T-2-/HT-2-Toxine in den Spielberger Mühle Dinkelflakes ungesüßt; jeweils beides in den Davert Vollkorn Cornflakes glutenfrei, ohne Zucker- und Salzzusatz und den Wurzener Crisp & Cross Cornflakes, ohne Zuckerzusatz. Die Pilze, die diese Gifte bilden, befallen das Korn schon auf dem Feld, die Wahrscheinlichkeit dafür hängt unter anderem von der Witterung ab.

Hohe Salzdosis

Zehn Flakes enthalten aus unserer Sicht zu viel Salz. Mit mehr als 1,6 Gramm pro 100 Gramm liegen ihre Salzanteile höher als die der meisten Tiefkühlsalamipizzen! In Finnland müssen solche Frühstückscerealien einen Warnhinweis tragen. In Deutschland setzt die Politik darauf, dass die Hersteller den Salzgehalt von Lebensmitteln freiwillig reduzieren. Dauerhaft viel Salz erhöht das Risiko für Bluthochdruck und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb, nicht mehr als höchstens sechs Gramm Salz pro Tag zu essen. Die Zuckergehalte hingegen bewegen sich im Rahmen und liegen zwischen weniger als einem Gramm in ungesüßten Produkten und 11,9 Gramm pro 100 Gramm in den Kellogg’s Special K Classic.

Ballaststoffe aus Vollkorn sind gesund

Gibt es aus ernährungsphysiologischer Sicht Unterschiede zwischen den Flakes? Vergleichsweise etwas vorteilhafter sind Flocken, die wenig Salz und wenig Zucker, aber viele Ballastoffe aus Vollkornzutaten enthalten. Das spiegelt sich auch in der Einstufung der Produkte im Nutri-Score wider, den wir ausgerechnet haben und in der Tabelle mit angeben - ein A entspricht der besten Wertung. Mit dem Nutri-Score können Hersteller ihre Produkte kennzeichnen; er soll einen Vergleich ermöglichen, ist aber nicht verpflichtend. Die Skala unserer Berechnungen reicht von A bis D.

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Im großen Testeinkaufskorb landeten unterschiedliche Getreideflocken: Cornflakes aus Mais, Dinkel-, Buchweizen- und Mehrkornflakes - alle ohne „Frost“, also ohne oberflächlich aufgebrachten Zucker. 28 der 50 getesteten Produkte tragen ein Bio-Label. Bei der Herstellung werden Flakes meist unter Hitze getrocknet. Dabei kann sich potenziell krebserregendes Acrylamid bilden. Wir ließen alle Produkte im Labor auf diesen Stoff prüfen. Außerdem untersuchten die von uns beauftragten Labore die Flocken auf mögliche Belastungen mit Pestiziden, Schimmelpilzgiften und Mineralölbestandteilen. Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sehen wir kritisch, sie ersetzen keine gesunde Ernährung. Vor allem Eisen sollten die Hersteller aus unserer Sicht nicht zusetzen, denn eine dauerhaft zu hohe Aufnahme erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, Lebensmittel mit Eisen anzureichern. Wir haben zudem geprüft, wie viel Salz und Zucker die Frühstücksflocken enthalten. Auch die Verpackungen haben wir genau angesehen. Doppelt gemoppelt macht viel Müll, deshalb gibt es für in Plastik und zusätzlichen Karton verpackte Produkte Notenabzug.

RATGEBER

1 Produkte mit möglichst wenig Acrylamid wählen. Je weniger man davon aufnimmt, desto besser.

2 Dass der Nutri-Score für viele Produkte die beste Wertung A ergibt, zeigt die Grenzen dieses Modells: Die getesteten, ungezuckerten Cornflakes sind in Ordnung, aber kein ausgewogenes Frühstück für jeden Tag.

3 Frühstücksflakes schmecken auch als knuspriger Zusatz zu gesunden Haferflocken mit Obst und Nüssen oder (Soja-)Joghurt.

WISSEN: Herstellung und Getreidearten

Klassisch gewalzt
Die Brüder Kellogg kamen Ende des 18. Jahrhunderts in den USA auf die Idee, gekochten Weizen durch eine Walze zu drehen und unter Wärme zu trocknen. Heute werden einige Flakes weiterhin über ein Walzverfahren hergestellt, andere über ein Extruderverfahren. Dabei wird das gemahlene Getreide mit Wasser unter Wärme und Druck verkleistert, gepresst und erst anschließend gewalzt und getrocknet.

Mit und ohne Gluten
Mais, Buchweizen und Reis sind von Natur glutenfrei. Da die Rohstoffe aber mit anderem Getreide „kontaminiert“ sein können, schreiben die Hersteller es in der Regel ausdrücklich auf die Verpackungen, wenn die Produkte glutenfrei sind. Auf Flakes mit Dinkel muss dagegen das Wort Weizen in der Zutatenliste auftauchen, weil es sich bei Dinkel um eine Weizenart handelt, die immer Gluten enthält.


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