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TEST Fussbäder: Wiederbelebung


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 27.01.2022

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 2/2022

RATGEBER

1 Eintauchen, loslassen: Zwölf Fußbäder im Test sind „sehr gut“ und kommen ohne problematische Inhaltsstoffe aus.

2 Ein Fußbad belebt – allein schon durch die Wärme des Wassers. Denn diese erweitert die Kapillaren und regt den Stoffwechsel an. Wärmer als 38, höchs- tens 40 Grad sollte das Wasser aber nicht sein.

3 Maximal 15 Minuten genügen für ein Fußbad. Danach: gut abtrocknen, auch zwischen den Zehen.

Unsere Füße machen so einiges mit. Sie tragen uns im Laufe eines Lebens gut und gerne vier Mal um die Erde. Manch eine(r) steht sich von morgens bis abends die Beine in den Bauch. Ob schmerzende Füße nach einem langen Arbeitstag oder kalte Zehen nach einem ausgiebigen Winterspaziergang: Ein Fußbad am Abend ist eine Wohltat – und lässt sich je nach Jahreszeit passend temperieren. Aber braucht man auch einen Badezusatz im Wasser? Wir haben erstmals Fußbäder getestet. Sie versprechen einiges ...

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... an Problembewältigung für den Fuß: Von der Belebung und Erfrischung müder Füße über das Aufweichen von Schwielen bis zur Desodorierung.

Nachdem wir die Laborergebnisse gesichtet haben, können wir zu rund drei Vierteln der Produkte sagen: Nur rein damit ins Badewasser. Von 20 getesteten Zusätzen schneiden zwölf mit Bestnote ab und fünf mit „gut“. Der Rest ist immerhin noch „befriedigend“.

Salz reinigt und peelt – ein bisschen

Flüssige Fußbäder sind eher die Ausnahme, auch in diesem Test. Bei einem Großteil der Produkte handelt es sich um pulvrige oder kristalline Zusätze: Sie basieren auf Natron, Soda oder Kochsalz. Die Salze dienen als Trägersubstanz für die restlichen Bestandteile. Überdies wird ihnen eine leicht reinigende und antibakterielle Wirkung nachgesagt. Weil sie den pH-Wert des Wassers in den basischen Bereich verschieben, quillt die oberste Hautschicht auf, es entsteht ein gewisser Peeling-Effekt.

Einige Produkte werben außerdem mit Salz aus natürlichen Quellen wie „Totes- Meer-Salz“ oder „Thermalsolesalz“. Klingt gut – bringt dem Fuß aber nicht mehr als gewöhnliches Kochsalz (siehe dazu Kasten rechts).

„Salz aus besonderen natürlichen Quellen im Fußbad? Viel mehr als kluges Marketing ist das bei den eingesetzten Mengen nicht.“

Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin

Ups! Leider doch nicht vegan

Einige Fußbäder setzen zur Reinigung auch Tenside ein, also waschaktive oder schäumende Substanzen. In fünf Produkten handelt es sich dabei allerdings um Polyethylenglykole und deren Abkömmlinge. Diese Schaumschläger sehen wir nicht gerne, denn sie können die Haut durchlässiger für Fremd-und Schadstoffe machen.

Völlig daneben geht die Tensid-Auslobung des Efasit Classic Vital Fußbades: Auf der Frontseite empfiehlt sich das Produkt durch einen prominent platzierten Störer als „vegan“ und schreibt darunter „mit pflanzlichen Seifen“. Ein Blick in die Inhaltsstoffliste verrät, dass der Badezusatz Sodium Tallowate enthält – aus Rindertalg gewonnene Seifentenside. Der Anbieter erklärt uns auf Nachfrage, er habe die Fußpflege-Marke Efasit 2020 übernommen und sei gerade dabei, alle Auslobungen zu prüfen. Der Plan, die Rezeptur auf vegan umzustellen, sei beim vorherigen Marken-Eigentümer offenbar auf halbem Weg stecken geblieben: Umgestellt wurde schon mal die Verpackung, die Rezeptur blieb, wie sie ist. Ups, leider doch nicht vegan? Das gibt Punktabzug unter den Weitern Mängeln.

Stoff aus Latschenkiefer wirkt allergen

Ätherische Öle und Pflanzenextrakte spielen eine wichtige Rolle bei den Wirk-Versprechen vieler Produkte: Die Dresdner Essenz Fuß-Badekristalle wollen müde Füße mit Minz-und Limettenöl erfrischen, das Hildegard Braukmann Body Care Weidenrinden Fuss Bad setzt auf Weidenrindenextrakt zur Hauterweichung und Glättung, Öle aus Lavendel, Rosmarin und Thymian sollen im Gehwohl Fußbad die Durchblutung anregen und die Füße „durchwärmen“. Das Dufterlebnis liefern viele Öle gleich dazu.

Salz für die Füße

Etliche Fußbäder im Test werben auf der Verpackung mit Salz aus besonderen natürlichen Quellen: „Salz aus dem Toten Meer, Meersalz“ oder „Thermalsolesalz aus 460 Metern Tiefe“ etwa. Das klingt nach einem Mehrwert. Doch bringen Fußbäder mit diesen Salzen tatsächlich mehr? Eher nein. Das Salz, um das es hier geht, ist Natriumchlorid – besser bekannt als Kochsalz. Im Salz des Meeres macht es etwa 97 Prozent aus. Der Rest sind Mineralien und Spurenelemente, etwa Magnesium, Natrium oder Kalium. Kommt das Salz aus Thermalsole, unterscheidet sich die Zusammensetzung der Begleitstoffe je nach Quelle etwas. Sowohl Thermalsole als auch Meerwasser kommen in der Therapie von Hautkrankheiten erfolgreich zum Einsatz. Aber: Wie viele und welche Mineralien im isolierten Salz wirklich noch drin sind, hängt von der Salzgewinnung ab. Selten wird Meersalz zum Beispiel durch direktes Eindampfen des Meerwassers gewonnen. Vor allem aber bräuchte man bei den Fußbädern unseres Tests mindestens das Zehnfache der empfohlenen Dosierung, um auch nur den Salzgehalt der Nordsee zu simulieren. Um die Konzentration des salzreichen Toten Meers zu erreichen, sogar mehr als das Hundertfache. Viel mehr als Marketing steckt also nicht dahinter.

Erfreulich ist, dass wir in den Fußbädern kaum kritische Duftstoffe gefunden haben. Lediglich das Allgäuer Latschenkiefer Sole Fußbad enthält einen in unseren Augen zu hohen Gehalt an Delta-3-Caren. Der Stoff ist ein natürlicher Bestandteil aus dem Öl von Nadelhölzern – gilt aber als starkes Allergen und sorgt deshalb für Minuspunkte.

Für weiche Sohlen

Die Hornhaut an der Sohle aufweichen und den Fuß auf die Pediküre vorbereiten – auch dafür ist ein Fußbad bewährt. Deshalb enthalten einige Badezusätze Urea. In niedrigeren Konzentrationen bindet Urea Feuchtigkeit in der oberen Hautschicht, in Gehalten über 10 Prozent wirkt es keratoplastisch, macht die Hornhaut also formbar. Wir haben die Gehalte an Urea nachmessen lassen und festgestellt: Drauf steht, was drin ist.

Bedenklicher UV-Filter: Überflüssig

Bei dem Produkt Scholl Expert Care Vitalisierendes Fusspflegebad stört uns der UV-Filter Ethylhexyl Methoxycinnamate. Den hat der Hersteller möglicherweise eingesetzt, damit die Salzkristalle in der Plastikflasche ihre Apricot-Farbe behalten. Doch muss er dafür ausgerechnet einen UV-Filter nehmen, bei dem es handfeste Hinweise auf eine hormonelle Wirkung gibt? Nein, finden wir. Der ist hier komplett für die Füße.

So haben wir getestet

Wir haben 20 Fußbäder in Apotheken, Drogerien, Discountern, Supermärkten und Bio-Märkten eingekauft. Drei davon sind als Naturkosmetik zertifiziert. Die Preise in unserem Test reichen von 37 Cent bis 9,67 Euro für 100 Milliliter/Gramm Badezusatz. Spezialisierte Labore untersuchten für uns die Produkte auf problematische Duftstoffe, bedenkliche Formaldehyd/-abspalter und umstrittene halogenorganische Verbindungen. In Fußbädern mit einer Prozentangabe für Urea haben wir den Harnstoffgehalt im Labor überprüfen lassen. Wenn Titandioxid deklariert war, haben wir die Partikelverteilung bestimmen lassen, um zu schauen, ob Nanopartikel enthalten sind. Das beauftragte Labor suchte außerdem nach umweltschädlichen chlorierten Verbindungen in der Verpackung.

Per Deklaration identifizierten wir PEG/PEG-Derivate oder bedenkliche UV-Filter.

Für eine Verpackung, die unnötig viele Ressourcen aufwendet, zogen wir beim Zwischenergebnis Weitere Mängel eine Note ab: Und zwar dann, wenn das Fußbad in einem Umkarton steckt, der kein Glasbehältnis schützt oder wenn die Plastikverpackung weniger als 30 Prozent Recyclingmaterial enthält.