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TEST Fußpilzmittel Gut zu Fuß


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2011 vom 25.03.2011

Jeden Dritten erwischt es irgendwann einmal – das Brennen und Jucken an den Füßen. Unser Test zeigt aber: Es gibt Hilfe gegen Fußpilz.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 4/2011

Zwischen dem vierten und fünften Zeh beginnt eine der häufigsten Infektionskrankheiten in unseren Breiten: der Fußpilz. Die Haut ist anfänglich gerötet und juckt, später kann sie nässen, sieht weiß und aufgequollen aus. Tiefe schmerzhafte Risse kommen hinzu. Was in einem Zehenzwischenraum beginnt, kann sich über den ganzen Fuß ausbreiten, auch auf die Zehennägel.
Beim „klassischen“ Fußpilz befallen Fadenpilze die Zehenzwischenräume und die Hornhaut an den Füßen. Neben ...

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Zwischen dem vierten und fünften Zeh beginnt eine der häufigsten Infektionskrankheiten in unseren Breiten: der Fußpilz. Die Haut ist anfänglich gerötet und juckt, später kann sie nässen, sieht weiß und aufgequollen aus. Tiefe schmerzhafte Risse kommen hinzu. Was in einem Zehenzwischenraum beginnt, kann sich über den ganzen Fuß ausbreiten, auch auf die Zehennägel.
Beim „klassischen“ Fußpilz befallen Fadenpilze die Zehenzwischenräume und die Hornhaut an den Füßen. Neben diesen Dermatophyten können sich – aber eher selten – auch Hefe- oder Schimmelpilze zwischen den Zehen ansiedeln und eine
Pilzerkrankung verursachen. Teile der Pilze überleben auf abgestoßenen Hautschuppen oft lange Zeit.
In besonders großer Zahl finden sich diese ansteckenden Hautpartikel überall dort, wo viel barfuß gelaufen wird, also in Schwimmbädern, Saunen oder auf dem Hotelteppichboden. Wenn dann noch jemand nach dem Schwimmen oder Duschen mit aufgeweichter Haut auf diese Partikel tritt, hat der Pilz leichtes Spiel. Experten gehen aber inzwischen davon aus, dass die größte Infektionsquelle die eigene Familie ist. Wenn Handtücher und Waschlappen gemeinsam benutzt werden, besteht hohe Ansteckungsgefahr.

Bei barfuß laufenden Naturvölkern hat fast niemand Fußpilz, hierzulande jeder Fünfte

Während Fußpilz bei barfuß laufenden Naturvölkern praktisch nicht vorkommt, gibt es für den hiesigen Schuh- und Sockenträger einige weitere Risikofaktoren. So begünstigen auch Fußfehlstellungen, Diabetes und Durchblutungsstörungen die Empfänglichkeit für eine Infektion. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Von alleine heilt Fußpilz nicht ab. Zur Behandlung stehen eine Reihe von Präparaten aus der Selbstmedikation zur Verfügung. ÖKO-TEST hat 24 rezeptfreie Cremes mit unterschiedlichen Wirkstoffen gegen Pilze an den Füßen im Hinblick auf Wirksamkeit und Inhaltsstoffe unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

■ … verheißt Linderung: 20 Produkte schneiden mit „sehr gut“ oder „gut“ ab, nur eines beurteilen wir mit „ungenügend“.

Viele Fußpilzmittel wirken gleichermaßen gut gegen Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze

■ Wirkstoffe aus der Gruppe der Azole (Bifonazol, Clotrimazol, Miconazol, Sertaconazol) sind Breitspektrumantimykotika, das heißt, sie wirken gleichermaßen gut gegen Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze. In den Cremes gegen Fußpilz werden sie zielgerichtet und therapeutisch sinnvoll eingesetzt, Nebenwirkungen sind sehr selten. Deshalb wertet ÖKO-TEST sie hier auch nicht ab, obgleich etliche Azole zu den halogenorganischen Verbindungen gehören.
■Wirkstoffe aus der Gruppe der Allylamine (Terbinafin, Naftifin) wirken ebenfalls gegen alle Erreger. Eine aktuelle Analyse der Cochrane Collaboration deutet an, dass Terbinafin den Azolen in der Behandlung von Fußpilz sogar überlegen sein könnte. Die Cochrane Collaboration ist ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, das die verfügbaren Daten durchforstet und daraus systematische Übersichtsarbeiten zur Bewertung von Therapien erstellt.

Test Fußpilzmittel

■ DieLederlind Heilpaste ist nur sinnvoll, wenn Hefe- und Schimmelpilze die Verursacher der Erkrankung sind. Denn der darin enthaltene Wirkstoff Nystatin richtet nur wenig gegen Fadenpilze aus. Da man in der Regel nicht weiß, wer die Bösewichter waren, ist die Paste nicht das Mittel der Wahl.

Formaldehyd/-abspalter haben in einem Mittel gegen Fußpilz nichts zu suchen

■ Ebenfalls nicht die erste Wahl bei Fußpilz ist der Wirkstoff Tolnaftat, der in derTonoftal Creme zum Einsatz kommt. Tolnaftat wirkt ausschließlich gegen Dermatophyten, aber nicht gegen alle Pilze aus dieser Familie. In puncto Wirksamkeit wird Tolnaftat im Vergleich zu den Azolen als deutlich schwächer eingestuft.

Unsere Empfehlungen

Zeigt die Behandlung mit einer Creme nach zirka zwei Wochen keine Besserung, ist ein Besuch beim Hautarzt angesagt. In hartnäckigen Fällen müssen auch Medikamente eingenommen werden.
In Bädern und Saunen Badeschlappen tragen, auf Reisen im Hotelzimmer schützen Hausschuhe.
Pilzsporen überleben Tiefkühltemperaturen nicht: Schuhe drei Tage in die Kühltruhe stellen – aber den Plastikbeutel nicht vergessen! Wäsche bei mindestens 60 Grad waschen – Temperaturen, die darunter liegen, töten die Pilzsporen nicht.

■ Alle Produkte im Test enthalten PEG/PEG-Derivate. Sie sorgen in Cremes als Emulgatoren dafür, dass sich Fett- und Wasseranteil vermischen. Eigentlich kritisiert ÖKO-TEST diese Stoffe, weil sie die Haut durchlässiger machen und damit Fremdstoffe in den Körper einschleusen können. In den untersuchten Cremes können sie aber den Wirkstoff in die Haut transportieren, sodass der Pilz schneller stirbt. Deshalb haben wir sie in diesem Fall nicht abgewertet.
■ In acht Cremes hat das Labor mehr als ein Prozent Paraffine/Silikone/Erdölprodukte nachgewiesen. Paraffine sind meist aus Erdöl hergestellter Ersatz für hochwertige pflanzliche Öle. Von einigen Paraffinen weiß man, dass sie sich in Leber, Niere und Lymphknoten anreichern können.
■ In derDaktar 2% Creme ergab die chemische Analyse Formaldehyd/-abspalter. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien auslösen kann.
Jürgen Steinert

Vorbeugen

Der erste Schritt zum Erhalt gesunder Füße ist, sie regelmäßig mit warmem Wasser und einer milden Seife zu reinigen. Anschließend sind die Füße gründlich abzutrocknen, besonders in den Zehenzwischenräumen. Zu Hause nach Möglichkeit auf Schuhe verzichten. Ansonsten atmungsaktive oder offene Schuhe tragen. Schuhe immer gut auslüften und trocknen lassen. Auch die Socken sollten atmungsaktiv sein – also Baumwolle statt Kunstfaser.

Foto: irisblende.de

Nagelpilz

Hat sich der Pilz einmal im Nagel eingebettet, erfordert die Behandlung vor allem Geduld. Ein Hautarzt sollte feststellen, ob tatsächlich eine Pilzerkrankung die Nagelveränderungen verursacht. Eine Nagelmykose heilt nicht von alleine ab. Wenn nur wenige Nägel – und die nur zu weniger als zur Hälfte – befallen sind, kann eine äußerliche Behandlung zum Beispiel mit pilztötenden Nagellacken mit Wirkstoffen wie Amorolfin oder Ciclopirox versucht werden. Bei stärkerem Befall kann der Arzt Präparate zum Einnehmen verschreiben.
Die befallenen Nagelteile sind so weit wie möglich zu entfernen, idealerweise mit Sandblattfeilen, die nur für die infizierten Nägel verwendet und nach Gebrauch weggeworfen werden. Erst wenn der gesamte befallene Nagel herausgewachsen ist, kann die Behandlung beendet werden. Das kann bei Fingernägeln drei Monate, bei Fußnägeln sechs Monate oder länger dauern.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: siehe Seite 140.
Anmerkungen: 1) Enthält die halogenorganische Verbindung Chlorhexidin. 2) Enthält die halogenorganische Verbindung Chlorocresol.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung führt zur Abwertung um zwei Noten: eine nur teilweise belegte Wirksamkeit. Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um zwei Noten führen: halogenorganische Verbindungen. Zur Abwertung um eine Note führen: mehr als ein Prozent Paraffine/Silikone/Erdölverbindungen. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung und dem Testergebnis Hilfsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.
Testmethoden: Formaldehyd/-abspalter: Saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wer in der Apotheke nach einer Creme gegen Fußpilz fragt, kann unter recht vielen Produkten auswählen. Wir haben die Anbieter vorab gebeten uns mitzuteilen, welches Präparat aus ihrem Haus das meistgekaufte ist. Die demnach gängigsten Mittel haben wir dann eingekauft.

Die pharmakologische Begutachtung

Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, hat sich – wie bei unseren Arzneimitteltests üblich – die Studienlage zu den Wirkstoffen angesehen. In diesem Test waren acht verschiedene Wirkstoffe aus vier unterschiedlichen Wirkstoffgruppen (Azole, Allylamine, Thiocarbamat und Polyenantibiotikum) miteinander zu vergleichen.

Die Hilfsstoffe

Die Hilfsstoffe haben wir nicht nur per Deklaration unter die Lupe genommen, sondern die Präparate zusätzlich im Labor auf Paraffine, Silikone und Erdölverbindungen, Formaldehyd-/abspalter und – so keine deklariert waren – halogenorganische Verbindungen untersuchen lassen. Da kein Produkt parfümiert war, konnte die Analyse auf problematische Duftstoffe entfallen.

Die Bewertung

Neue, innovative Wirkstoffe haben in den vergangenen Jahren nicht den Markt bereichert, auch sind derzeit keine Neuentwicklungen in Sicht. Daher stehen die breit wirksamen Azole und Allylamine weiterhin den Wirkstoffen Tolnaftat und Nystatin mit ihrem vergleichsweise schmalen Wirkspektrum gegenüber. Bei den Hilfsstoffen fällt immer noch die häufige Verwendung von umstrittenen Paraffinen auf. Die Testergebnisse Pharmakologische Begutachtung und Hilfsstoffe ermitteln wir zunächst getrennt voneinander. Da unsere Tests immer wieder zeigen, dass es bei gleichem Wirkstoff auch ohne problematische Hilfsstoffe geht, kann ein „mangelhaft“ bei den Hilsstoffen ein „sehr gut“ in der Pharmakologischen Begutachtung zunichte machen. Andersherum können einwandfreie Hilfsstoffe natürlich ein unwirksames Arzneimittel nicht aufwerten. Das Gesamturteil kann also nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.

Halogenorganische Verbindungen (falls nicht deklariert): a) Wasserdampfdestillation, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. b) Reinigung der Proben mit Kieselgel, Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extraktes im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Paraffine/ Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen: Laut Deklaration und/oder HPLC/RI. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Einkauf der Testprodukte: November 2010.
Preisberechnung basiert auf dem kleinsten Produktangebot.
Anbieterverzeichnis: siehe www.oekotest.de
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