Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

TEST Gemüsebreie: Auf den Löffel, fertig, los!


ÖKO-TEST Fragen und Antworten - epaper ⋅ Ausgabe 3/2013 vom 05.04.2013

Ob Karotte, Kürbis oder Pastinake, ob mit oder ohne Kartoffel: Mit industriellen Fertigbreien machen Eltern nicht viel falsch. Vor allem die zu dick aufgetragenen Auslobungen vermasseln aber etlichen Produkten das Testergebnis.


Artikelbild für den Artikel "TEST Gemüsebreie: Auf den Löffel, fertig, los!" aus der Ausgabe 3/2013 von ÖKO-TEST Fragen und Antworten. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Fragen und Antworten, Ausgabe 3/2013

Angebrochene Gläschen verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und spätestens am nächsten Tag verbrauchen.


Aller Anfang ist schwer. So auch das Essen vom Löffel, wenn man als kleiner Mensch bisher nur an der Brust oder aus dem Fläschchen getrunken hat. Zuerst gibt es meist Karottenpüree. Nach einer Woche kommt dann die Kartoffel hinzu, etwa als Karotte-Kartoffel- oder ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Fragen und Antworten. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2013 von Unsere Experten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Unsere Experten
Titelbild der Ausgabe 3/2013 von Im Stillen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Im Stillen
Titelbild der Ausgabe 3/2013 von TEST Muttermilchersatz, Anfangsnahrung: Ins Fettnäpfchen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Muttermilchersatz, Anfangsnahrung: Ins Fettnäpfchen
Titelbild der Ausgabe 3/2013 von Ein gewisser Schutz. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ein gewisser Schutz
Titelbild der Ausgabe 3/2013 von Allerlei über den Brei. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Allerlei über den Brei
Titelbild der Ausgabe 3/2013 von Abstillen und umstellen: Rezepte für Baby-Basic-Breie. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Abstillen und umstellen: Rezepte für Baby-Basic-Breie
Vorheriger Artikel
TEST Getreidebreie: Wir ziehen die Reisleine
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Ernährung nach dem Gläschen: Früh übt sich ..…
aus dieser Ausgabe

... Kürbis-Kartoffel-Brei.

Oft werden auch Zucchini, Brokkoli und Blumenkohl verwendet oder Fenchel, Mais und Erbsen. Tägliche Abwechslung wäre jedoch übertrieben. Es reicht vollkommen (ist aber kein Muss), nach einer Woche etwas Neues einzuführen. Das gibt dem Sprössling die Möglichkeit, sich an den neuen Geschmack zu gewöhnen. Und Eltern können erkennen, ob ihr Kind das eine oder andere Gemüse vielleicht nicht verträgt. Das kann sich in Blähungen, einem wunden Po oder auch Pickelchen im Gesicht äußern.

Für den Test haben wir 18 Gemüsebreie unterschiedlicher Art für Säuglinge ab dem fünften Monat eingekauft, auf Schadstoffe untersuchen lassen und einen kritischen Blick auf die Auslobungen geworfen.

Das Testergebnis

■ Innen hui, außen pfui: Erfreulich wenig Schadstoffe, manchmal enttäuschend wenig Gemüse, aber viel Selbstverständliches auf der Verpackung: So kommt am Ende nur die Hälfte der Produkte auf ein Gesamturteil „sehr gut“ oder „gut“, die andere Hälfte schneidet mittelmäßig ab.
■ Immerhin: Die Probleme mit krebserregendem Benzol und Furan scheinen die Hersteller allmählich in den Griff zu bekommen. Haben wir im Test Gemüsegläschen (ÖKO-TEST-Magazin 5/2009) noch bei allen Produkten erhöhte Mengen einer oder beider Substanzen kritisiert, zeigt sich jetzt ein viel erfreulicheres Bild. In vier der fünf Breie, die vor allem Karotte enthalten, fi nden sich gerade noch etwas erhöhte Mengen Benzol. Furan ist in allen 18 Produkten nur noch in Spuren nachweisbar.
■ Nicht einmal zur Hälfte aus Gemüse besteht Rossmanns vermeintlicher SäuglingstraumBabydream Bio Brokkoli mit Kartoffeln. Kaum besser sind das Dm-ProduktBabylove Zucchini mit Kartoffeln mit nur 53 Prozent Gemüse sowie die beiden Kürbisbreie mit 61 Prozent Kürbis. Ausgerechnet diese vier Produkte enthalten als weitere Zutat Reismehl. Denn das bindet Wasser. Nichtsdestotrotz prangt auf den Gläschen „ohne Verdickungsmittel“ – eine irreführende Auslobung. Weit über 80 Prozent Gemüse liefern dagegenAlete Natur Nes Kürbis & Kartoffeln, Hipp Früh-Karotten mit Kartoffeln und dasMilasan Gemüse-Allerlei.
■ Die Liste aller nicht enthaltenen Zusätze nimmt auf den Gläschen deutlich mehr Raum ein als die überschaubare Zutatenliste: milcheiweißfrei, glutenfrei, ohne Zusatz von Zuckerstoffen und Kochsalz, ohne Aroma-, Konservierungs- und Farbstoffe*, ohne Verdickungsmittel (* lt. Gesetz). Das geht zu weit. Etwas hervorzuheben, was von Gesetzes wegen ohnehin nicht enthalten sein darf, werten wir als Auslobung von Selbstverständlichkeiten ab. Im Übrigen ist keines der getesteten Produkte gesalzen. Gut so, denn Babys benötigen kein Salz.
■ Irreführend ist nach unserer Auffassung auch die gesundheitsbezogene Angabe „Omega-3-Fettsäuren, wichtig für Gehirn- und Nervenzellen“, die die Anbieter Hipp, Nestlé und Bebivita ihren Breien mit auf den Weg gegeben haben. In den fraglichen fünf Produkten steckt – wie in sechs anderen auch – ein Klecks Rapsöl und damit eine Quelle für die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Diese wird im Körper allerdings nur zu einem geringen Anteil in die längerkettige Omega-3-Fettsäure DHA umgewandelt, die tatsächlich eine Hauptkomponente in Hirn- und Nervengewebe ist. Für den Kinderernährungsexperten Professor Berthold Koletzko gibt es deshalb auch keinen Vorteil von Alpha-Linolensäure für die Entwicklung von Säuglingen.

So reagierten die Hersteller

■ Zum Hinweis „ohne Zusatz von ... (lt. Gesetz)“ erklärte Nestlé: „Aufgrund von Marktforschung wissen wir, dass (...) es den Müttern nicht bekannt ist, dass diese Stoffe in Babynahrung nicht zugesetzt werden dürfen. Somit berücksichtigen wir hiermit das Informationsund Sicherheitsbedürfnis der Mütter.“ Ähnlich argumentierten auch andere Anbieter.
■ Anbieter Hipp verwies auf eine Studie mit vier bis zehn Monate alten Säuglin gen, derzufolge die Zugabe von Rapsöl zur Beikost einen günstigen Effekt auf die Bildung der langkettigen Omega- 3-Fettsäure DHA ausüben könnte. Einschränkend heißt es in der Studie aber, es seien weitere Untersuchungen notwendig, die diese Ergebnisse bestätigen und die die funktionellen Auswirkungen der Rapsölzugabe ermitteln.

Fett gedruckt sind Mängel.
Anmerkungen: 1) Das Produkt enthält 125 g pro Gläschen (alle anderen 190 g). 2) Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit einer Aussage beworben, die die Wichtigkeit von Omega- 3-Fettsäuren für Gehirn und Nervenzellen betont. 3) Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoffe (laut Gesetz)“ beworben. 4) Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Verdickungsmittel“ beworben, enthält aber Reismehl oder gemahlenen Reis. 5) Laut Anbieter wird die Zutat Reismehl zu Sättigungszwecken und zur Abrundung des Geschmacks zugesetzt. 6) Laut Anbietergutachten liegt der Benzolgehalt einer chargengleichen Probe unter 1 μg/kg (Bebivita) bzw. knapp über 1 μg/kg (Hipp). 7) Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Zusatz von Aromen und Farbstoffen (laut Gesetz)“ beworben. 8) Laut Anbieter wurden in der Rezeptur und folglich der Kennzeichnung des Gläschens geringfügige Anpassungen vorgenommen. Das Produkt enthalte nun 1,7 % Rapsöl anstatt vorher 1,8 %. Als Nährwerte werden nun ausgewiesen 271 kJ (anstatt 205 kJ), 52 kcal (anstatt 49 kcal) und 1,8 g Fett (anstatt 1,6 g).
9) Weiter Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Deckel. Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) ein Gemüsegehalt von weniger als 70 Prozent; b) ein Gehalt von mehr als 1 und bis zu 3 μg/kg Benzol. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Deklarationsmangel: die Aussage „Omega 3 - wichtig für Gehirn und Nervenzellen“ auf einem Produkt, dem keine Docosahexaensäure (DHA) zugesetzt wurde. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Deklarationsmangel: die Auslobung von Selbstverständlichkeiten („ohne Konservierungs- und Farbstoffe laut Gesetz“); b) Deklarationsmangel: die irreführende Angabe „ohne Verdickungsmittel“, obgleich Reismehl oder Ähnliches enthalten ist; c) PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen im Deckel. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder schlechter ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Testmethoden, Anbieterverzeichnis und Glossar finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „H1303“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 12/2012. Aktualisierung von Testergebnissen und Angaben, sofern Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung geändert und ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspieler in elektrische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

■ Im Gegensatz zu früheren Tests müssen sich Eltern jetzt bei Gemüsebreien nicht mehr um eventuelle Rückstände von Benzol und Furan besorgen. Im Test waren nur noch sehr wenige Produkte belastet, und diese auch nur in sehr geringen Mengen.
■ Selberkochen ist selbstverständlich eine Alternative, aber bitte verwenden Sie Bio-Gemüse. Bei Gemüsebreien können Sie wirklich nicht viel falsch machen.
■ Breie nach dem Aufwärmen in der Mikrowelle gut umrühren und die Temperatur überprüfen. Den fertigen Brei nicht längere Zeit warm halten, sondern gleich füttern. Reste im Kühlschrank nicht länger als einen Tag aufbewahren.


Foto: Ingram Publishing/©Thinkstock

Foto: Sergei Vinogradov/iStockphoto/©Thinkstock