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TEST Gemüsebreie: Glas? Klar!


ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 1/2017 vom 19.01.2017

Mit Gemüsebreien beginnt Babys Karriere als vollwertiger Esser: Weg von der Milch, hin zur vielfältigen Nahrung. Viele der fertigen Gemüsebreie im Test eignen sich bestens als erste Mahlzeiten. Doch manchmal trüben giftige Stoffe aus dem Herstellungsprozess oder dem Boden die Esslust.


Artikelbild für den Artikel "TEST Gemüsebreie: Glas? Klar!" aus der Ausgabe 1/2017 von ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: imago/Westend61

Ob Babygläschen so gut sind wie ihr Ruf, haben wir überprüft: 16 Gemüsebreie, fast ausschließlich in Bio-Qualität waren auf dem Prüfstand. Wir wollten unter anderem wissen, ob sie schädliche Stoffe enthalten.

Das Testergebnis

■ Guten Appetit! Mehr als ein Drittel der Gläschen sind „gut“, eines ist „sehr ...

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... gut“. Die beauftragten Labore haben weder Spritzgifte noch Keime gefunden. Bei etlichen verhageln zu dick aufgetragene Auslobungen oder ein zu geringer Gemüsegehalt die Bestnote. Allerdings kritisieren wir auch Schadstoffe, zwei Gläschen kommen über die Note „mangelhaft“ nicht hinaus.

■ Wenn es um die Fettsäuren in den Breien geht, tragen einige Hersteller ziemlich dick auf. „Omega-3-Fettsäuren – wichtig für Gehirn- und Nervenzellen“, werben sie zum Beispiel. Tatsächlich enthalten einige der Gläschen kleine Mengen Rapsöl, und in Rapsöl steckt Alpha-Linolensäure. Diese wird im Körper aber nur zu einem ganz geringen Teil in die längerkettige Omega-3-Fettsäure DHA umgewandelt, die wiederum eine Hauptkomponente der Nervenzellen ist. Kinderernährungsexperte Professor Berthold Koletzko sieht keinerlei Vorteile im Zusatz von Alpha-Linolensäure.

■ Schadstoff aus der Produktion: Die industrielle Herstellung der Gemüsebreie hat Nachteile. Beim Erhitzen und Sterilisieren der Karottenbreie kann aus den natürlichen Inhaltsstoffen der Karotte krebserregendes Benzol entstehen. Alle Gläschen mit Karotte im Test enthalten geringe Mengen der Substanz. Aber nur bei drei Produkten sind die gefundenen Mengen so hoch, dass wir abwerten.

■ Giftiges Cadmium kritisieren wir in den Gläschen von drei Herstellern. Bei ihnen überschreitet der Cadmiumgehalt den Wert, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit als duldbare wöchentliche Aufnahmemenge vorgeschlagen hat. Für die Berechnung nehmen wir an, dass ein sieben Kilogramm schweres Kind jeden Tag 190 Gramm Gemüsebrei isst. Je weniger, desto besser – das gilt auch für Nitrat, das durch Düngemittel in Boden und Grundwasser gelangt. Pflanzen brauchen Nitrat, um zu wachsen. Für Menschen kann der Stoff gefährlich werden. Drei Gemüsebreie in unserem Test enthalten so viel Nitrat, dass sie dafür eine Note Abzug bekommen.

■ Nitrat kann im Körper zu Ni trit und zu Nitrosaminen umgewandelt werden. Nitrosamine sind im Tierversuch krebserregend. Zudem bindet sich Nitrit bei Säuglingen besonders leicht an den roten Blutfarbstoff, der dann keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Diese Gefahr besteht bei den Babybreien zum Glück nicht, dazu sind die gefundenen Nitratwerte zu niedrig.

■ Die Hersteller einiger Gläschen geizen sehr mit der Hauptzutat Gemüse. In vier Gläschen macht Gemüse weniger als 70 Prozent des Inhalts aus.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farbund Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. 3) Benzol. Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. Das Produkt wird mit einer Aussage beworben, die die Wichtigkeit von Omega-3-Fettsäuren und Alpha-Linolensäure für Gehirn und Nervenzellen betont. 4) Gemüsegehalt gering. Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 5) Gemüsegehalt gering. Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 6) Weitere Mängel: PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Verdickungsmittel“ beworben, enthält aber Reismehl. 7) Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. Das Produkt wird mit einer Aussage beworben, die die Wichtigkeit von Omega-3-Fettsäuren und Alpha-Linolensäure für Gehirn und Nervenzellen betont. 8) Gemüsegehalt gering. Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. 9) Nitrat. Gemüsegehalt gering. Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 10) Benzol, Nitrat. Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 11) Benzol. Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. Das Produkt wird mit einer Aussage beworben, die die Wichtigkeit von Omega-3-Fettsäuren und Alpha-Linolensäure für Gehirn und Nervenzellen betont.12) Cadmium. Weitere Mängel: PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. 13) Cadmium, Nitrat. Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. 14) Cadmium. Weitere Mängel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung, Deklarationsmangel: Das Produkt wird mit der Aussage „ohne Farb- und Konservierungsstoff e (laut Gesetz)“ beworben. Das Produkt wird mit einer Aussage beworben, die die Wichtigkeit von Omega-3-Fettsäuren und Alpha-Linolensäure für Gehirn und Nervenzellen betont. Das Produkt hat inzwischen ein verändertes Verpackungsdesign und eine andere Glasform mit größerer Öff nung. Die Zutatenliste ist unverändert.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoff e führt zur Abwertung um zwei Noten: ein Gehalt an Cadmium, der zur Überschreitung der tolerierbaren Tagesaufnahme führt, berechnet aus einem Siebtel des PTWI (wöchentliche Aufnahme) von 2,5 μg/kg Körpergewicht. Wir haben ein Gläschen von 190 g sowie ein Körpergewicht von 7 kg zugrunde gelegt. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gemüsegehalt von weniger als 70 Prozent (in Tabelle: gering); b) ein Gehalt von mehr als 1 und bis zu 3 μg/kg Benzol; c) ein Gehalt von mehr als 100 mg/kg Nitrat, das entspricht mehr als 50 Prozent des in der EU-Kontaminantenverordnung festgelegten Höchstgehalts für Nitrat in Beikost für Säuglinge und Kleinkinder. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Deklarationsmangel: die Aussage „Omega-3-Fettsäuren wichtig für Gehirn- und Nervenzellen“ oder „Alpha-Linolensäure, wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen“. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Deklarationsmangel: die Auslobung von Selbstverständlichkeiten („ohne Konservierungs- und Farbstoff e laut Gesetz“); b) Deklarationsmangel: die irreführende Angabe „ohne Verdickungsmittel“, obgleich Reismehl enthalten ist; c) PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen im Deckel (Verpackung). Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoff e. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" oder schlechter ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.

Testmethoden: siehe www.oekotest.de → Suchen → „J1701“ eingeben.

Bereits veröff entlicht: ÖKO-TEST-Magazin 11/2015. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

ÖKO-TEST rät

■ Zu vielen Produkten kann man unbesorgt greifen, sie enthalten keine oder wenige Schadstoffe.

■ Für den Anfang kleine Gläschen kaufen. Das Kind isst zu Beginn der Umstellung wahrscheinlich nur ein paar Löffelchen. Etwas abnehmen, in separater Schüssel erwärmen, Rest im Kühlschrank nicht länger als einen Tag aufbewahren.

■ Selberkochen ist prima: Bio-Gemüse verwenden, größere Mengen kochen und in kleinen Kunststoffgefäßen einfrieren – das spart Zeit.