Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

TEST GEMÜSEBREIE MIT FLEISCH: GUTER START


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 27.12.2018

Der erste Brei besteht oft aus Karotten oder Pastinaken. Bald folgen Kartoffeln und Fleisch. Fix und fertig gibt es die Mischungen auch im Gläschen. Sie überzeugen nicht auf ganzer Linie. Doch sechs Produkte sind „gut“.


Artikelbild für den Artikel "TEST GEMÜSEBREIE MIT FLEISCH: GUTER START" aus der Ausgabe 1/2019 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 1/2019

Wie hungrige Küken im Vogelnest sperren viele Brei-Anfänger ihren Mund so weit auf wie sie können für das Geschmackserlebnis ungesalzene Pastinake. Und wenn der nächste Löffel zu langsam folgt, wird lautstark protestiert und mit den „Flügelchen“ geschlagen. Kinderernährungsexperten empfehlen, das Abenteuer Breikost mit einem Gemüse zu beginnen. Nach einer Woche mit der ersten Gemüsesorte ...

Weiterlesen
Artikel 1,50€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2019 von VERBRAUCHERFRAGEN: GEFRAGT, GESAGT, GETAN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VERBRAUCHERFRAGEN: GEFRAGT, GESAGT, GETAN
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von WAS UNSERE TESTS BEWIRKT HABEN: NACHWIRKUNGEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WAS UNSERE TESTS BEWIRKT HABEN: NACHWIRKUNGEN
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von INDIVIDUELLE DIÄTEN: WEG VON 08/15. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
INDIVIDUELLE DIÄTEN: WEG VON 08/15
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von KOLUMNE: IST DAS WIRKLICH GUT? WIE NEUGEBOREN DURCH FASTEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KOLUMNE: IST DAS WIRKLICH GUT? WIE NEUGEBOREN DURCH FASTEN
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von TEST NUDELN AUS HÜLSENFRÜCHTEN: ERBSEN AL DENTE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST NUDELN AUS HÜLSENFRÜCHTEN: ERBSEN AL DENTE
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von PFLANZLICHE PROTEINE: VIEL EIWEISS, NULL TIER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PFLANZLICHE PROTEINE: VIEL EIWEISS, NULL TIER
Vorheriger Artikel
TEST HALSSCHMERZMITTEL FÜR KINDER: SCHMERZ, LASS NACH!
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel KURZ UND GUT: ZAHL DES MONATS: 51 % der Kinder
aus dieser Ausgabe

... lässt sich das Gericht erst mit pürierten Kartoffeln und nach einer weiteren Woche mit Fleisch ergänzen.

Gemüsefleischbreie gelten als ideale Mahlzeit, weil sie unter anderem den hohen Eisenbedarf der Kinder in dieser Entwicklungsphase decken. Eltern können den Brei selbst zubereiten oder ein entsprechendes Gläschen erwärmen. Wir haben 17 Fertigbreie auf problematische Stoffe sowie mögliche Verkeimung untersuchen lassen und ihre Zusammensetzung beurteilt.
Die gute Nachricht: In keinem der Gemüsefleischbreie haben die Labore Pestizide oder Rückstände von Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln gefunden. Auch das in Gemüse häufig vorkommende Schwermetall Cadmium haben die Laborexperten nur in Spuren nachgewiesen. Sechs Bio-Breie bewerten wir insgesamt mit „gut“. Die Mehrzahl ist „befriedigend“ oder „ausreichend“. Die zwei konventionellen Produkte gehen mit einem „mangelhaften“ Gesamturteil aus dem Test.
Ernüchternd: Ein Manko aller Fertigbreie im Test ist, dass die Hersteller am Fleisch gespart haben. Die Breie enthalten gerade einmal zwischen 8 und 8,7 Prozent Fleisch. Das ist nicht viel. Zum Vergleich: Das Expertennetzwerk Gesund ins Leben empfiehlt zum Selbstkochen ein Rezept mit 100 Gramm Gemüse, 50 Gramm Kartoffeln und 30 Gramm Fleisch oder Fisch. So viel müsse es im Fertigbrei für eine ausreichende Versorgung der Kinder nicht sein, sagt der Sprecher des wissenschaftlichen Beirats, Professor Berthold Koletzko. Aber: „Mindestens zwölf Prozent Fleischanteil wären in einem Gemüsefleischbrei wünschenswert.“ Denn Fleisch liefert den Essanfängern unter anderem Zink und gut verwertbares Eisen.


Mindestens zwölf Prozent Fleischanteil wären in einem Gemüsefleischbrei wünschenswert.


ÖKO-TEST

„Unterwegs sind Fertigbreie unschlagbar praktisch. Schade, dass die Hersteller nicht komplett den Empfehlungen der Ernährungsexperten folgen und mit dem guten Bio-Fleisch geizen.

ÖKO-TEST-RedakteurinMeike Rix, hat für ihr Kind gerne und gut Brei püriert – auch wenn ihr Sohn Fertigbreie noch etwas lieber mochte als die Menüs à la Mama.


Benzol durch industrielle Herstellung: In fünf Gläschen werten wir die Benzolgehalte als „erhöht“ um eine Note ab, auch wenn es sich bei den kritisierten Mengen um sehr niedrige Werte im einstelligen Mikrogramm- pro-Kilogramm-Bereich handelt. Der krebserzeugende Stoff entsteht vor allem beim Erhitzen und Sterilisieren von Möhren und Pastinaken in geschlossenen Behältern. Noch hat es die Industrie nicht geschaf., den Stoff komplett aus den Produkten zu bekommen. Es ist den Babynahrungsproduzenten aber in den vergangenen Jahren gelungen, die Gehalte zu reduzieren.
Als unnötig kritisieren wir die künstliche Anreicherung der beiden Breie der Marke Bebivita mit Eisendiphosphat. Isoliertes Eisen kann das umfassende Nährstoffspektrum von Fleisch nicht ersetzen. Das Risiko einer Eisenüberdosierung sehen wir durch die Bebivita-Breie nicht.
Viel Blabla: Auf vielen Etiketten steht, dass kein Verdickungsmittel enthalten sei, merkwürdigerweise auch auf den beiden Hipp-Breien und den Bebivita Rahmkartoffeln mit Karotten und Hühnchen, die jeweils Stärke oder Reismehl enthalten – was Verdickungsmittel sind. Wir werten den Hinweis deshalb unter den Weiteren Mängeln ab. Ebenso Auslobungen wie: „ohne Farbstoffe“ oder „ohne Konservierungsstoffe“. Der Zusatz von Farb- und Konservierungsstoffen ist in Babynahrung gesetzlich schlichtweg verboten.

MEHR ZUM THEMA

Mit dem Gemüsefleischbrei fängt es an, danach können Sie zwei weitere Milchmahlzeiten durch Brei ersetzen. Eine prima Basis für diese Beikostmahlzeiten, den Getreideobstbrei und den Getreidemilchbrei, sind einfache Instantgetreideflocken. Welche Produkte empfehlenswert sind, können Sie für 2,50 Euro über , Suche: Getreidebreie, abrufen.

SO TESTET ÖKO-TEST

Für Essanfänger ist jeder neue Geschmack ein Abenteuer. Auf unserem Speiseplan stehen deshalb solide Klassiker mit unterschiedlichen Fleisch- und Gemüsearten, wie sie Eltern auch zum Selberkochen empfohlen werden. Da die meisten Babybreihersteller auf Bio-Qualität setzen, sind von17 Gemüsefleischbreien im Test 15 bio.
In Gläschenkost mit Karotten oder Pastinaken kann sich während des Sterilisierenskrebserregendes Benzol bilden. Aus vergangenen Tests wissen wir außerdem: In Babybrei können noch eine Reihe weiterer bedenklicher Stoffe vorkommen, darunter nebenPestiziden auch dasSchwermetall Cadmium, Nitrit undChlorat. Über die Hygiene bei der Produktion gibt dieGesamtkeimzahl Aufschluss. Speziallabore haben die Breie auf all diese Parameter analysiert. Anhand der Deklaration haben wir erfasst,wie viel Fleisch in den Breien ist und ob siekünstlich mit Vitaminen oder Aromen angereichert sind.

Jede Untersuchung im Labor startet mit einer genauen Einwaage des Probenmaterials. Die Benzolgehalte wurden per Dreifachmessung bestimmt.


Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf der Seite 120.Anmerkungen: 1) Deklarationsmängel: Werbung mit Selbstverständlichkeiten („ohne Farbund Konservierungsstoffe laut Gesetz“); Aussage „ohne Verdickungsmittel“, aber Stärke bzw. Reismehl enthalten.2) Deklarationsmangel: Werbung mit Selbstverständlichkeiten („ohne Farb- und Konservierungsstoffe laut Gesetz“).3) Laut Anbieter ist das Produkt ab etwa der 2. Kalenderwoche 2019 mit geänderter Rezeptur und Deklaration im Handel, erkennbar am Demeter-Symbol.4) Werbung mit Selbstverständlichkeiten („ohne Farb- und Konservierungsstoffe laut Gesetz“); Hinweis auf Temperatur prüfen fehlt; „kein Anschluss unter dieser Nummer“ bei der angegebenen Eltern-Service-Nummer.5) Laut Anbieter wurden die Mengenanteile der Rezeptur aufgrund natürlicher Schwankungen der Zutaten leicht angepasst. Die leicht veränderten Produkte sind seit April 2018 im Handel mit einem MHD ab dem 09.02.20 (Charge 20660874).6) Laut Hersteller wird das Produkt seit Oktober 2018 nicht mehr produziert.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) der Zusatz von Eisendiphosphat; b) mehr als 1 bis 3 μg/kg Benzol; c) ein geringer Fleischanteil von weniger als zwölf Prozent laut Zutatenliste auf dem Etikett.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen in der Deckeldichtung; b) die Angabe „ohne Verdickungsmittel“, obgleich Reismehl und/oder Stärke enthalten ist; c) die Auslobung von Selbstverständlichkeiten wie „ohne Farbstoffe laut Gesetz“ und/oder „ohne Konservierungsstoffe laut
Gesetz“ und ähnliche Formulierungen; d) „kein Anschluss unter dieser Nummer“ bei der auf dem Etikett angegebenen Eltern-Service-Nummer; e) fehlender Hinweis, die Temperatur zu überprüfen. Das Gesamturteil basiert auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Test ergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Test ergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Ratgeber Kleinkinder 2018. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.Testmethoden undAnbieterverzeich nis finden Sie unter → Hefte → ÖKO-TEST Magazin. Wählen Sie die Ausgabe aus und scrollen ans Seitenende.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürften keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden

ÖKO-TEST RÄT

► Alle Breie im Test enthalten wenig Fleisch. Das spricht dafür, ab und zu selbst Gemüse und Fleisch zu garen und zu pürieren. So lernt das Baby auch die Geschmacksrichtung „selbst gekocht“ kennen. Ergänzend können Sie zweimal pro Woche Breie mit fettreichem Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering anbieten.
► Kein Stress: Manche Säuglinge sind schon zu Beginn des fünften Monats bereit für den Breistart, andere lassen sich damit bis zum siebten Monat Zeit.


Foto: ElRoi/Shutterstock

Foto: Anja Wägele

Foto: Labor