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TEST Gesichtscremes: Für Dünnhäutige


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 28.01.2021

Trockene und empfindliche Haut tritt häufig im Doppelpack auf. Spezielle Gesichtscremes versprechen verträgliche Pflege. In unserem Test sind die meisten vertrauenswürdig. Vier Cremes sind nichts für Sensibelchen.


Artikelbild für den Artikel "TEST Gesichtscremes: Für Dünnhäutige" aus der Ausgabe 2/2021 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 2/2021

Je länger der Winter dauert, desto mehr geht die Haut auf dem Trockenen. Kälte, Wind, Heizungsluft - all das entzieht ihr Feuchtigkeit. Fett produziert sie in der kalten Jahreszeit schon von Natur aus weniger. Weil sie beides aber für eine intakte Hautbarriere braucht, kommen schnell auch noch Hautirritationen dazu. Trockene und sensible Haut - eigentlich zwei verschiedene Hautzustände - gehen ...

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... deshalb häufig einher. Wir haben 20 Gesichtscremes getestet, die für trockene oder sensible Haut - meistens für beides - ausgelobt sind.

UV-Filter: unter Hormonverdacht

Sehr gut oder ziemlich schlecht - dazwischen gibt es in diesem Test wenig. An 13 Cremes mit Bestnote haben wir rein gar nichts auszusetzen. Alle elf Produkte mit Naturkosmetikzertifikat waren „sehr gut“, und auch drei konventionelle Cremes können wir noch mit „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen. Doch dann beginnen schon die Probleme - vier Cremes fallen mit „ungenügend“ und „mangelhaft“ durch.

Unter den getesteten Gesichtscremes sind solche, die explizit als Tagespflege mit Lichtschutzfaktor ausgelobt sind. Aus unsere Sicht muss eine Tagescreme nicht mit einem UV-Filter ausgestattet sein. In drei Cremes haben wir aber die bedenklichen UV-Filter Octocrylen und Ethylhexylmethoxycinnamat gefunden. Sie stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken; wir kritisieren diese Stoffe seit Langem. In einer tagtäglich angewendeten Pflegecreme halten wir sie für problematisch. Unser Rat: Lieber eine Tagescreme ohne UV-Filter verwenden und dann bei Bedarf ein Sonnenschutzmittel mit entsprechendem Lichtschutzfaktor ergänzen.

Konservierung: sensibles Thema

Wenn sich Mikroorganismen in einer Creme zu stark vermehren, kann das sensible Haut ebenso irritieren, wie wenn die Creme mit den falschen Mitteln haltbar gemacht wurde. Letzteres bemängeln wir unter anderem in zwei „ungenügenden“ Cremes aus dem Johnson-&-Johnson-Konzern: Die Neutrogena Hydro Boost Aqua Creme enthält Chlorphenesin. Chlorphenesin gehört zu den halogenorganischen Verbindungen, gilt als hautreizend und hat deshalb aus unserer Sicht auf sensibler Haut nichts verloren. Die Bebe Sanftumsorgt sensitive Pflege enthält gleich zwei weitere Stoffe, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken: das Konservierungsmittel Propylparaben und das Antioxidans Butylhydroxytoluol (BHT).

Wie in fast jedem Kosmetiktest sind auch Polyethylenglykole und deren Abkömmlinge ein Thema. Sie können die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen.

Erfreulich: weniger Paraffine als früher

In einer Creme haben wir Paraffine, in einer weiteren Silikone in einer Menge über einem Prozent gefunden. In früheren Tests waren diese synthetischen Fette sehr viel häufiger Teil der Fettgrundlage. Wir kritisieren die Stoffe in dieser Größenordnung unter anderem, weil sie sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie natürliche Öle einfügen.

Fast alle Cremes mit Parfüm

Muss eine Creme für sensible Haut auf Parfüm verzichten? Nein, findet offenbar die Mehrzahl der Kosmetikentwickler: 17 von 20 Cremes im Test enthalten Parfüm. Allerdings halten sich die Hersteller zurück, was stark allergisierende Duftstoffe angeht. Nur für eine Creme gab es wegen der Parfümierung Notenabzug: In der Florena 24h Feuchtigkeit Tagespflege Olivenöl steckt Lilial. Der Duftstoff kann laut EU-Einstufung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Zahlreiche Cremes enthalten deklarationspflichtige Duftstoffe wie Geraniol, Cumarin, Citral oder Eugenol. Diese besitzen ein - wenn auch außerordentlich schwaches - allergenes Potenzial. Damit sehr sensible Personen darauf verzichten können, vermerken wir sie in der Tabelle.


„An den ‚sehr guten‘ Naturkosmetik- und Drogerie-Marken können sich bekannte Namen wie Bebe, L’Oréal oder Neutrogena ein Beispiel nehmen.“


Christine Throl, ÖKO-TEST-Redakteurin

Fett oder Feuchtigkeit?

Wir haben die Hersteller gefragt, was ihre Creme für trockene Haut ausmacht. In einigen wenigen Produkten im Test sind vor allem feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe wie Glycerin höher dosiert. Die meisten Cremes für trockene Haut besitzen jedoch einen größeren Anteil an Fetten und Ölen. „Reichhaltig“ heißt das dann in der Kosmetiksprache, und so steht es meist auch irgendwo auf der Packung. Wie hoch genau dieser Fettanteil für eine trockene Haut sein sollte, dafür gibt es allerdings keine Standards.

Die meisten Gesichtscremes sind sogenannte Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W), bei denen feine Öltröpfchen von Wasser umgeben sind. Sie lassen sich meist gut verteilen und ziehen schnell ein. In Wasser- in-Öl-Emulsionen (W/O) ist es umgekehrt: Hier umhüllt Öl feine Wassertröpfchen. Solche Cremes ziehen langsamer ein und wirken schwerer. Gerade im Winter fühlen sich manche Menschen damit gut geschützt. Doch was ist was? Auf den Verpackungen finden sich meist keine Angaben dazu. Bleibt nur der Selbsttest: Creme dick auftragen und Haut mit Wasser benetzen. Wenn das Wasser abperlt, dürfte es sich um eine W/O-Creme handeln.

So haben wir getestet

Wir haben 20 Gesichtscremes, die für trockene und/ oder empfindliche Haut ausgelobt sind, in Drogerien, (Bio-)Supermärkten, Apotheken, Discountern und im Reformhaus eingekauft. Darunter günstige und teure Cremes von rund 2 bis 22 Euro pro 50 Milliliter. Nicht im Einkaufskorb landeten Cremes mit einem Antifalten- Versprechen.
Alle Cremes haben wir in verschiedenen Laboren auf Problemstoffe untersuchen lassen: Sind allergieauslösende oder hautreizende Konservierungsstoffe oder Duftstoffe verarbeitet? Enthalten Cremes mit Erdölderivaten problematische Mineralölbestandteile? Die Verpackungen ließen wir auf chlorierte Verbindungen überprüfen und schauten, ob Plastiktuben und -tiegel in einem überflüssigen Pappkarton stecken. Umweltbelastendes Flüssigplastik verschlechterte das Gesamturteil. Eine „sehr gute“ Creme belastet die Haut nicht mit Problemstoffen und die Umwelt nicht mit Kunststoffverbindungen.

TEST

Wir haben getestet

RATGEBER

1 Genug Auswahl für sensible Haut: Alle elf Naturkosmetikcremes und zwei konventionelle sind „sehr gut“.

2 Hinter dem Wörtchen „Parfüm“ auf der Inhaltsstoffliste können sich theoretisch Hunderte verschiedene Duftstoffe verbergen. Wer sehr sensible Haut hat, fährt unter Umständen mit einer Creme ohne Duft besser.

3 Wichtig bei trockener Haut: Gesicht mit milden Substanzen reinigen, Reinigungsmilch oder -öl eignen sich gut. Am Morgen genügt auch mal klares Wass

WISSEN

Welcher Hauttyp bin ich?

Trockene Haut: Wenn die Haut spannt oder schuppt, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal fehlt ihr Fett, manchmal nur Feuchtigkeit. „Häufig ist es beides - aber das ist für den Laien nicht ganz einfach zu unterscheiden“, sagt Dermatologin Julia Welzel von der Uniklinik Augsburg. Wenn Fett fehlt, kann die Haut auch automatisch schlechter Feuchtigkeit binden. Das erkenne man dann daran, dass die Haut sich rau anfühlt, keinen Glanz hat und mögliche Schuppen fein und weiß sind. Fehlt dagegen nur Feuchtigkeit, sind die Schuppen gröber und gelblich.

Sensible Haut reagiert auf äußere Reize oder Kosmetika leicht mit Hautirritationen - Juckreiz, Rötungen oder Brennen etwa. Sensible Haut ist nicht automatisch gleichzeitig trocken, aber umgekehrt ist trockene Haut sehr häufig auch sensibel. Denn eine lipid- und feuchtigkeitsarme Barriereschicht ist für jede Art von Substanzen durchlässiger. Dann kann eine reichhaltige Pflege die Hautbarriere „auffüllen“. Aber immer daran denken: Bei Rötungen oder Juckreiz könnte auch eine Allergie im Spiel sein.


Fotos: dekazigzag/Shutterstock; SVPanteon/Shutterstock

Fotos: Anja Wägele; GreenArt/Shutterstock

Illustration: Marza/Shutterstock