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TEST Gesichtscremes : Gepflegte Sache


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2013 vom 31.05.2013

Der morgendliche Griff in den Cremetiegel gehört für die meisten Frauen zur Gesichtspflege. Ob tägliches Cremen zwingend nötig ist, darüber kann man geteilter Meinung sein. Tatsache ist: An einem Großteil der getesteten Gesichtscremes haben wir kaum etwas auszusetzen.


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Foto: iStockphoto/©Thinkstock

Beim Geschäftstermin, im Supermarkt oder abends an der Bar: Egal wem wir begegnen, fast immer fällt der Blick des Gegenübers zuerst in unser Gesicht. Umso wichtiger ist es den meisten, einen guten ersten Eindruck zu vermitteln.

Gepflegte Gesichtshaut spielt dabei eine große Rolle. Glatt, straff, nicht zu fettig, ...

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... nicht zu trocken und jugendlich-frisch soll sie wirken. Glaubt man den Werbeversprechen der Industrie, muss das mit der richtigen Gesichtscreme kein Wunschtraum bleiben. Ein „sofortiger Frische-Effekt“ werde mit dem L’Oréal Hydra Active 3 Fresh Feuchtigkeits-Creme-Gel erzielt, verspricht die Verpackung. „Wie ein Magnet“ soll der spezielle Inhaltsstoff Urea in der Frei Feuchtigkeitscreme Hydrolipid Balance, trockene Haut die Feuchtigkeit in der oberen Hautschicht ansammeln und das Gesicht „strahlend frisch“ wirken lassen. „Elastizität und Geschmeidigkeit“ verspricht die Elkos Face Feuchtigkeitsspendende Tagescreme. Kaum eine Frauenzeitschrift kommt inzwischen ohne mindestens einen Beitrag zur Auswahl der passenden Gesichtscreme und diversen Tipps zum richtigen Auftragen aus. Doch gehört eine Gesichtscreme tatsächlich zwingend in den Badschrank jeder Frau?


Ein natürlicher Schutzmantel hält die Haut elastisch und gesund


Dr. Ulrich Klein vom Berufsverband Deutscher Dermatologen geht das Thema differenziert an. „Rein theoretisch sollte die Haut sich selbst helfen können“, sagt der in Witten niedergelassene Hautarzt. Denn schließlich hat das größte Organ des Menschen von Natur aus einen Schutzmantel aus Fett, Feuchtigkeit und Säure mitbekommen, der die Haut elastisch und gesund hält. Dass die Gesichtshaut unbedingt Unterstützung durch spezielle Feuchtigkeitscremes braucht, hält Klein aber für ein „Diktat der Frauenzeitungen“.

Allerdings belasten äußere Einflüsse wie Schminke oder Reinigungsmittel die Haut zusätzlich. Dann können Feuchtigkeitscremes durchaus sinnvoll sein. Es kommt aber auf die richtigen Inhaltsstoffe an. Substanzen wie Glycerin oder Harnstoff lagern sich in der Haut ein und binden Feuchtigkeit – das Wirkungsprinzip der meisten Feuchtigkeitscremes. Die Haut erscheint nach dem Auftragen frischer und strahlender. „Das ist aber nur ein kurzfristiger Effekt“, sagt Klein. Für sehr trockene Haut mit Neurodermitisneigung ist eine Feuchtigkeitscreme weniger geeignet. Gegen den hohen Wasserverlust hilft eher eine fetthaltige Creme oder Salbe. Sie legt sich auf die Haut und sorgt so dafür, dass weniger Feuchtigkeit verloren geht. Ist besonders wenig Fett in einer Emulsion enthalten, spricht man von Lotionen oder einer Milch. Diese Pflege ist jedoch nur für sehr fettige Haut zu empfehlen. „Durch die Körperwärme verdunstet die Feuchtigkeit der Lotion auf der Haut und entzieht ihr noch mehr Feuchtigkeit“, erklärt Klein.

Letztlich ist die Wahl der Tagescreme eine sehr individuelle Angelegenheit. Die An- forderungen variieren je nach Alter, Hauttyp, pH-Wert und Wasserverlust der Haut. Zur Not helfen Dermatologen weiter und stellen eine Emulsion her, die genau den eigenen Bedürfnissen entspricht. Generell gilt: Im Sommer lieber ein leichteres Produkt bevorzugen, im Winter darf es etwas reichhaltiger sein.

ÖKO-TEST hat 23 Feuchtigkeitscremes, die sich auch für die warme Jahreszeit eignen, zum Test ins Labor geschickt.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Sommer braucht die Gesichtshaut zwar Pflege, die Creme sollte aber nicht zu fetthaltig sein. Wir haben unsere Einkäufer deshalb mit dem Auftrag losgeschickt, eine Auswahl an leichter Feuchtigkeitspflege zu besorgen, die auch nach einem Sonnentag der Haut guttut. 23 Produkte haben wir schließlich ins Labor geschickt, eine bunte Mischung aus Markenware, Produkten vom Discounter und zertifizierter Naturkosmetik.

Jede Menge unnötiger Müll wird durch die Umkartons, die kein Glas schützen, verursacht.


Foto: iStockphoto/©Thinkstock

Die Inhaltsstoffe

Eine Gesichtscreme soll der Haut guttun und sie nicht mit schädlichen oder fragwürdigen Inhaltsstoffen belasten. Für uns war deshalb die Frage entscheidend, ob UV-Filter und Parabene mit hormoneller Wirkung in den Produkten stecken. Außerdem wollten wir wissen, welche Stoffe den Cremes ihren Duft verleihen und womit die Hersteller ihre Produkte vor Schimmel und Keimbefall schützen. Auch auf Paraffine/Erdölprodukte und apolare Silikonverbindungen haben unsere Labore geachtet.

Die Bewertung

Das Prädikat „sehr gut“ verleihen wir nur, wenn keinerlei kritische Inhaltsstoffe in der Creme stecken. Den Einsatz von Parfüm werten wir nicht grundsätzlich ab, sondern nur dann, wenn problematische Moschus-Düfte darin stecken oder Duftstoffe, die Allergien auslösen können. Duftstoffe, die bei besonders empfindlichen Menschen Probleme verursachen können, führen wir zusätzlich als Info in der Tabelle auf.

Das Testergebnis

Das Testergebnis

Nur wenige Cremes sind nicht zu empfehlen: Erfreulicherweise haben wir an den meisten Produkten nichts oder nur wenig zu bemängeln. 17 Mal konnten wir das Urteil „sehr gut“ oder „gut“ verteilen. Leider gibt es aber immer noch Ausreißer nach unten: Zwei Produkte schnitten immerhin noch „befriedigend“ ab, vier Mal mussten wir jedoch ein „ungenügend“ vergeben.

Sonnenschutz mit Gesundheitsrisiko: Einen UV-Filter in die Gesichtscreme zu integrieren, ist nach Meinung von Experten durchaus sinnvoll. So bietet die Tagespflege auch einen gewissen Schutz vor den schädlichen Strahlen. In sechs Cremes sind jedoch UV-Filter enthalten, die im Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken: Für Ethylhexyl Methoxycinnamate wurde die hormonelle Wirksamkeit im Tierversuch gezeigt, für Octocrylene liegen Hinweise darauf aus Zellversuchen vor.

Konservieren geht auch anders: Parabene schützen die Cremes vor Schimmel und Keimbefall. Bestimmte Parabene stehen jedoch im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken und haben im Tierversuch die Fortpflanzung gefährdet. Die bedenklichen Varianten fanden wir in der Real Quality Feuchtigkeitscreme mit Vitamin E und Jojoba-Öl für normale & Mischhaut, in der Bebe Young Care Feuchtigkeitspflege, normale Haut, im L’Oréal Hydra Active 3 Fresh Feuchtigkeits-Creme-Gel und in der Olaz Essentials Complete Tagescreme. In zwei Cremes steckten außerdem umstrittene halogenorganische Verbindungen. Einige dieser Substanzen gelten als allergieauslösend.

Das riecht nach Allergie: Die Firma L’Oréal setzt im Hydra Active 3 Fresh Feuchtigkeits-Creme Gel Lyral als Duftstoff ein, bei der Olaz Essentials Complete Tagescreme von Procter & Gamble kommt zusätzlich noch Hydroxycitronellal dazu. Beide Stoffe gelten als allergieauslösend und werden von uns um eine Note abgewertet. In drei Produkten haben wir außerdem künstlichen Moschus-Duft nachgewiesen, der sich im menschlichen Fettgewebe anreichern kann. Tierversuche haben sogar Hinweise auf Leberschäden gegeben.

Billige Alternative: In sechs Cremes fanden wir billige Paraffi ne, Erdölprodukte oder apolare Silikonverbindungen. Sie integrieren sich nicht so gut wie natürliche Fette und Öle ins Hautbild.

ÖKO-TEST rät

• U nser Test zeigt: Gute Gesichtscremes müssen nicht unbedingt teuer sein. Auch Produkte aus dem Supermarkt haben „sehr gut“ abgeschnitten.
• I mmerhin vier Produkte enthalten kein Parfüm. Wer darauf Wert legt, sollte bei den Inhaltsstoff en da rauf achten, dass die Wörter Parfüm oder Fragrance nicht auftauchen.