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TEST Gesichtscremes: Mehr Pflege


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 27.01.2022

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RATGEBER

1 Die Naturkosmetik und fast zwei Drittel der konventionellen Cremes im Test haben „sehr gute“ Inhaltsstoffe. Viele verfehlen die Bestnote aber durch unzureichende Wirksamkeitsbelege, fehlende Studien oder weitere Mängel wie umweltbelastendes Flüssigplastik.

2 Eine Anti-Aging- oder Antifalten-Creme bringt aus unserer Sicht gegenüber einer Pflegecreme ohne Wirkversprechen keine Vorteile.

3 Lieber eine Tagescreme ohne UV-Filter anwenden – und bei Bedarf ein Sonnenschutzmittel ergänzen.

D raußen kalt und windig, drinnen trocken-warme Heizungsluft – auf diese Wechsel reagiert die Haut besonders im Winter bisweilen gereizt, gerötet oder rau und signalisiert so, dass ihre Pflege jetzt gern etwas reichhaltiger sein darf. Auch unabhängig von der Jahreszeit gibt es Faktoren, die für ein Plus an Fett und Feuchtigkeit sprechen. Beispielsweise, wenn die Talgdrüsen mit zunehmendem Alter die Produktion ...

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... an schützenden Lipiden herunterfahren, die Haut trockener wird und Fältchen bildet.

Von außen kann eine reichhaltige Creme Nachschub an Feuchtigkeit und Fett liefern und dafür sorgen, dass die Haut weniger spannt und glatter wird. Die Auswahl an entsprechender Kosmetik ist groß.

Doch wir können gerade mal elf der 50 Pflegecremes im Test ohne Wenn und Aber mit der Note „sehr gut“ empfehlen. Sieben Produkte schmieren dagegen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ regelrecht ab. Selbst unter den Schlusslichtern gibt es Ausreißer nach unten. Fangen wir stellvertretend mit dem negativen Spitzenreiter an.

„Einige bekannte Marken verbessern ihre Rezepturen. Gut so! Andere haben offenbar nichts dazugelernt.“

Annette Dohrmann ÖKO-TEST-Redakteurin

Aus der Zeit gefallen

Selten kommen in unseren Kosmetiktests so viele Abwertungen zusammen wie bei der Mouson-Creme. Die Notenabzüge – weitere Mängel noch nicht mitgezählt – addieren sich auf 16 Stück. Sie bilden eine lange Liste von Substanzen, die aus unserer Sicht nichts in Kosmetik zu suchen haben: problematische Konservierer, künstlicher Moschusduft, ein bedenklicher UV-Filter, Paraffine oder aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH). Dabei handelt es sich bei der Antifalten-Creme mit dem goldenen Kutschgespann auf der Verpackung um einen Klassiker, der sich seit mehr als einem Jahrhundert am Markt hält. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg vom Frankfurter Parfüm- und Seifenhersteller August Friedrich Mouson entwickelt, war die Creme einst ein großer Verkaufserfolg, wie Sylvia Goldhammer für das Frankfurter Personenlexikon schreibt.

Wir meinen: Statt vergangenem Ruhm hinterherzutraben, wäre es höchste Zeit, dem Klassiker eine neue Rezeptur zu gönnen.

Konservierung? Längst überholt

Ein heißer Wechselkandidat wäre Imidazolidinyl Urea, ein Formaldehydabspalter, der laut Deklaration in der Mouson-Creme steckt. Das von uns beauftragte Labor hat dementsprechend freies/freisetzbares Formaldehyd in der Creme nachgewiesen. Formaldehyd kann jedoch die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Die EU-Kommission hat das Problem Formaldehyd auf der Agende.

Für Kosmetika, deren Gehalt an freiem Formaldehyd bei mehr als 10 Milligramm pro Kilogramm liegt, plant sie einen Hinweis. Die Anbieter müssen gegebenenfalls bald „enthält Formaldehyd“ auf die Verpackungen drucken.

In der Mouson-Creme und in der ebenfalls mit „ungenügend“ bewerteten Böttger Spezialcreme Extra Fett stecken weitere kritische Konservierer: Butyl-beziehungsweise Propylparaben, die im Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken.

TIPPS

Das tut gut bei trockener Haut

Gesunde Lebensweise

Ungute Gewohnheiten hinterlassen ihre Spuren auf der Haut: Deshalb möglichst abwechslungsreich essen, ausreichend schlafen und Wasser trinken, aufs Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum verzichten – und so oft es geht runterkommen und entspannen.

Dosierte Pflege

Mit zunehmendem Alter wird die Haut dünner, trockener und ist weniger elastisch. Trotzdem nicht mit Fett zukleistern, da sie sonst verlernt, sich selbst zu regenerieren.

Natürliche Öle

Die Cremes im Test enthalten etwa: Arachis Hypogaea Oil (Erdnussöl); Butyrospermum Parkii Butter (Sheabutter); Helianthus Annuus Hybrid Oil (Sonnenblumenöl); Oenothera Biennis Oil (Nachtkerzenöl); Olea Europaea Fruit Oil (Olivenöl); Persea Gratissima Oil (Avocadoöl); Prunus Amygdalus Dulcis Oil (Mandelöl); Prunus Armeniaca Kernel Oil (Aprikosenkernöl); Punica Granatum Seed Oil (Granatapfelkernöl); Simmondsia Chinensis Seed Oil (Jojobaöl); Vitis Vinifera Seed Oil (Traubenkernöl).

Was riecht denn da?

Auch was die Parfümierung angeht, hat die Mouson-Creme ein negatives Alleinstellungsmerkmal. Als einzige der 50 getesteten Cremes enthält sie den künstlichen Moschusduft Galaxolid. Der gelangt über die Haut in den menschlichen Organismus und reichert sich im Fettgewebe an.

Die Böttger Spezialcreme Extra Fett und die Hormocenta Original Care Spezialcreme sind mit dem synthetischen Duftstoff Lilial parfümiert, der sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend erwiesen hat. Der muss bald verduften: Ab März sind Kosmetika, die Lilial enthalten, EU-weit verboten. Die Böttger-Creme ist laut Hersteller bereits mit einer geänderten Parfümierung ohne Lilial und Hydroxycitronellal auf dem Markt. Unsere Einkaufsabteilung hat jedoch noch das alte Produkt in den Märkten vorgefunden.

Nicht gut zu Gesicht

Statt natürlicher Öle und Wachse stecken in etlichen konventionellen Cremes nach wie vor Paraffine oder Silikone. Die integrieren sich einerseits nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut. Mineralölbasierte Fette können außerdem mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sein. Das Labor hat sie in drei Cremes – Böttger, Hormocenta und Mouson – nachgewiesen. Unter den MOAH können sich Verbindungen befinden, die Krebs erzeugen.

Schattenseite

Einige der Cremes im Test sind mit Lichtschutzfaktor ausgelobt. Vier Cremes, darunter Nivea und Florena, enthalten jedoch Octocrylen oder Ethylhexylmethoxycinnamat. Diese von uns schon lange kritisierten UV-Filter stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken.

Leere Versprechen

Ach, wenn es doch so simpel wäre: Regelmäßig Pflegecreme auftragen – und schon entknittern sich Fältchen und strafft sich die Haut. Schlechte Nachricht: Das funktioniert nicht. Dennoch versuchen viele Kosmetikanbieter, uns genau das immer wieder weiszumachen. Und wir wollen wie üblich Belege für diese Wirkversprechen. Allerdings hat uns keine der vorgelegten Studien davon überzeugt, dass die untersuchte Creme mehr kann als eine gewöhnliche Pflegecreme. Nämlich bestenfalls die obere Hautschicht vorübergehend etwas aufpolstern.

So haben wir getestet

Wir haben 50 reichhaltige Gesichtscremes – mit und ohne Wirkversprechen gegen Falten – eingekauft, 17 davon sind zertifizierte Naturkosmetik (zNK). Im Einkaufskorb landeten Produkte aus Drogerien, (Bio-)Supermärkten, Apotheken oder Discountern. Die Preise für 50 Milliliter der Cremes liegen zwischen 1,95 Euro und knapp 45 Euro.

Anhand der Deklarationen haben wir überprüft, ob die Cremes umstrittene Inhaltsstoffe wie PEG/PEG-Derivate, bedenkliche UV-Filter oder umweltbelastendes Flüssigplastik (synthetische Polymere) enthalten. Verschiedene Labore haben alle Produkte auf weitere Problemstoffe untersucht: Sind hautreizende oder allergieauslösende Konservierungsmittel oder Duftstoffe enthalten? Stecken in Cremes mit Erdölderivaten problematische Mineralölbestandteile? Die Verpackungen ließen wir auf chlorierte Verbindungen überprüfen und schauten, ob die Cremes in einem überflüssigen Pappkarton stecken. Darüber hinaus wollten wir von den Anbietern wissen, ob sie für Plastiktuben und -tiegel recycelten Kunststoff verwenden. Für Cremes, die mit Anti-Aging-, Anti-Falten- oder straffender Wirkung ausgelobt sind oder die versprechen, Falten und Linien zu reduzieren, haben wir Studien angefordert, die diese Aussagen ausreichend belegen.