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TEST Gesichtsmasken: Schön mit der Ruhe


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 24.02.2022

RATGEBER

1 Mit Naturkosmetik liegen Sie meist richtig. Aber auch unter den konventionellen Tuch- und Crememasken gibt es einige „sehr gute“.

2 Möchten Sie Müll vermeiden, greifen Sie zu Tuben und nicht zu Einzel-Tuchmasken. Zudem können Sie damit besser dosieren.

3 Eine selbst gemachte Maske mindert Ver- packungsmüll und ist auch günstiger. Gurkenscheiben aufs Gesicht oder püriert mit einem Esslöffel Quark mischen.

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Lehnen Sie sich zurück und entspannen Sie sich“, „Anti-Stress- Komplex“: Wer eine Gesichtsmaske auflegt, hofft nicht nur auf den beworbenen „Frischekick“ oder „Feuchtigkeitsbooster“, sondern genießt gerne auch den Wohlfühleffekt, sich und seiner Haut mal eine Auszeit zu gönnen.

Umstrittene PEG-Verbindungen, allergieauslösende Duftstoffe oder gar Arsen etwa haben in dieser Auszeit allerdings nichts zu suchen. Deswegen haben wir 49 feuchtigkeitsspendende Gesichtsmasken in Laboren ...

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... untersuchen lassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 33 Produkte können wir empfehlen, 27 davon mit „sehr gut“. Aber es gibt auch sechs Stück, von denen wir mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ wegen zu vieler Problemstoffe oder nicht belegter Anti-Aging-Wirkversprechen abraten. Denn eins ist klar: Wer mit Faltenreduktion wirbt, der muss das auch belegen können.

Wenig hautfreundlich

Auf umstrittene PEG-Verbindungen stoßen wir in fast jedem Kosmetiktest. Meistens haben sie als Emulgatoren die Funktion, Fette und Wasser in cremiger Kosmetik zu verbinden. Sie können jedoch die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Auch in diesem Test sind sie unser häufigster Kritikpunkt. Insgesamt elf Masken enthalten PEG/PEG-Derivate.

Nummer zwei unter den Problemstoffen: halogenorganische Verbindungen. Dabei handelt es sich um eine riesige Gruppe von Stoffen, von denen manche Allergien auslösen und einige Krebs erregen können. Fast alle bauen sich in der Umwelt schwer ab. Sie stecken in vier Produkten. In zwei Masken handelt es sich um den Konservierungsstoff Chlorphenesin. Die Substanz gilt als hautreizend.

In der mit „ungenügend“ bewerteten 7th Heaven Pink Oxygen Bubble Sheet Mask stecken neben halogenorganischen Verbindungen zudem per-und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). In Kosmetika finden sie unter anderem als Tenside und Filmbildner Verwendung. Einige PFAS haben toxische Eigenschaften. Deutschland und weitere EU-Staaten wollen deshalb bis Juli 2022 einen Beschränkungsvorschlag bei der Europäischen Chemikalienagentur( ECHA) einreichen.

In der ebenfalls „ungenügenden“ Ahava Hydration Cream Mask analysierte ein beauftragtes Labor neben dem Duftstoff Hydroxycitronellal, der relativ häufig Allergien auslösen kann, auch künstlichen Moschusduft. Die nachgewiesene polyzyklische Moschus-Verbindung Galaxolid kann sich im menschlichen Fettgewebe anreichern und Tierversuche geben Hinweise auf Leberschäden.

Arsen in der Heilerde

Aber auch natürliche Substanzen können Problemstoffe bergen. Wir ließen alle Produkte mit Anteilen aus Ton-, Heil-oder Mineralerden auf Schwermetalle und andere problematische Elemente, die sich von Natur aus darin befinden können, untersuchen. In der Luvos Heilerde Feuchtigkeits-Maske mit Mandelöl wies das Labor Arsen nach. Vor allem in seiner anorganischen Form ist Arsen hochgiftig. Zwar geht hier keine akute Gefahr für die Verbraucherinnen aus – trotzdem sind zu hohe Mengen unerwünscht. Und der festgestellte Gehalt lag über dem Wert, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bei guter Herstellungspraxis für technisch vermeidbar hält.

„Gesichtsmasken spenden der Haut Feuchtigkeit. Altersfalten verhindern sie nicht.“

WISSEN

Pralle Haut für Stunden

Gegen Trockenheit

Etliche Masken im Test versprechen ein frischeres, glatteres Hautbild und das Verschwinden von oberflächlichen Trockenheitsfältchen. Das ist durchaus realistisch, denn Feuchtigkeitsspender (Moisturizer) wie Glycerin, Aloe vera und Hyaluronsäure dringen in die oberste Hautschicht, die Epidermis, ein. Sie binden dort Feuchtigkeit und können die Haut für eine gewisse Zeit glatt aussehen lassen.

Altersfältchen bleiben

Die Uhr zurückdrehen und Altersfalten verschwinden lassen, das schaffen Gesichtsmasken jedoch nicht. Altersfalten bilden sich nicht in der Epidermis, sondern in der darunter liegenden Lederhaut, wo mit den Jahren die Elastizität abhanden kommt. Dorthin kann – und darf – Kosmetik nicht gelangen, sonst überschreitet sie die Grenze zum Arzneimittel.

Wundermittel Hyaluron?

Hyaluronsäure – in sehr vielen Masken im Test enthalten – kommt von Natur aus in der Haut und im Bindegewebe vor. Sie sorgt in der Lederhaut dafür, dass die Feuchtigkeitsspeicher gut gefüllt sind und die Haut prall und elastisch bleibt. Im Alter schrumpfen die Hyaluronsäure- Depots. In Kosmetik eingesetzt dringt sie aber nicht bis dahin vor.

Falten weg – wo ist der Beleg?

„Faltentiefereduktion“, „Fältchen werden nachweislich reduziert“: Die Masken der Marken Balea, Eucerin, Judith Williams und Logona werben mit solchen und anderen Anti-Aging-Versprechen. Wir forderten dazu überzeugende Wirksamkeitsstudien an. Drei der Anbieter lieferten uns jedoch keine. Es hieß, man gewähre nur den Kontrollbehörden Zugang zu den Studien. Dm schickte uns für die Balea Hyaluronmaske zwar eine Studie; sie belegte jedoch keinen Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Pflegeprodukt ohne Auslobung.

Ein Umweltproblem: Kunststoffe

Beinahe die Hälfte der konventionellen Masken enthält synthetische Polymere. In der Tabelle bezeichnen wir sie als weitere Kunststoffverbindungen. Das Problem: Synthetische Polymere sind in der Umwelt zum Teil schwer abbaubar und können das Abwasser unnötig belasten, auch wenn sie anders als feste Mikroplastikpartikel in gelöster Form vorliegen.

Mit der Ausnahme von einer Aluminiumtube sind alle Masken in folienüberzogene Sachets oder Plastiktuben gefüllt. Ernüchterndes Ergebnis: Kein Anbieter legte uns Belege vor, dass die Kunststoffe für das Verpackungsmaterial Rezyklatanteile aus der Wertstoffsammlung enthalten.

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 49 feuchtigkeitsspendende Gesichtsmasken eingekauft: 27 Creme- und 22 Tuchmasken; darunter 13, die als Naturkosmetik zertifiziert sind.

Verschiedene Labore haben alle Produkte für uns analysiert: Enthalten die Masken Duftstoffe, die Allergien auslösen oder die Haut reizen können, oder umstrittene Konservierungsstoffe? Stecken Silikone, Paraffine oder halogenorganische Verbindungen in den Produkten? Enthalten Crememasken aus Heilerde problematische Elemente wie Arsen und Tuchmasken aus Vlies optische Aufheller, die die Umwelt belasten?

Die Liste der Inhaltsstoffe überprüften wir daraufhin, ob sie umstrittene oder bedenkliche Bestandteile wie PEG/PEG-Derivate, per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) oder umweltproblematische Kunststoffverbindungen enthält. Die Hersteller oder Anbieter baten wir um Belege, ob die Kunststoffverpackungen Anteile an Post-Consumer-Rezyklat (PCR) aus der Wertstoffsammlung enthalten. Bei Gesichtsmasken mit einem Anti-Aging-Versprechen sollten sie uns die Wirksamkeit mit Studien belegen.

Am wichtigsten sind für ÖKO-TEST die Inhaltsstoffe. Für bedenkliche oder umstrittene Substanzen ziehen wir Noten ab. Fehlende Rezyklat-Anteile, umweltbelastende Kunststoffverbindungen oder aus unserer Sicht nicht belegte Anti-Aging-Versprechen verschlechtern das Gesamturteil.

Fett gedruckt sind Mängel. Abkürzungen: PFAS = Per-und polyfluorierte Alkylverbindungen. Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Weiterer Mangel: keine vollständige Wirksamkeitsstudie zum Anti-Aging-Wirkversprechen für das Produkt vorgelegt. 3) Weiterer Mangel: Vorteil des Produkts mit Anti-Aging-Wirkversprechen gegenüber einem herkömmlichen Pflegeprodukt nicht überzeugend belegt. 4) Die Duftstoffe Hydroxycitronellal und Citronellol sind deklariert, wurden aber nicht im Labor nachgewiesen. 5) Der Duftstoff Citronellol ist deklariert, wurde aber nicht im Labor nachgewiesen. 6) Der Duftstoff Citral ist deklariert, wurde aber nicht im Labor nachgewiesen. 7) Der Duftstoff Geraniol ist deklariert, wurde aber nicht im Labor nachgewiesen. 8) Die Duftstoffe Geraniol, Citronellol und Eugenol sind deklariert, wurden aber nicht im Labor nachgewiesen. 9) Laut Hersteller wurde die Rezeptur verändert (neue EAN-Nummer 2200273894308). 10) Laut Anbieter ist im April 2022 ein Relaunch von Rezeptur und Design geplant (neue GTIN 9120112222860). 11) Laut Anbieter wird das Produkt in „Isana Men Hyaluron Power Tuchmaske“ umbenannt und die Rezeptur leicht verändert. Das neue Produkt mit der Auslobung von Aloe vera statt Koffein auf Front-und Rückseite komme ab Ende des ersten Quartals 2022 in den Handel. 12) Laut Anbieter wird das Produkt seit November 2019 nicht mehr ausgeliefert und ist inzwischen mit einer veränderten Rezeptur im Handel. Diese enthalte unter anderem keine Kunststoffverbindungen mehr (ab Charge: 21H76131). 13) Laut Anbieter ist seit Februar 2022 die Verpackung auf eine Monofolie aus Polypropylen (PP) umgestellt. 14) Laut Anbieter wird seit Mitte Januar 2022 eine neue Verpackung aus recycelbarem Monomaterial PP-Folie eingesetzt (neue GTIN 4058172680939). 15) Laut Anbieter kommt voraussichtlich Anfang März 2022 eine neue Rezeptur in einer recycelbaren Monofolie aus Polypropylen (PP) in den Handel (neue GTIN 4066447071641). 16) Laut Anbieter ist die Vorderseite mittlerweile in deutscher Sprache.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) PEG/PEG-Derivate; b) halogenorganische Verbindungen bzw. Chlorphenesin; c) ein gemessener Gehalt von mehr als 10 mg/kg polyzyklische Moschusverbindungen (hier: Galaxolid/HHBC, in Tabelle: künstlicher Moschusduft); d) Überschreitung des vom BVL festgelegten Richtwerts (0,5 mg/kg) für die technische Vermeidbarkeit von Arsen in kosmetischen Produkten; e) Fluororganische Verbindungen/PFAS (hier: Methylperfluorobutylether, Methylperfluoroisobutylether). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Hydroxycitronellal); b) mehr als 1 Prozent Silikon ver bindungen.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: keine vollständige Wirksamkeitsstudie zum Anti-Aging-Wirkversprechen (hier: „Anti-Age/Aging“, „mildert Falten“) für das Produkt vorgelegt. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Silikone, wenn sie nicht schon unter den Inhaltsstoffen abgewertet wurden, und/oder weitere synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen ([Sodium] Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Sodium Acrylate/ Sodium Acryloyldimethyl Taurate Copolymer, Glyceryl Polymethacrylate, Glyceryl Acrylate/Acrylic Acid Copolymer, PVM/MA Copolymer, Polyvinyl Alcohol, Ammonium Polyacryloyldimethyl Taurate, Sodium Polyacrylate Starch, [Sodium] Carbomer, Sodium Polyacrylate, Hydroxyethyl Arcylate/Sodium Acryloyldimethyl Taurate Copolymer, Ammonium Polyacryloyldimethyl Taurate, Polymethylsilsesquioxane, Disiloxane, Dimethicone, Dimethiconol); b) Vorteil des Produkts mit Anti-Aging-Wirkversprechen gegenüber einem herkömmlichen Pflegeprodukt nicht überzeugend belegt (hier: „Faltentiefenreduktion“, „Fältchen werden[...] reduziert“). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Umkarton, der kein Glas schützt; b) ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe hierzu oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage hierzu.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ und „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben; für bestimmte Anti-Aging-Versprechen waren jedoch entsprechende Studien vorzulegen.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2203. Einkauf der Testprodukte: November – Dezember 2021.

Dieser Test löst den Test Gesichtsmasken aus dem ÖKO-TEST Magazin 1/2020 und dessen Wiederveröffentlichung im Jahrbuch Kosmetik für 2021 ab.

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