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TEST Getönte Tagescremes: Auffrischung gefällig?


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 21.04.2022

RATGEBER

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Die Charlotte Meentzen Kräutervital Tagescreme getönt, beige soll ab Charge 221202 wieder frei von dem Gefahrstoff Lilial sein. Der Hersteller bietet Käufern Onlinegutscheine an.

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Einige Cremes loben einen Sonnenschutzfaktor aus. Wenn es richtig in die Sonne geht, besser eine Sonnencreme verwenden.

3

Die Cremes pflegen und tönen. Wer eine höhere Deckkraft möchte, ist mit klassischem Makeup besser bedient.

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Getönte Tagescremes pflegen die Haut und lassen sie etwas frischer und ebenmäßiger aussehen. Die Deckkraft durch die enthaltenen Farbpigmente reicht nicht für jeden Fleck oder jede Hautrötung, dafür bleibt der bei Make-up gefürchtete starre „Maskeneffekt“ meist aus. Die Inhaltsstoffe der leichten Schönheitspflege sind jedoch nicht per se natürlich. Gerade einmal acht Produkte mit den Gesamturteilen „sehr gut“ oder „gut“ können wir empfehlen. Ebenso viele fallen aber mit „mangelhaft“ oder ...

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... „ungenügend“ durch. Die von uns beauftragten Labore haben in den Cremes einige bedenkliche Substanzen gefunden.

Charlotte Meentzen mit Gefahrstoff

In einem Fall hat unsere Untersuchung direkte Konsequenzen. Das Labor hat in der Charlotte Meentzen Kräutervital Tagescreme getönt, beige den problematischen Duftstoff Butylphenyl Methylpropional (Lilial) nachgewiesen. ÖKO-TEST kritisiert den Einsatz dieses künstlichen Duftstoffs seit Jahren als unnötiges Risiko. Lilial ist in der Chemikalienverordnung (CLP) als Gefahrstoff eingestuft, weil es wahrscheinlich die Fortpflanzung gefährden und das Kind im Mutterleib schädigen kann. Seit diesem März ist es in der EU in Kosmetika verboten. Laut einem Bericht des Portals Apotheke Adhoc von Februar riefen viele Hersteller kurz vor Inkrafttreten des Verbots noch Kosmetika zurück, in denen sie bis zuletzt wissentlich Lilial einsetzten. Die Firma Charlotte Meentzen ist dagegen wohl nur durch unseren Test auf die Belastung ihrer Creme aufmerksam geworden. Man habe Lilial schon 2019 aus allen Kosmetika verbannt, es sei bei der Creme zu einer Fehllieferung des Parfümöl-Lieferanten gekommen, erklärte der Hersteller. Nach dem Befund von ÖKO- TEST habe man den Verkauf sofort gestoppt und einen Rückruf gestartet. Künftig werde die Creme wieder ohne Lilial produziert.

Giftiges Cadmium

Keine Maßnahmen in Bezug auf die eingesetzten Rohstoffe hat uns dagegen bisher die Firma Physicians Formula angekündigt, deren Produkt in unserem Test mit dem ebenfalls als Gefahrstoff eingestuften Schwermetall Cadmium belastet war. Cadmium ist giftig für die Nieren. Und es steht unter anderem unter dem Verdacht, ebenfalls fortpflanzungsschädlich zu sein. Das Element kommt natürlicherweise in der Erdkruste vor und kann etwa über Farbpigmente in Kosmetika gelangen. Der in diesem Produkt gemessene Gehalt lag oberhalb des Orientierungswertes des Bundesamts für Verbraucherschutz (BVL). Gehalte unter diesem Wert toleriert das BVL als „technisch nicht vermeidbar“.

Umstrittene Zutaten

Weitere Inhaltsstoffe, die wir kritisieren, haben die Hersteller bewusst eingesetzt und als deklarationspflichtige Stoffe in der Zutatenliste aufgeführt. So enthalten die hochpreisigen Markenprodukte von Biotherm und La Roche-Posay den Stoff Butylhydroxytoluol (BHT), der Kosmetika vor Reaktionen mit Sauerstoff schützen soll. BHT steht in Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Gleiches gilt für zwei chemische U V-Filter, die wir in diesem Test bemängeln: Für Ethylhexylmethoxycinnamat (im

„Praktische Kombi aus Pflege und Foundation: ja, gerne. Bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe: nein, danke!“

Vanessa Christa ÖKO-TEST-Projektleiterin

WISSEN

Welche passt zu mir?

Unterschiedliche Deckkraft

Eine Tagescreme lässt rote Stellen, Pickel oder Augenringe nicht komplett verschwinden. Wer sich das wünscht, kann solche Stellen vorab punktuell mit einem Concealer (Testergebnisse gibt es über oekotest. de/11524) behandeln. Cremes mit BB im Namen haben oft eine höhere Deckkraft als solche die nur „getönte“ Tagescreme" heißen.

Der richtige Farbton

Beim Farbton gilt: besser etwas zu hell als etwas zu dunkel. Ob er richtig zum natürlichen Teint passt, sieht man leider nur bei Tageslicht und Probeauftragen im Gesicht. Falls das Geschäft Probeexemplare im Regal hat, etwas davon nehmen und kurz nach draußen gehen – oder alternativ das Risiko eingehen und die angebrochene Creme weiter verschenken, wenn der Farbton doch nicht passt.

Biotherm-Produkt) liegen hierzu aus Tierversuchen Hinweise vor, für Octocrylen (La Roche-Posay, Nivea) aus Zellversuchen. Sechsmal bemängeln wir PEG/PEG-Derivate, denn solche Emulgatoren können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Wenig natürlich

In drei der getönten Tagescremes fanden sich umstrittene halogenorganische Verbindungen, welche oft zum Konservieren dienen. Mehr als ein Prozent Silikone und/ oder Paraffine stecken in sieben Cremes. Diese erdölbasierten Stoffe kritisieren wir, weil sie sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut einfügen wie natürliche Fette. In Produkten mit Paraffinen finden die Labore zudem regelmäßig Verunreinigungen mit aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH). So auch dieses Mal in der Sanct Bernhard Getönte Tagescreme, mittel. MOAH haben aus unserer Sicht in Kosmetik nichts verloren, weil zu der Stoffgruppe auch krebserregende Verbindungen gehören können.

Es geht auch anders

Mit „sehr gut“ im Testergebnis Inhaltsstoffe schneiden immerhin alle acht zertifizierten Naturkosmetika sowie drei konventionelle ab. Dass nur drei auch im Gesamturteil die Bestnote erreichen, liegt an Deklarationsmängeln und Umweltaspekten. So war Beiersdorf für das Nivea- Produkt der einzige Hersteller, der angab, dass seine Plastikverpackung Recyclingmaterial enthält. Für die getestete Charge ausreichend belegt hat die Firma uns das jedoch nicht. Bei vielen konventionellen Marken steckt, vereinfacht gesagt, auch noch Plastik in der Rezeptur der Creme selbst. Für synthetische Polymere ziehen wir Noten ab, weil sie schwer abbaubar sein und die Umwelt belasten können, in die sie mit dem Klärschlamm eingetragen werden.

So haben wir getestet

Im ÖKO-TEST Einkaufskorb landeten 20 getönte Tagescremes mit mittlerem Farbton, davon neun BB-Cremes. „BB“ ist ein Marketingbegiff und steht bür „Beauty Balm“ oder „Blemish Balm“ – also Schönheits-oder Makelbalsam. Acht Produkte sind als Naturkosmetik zertifiziert. Für 50 Milliliter zahlten wir zwischen 5,82 Euro und 41,67 Euro. Anhand der Deklarationen haben wir überprüft, ob die Cremes umstrittene Inhaltsstoffe wie PEG/PEG-Derivate, bedenkliche UV-Filter oder umweltbelastende Plastikverbindungen  (synthetische Polymere) enthalten. Verschiedene Labore haben die Produkte auf weitere Problemstoffe untersucht: Sind hautreizende oder allergieauslösende Konservierungsmittel oder Duftstoffe enthalten? Sind paraffinhaltige Cremes mit besonders problematischen Mineralölbestandteilen verunreinigt? Da die für die Tönung eingesetzten Pigmente mit Schwermetallen belastet sein können, ließen wir die Cremes im Labor darauf prüfen. In Produkten mit Titandioxid oder Zinkoxid ließen wir die Partikelverteilung untersuchen. Wenn ein hoher Anteil der Partikel in Nanogröße vorliegt, so sollte der Hersteller dies aus unserer Sicht in der Inhaltsstoffliste mit dem Zusatz „nano“ kenntlich machen. Die Verpackungen ließen wir auf chlorierte Verbindungen überprüfen. Darüber hinaus wollten wir von den Anbietern wissen, ob sie für ihre Plastikverpackungen recycelten Kunststoff verwenden. Im Falle bestimmter Anti-Aging-Auslobungen wollten wir überzeugende Studien als Beleg sehen.