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TEST Girokonten für Selbstständige: Unverschämt teuer


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2014 vom 25.07.2014

Privatkunden werden von den Banken derzeit mit kostenlosen Girokonten plus Startguthaben umworben. Ganz anders sieht es dagegen für Freiberufler und Gewerbetreibende aus. Bei Geschäftsgirokonten kassieren viele Institute regelrecht ab. Von Barbara Sternberger-Frey


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Rund 4,5 Millionen Selbstständige und Freiberufler gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland. Umsatz und Einkommen sind bei ihnen je nach Berufsgruppe höchst unterschiedlich, doch viele Freiberufler verdienen gut. Wegen meist unregelmäßiger Einkommen sind sie – mit Ausnahme von ...

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... Ärzten und Apothekern – bei den Banken als Kunden aber offenbar nicht sehr beliebt. Zumindest bekommen sie oft deutlich schlechtere Konditionen als Angestellte, wenn es um Dienstleistungen wie das Girokonto oder Kredite geht. Bei einigen Institutsgruppen, wie den Sparda- oder PSD-Banken, können sie nicht einmal ein Konto eröffnen, wenn darüber auch betriebliche Buchungen laufen. Das gilt auch für Direktbanken, wie die ING Diba, Comdirect oder die Netbank. Denn Geschäftsgirokonten bieten diese typischen Privatkundenbanken überhaupt nicht an.

Eigentlich brauchen Freiberufler kein spezielles Geschäftskonto. Theoretisch können sie ihre geschäftlichen Transaktionen auch über ein privates Girokonto abwickeln. Das wird allerdings von immer weniger Banken toleriert (Einzelheiten siehe Kasten S. 110). Stattdessen bieten die Institute Geschäftskonten an, die zwar dieselben Leistungen wie private Girokonten offerieren. Doch bei den Preisen für die private und geschäftliche Kontoführung klaffen himmelweite Unterschiede, wie unser Test zeigt. Das lässt sich aber selten auf Anhieb erkennen. Bei den Kosten für Girokonten steckt die Tücke im Detail. Nicht nur dass jedes Institut den Aufwand für die Kontoführung unterschiedlich berechnet. Selbst innerhalb einer Bank werden den Kunden oft verschiedene Preismodelle offeriert. Hinzu kommt bei Geschäftskunden, dass die Konditionen für eine mögliche Kontoüberziehung, hier Kontokorrentkredit genannt, ganz individuell anhand der Bonität des Kunden festgelegt werden. ÖKO-TEST hat daher drei verschiedene Nutzungsprofile für typische Freiberufler aus drei unterschiedlichen Einkommensklassen erstellt und anhand dieser Daten das Preis-Leistungs-Verhältnis von 51 Geschäftskontomodellen bei insgesamt 33 Banken verglichen. In allen Fällen wünschten die Musterkunden für ihre geschäftlichen Buchungen nicht nur ein Girokonto mit den üblichen Konto- und Kreditkarten. Vielmehr haben sie sich auch einen Kreditrahmen für etwaige Kontoüberziehungen einräumen lassen.


Was Privatkunden im Jahr zahlen, kosten Geschäftskonten oft in einem Monat


Das Testergebnis

Unverschämt teuer. Kaum zu glauben, doch während Privatkunden ihr Konto oft zum Nulltarif erhalten und schlimmstenfalls bis 80 Euro im Jahr dafür zahlen müssen, fangen die Preise für Geschäftsgirokonten auf diesem Niveau erst an – im günstigsten Fall. Bisweilen sind Geschäftsgirokonten sogar fünf bis zehn Mal so teuer wie Privatkonten. Das bedeutet: Was ein Privatkunde im ganzen Jahr für sein Konto zahlt, verlangt die Bank vom Geschäftskunden oft für einen einzigen Monat.
Exorbitante Preisunterschiede. Im Schnitt kostet das Konto für Geschäftskunden zwischen 250 bis 351 Euro im Jahr – je nach Musterfall. Doch wenn Freiberufler zum falschen Kontomodell greifen und die Premiumvariante wählen, können die Kosten auch schon mal auf 600 bis über 1.000 Euro im Jahr explodieren. Eine kleine Handvoll von Direkt- und Ethikbanken zeigt, dass es auch deutlich preiswerter geht. Bei ihnen kostet das Geschäftsgirokonto zwischen 54 bis 111 Euro im Jahr – je nach Musterfall. Wer die Preise vergleicht, kann daher bei Geschäftsgirokonten viel Geld sparen.
Kein Konto zum Nulltarif. Konten zum Nulltarif gibt es für Selbstständige allerdings so gut wie nie. Einzig die Deutsche Kreditbank (DKB) bietet ein solches Konto für geschäftliche Transaktionen an – doch das gibt es nicht für jedermann. Die DKB-Bank akzeptiert – neben Ärzten und Apothekern – nur Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Insolvenzverwalter, Haus- und Immobilien-verwalter sowie Heilberufler. Handwerker, Lektoren oder andere kleine Soloselbstständige, die sich wie in unserem Musterfall 1 die teuren Kontomodelle der Konkurrenz gar nicht leisten können, haben bei der DKB–Bank keine Chance. Sie müssen sich die passende Bank daher schon mit der Lupe aussuchen. Sonst zehren allein die Kontokosten überproportional am Gewinn. Dabei kommen sie nicht umhin, wirklich jeden Preisbaustein abzuklopfen, um sich im Dschungel von Posten- und Pöstchengebühren nicht zu verheddern. Denn die Tücken bei Geschäftsgirokonten sind nicht leicht zu erkennen.

Bei Geschäftskonten steckt die Tücke im Detail. Deshalb müssen alle Posten verglichen werden.


Foto: Syda Productions/©Shutterstock


Wer den Dispo nicht nutzt, muss bei Geschäftskonten oft trotzdem zahlen


Keine Transparenz. Nur die wenigsten Banken sind bereit, die Preise für Geschäftsgirokonten in einem Vergleich offenzulegen. ÖKO-TEST hat insgesamt 87 Institute angeschrieben. 14 davon haben überhaupt nicht reagiert, weitere 40 lehnten die Testteilnahme ab. Sieben weil sie keine Geschäftskonten anbieten, die restlichen ohne Angabe von Gründen. Unser Verdacht: Sie wollen sich nicht in die Karten schauen lassen. Denn Geschäftsgirokonten bieten viele versteckte Stellschrauben zum Abkassieren, doch die lassen sich ohne Mithilfe der Bank nicht erkennen.
Der Kontokorrentkredit als Kostenfalle. Wirklich böse Überraschungen können Freiberufler bei einigen Banken zum Beispiel erleben, wenn sie sich einen Kontokorrentkredit einräumen lassen. Nicht selten behandeln die Institute Freiberufler wie Kunden zweiter Klasse und räumen ihnen – auch bei regelmäßigen Geldeingängen – überhaupt keinen Kontokorrentkredit ein. „Vor allem Soloselbstständige haben Probleme, bei ihrer Bank einen Dispo- oder Konsumkredit zu bekommen“, berichtet Gunter Haake, Geschäftsführer der Ver.di-Selbstständigenberatung Mediafon. Wird die Kontoüberziehung erlaubt, kommt sie oft teuer. Die Sollzinsen schwanken allein in unseren Musterfällen zwischen 6,75 Prozent bei der Deutschen Skatbank, das ist die Onlinetochter der Volksund Raiffeisenbank Altenburger Land, bis zu 12,81 Prozent bei der Kölner Bank.
Zahlen auch für nicht genommene Überziehungskredite. Manche Banken lassen sich sogar die Bereitschaft, Geschäftskunden einen Kontoüberziehungsrahmen einzuräumen, fürstlich honorieren. Anders als bei Privatgirokonten verlangen sie von Geschäftskunden nämlich nicht nur Sollzinsen für die tatsächliche Kontoüberziehung. Vielmehr bitten elf der untersuchten 33 Banken auch zur Kasse, wenn die Geschäftskunden mit ihren Konten gar nicht in die Miesen rutschen. Sie erheben einfach eine Bereitstellungsprovision von bis zu drei Prozent pro Jahr auf den nicht ausgeschöpften Teil des Kreditrahmens. Diese Preisgestaltung kommt teurer. So müsste der Physiotherapeut aus dem Musterfall 2 bei einigen Banken bis zu 255 Euro pro Jahr zahlen – obwohl er sein Konto niemals überzieht. Im Musterfall 3 kostet die Nichtausnutzung des etwas größeren Kreditrahmens sogar bis zu 386 Euro im Jahr. Kurz: Bei solchen Konditionen werden Freiberufler und Handwerker bei der Kontoführung regelrecht bestraft. Denn wer kann als Selbstständiger mit unregelmäßigen Geldeingängen schon komplett auf einen Kreditrahmen verzichten?

Gnadenlos abkassiert. Den Vogel schießt allerdings die Berliner Volksbank ab. Sie verlangt nicht nur Provisionen für den nicht ausgeschöpften Teil des Kontokorrentkredits, sondern stellt zusätzlich auch noch ein generelles „Bearbeitungsentgelt“ von einem Prozent des Kreditrahmens, mindestens 150 Euro, in Rechnung. Das treibt die Kontopreise in allen drei Musterfällen in geradezu schwindelerregende Höhen von 899,70 Euro bis 1.043,25 Euro im Jahr – je nach Kontomodell. Weit mehr als die Hälfte dieser horrenden Gebühren entfallen allein auf die Bereitstellung des Kredits. Unser Rechtsanwalt im Musterfall 3 will sich zum Beispiel ein Zehntel seines Jahresumsatzes von 133.000 Euro als Kreditrahmen einräumen lassen. Allein dafür würde die Berliner Volksbank 536 Euro im Jahr kassieren.
Es geht auch anders. Solche Abzockerkonditionen müssen sich aber auch Geschäftskunden nicht gefallen lassen. Rein rechtlich lässt sich gegen Bereitstellungsprovisionen bei einem Kontokorrentkredit wenig machen, doch das Bearbeitungsentgelt ist auch bei Geschäftskunden umstritten (Einzelheiten siehe Kasten S. 110). Trotzdem sollten Freiberufler ihrer Hausbank die rote Karte zeigen und die Bankverbindung wechseln oder zumindest damit drohen, wenn das Institut auf einmal auch bei Nichtüberziehung des Kontos abkassieren will. Wie der Test zeigt, kommen immerhin zwei Drittel der untersuchten Institute ohne solche „Strafkosten“ aus. Darüber hinaus gilt: Die Bereitstellungsprovisionen sind ebenso wie die Kreditzinsen verhandelbar.


Dank Preisvergleich lassen sich bis zu 955 Euro im Jahr sparen


Feilschen lohnt sich. Die Konditionen für die Kontoüberziehung werden bei Geschäftsgirokonten überwiegend individuell anhand der sogenannten „Bonität“ oder „Kreditwürdigkeit“ des Kunden festgelegt. Dabei spielen die Rechtsform der Firma, die Dauer der Geschäftsbeziehung, die Ertragssituation des Kunden sowie etwaige Sicherheiten eine Rolle. Verhandeln kann sich dabei wirklich auszahlen, wie der Test zeigt. Je nach Bonität und Bank sind Sollzinsen zwischen 5,046 Prozent bei der Kreissparkasse Heilbronn – für Kunden bester Bonität – und 14,5 Prozent bei der Kreissparkasse Köln – für Kunden mit gerade noch akzeptabler Bonität – drin. Werden Sicherheiten hinterlegt, rückt die Deutsche Skatbank den Kontokorrentkredit sogar zu 2,75 Prozent Sollzins raus. Einziges Manko: Eine Kreditlinie räumt die Direktbank aus den neuen Bundesländern Geschäftskunden erst ein, wenn sie das Trumpf-Konto Business bereits ein Jahr aktiv nutzen.
Topkonditionen nur bei Direktbanken. Bei Geschäftskonten fallen aber nicht nur die Kontokorrentkosten schwer ins Gewicht. Großen Unterschied macht es auch, ob Freiberufler Lastschrift und Überweisung in der Filiale abgeben oder alle Transaktionen online ausführen. Wer dazu bereit ist, bekommt das Konto bei Direktbanken zu bezahlbaren Konditionen. Zu den Testsiegern gehören – neben dem (fast) kostenfreien DKB-Business Konto von der Deutschen Kreditbank – das Trumpfkonto-Business der Deutschen Skatbank mit einer Jahresgebühr von 53,30 Euro bis 81,10 Euro je nach Musterfall sowie das Geschäftskonto der Ethikbank. Das gibt es bei der ethisch-ökologischen Onlinetochter der Volksbank Eisenberg für 66,50 bis 110,97 Euro pro Jahr. Für gemeinnützige Vereine und GmbHs bietet auch die GLS-Bank ein Geschäftsgirokonto, GLS gGeschäftskonto genannt, mit Spitzenkonditionen an. Das her kömmliche Geschäftskonto schafft es immerhin auf Rang 2.
Alles kostet extra. Filialbanken und Sparkassen bieten Freiberuflern dagegen selten reine Onlinekonten. Zudem sind sie deutlich teurer. Neben dem Grundpreis, der zwischen 3 bis 39,90 Euro pro Monat kosten kann, fallen meist hohe Entgelte für jeden Buchungsposten von 0,08 bis zu 0,45 Euro an. Auch Kontound Kreditkarten müssen Geschäftskunden oft extra bezahlen – und Guthabenzinsen sind reine Mangelware.

Anmerkungen: 1) Angaben mit Unsicherheit behaftet, da Anbieter die Datenkontrolle aus Zeitgründen ablehnt. 2) Gesamtpreis monatlich inklusive MwSt. Angaben Dispozinsen und Guthabenprovisionen bei bester Bonität. 3) Gesamtpreis monatlich inklusive MwSt. Dispozinsen und Guthabenprovisionen bei bester Bonität ab 5,046 % bzw. Provision ab 0,24 % pro Jahr. 4) Guthabenzinsen gelten bis 500.000 Euro, darüber bis 5 Mio. Euro 0,35 %, bei noch höheren Guthaben 0,25 %. 5) Kontokorrent nur bei regelmäßigen Habenumsätzen. 6) Kontokorrentzinsen 7,63 % plus 3-Monats-Euribor. 7) Kontokorrentzinsen 8,63 % plus 3-Monats-Euribor. 8) Kontokorrentzinsen abhängig von Bonität. 9) Reduzierung der Kreditkartengebühr auf 0 Euro bei 10.000 Euro Jahresumsatz bzw. auf 10 Euro bei 5.000 Euro Jahresumsatz. Kontokorrentzins abhängig von Bonität ab 9,62 %. 10) Kontokorrentzinsen abhängig von Bonität des Kunden und Besicherung. Die Erstellung einer EC-Karte kostet zusätzlich sieben Euro. 11) Kontokorrentzinsen abhängig von Bonität zwischen 8 bis 11,25 %. 12) Jahresgebühr für die Kreditkarte entfällt ab 3.500 Euro Jahresumsatz. Kontokorrentzins abhängig von Kreditfähigkeit und -würdigkeit zwischen 5,75 bis 12,27 %, Bereitstellungsprovisionen werden derzeit nicht erhoben. 13) Kontokorrentzinsen bonitätsabhängig zwischen 9,00 bis 14,5 %. 14) Kontokorrentzinsen je nach Bonität und Risiko zwischen 9,80 bis 11,55 %. 15) Kontokorrentzinsen u.a. abhängig von Bonität und Umsatz. 16) Kontokorrentzinsen u.a. abhängig von Rating und Bonität ab 9,00 % nominal, 9,37 % effektiv. 17) Kontokorrentzinsen werden individuell festgelegt. 18) Kontokosten im Modellfall 1 auf den Modellfall angepasst. In der Praxis beträgt der Kontokorrentkredit mindestens 5.000 Euro. Kontokorrentzinsen abhängig von Kredithöhe, Bonität, Sicherheiten, Angaben in der Tabelle für die Musterfälle. 19) Bei einem Habenumsatz unter 500 Euro im Monat werden 5 Euro Grundgebühr fällig. Ein Kreditrahmen wird erst nach einem Jahr aktiver Kontonutzung eingeräumt. Gegen Hinterlegung von Sicherheiten sinken die Kontokorrentzinsen auf 2,75 %. 20) Kontokorrentzinsen je nach Bonität zwischen 10,25 bis 11,25 %, Überziehungszinsen plus 3 %. 21) Bis zu 2 Giro- und Kreditkarten kostenfrei; Kontokorrentzinsen bonitätsabhängig und regional unterschiedlich zwischen 6,50 bis 11,75 %, Überziehungszinsen plus 5,25 bis 6 %. 22) Kontokorrentzinsen und Bereitstellungsprovision nach Vereinbarung, Angaben in der Tabelle für die Musterfälle. 23) Grundpreis abhängig vom durchschnittlichen Habensaldo; ab 10.000 Euro entfällt Grundpreis komplett. Kontokorrentzins ratingabhängig zwischen 9,99 % bis 13,00 %. Kontokorrent nur für Unternehmen mit mindestens einem Jahr Betriebsdauer. 24) Ab einem durchschnittlichen Guthaben von 5.000 Euro pro Monat Verzicht auf Grundgebühr pro Monat. 25) Bereitstellungsprovisionen abhängig von Umsatzgröße, Ratingklasse und Sicherheiten. 26) Für Rechtsanwälte/Notare, Heilberufe und Steuerberater/ Wirtschaftsprüfer ist die monatliche Grundgebühr auf 9,45 Euro reduziert. 27) Für Rechtsanwälte/Notare, Heilberufe und Steuerberater/Wirtschaftsprüfer ist die monatliche Grundgebühr auf 19,45 Euro reduziert. 28) Kontokorrentzinsen bonitätsabhängig und regional unterschiedlich zwischen 6,50 bis 11,75 %, Überziehungszinsen plus 5,25 bis 6 %. 29) Ab 5.000 Euro durchschnittlichem Guthaben pro Monat ohne Grundpreis. Kontokorrentzinsen bonitätsabhängig und regional unterschiedlich zwischen 6,50 bis 11,75 %, Überziehungszinsen plus 5,25 bis 6 %. Postengebühren bis zu 500 Buchungen inklusive. 30) Mit DKB-VISA-Business-Card kann weltweit an allen Bankautomaten mit VISA-Zeichen kostenfrei Geld abgehoben werden. 31) Für NGOs und Bio-Betriebe sind alle Buchungen kostenfrei. 32) Kartenkosten im Musterfall 30 Euro; für alle anderen, z.B. GmbH: 40,00 Euro es sei denn Kartenumsatz von mindestens 4.000 Euro pro Jahr. 33) Zwei Kreditkarten kostenfrei enthalten, Kontokorrentzins abhängig von Bonität des Kunden und Besicherung. 34) Kontokorrentzinsen abhängig von Bonität. Rückerstattung des Preises für die Kreditkarte bei einem Kartenumsatz ab 3.000 Euro pro Jahr zu 50 Prozent, ab 6.000 Euro entfällt die Gebühr komplett.
Legende: Das Ranking erfolgte bei allen Kontomodellen auf Basis der Note für den Gesamtpreis im Jahr, der sich aus den Kosten für die Kontoführung je nach Nutzungsverhalten im Musterfall sowie den Kosten für die im Musterfall enthaltenen Konto- und Kreditkarten und die unterstellte Kontoüberziehung auf Basis des im Musterfall gewünschten Kreditrahmens ergibt. Angebote mit gleichem Rang sind nach der Höhe des Gesamtpreises im Jahr sortiert.
Stand: Juni 2014
DieTestmethode finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1408“ eingeben.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

■ Suchen Sie sich die Bank für das Geschäftsgirokonto mit größter Sorgfalt aus. Prüfen Sie dabei vor allem die für Ihre Nutzungsgewohnheiten typischen Kontopositionen. Scheuen Sie sich nicht, um die Preise – insbesondere die Sollzinsen – zu feilschen.
■ Meiden Sie Banken, die Bearbeitungsprovisionen für eine Kreditlinie verlangen. Sonst kommt auch solide Kontoführung oft extrem teuer.
■ Wickeln Sie Ihre privaten und betrieblichen Geldgeschäfte niemals bei einer einzigen Bank ab. Prüfen Sie, ob Sie sich ein zweites Geschäftskonto leisten können. Damit sichern Sie sich mehr Flexibilität.

Kompakt

Keine Pflicht zum Geschäftskonto
Eine gesetzliche Pflicht zur Führung eines Geschäftskontos besteht nur für Betriebe in der Rechtsform einer GmbH oder Aktiengesellschaft und dergleichen. Freiberufler und Gewerbetreibende sind dagegen nicht einmal verpflichtet, für ihre geschäftlichen Finanzen ein extra Konto zu eröffnen. Ein zweites Konto ist jedoch empfehlenswert, um die privaten und geschäftlichen Ausgaben zu trennen – nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen. Theoretisch kann dafür ein zweites Privatgirokonto eröffnet werden. Das tolerieren aber immer weniger Banken. Im Gegenteil. Wenn die Institute merken, dass überwiegend geschäftliche Transaktionen über das Konto laufen, stellen sie das Konto oft von sich aus auf ein Geschäftskonto um. Denn daran verdienen sie mehr. Das Recht dazu haben sie. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ist meist klar geregelt, dass über private Konten keine geschäftlichen Transaktionen laufen dürfen.

Kontokorrent-statt Dispokredit
Anders als bei privaten Girokonten räumen die Banken Geschäftskunden nicht automatisch einen Rahmen zur Kontoüberziehung ein. Den klassischen Dispokredit gibt es hier nicht. Ob und in welcher Höhe der Kunde sein Konto überziehen darf, wird bei Geschäftsgirokonten immer nur individuell zwischen Bank und Kunden festgelegt. Für einen solchen Kreditrahmen (nach § 355 HGB) darf die Bank nicht nur Sollzinsen, sondern auch eine Kreditoder Bereitstellungsprovision verlangen. Ob die Bank zusätzlich auch noch ein Bearbeitungsentgelt erheben darf, wird von Verbraucherjuristen bezweifelt. Aus ihrer Sicht ist das jüngste Urteil des BGH, der Bearbeitungsentgelte bei Verbraucherkrediten für unzulässig hält, auch auf Geschäftskundenkredite anwendbar.

Kompakt

Geschäftsgirokonten sind jederzeit kündbar
Freiberufler und Handwerker sollten sich ihre geschäftliche Bankverbindung mit größter Sorgfalt auswählen und niemals allein auf eine Bank setzen. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom vergangenen Jahr dürfen Privatbanken Geschäftsgirokonten nämlich jederzeit ohne Angaben von Gründen innerhalb der vereinbarten Kündigungsfrist kündigen (Az. XI ZR22/12). Das gilt allerdings nicht für Sparkassen. Weil sie laut Gesetz ausdrücklich zur Förderung der regionalen Wirtschaft verpflichtet sind, ist ihnen eine Kündigung nur bei triftigem Grund erlaubt. Ansonsten kann die geschäftliche Bankverbindung schnell beendet werden.

Mindestens drei Konten bei verschiedenen Banken
Für Selbstständige ist die Kontokündigung oft eine Katastrophe. Denn ein Geschäftskonto ist die Basis für jeden Betrieb. Auch die negative Signalwirkung auf Geschäftspartner kann verheerend sein. Mehr noch: Unterhält der Selbstständige sein Privatkonto bei derselben Bank, werden offene Forderungen der Bank oft auch daraus beglichen. Dann ist der Selbstständige auf einen Schlag handlungsunfähig und bekommt auch bei einer anderen Bank kaum noch einen Fuß in die Tür. Aus diesem Grund rät die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau allen Selbstständigen, Geschäfts- und Privatkonto bei verschiedenen Instituten zu führen und am besten noch ein zweites Geschäftskonto bei einer dritten Bank zu unterhalten. So bleibt das Unternehmen im Fall des Falles handlungsfähig. Dazu kommen zwei Tagesgeldkonten: eines für die Steuerrücklagen und eines für Investitionsrücklagen oder schlechte Zeiten. Hier sollte so viel Geld geparkt werden, dass die Betriebskosten für mindestens sechs Monate gedeckt sind.