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TEST Gute-Nacht-Breie: Schlechter Traum


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 13/2008 vom 08.12.2008

Eltern würden nachts gerne durchschlafen. Wenn ihre Kinder das bloß auch täten. Ein Gute-Nacht-Brei hilft hier aber nicht, auch wenn manche Hersteller das versprechen. Weil alle Produkte zudem gesüßt sind, können wir keinen Brei wirklich empfehlen.


Artikelbild für den Artikel "TEST Gute-Nacht-Breie: Schlechter Traum" aus der Ausgabe 13/2008 von ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Banana Stock

Dass der Nachwuchs spätestens zur Tagesschau friedlich schlummert, bleibt für viele Eltern ein Traum. Warum also nicht eine spezielle Abendmahlzeit ausprobieren?

Egal ob Gute-Nacht-Brei oder Schlaf-gut-Fläschchen – sie alle erwecken den Eindruck oder werben damit, die Kinder würden besser gesättigt und schliefen erholsamer oder gar durch. ...

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... „Wenn ich ein Kind massiv überfüttere, wird es müde und erschöpft, aber das ist natürlich nicht der richtige Weg“, warnt Prof. Berthold Koletzko, Vorstand der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und Jugendmedizin. Schon Namen wie „Gute-Nacht-Brei“, „Schlummer Brei“ oder „Träume gut“ seien irreführend, da sie Erwartungen wecken, für die es keine Grundlage gibt. Seine Befürchtung: Stillende Mütter könnten denken, ihr Kind werde nicht mehr satt und füttern stattdessen Abendbrei.

Wir haben 17 Gute-Nacht-Breie getestet, darunter zehn Produkte in Bio-Qualität.

Das Testergebnis

• Die Mehrzahl der Breie fällt mit „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ durch den Test.
• Alle konventionellen und drei Bio-Produkte bekommen Minuspunkte, weil sie die Eltern in die Irre führen mit Aussagen wie „Besonders sättigend“, oder „trägt zu einem erholsamen Schlaf und einer guten Nachtruhe bei“. Denn durch keine Studie ist belegt, dass Kinder nach einem Gute-Nacht-Brei satter sind als nach einer anderen Mahlzeit oder danach besser oder gar durchschlafen, sagt Prof. Berthold Koletzko.
• Wieder einmal haben wir 3-MCPD-Fettsäureester in Babynahrung nachgewiesen. Diese Stoffe bilden sich, wenn pflanzliche Öle oder Fette raffiniert werden. Experten gehen davon aus, dass bei der Verdauung freies 3-MCPD entstehen kann. 3-MCPD steht im Verdacht, Veränderungen an der Niere hervorzurufen und in hohen Dosen gutartige Tumore zu verursachen. Bei drei Produkten wird die maximal tolerierte Menge mit einer Portion Brei sogar überschritten.
• Alle Produkte in unserem Test wurden gesüßt. DerBabydream Guten Abend Brei Schoko-Banane von Rossmann enthält Apfeldicksaft. Auch er besteht zum Großteil aus Glucose und Fructose, weshalb wir hier genauso abwerten.
• Viele der Breie enthalten Gluten. Das ist in Ordnung, denn im Gegensatz zu glutenhaltigen Schlaf-gut-Fläschchen wird der Stoff bei der Breifütterung langsam eingeführt.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: TDI = tolerable daily intake (tolerierbare tägliche Aufnahme eines Stoffes).
Glossar: siehe Seite 128.
Anmerkungen: 1) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) Irreführende Auslobung, dass das Produkt gut sättigt vor dem Schlafen, zu zufriedenem und/oder erholsamem Schlaf und/oder guter Nachtruhe beiträgt und/oder dem Baby beim Durchschlafen hilft. 3) Zuckerarten zugesetzt. 4) Aroma zugesetzt. 5) Gehalt an 3-MCPD-Fettsäureestern pro Portion schöpft den TDI für freies 3-MCPD zu mehr als 50 Prozent aus. 6) Gehalt an 3-MCPD-Fettsäureestern pro Portion überschreitet den TDI für freies 3-MCPD. 7) Der Parameter 3-MCPD-Fettsäureester wurde nicht untersucht, weil sich dies aufgrund der Zusammensetzung des Produkts erübrigt. 8) Enthält Apfeldicksaft als Zuckerart.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um vier Stufen führt: ein Gehalt an 3-MCPD-Fettsäureestern pro Portion, der den TDI für freies 3-MCPD überschreitet. Die Berechnung des TDI bezieht sich – je nach Herstellerangaben – auf ein Baby im 5. Monat mit einem durchschnittlichen Gewicht von 6,5 kg bzw. auf ein Baby im 6. Monat mit einem durchschnittlichen Gewicht von 7 kg. Zur Abwertung um drei Stufen führt: der Zusatz von Apfeldicksaft oder einer oder mehrerer der folgenden Zuckerarten: Glucose, Fructose, Saccharose, Glucosesirup oder Maltodextrin. Zur Abwertung um zwei Stufen führt: ein Gehalt an 3-MCPD-Fettsäureestern pro Portion, der mehr als 50 Prozent des TDI für freies 3-MCPD erreicht. Zur Berechnung des TDI siehe unter „Abwertungen um vier Stufen“. Zur Abwertung um eine Stufe führt: der Zusatz von Aroma. Unter Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Stufen: irreführende Auslobung, dass das Produkt gut sättigt vor dem Schlafen, zu zufriedenem und/oder erholsamem Schlaf und/oder guter Nachtruhe beiträgt und/oder dem Baby beim Durchschlafen hilft. Unter Weitere Mängel führen zur Abwertung um eine Stufe: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder schlechter ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Stufe.
Testmethoden: Epoxydiertes Sojabohnenöl (ESBO, bei Gläschenkost): Fest-Flüssig-Extraktion, GC-MSD. Gentechnisch veränderter Reis oder Mais (bei reis- und maishaltigen Produkten): Test auf 35S-Promotor und NOS-Terminator. 3-MCPDFettsäureester (bei Produkten mit Folgemilch und/oder pflanzlichen Ölen): Methode der CVUA Stuttgart mittels GC/MS „Bestimmung von 3-MCPD nach Freisetzung durch Umesterung mit Natriummethylat“. Schimmelpilzgifte: Je nach Zusammensetzung wurden die Produkte auf eines oder mehrere der folgenden Schimmelpilzgifte untersucht: Aflatoxine (B1 sowie Summe aus B1, B2, G1 und G2): DIN EN 12955 modifiziert. Ochratoxin A: DIN EN 14132:2003. Deoxynivalenol: mittels HPLC. Zearalenon: mittels HPLC. Trichotecene Typ A (T2-Toxin, HT2-Toxin): mittels LC/MS/MS. Fumonisine: DIN EN 14352:2004. Mikrobiologie: Aerobe Gesamtkeimzahl: ISO 4833:2003; bei den in Gläsern verpackten Produkten erfolgte die Untersuchung nach Bebrütung der geschlossenen Verpackung für 14 Tage bei 30 °C. Enterobacteriaceen: ISO 21528-1:2004. E. Coli: ISO 7251:2005. Hefen und Schimmelpilze: ISO 7954:1987. Präsumptive Bacillus cereus: ASU L 00.00-33. Mesophile sulfitreduzierende Clostridien: ASU L 06.00-39 modifiziert. Koagulase-positive Staphylokokken: ASU L 00.00-55. Salmonellen: ASU L 00.00- 20 modifiziert. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST-Magazin 10/2008. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/ zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 129.

Unsere Empfehlungen

• Bei Fertigbrei Produkte mit wenigen Zutaten bevorzugen. Das Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung rät, darauf zu achten, dass Jod enthalten ist. Dieser Nährstoff sei besonders wichtig für Säuglinge. Bezüglich des Jodgehaltes schneidet ein selbst hergestellter Milch-Getreide-Brei schlechter ab als ein jodiertes Fertigprodukt.
• Obst- oder Gemüsebreie sind vollwertigere Abendmahlzeiten als Breie mit Keksen oder Schokolade. Spezielle Abendbreie sind überflüssig.
• Kinder sollten einen Brei nicht trinken, auch nicht aus der Tasse. Essen lernen ist ein mühsamer Prozess – Eltern brauchen hier viel Geduld und Ausdauer.