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TEST Haaröle: Bleib geschmeidig


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 27.01.2022

Artikelbild für den Artikel "TEST Haaröle: Bleib geschmeidig" aus der Ausgabe 2/2022 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

RATGEBER

1 Zehn „sehr gute“ Haaröle kommen ganz ohne Problemstoffe aus: Sie pflegen und schützen das Haar zumeist mit einem hohen Anteil von Pflanzenölen.

2 Die meisten Haaröle sind vor allem für ein glanzvolles Finish nach der Haarwäsche gedacht. Einige lassen sich auch vor der Wäsche wie eine pflegende Haarkur anwenden.

3 Natur oder synthetische Öle? Ein Blick auf die vorderen Plätze der Inhaltsstoff-Liste lohnt. Hinter welchen Bezeichnungen sich dort Silikonöle verbergen, lesen Sie in unserer Test-Tabelle ab Seite 59.

Haaröle laufen wie geschmiert. Vor ein paar Jahren kamen sie zurück in die Kosmetik-Sortimente und seither machen sie sich dort breit und breiter. Ihr Erfolgsrezept: Sie können Haare weich und geschmeidig machen und sie taugen als Stylinghilfe. Naturkosmetikhersteller bieten häufig Haaröle an: Neun von 20 Produkten im Test sind zertifiziert.

Khadi : Das teuerste Öl fällt durch ...

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Allerdings ist auch eines der Naturkosmetik-Öle der Test-Verlierer: Das Khadi Ayurvedische Haaröl Rose Repair, das mit fast 24 Euro pro 100 Milliliter den höchsten Preis aufruft, fällt mit „mangelhaft“ aus der Reihe. Die restlichen Naturkosmetik-Öle sind mit „sehr gut“ durchweg fehlerlos, genau wie zwei konventionelle Produkte. Drei Haaröle sind immerhin noch „gut“, die übrigen bewegen sich im Mittelfeld.

Warum ist das Khadi-Öl derart abgeschmiert? Das beauftragte Labor hat darin nicht nur den Duftstoff Isoeugenol gefunden, den der Informationsverbund dermatologischer Kliniken als hochpotentes Kontaktallergen einstuft. Das Haaröl enthält zudem die Verbindung Diethylphthalat (DEP) – und zwar in einer so großen Menge, dass wir dafür gleich zwei Noten abziehen. DEP wird von der Haut aufgenommen und beeinträchtigt deren Schutzmechanismus. Der Stoff erfüllt in Kosmetika unterschiedliche Zwecke: Mal ist DEP als Lösungsmittel oder Trägersubstanz für Duftstoffe eingesetzt, mal zur Vergällung von Alkohol. Allerdings ist das Phthalat in Naturkosmetik gar nicht erlaubt.

Wie kommt DEP in die Naturkosmetik?

Von unserem Befund alarmiert, hat sich Hersteller Khadi auf die Suche nach der Quelle begeben. Vermutlich sei das DEP über eines der ätherischen Öle ins Endprodukt gekommen, teilt uns Khadi in einer Stellungnahme mit. Das Unternehmen sucht weiter und reagiert konsequent: Der Verkauf der betroffenen Charge sei sofort gestoppt, die noch im Handel befindlichen Produkte zurückgerufen worden.

Abgesehen von diesem Ausreißer hat sich die Notenskala der Haaröle deutlich verbessert gegenüber unserem Test vor sieben Jahren. Damals fanden wir in etlichen Produkten künstlichen Moschusduft oder bedenkliche UV-Filter. Im aktuellen Test waren UV-Filter überhaupt kein Thema mehr, den schwer abbaubaren Moschusduft Galaxolid wies das Labor nur im Pantene Pro-V Keratin Protect Oil Haaröl nach. Allerdings stecken in zwei Haarölen Paraffine. Die Erdöl-Verbindungen können mit MOAH verunreinigt sein, die das Labor im Klettenwurzel Haaröl von Beiersdorf fand. Unter den MOAH können auch krebsverdächtige Verbindungen sein.

„Aus vielen Shampoos und Spülungen sind Silikone inzwischen verschwunden. Bitter: Mit Haarölen kehren sie ins Kosmetikregal zurück.“

Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin

Silikone in rauen Mengen

Ein großer Kritikpunkt bleibt: Acht von elf konventionellen Produkten enthalten Silikonöle. Und das fast immer an erster Stelle der Zutatenliste, als mengenmäßig größten Bestandteil also. Vorne auf der Flasche steht dann aber natürlich nicht „mit Silikon“ – das würde vermutlich nicht gut ankommen. Stattdessen heißt es zum Beispiel: „mit Arganöl und Vitamin E“, wie bei Gliss Kur Tägliches Öl-Elixier.

Während immer mehr Shampoos und Spülungen auf Silikone verzichten, kommen die Kunststoffe still und leise über die Haaröle wieder zurück. Sie umhüllen das Haar mit einem dünnen Film und simulieren Gesundheit durch Glanz. Kaputtes Haar reparieren können jedoch - entgegen ihrer Versprechungen - auch Silikone nicht, ihr Beitrag zur Pflege des Haares ist gleich null. Dafür belasten Vertreter wie Cyclopentasiloxan (D5) die Umwelt. D5 gilt als sehr schwer abbaubar und reichert sich in lebenden Organismen an. Im Gliss Kur Tägliches Öl-Elixier hat das beauftragte Labor sogar die als fortpflanzungsgefährdend eingestuften Silikonverbindung Siloxan (D4) gemessen, mit der D5 verunreinigt sein kann. D5 darf aus Gründen des Gewässenschutzes in auswaschbaren Kosmetika nicht höher konzentriert sein als 0,1 Prozent. In fünf Haarölen macht das Silikon allerdings den Löwenanteil aus. Auch wenn das erlaubt ist, weil Haaröl nicht sofort ausgespült wird: Früher oder später gelangt die flüchtige Verbindung doch in die Luft oder ins Abwasser.

TIPPS

So klappt das Styling mit Öl

Für wen passt das?

Haaröl hilft bei schwer zu bändigender Mähne, sprödem, strapaziertem oder zum Brechen neigendem Haar. Wer viel mit heißem Fön oder Glätteisen arbeitet, kann ein Haaröl als Hitzeschutz verwenden.

Tröpfchenweise

Je feiner das Haar, desto heikler der Einsatz von Haaröl. Denn ein zu reichhaltiges Basisöl kann das Haar beschweren. Hier gilt noch mehr als bei anderen Haartypen: langsam an den Gebrauch von Öl herantasten. Zunächst nur zwei oder drei Tropfen in die Spitzen kneten, bei Bedarf tropfenweise ausdehnen auf die Haarlängen.

Nass oder trocken?

Nass stylen ist sicherer: Nach der Wäsche ein wenig Öl ins noch feuchte Haar geben – das schützt vor Frizz, verleiht Glanz und Naturlocken lassen sich so prima definieren. Fürs Finish von trockenem Haar eignen sich dagegen längst nicht alle Haaröle. Gerade schwere Pflanzenöle ziehen ins trockene Haar schlechter ein und können einen öligen Glanz hinterlassen.

So haben wir getestet

Wir haben 20 Haaröle in Drogerien und (Bio-)Supermärkten eingekauft – darunter neunmal zertifizierte Naturkosmetik. Die meisten Produkte sind für die Haarlängen und -spitzen gedacht, zwei Produkte (Dr. Hauschka Haaröl, Klettenwurzel Haar-Öl) empfehlen die Anbieter auch für die Kopfhaut. Die Öle von Dr. Hauschka und Khadi sollen nach einer Einwirkzeit wieder ausgespült werden.

Spezialisierte Labore haben nach allergisierenden Duftstoffen und Konservierungsmitteln gefahndet und die Verpackungen auf chlorierte Verbindungen überprüft. Die Liste der Inhaltsstoffe haben sie auf umstrittene PEG-Verbindungen, bedenkliche UV-Filter und synthetische Polymere gecheckt. Produkte mit Paraffinen haben wir auf Mineralölbestandteile mit eventuellem Krebspotenzial analysieren lassen. Zudem wollten wir von den Anbietern wissen, ob die Plastikflaschen recycelte Kunststoffe enthalten.