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TEST Haarspülungen: Leichter kämmen


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 25.08.2022

RATGEBER

1 Es gibt in unserem Test eine große Auswahl empfehlenswerter Haarspülungen. Sie haben die Qual der Wahl.

2 Zu heißes Wasser macht die Haare stumpf. Pflegeprodukte desalb besser nur mit lauwarmem Wasser ausspülen.

3 Eine Spülung soll das Haar besser kämmbar machen. Dafür muss sie aber nicht auf den ganzen Kopf. Es reicht, sie in die Längen und Spitzen zu massieren.

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Haarspülungen sollen als zusätzliche Pflege nach dem Waschen das Haar geschmeidiger, besser kämmbar und glänzender machen. Die Entwicklungsabteilungen der Kosmetikhersteller feilen an den Rezepturen, um das zu erreichen. Doch was, wenn sie zwar ihren Zweck erfüllen, darüber hinaus aber umstrittene Stoffe enthalten?

Rote Karte für zwei Produkte

Die beiden Schlusslichter im Test haben sich ihre Plätze am Ende der Tabelle redlich verdient. Das „Detox“ im Namen des John Frieda Repair & Detox Conditioner kann dabei nur ein schlechter ...

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... Scherz sein: Das Labor hat künstlichen Moschusduft nachgewiesen, für den Hinweise vorliegen, dass er Leberschäden verursachen und sich im Fettgewebe anlagern kann. Zudem enthält die Spülung Butylhydroxytoluol (BHT), das im Verdacht steht, wie ein Umwelthormon zu wirken und die Funktion der Schilddrüse zu beeinträchtigen. Der Konservierungsstoff Chlormethylisothiazolinon (CIT) gehört zur Gruppe der halogenorganischen Verbindungen. Er kann Haut und Augen reizen und löst besonders häufig allergische Reaktionen aus.

„Unsere Tests zeigen: Es gibt gute Kosmetika ohne Naturkosmetiklabel. Zur Orientierung sind Zertifikate dennoch hilfreich.“

Marieke Mariani ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN

Sanfte Alltagspflege für eine gesunde Haarpracht

Kneten statt rubbeln

Wer nach dem Waschen die Haare mit dem Handtuch trocknet, sollte nicht wild drauflosrubbeln, sondern sie lieber sanft im Frottee kneten. Das schont die Haarstruktur und verhindert Haarbruch.

Von unten nach oben

Lange Haare tendieren nach dem Waschen dazu, sich zu verheddern. Entwirren Sie am besten zuerst die Spitzen und arbeiten sich vorsichtig in Richtung Ansatz vor.

Erst mal an die frische Luft

Wer es nicht eilig hat, sollte die Haare vor dem Föhnen einige Minuten an der Luft trocknen lassen. So hat die Schuppenschicht des Haars Zeit, sich etwas zu schließen, bevor die heiße Luft des Föhns sie erneut strapaziert.

Haargummis ohne Metall

Haargummis mit einem Verbindungsstück aus Metall schädigen die Haare mit jedem Zopf. Verwenden Sie lieber durchgehende, weiche Haargummis ohne harte und scharfe Kanten.

Beim My New Hair Keratin Conditioner Kraft & Pflege reißen schon die laborbestätigten Formaldehyd/-abspalter, zurückzuführen auf den Inhaltsstoff Diazolidinyl Urea, mit vier Minuspunkten die Note in den Keller. Formaldehyd kann bereits in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Über die Atemluft aufgenommen gilt es als krebserregend. Dazu kommt der in der Rezeptur außerdem eingesetzte halogenorganische Konservierungsstoff Iodopropynylbutylcarbamat, sodass auch diese Spülung auf ganzer Linie enttäuscht.

Mehr Schein als Sein

Für den schönen Schein verließen sich viele Hersteller lange Zeit wenig innovativ vor allem auf den Effekt billiger Silikone. Tatsächlich legen sich Silikone aber lediglich wie ein Film um das Haar und machen es so nur optisch glatt und geschmeidig. Wirkliche Pflege ist das nicht. Noch dazu belasten sie die Umwelt und sind deshalb vor allem in Kosmetik ein Problem, die direkt nach der Anwendung wieder den Abfluss heruntergespült wird. Zu recht führte vor einigen Jahren eine öffentliche Debatte um Silikone in Haarpflegeprodukten schließlich dazu, dass immer mehr Hersteller ihre Rezepturen auf hochwertigere natürliche Öle umstellten, sodass der überwiegende Teil der Spülungen im Test keine Silikone mehr enthält. Ausgerechnet in neun bekannten Markenprodukten werden sie aber noch immer eingesetzt. Wir werten sie als Umweltproblem ab.

Natürlich Naturkosmetik?

Wer lieber nur natürliche Inhaltsstoffe möchte, greift gerne vertrauensvoll zur Naturkosmetik und verlässt sich auf Zertifizierungen. Uns fiel jedoch auf, dass beliebte und bekannte Naturkosmetikmarken gar nicht alle Produkte zertifizieren lassen. In diesem Test betrifft das die Haarspülungen von Alterra (Rossmann) und Sante.

Rossmann teilte mit, man habe „im Sinne des Verbraucherlebnisses bei der Anwendung und der Produktperformance auf eine Zertifizierung verzichtet“. Der Grund sind bestimmte Inhaltsstoffe, die von den Zertifizierern nicht anerkannt werden. Einer ist Hydroxyethylcellulose – unter anderem ein Verdickungsmittel, das synthetisch oder auf Pflanzenbasis hergestellt werden kann. Die fraglichen Zutaten seien aber natürlichen Ursprungs, versicherte uns Rossmann. Der andere Inhaltsstoff ist Stearamidopropyl Dimethylamine, ein Emulgator auf Palmölbasis. Für diesen sowie für Panthenol verzichtet auch der inzwischen von L’Oreal aufgekaufte Anbieter Logocos beim Sante-Produkt aufs Label. Aktuell trügen drei von elf Haarspülungen keine Zertifizierung, heißt es dort. „Damit bieten wir dem Verbraucher eine Varianz von Produkten nach seinen Wünschen an.“

Ob nicht zertifizierte Produkte bei einer Naturkosmetikmarke dem Verbraucherwunsch entsprechen, lassen wir mal dahingestellt. Verboten ist das Vorgehen nicht. Gesundheitlich sind die Substanzen aus unserer Sicht unbedenklich. Wer dennoch lieber auf Zertifikate vertraut, muss genau hinschauen. Oder sich auf uns verlassen. Wir prüfen alle Produkte auf Herz und Nieren – ob mit oder ohne Label.

TEST

ÖKO TEST

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 39 Haarspülungen – davon 13 zertifizierte Naturkosmetikprodukte – eingekauft, von denen die Mehrzahl eine feuchtigkeitsspendende Wirkung bewirbt. Doch auch Produkte mit Auslobungen wie „Aufbau“, „repair“ und „pflegend“ landeten in unserem Einkaufswagen. Gekauft haben wir sie in Drogerien, (Bio-)Supermärkten und bei Discountern.

Wir haben die Inhaltsstoffliste aller Haarspülungen auf umstrittene Stoffe geprüft: PEG/PEG-Derivate, die die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen können, und BHT, das im Verdacht steht, hormonell zu wirken. Auch Paraffine, Silikone und andere synthetische Polymere haben wir erfasst. Spezialisierte Labore untersuchten alle Produkte auf bedenkliche Formaldehyd/-abspalter, umstrittene halogenorganische Verbindungen und Duftstoffe, die allergisierend wirken können. Darüber hinaus wollten wir wissen, wie umweltfreundlich die Verpackungen sind: Von den Herstellern forderten wir Nachweise zum Anteil an recyceltem Kunststoff in den Flaschen oder Tuben.