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TEST Haferflocken


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ÖKO-TEST Spezial Vegetarisch und Vegan - epaper ⋅ Ausgabe 11/2020 vom 12.11.2020

TEST Haferflocken

TEST: BIRGIT HINSCH 

ÖKO TEST

RATGEBER 

1 „Sehr gute“ Haferflocken gibt es ab 0,47 Euro pro 500 Gramm, in Bio-Qualität ab 0,99 Euro. 

2 Wer Wert auf Hafer aus deutschem Anbau legt, kann unter vielen Marken wählen.

3 Für Porridge: Heißes Wasser (oder Milch) auf die Flocken geben, quellen lassen, Obst dazu, lecker.

Her mit den Flocken: Zehn „sehr gute“ und vier „gute“ Haferflockenmarken können wir empfehlen. Drei landen jedoch mit „ungenügend“ im roten Bereich wegen Belastungen mit Nickel, Schimmelpilzgiften und/oder Mineralölbestandteilen. Sechs Produkte schneiden mittelprächtig mit ...

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... „befriedigend“ ab. Eine Marke ist „ausreichend“.

Was ist das Problem bei Nickel? Das Metall hat in Tierstudien die Fortpflanzung und Entwicklung von Nachkommen gestört. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat deshalb 2018 eine tolerierbare Aufnahmemenge pro Tag (TDI) festgelegt. Daran orientieren wir uns bei unseren Bewertungen. Die Gut & Günstig Haferflocken Extra Zart und die Bio Zentrale Flocken Hafer Zart sind so stark mit Nickel belastet, dass ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht den derzeit gültigen TDI schon mit einer 50-Gramm-Portion überschreitet. In den Blütenzarten Köllnflocken und den Flocken der Eigenmarken von Norma, Penny und Netto Marken-Discount schöpfen die Nickelgehalte immer noch mehr als die Hälfte des TDI aus. Nickel ist auch der häufigste Auslöser einer Kontaktallergie. Wer unter einer Nickel allergie leidet, kann theoretisch auch auf hohe Nickelgehalte in der Nahrung reagieren. Das passiert aber zum Glück sehr selten. „Man geht davon aus, dass weniger als ein Prozent der Nickelallergiker überhaupt auf Nickel in Nahrungsmitteln reagiert“, sagt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie-und Asthmabund (DAAB).

Schimmelpilzgift strenger kontrollieren 

In den Kornmühle Extra Zarte Haferflocken von Netto bewerten wir Gehalte von Schimmelpilzgiften als „stark erhöht“, weil die laut Efsa tolerierbare tägliche Aufnahmemenge mit einer 50-Gramm-Portion Haferflocken überschritten wird. Bei den gefundenen Stoffen handelt es sich um T2-und HT2-Toxine. T2-und HT2-Toxine sind zellgiftig und können das Immunsystem schwächen. In vier weiteren konventionellen Produkten hat das Labor aus unserer Sicht „erhöhte“ Gehalte festgestellt, die den täglichen Toleranzwert zu über der Hälfte ausschöpfen. Alle anderen Haferflocken enthielten lediglich Spuren der Gifte.

T2-und HT2-Toxine sind Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die das Getreide auf dem Feld befallen; je nach Witterungsbedingungen sind sie schwer zu vermeiden. Was die Anbieter aber tun können: Kontrollieren und Waren mit höheren Belastungen nicht in den Handel bringen.

Mineralöl: deutlich besser als 2013

In sechs Produkten kritisieren wir Verunreinigungen mit Mineralöl. Sie reichern sich im menschlichen Körper an. Weil unklar ist, was sie dort bewirken, sollten Lebensmittel so wenig wie möglich davon enthalten. Transportkartons können eine Quelle sein und auch die Verpackung selbst. Dennoch: Sowohl in Papier-als auch in Plastikpackungen gibt es in diesem Test mineralölfreie Haferflocken. Potenziell krebserregende aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) hat das Labor aber – anders als in unserem Haferflocken-Test aus dem Jahr 2013 – nicht nachgewiesen.

Weniger Glyphosat

Nur in den Ja! Zarte Haferflocken fand das beauftragte Labor kleine Mengen des bedenklichen Unkrautvernichters Glyphosat. Alle anderen Flocken sind frei davon.

Hafer – ein Alleskönner

Geschickt 

Haferflocken passen in Kuchen, Pfannkuchen und Müsli. Mit ihrem leicht süßen Geschmack wird diese Form eines ballaststoffreichen Vollkornprodukts oft auch von mäkeligen Essern und Kindern geschätzt.

Gesund

Mit einem Haferfrühstück nimmt man von Eiweiß über Eisen bis hin zu B-Vitaminen schon viele wichtige Nährstoffe auf. Ab 75 Gramm täglich ist Hafer sogar gut für den Cholesterinspiegel.

Glutenfrei? 

Dankbar: Hafer ist glutenfrei. Dennoch: Herkömmlicher Hafer enthält Spuren von anderem Getreide mit Gluten. Wer an Zöliakie leidet, greift besser zu sortenrein geernteten, speziell ausgelobten Produkten. Glutenfreie Produkte tragen zum Beispiel ein Symbol mit einer durchgestrichenen Ähre.

Fett gedruckt sind Mängel. 

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 128. 

Anmerkungen: 1) Zusätzliche Umverpackung aus Pappe, obwohl die Haferflocken schon in einem Kunststoffbeutel verpackt sind. 2) Laut Anbieter ist ein neues Verpackungslayout geplant. 3) Laut Anbieter kommt der Hafer künftig auch aus Österreich. Packungen mit angepasster Herkunftsangabe seien voraussichtlich ab KW 44/45 2020 erhältlich. 4) Laut Anbietergutachten wurden in einem Rückstellmuster mit gleichem Mindesthaltbarkeitsdatum, aber abweichender Produktionszeit, keine Mineralölbestandteile nachgewiesen. 

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein Nickelgehalt pro 50-g-Portion, der den aktuell geltenden TDI der Efsa von 2,8 µg/kg Körpergewicht zu mehr als 100 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: „stark erhöht“); b) ein Summengehalt von T-2-und HT-2-Toxinen pro 50-g-Portion, der den Gruppen-TDI von 0,02 µg/kg Körpergewicht zu mehr als 100 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: „stark erhöht“). Zugrunde gelegt haben wir jeweils ein Körpergewicht von 60 kg. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Nickelgehalt pro 50-g-Portion, der den TDI zu mehr als 50 bis 100 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: „erhöht“); b) ein Summengehalt von T-2-und HT-2-Toxinen pro 50-g-Portion, der den Gruppen-TDI zu mehr als 50 bis 100 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: „erhöht“). Berechnungen wie oben; c) ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in der Tabelle: „stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein als besonders bedenklich eingestuftes Pestizid in einem Spurengehalt von mehr als 0,01 mg/kg (hier: Glyphosat); b) ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und Analogen der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 1 bis 2 mg/kg (in der Tabelle: „erhöht“). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: zusätzliche Umverpackung aus Pappe, obwohl die Haferflocken schon in einem Kunststoffbeutel verpackt sind. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, bedeutet das „unterhalb der Bestimmungsgrenze“ der jeweiligen Testmethode. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. 

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/T2011 

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 10/2020. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat. 

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