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TEST Handcremes: Creme-Zeit


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 25.11.2021

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RATGEBER

1 Der Winter kann kommen: Für die Pflege trockener Hände können wir mehr als 40 „gute" und „sehr gute" Cremes empfehlen.

2 Unter den Handcremes mit Bestnote findet sich die teuerste mit 18 Euro pro 75 Milliliter sowie etliche günstige Marken mit 51 Cent für die gleiche Menge.

3 Viele Cremes sind leicht formuliert und enthalten vor allem Feuchtigkeitsspender. Soll es im Winter etwas mehr Fett sein: Ab und zu einen Tropfen Pflanzenöl in die Creme geben.

Wer häufig Hände wäscht, muss auch viel cremen. In Zeiten der Pandemie gehört Handcreme deshalb zu den boomenden Artikeln des Kosmetik-Marktes. Gerade jetzt im Winter sind die Hände aber auch ohne ständiges Waschen schon trocken genug und verlangen nach Pflege. Gute Gründe, sich einmal quer durch das Sortimente zu testen. Wir haben die stattliche Zahl von 53 Handcremes in die Labore geschickt, vom günstigen Discounter-Produkt bis zur ...

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... hochpreisigen Naturkosmetik-Marke.

Viele konventionelle Cremes verbessert

Handcremes hatten wir zuletzt vor zwei Jahren getestet, kurz vor Beginn der Pandemie, und waren gespannt auf den Vergleich. Das Ergebnis: Die Noten sind deutlich besser als beim vorigen Test. War vor zwei Jahren die Hälfte aller Handcremes „sehr gut“, schneiden jetzt zwei Drittel mit Bestnote ab. Vor allem in der Tabelle der konventionellen Cremes hat sich Dunkelgrün breitgemacht. Auch deshalb, weil die Anbieter allesamt den synthetischen Duftstoff Lilial ersetzt haben. Das ging nicht ganz ohne Zwang: Der Stoff, den ÖKO-TEST seit Jahren wegen seiner vermutlich fortpflanzungsschädigenden Wirkung kritisierte, wird sehr wahrscheinlich ab März 2022 EU-weit verboten sein. Im vergangenen Test steckte er noch in sieben Handcremes.

Neue Grenze für Formaldehyd-Warnung

Leider sind nicht alle Problemstoffe aus den Handcremes verschwunden. Sieben Produkte enthalten so viele davon, dass sie mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durchfallen. Eine davon ist die O’Keeffe’s Working Hands Handcreme Intensive Pflege. Der britische Anbieter empfiehlt sie „für extrem trockene, rissige Hände“ auch Bauarbeitern und Krankenschwestern. Doch das beauftragte Labor wies in der Creme Formaldehyd/-abspalter nach, und das nicht zu knapp. Naheliegend ist, dass sie aus dem Konservierungsstoff der Creme stammen: „Diazolidinyl Urea“ kann nach und nach Formaldehyd abgeben.

Formaldehyd reizt jedoch die Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Das passt kaum zur Auslobung der Creme als „hypoallergen“. Der Anbieter schreibt uns, dass er den Konservierungsstoff künftig ersetzen möchte. Andernfalls müsste er vermutlich bald den Warnhinweis „enthält Formaldehyd“ auf seine Tube drucken. Denn die EU-Kommission plant derzeit, den Gehalt, ab dem Kosmetika diesen Hinweis tragen müssen, drastisch abzusenken: Von bisher 500 Milligramm freiem Formaldehyd pro Kilogramm Endprodukt auf künftig 10 Milligramm. Sie folgt damit einer neuen Empfehlung des EU-Gremiums für Verbrauchersicherheit SCCS, die Menschen mit Formaldehyd-Allergie stärker schützen möchte.

„Problematische Konservierer, eventuell krebserregende Mineralöle – einige Unternehmen lernen nichts dazu!“

Christine Throl ÖKO-TEST-Redakteurin

Eine Naturkosmetik-Creme enthält AOX

Auch viele halogenorganische Verbindungen (AOX) gelten als allergieauslösend und haben in Cremes für geschundene Winterhände nichts verloren. Das Labor hat sie in den „ungenügenden“ Produkten der Marken Bebe und L’Occitane nachgewiesen. Dazu passend ist dort der halogenorganischen Konservierer Chlorphenesin deklariert ist. Allerdings fanden sich AOX auch in einem Produkt mit Naturkosmetik-Siegel. Die Blütezeit Pflegende Handcreme Bio- Zaubernuss schneidet nur „befriedigend“ ab und fällt damit unter ansonsten durchweg „sehr guter“ Naturkosmetik aus der Reihe.

Unschön ist auch, dass vier Cremes mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sind. Unter den MOAH können sich auch Stoffe befinden, die Krebs erzeugen. MOAH stammen aus den eingesetzten Fetten aus der Erdölchemie, den Paraffinen.

Fetten, aber bitte ohne Fettfilm

Apropos Fett: Eine Handcreme soll der Haut verlorenes Fett zurückgeben. Aber bitte ohne dass sich die Handflächen fettig anfühlen. Dafür braucht es die richtige Rezeptur und schnell einziehende Öle, Wachse und Fette. Viele Handcremes sind auch relativ leicht formuliert und setzen zur Hautpflege mehr auf Feuchtigkeitsspender wie Glycerin, Urea oder Allantoin. Oder sie arbeiten mit kleinen Tricks wie dem Zusatz von Maisstärke: Die saugt überschüssiges Öl auf und sorgt für ein pudriges Hautgefühl.

TEST Wir haben getestet

TIPPS

Für geschmeidige Hände

Richtig waschen

Händewaschen ist jetzt im Winter besonders wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Heißes Wasser strapaziert die Hände. Kaltes oder lauwarm waschen reinigt ausreichend und entzieht der Haut weniger Fett. Auch Seifen mit milden Tensiden greifen die Hautschutzbarriere weniger an. Beim Putzen lassen sich die Hände durch Handschuhe vor scharfen Reinigungsmitteln schützen.

Richtig cremen

Direkt nach dem Waschen ist der beste Zeitpunkt zum Eincremen: Denn wenn die obere Hautschicht noch vollgesogen ist mit Wasser, kann sie die Pflege am besten aufnehmen. Es empfiehlt sich deshalb, gleich neben dem Waschbecken eine Handcreme zu deponieren.

Gehaltvoller, bitte

Manche Handcremes bieten der Haut vorwiegend Feuchtigkeit. Wenn die Haut mal eine Extraportion Fett braucht, einfach über Nacht eine reichhaltigen Salbe oder Allzweckcreme dick auftragen. Oder ein Pflanzenöl in die nasse Haut einmassieren. Baumwollhandschuhe schützen dabei die Bettwäsche.

So haben wir getestet

Wir haben 53 Handcremes – davon 16 in Naturkosmetik-Qualität – in Drogerien, (Bio-)Supermärkten und Apotheken eingekauft. Die beauftragten Labore haben nach allergisierenden Duftstoffen wie Hydroxycitronellal gefahndet sowie nach bedenklichen Konservierungsmitteln wie etwa Propylparaben, das im Verdacht steht, wie ein Hormon zu wirken. Die Verpackungen haben sie auf chlorierte Verbindungen überprüft.

Die Liste der Inhaltsstoffe wurde auf umstrittene PEG-Verbindungen, bedenkliche UV-Filter und synthetische Polymere gecheckt. PEG/PEG-Derivate können die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Produkte mit Paraffinen haben wir auf aromatische Mineralölbestandteile (MOAH) analysieren lassen.

Zudem wollten wir von den Anbietern wissen, ob die Plastiktuben und -flaschen recycelten Kunststoff enthalten. Ein Umkarton, synthetische Polymere und kein oder zu wenig recyceltes Plastik in Plastikverpackungen belasten in unseren Augen die Umwelt und verschlechtern deshalb das Gesamturteil.