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TEST Heckenscheren: Ab durch die Hecke


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 3/2013 vom 22.02.2013

Die Heckenschere ist eine Saisonarbeiterin. Meist kommt sie nur im Frühjahr und im Sommer zum Einsatz. Es lohnt sich dennoch, ein bisschen was zu investieren. Nicht nur, um schneller und besser zum Ziel zu kommen. Billigheimer geben auch viel zu schnell den Geist auf.


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Foto: Otmar Smit/Fotolia.com

Der Frühjahrsputz im Garten fängt bei der Hecke an. Sie muss in Form gebracht werden, bevor die Pflanzen mit voller Kraft austreiben und sich Vögel für die Brutzeit ein Plätzchen in den Ästen suchen. Radikale Rückschnitte muss man vor dem ersten März erledigt haben, bis zum 30. September sind nach dem ...

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... Bundesnaturschutzgesetz nur noch schonende Form- und Pflegerückschnitte erlaubt.

Meist wird die Heckenschere zweimal im Jahr herausgeholt. Im Frühjahr und im Spätsommer. Es stellt sich also die Frage, welche Heckenschere die Richtige ist. Die Auswahl ist groß, Benzin, Akku, Elektro, das Preisspektrum ebenso. Muss man groß investieren oder genügt für ab und an auch mal eine günstige Heckenschere für 50 Euro? Profis, die in weitläufigen Gartenanlagen und Parks Hecken schneiden müssen, greifen in der Regel zu Geräten mit Benzinmotor. Diese sind zwar furchtbar laut, aber man braucht eben keinen Stromanschluss in der Nähe. Zu einer echten Alternative entwickeln sich gerade akkubetriebene Heckenscheren. Diese sind nicht nur ausgesprochen leise, sondern inzwischen schon recht leistungsstark. Allerdings läuft hier nichts ohne Ersatzakkus, die ermöglichen, dass man mehrere Stunden am Stück im Einsatz sein kann.


Welches Modell darf’s sein: Benzin, Akku, Elektro?


Die meisten Hobbygärtner und Eigenheimbesitzer setzen weiterhin auf normale Elektroheckenscheren. Diese sind ein ganzes Stück günstiger als Akku-Modelle. Und wer nur den Samstag für Gartenarbeit hat und die Hecke am liebsten am Stück schaffen möchte, hat keine Lust, zwischendurch darauf zu warten, bis der Akku wieder aufgeladen ist. Die Investition in einen Zweitakku lohnt sich für die meisten Haushalte einfach nicht.

ÖKO-TEST hat sieben Heckenscheren eingekauft und durchtesten lassen. Für die günstigste zahlten wir 54 Euro – für die teuerste 244 Euro. Welche Heckenscheren schneiden nicht nur schnell, sondern auch gut? Und sind günstige Modelle so robust wie die teuren?

Das Testergebnis

Ein bisschen was muss man in ein gutes Gerät investieren. Die günstige Mac Allister von Hornbach kostet zwar nur 54 Euro, dafür machte sie im Dauertest recht schnell die Biege. Bei der Black & Decker für knapp 85 Euro konnte das Schnittergebnis nicht überzeugen. Unser Fazit: Für ein „gutes“ Gerät muss man mit rund 150 Euro aufwärts rechnen.
Kraft hat nichts mit Watt zu tun! Die Stihl HSE 61 zeigt, dass man auch mit 500 Watt locker Geräte in den Schatten stellen kann, die mit 100 Watt mehr werben. Sie ist nicht nur schnell, sondern hat auch genug Kraft, um dicke Äste sauber zu kappen. Damit ist sie die einzige im Test, die es mit der 600-Watt-Bosch AHS 60-26 aufnehmen kann. Die Bosch überzeugte beim Heckenschneiden rundum und durchtrennte selbst 16-Millimeter-Buchenstäbe ohne Probleme. Saubere Schnittstellen sind nicht nur eine Frage der Optik: Auf ausgefransten Schnittflächen setzen sich schneller Pilze ab.

Heckenschneiden geht in die Arme. Je besser die Ergonomie des Geräts, desto später werden die Arme müde.


Foto: Labor

Ergonomie: Nicht alle habens raus. Bei einer Heckenschere ist die Lage des Schwerpunkts das A und O. Je weiter dieser vom Messer entfernt ist, desto schwerer liegt das Gerät in der Hand. Das merkt man schon nach kürzester Zeit im Arm. Die Geräte von Bosch und Black & Decker sind so konstruiert, dass man sie auch über längere Zeit gut halten kann, sei es beim horizontalen oder beim vertikalen Schnitt an der Hecke. Als praktisch haben sich im Test die klassischen Bügelmodelle erwiesen. Drehbare Griffe wie bei Gardena und Wolf-Garten bringen mit sich, dass man das Gerät immer wieder absetzen muss – auf Dauer unpraktisch. Auch die Zugentlastung des Kabels funktioniert nicht bei allen Geräten optimal. Darunter versteht man einen Haken, in den man das Verlängerungskabel einklemmt. Das hat zwei Vorteile: Bei einem stärkeren Ruck zieht man den Stecker nicht gleich aus dem Verlängerungskabel. Und man kann das Kabel sicher hinter sich herziehen, ohne dass man es versehentlich durchschneidet – der Albtraum beim Heckenschneiden. Bei den meisten Geräten im Test rutscht das Kabel schnell wieder heraus oder bleibt gar nicht erst klemmen.
Lärm machen sie alle. Selbst die leisesten Geräte im Test, die Heckenscheren von Wolf-Garten und Gardena, sind noch immer so laut, dass es sich auf jeden Fall empfiehlt, Gehörschützer zu tragen. Alle anderen Geräte sind lauter als 85 Dezibel, das heißt: Das Tragen des Gehörschutzes ist Pflicht, weil hier schon nach kurzer Zeit Gehörschäden entstehen können. Das gilt zumindest in Betrieben, warum also nicht zu Hause im Garten?
Mac Allister fällt auseinander. Wer nur ab und an zur Heckenschere greift, ist schnell versucht, ein günstiges Modell aus dem Baumarkt mitzunehmen. Doch viel darf man von einem 54-Euro-Modell wie der Mac Allister MEHS 55056 von Hornbach nicht erwarten. Nachdem sie 125 Meter Rundholz geschnitten hatte, lockerten sich die ersten Schrauben, nach 246 Metern hatten sich dann die Schrauben, die das Messer zusammenhalten, ganz gelöst. Mit höherwertigen, selbstsichernden Schraubenmuttern wäre das wohl nicht passiert. Im Ernstfall ist dies nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich.
Schadstoffe im Griff. Schwarzer, griffiger Kunststoffenthält häufig polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Aber nicht immer. In unserem Test waren zumindest die Heckenscheren von Dolmar, Gardena und Stihl sauber. Weichmacher-Phthalate stecken in keinem Griff.

So reagierten die Hersteller

Hornbach teilte uns mit: „Wir stufen den Ausfall des Gerätes als Einzelfall ein, da sich der Artikel in der Praxis bewährt hat und uns keine Ausfälle bekannt sind.“

Mehr zum Thema

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Heckenschneiden finden Abonnenten kostenlos unter http://abo.oekotest.de

ÖKO-TEST rät

• Je stärker die Äste der Hecke, desto kraftvoller muss die Heckenschere sein, um nicht nur schnell, sondern auch mit sauberem Ergebnis zum Ziel zu kommen. Die stärksten Äste kappten in unserem Test die Bosch AHS 60-26 und die Stihl HSE 61. Wer nicht ganz so starke Hecken hat, kommt auch gut mit den Geräten von Dolmar, Gardena und Wolf-Garten hin. Mit rund 150 Euro aufwärts muss man für ein gutes Gerät rechnen.

• Sie haben Angst, das Verlängerungskabel durchzuschneiden? Investieren Sie in rote Verlängerungskabel, diese sind auch in dunklen Hecken gut sichtbar – oder gleich in eine Akku-Heckenschere.

• Im Geräteverleih kostet eine Heckenschere rund 15 Euro pro Tag – auch das ist eine Alternative.

Kompakt

Abstand halten!
Hecken müssen Grenzabstände zum Nachbargrundstück einhalten. Wer zu nah am Grundstück des Nachbars pflanzt, läuft Gefahr, seine Hecke zurückschneiden oder sogar ausreißen zu müssen. Was „zu nah“ ist, ist Ländersache. So muss eine 1,20 Meter hohe Hecke in Thüringen einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern einhalten, in Hessen genügen 25 Zentimeter. Deshalb ist es ratsam, sich vor dem Anpflanzen einer Hecke bei der Gemeindeverwaltung oder dem Ordnungsamt zu erkundigen, welche Bestimmungen vor Ort gelten. Auch im Bebauungsplan können Abstände und Heckenhöhen festgelegt sein. Wichtig: Beim Setzen der Pflanzen das Wachstum berücksichtigen!

Hoch hinaus
Ab wann ist eine Hecke zu hoch? Üblicherweise gilt, dass eine Hecke beliebig hoch wachsen kann, wenn der Grenzabstand eingehalten wird. Nachbarn, die sich über die hohe Hecke ihres Nachbarn ärgern, haben nicht allzu viele Rechte, einen Rückschnitt zu fordern. Übertreiben sollte man es aber dennoch nicht. Das Landgericht Saarbrücken hat beispielsweise entschieden, dass eine Fichtenhecke nicht höher als drei Meter sein darf (Az. 2 S 65/90).

Zwei Grundstücke, eine Hecke
Sind sich beide Nachbarn einig, ist es selbstverständlich auch erlaubt, eine Hecke als Einfriedung zu pflanzen. Das heißt die Hecke steht genau auf der Grundstücksgrenze. In diesem Fall sind beide Parteien für die Pflege zuständig.

Erst fragen, dann schneiden
Wächst die Hecke des Nachbarn auf das eigene Grundstück, ist die Verlockung groß, selbst nachzuschneiden. Aber Achtung: Vor dem Gesetz gilt das als Sachbeschädigung. Erlaubt ist das Nachschneiden nur, wenn man dem zuständigen Nachbarn vorher eine Frist genannt hat und er diese hat verstreichen lassen.