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TEST Holzspalter: Bis es kracht


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 4/2017 vom 06.04.2017

Wer Holz selbst spaltet, kann Geld sparen – und mit Holzspaltern auch Zeit und Mühe. Mit manchen Einsteigermodellen arbeitet es sich aber auf lange Sicht unnötig beschwerlich. Und Handschutz braucht man nicht nur gegen Holzsplitter, sondern auch gegen Schadstoffe.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen, Ausgabe 4/2017

Mit Schwung wuchtet Tamme Bohlen ein Stück Birke auf die metallene Auflage des Holzspalters und schiebt es direkt vor den Keil. Der Mitarbeiter eines norddeutschen Prüfinstituts bringt sich am anderen Ende des Geräts in Position, drückt mit der rechten Hand einen Knopf und betätigt gleichzeitig mit der linken einen Hebel. Sofort surrt der ...

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... Elektromotor. Vom Bediener aus fährt per Hydraulik eine Druckplatte aus Stahl auf den Birkenstamm zu. Sie erreicht das Holz und presst es unnachgiebig gegen den Keil, bis es mit einem kernigen Knacken in zwei Teile gespalten ist. Tamme Bohlen lässt Knopf und Hebel los, die Platte bewegt sich an ihren Ausgangspunkt zurück. Das nächste Stück ist dran.

Was im Juli 2016 neben einer Scheune in Norddeutschland für ÖKO-TEST geschieht, wiederholt sich jährlich an vielen Orten. Immer mehr Haushalte heizen hierzulande mit Holz. Zwischen 2010 und 2014 stieg ihre Zahl um 10,9 Prozent auf 7,1 Millionen, berichtet das Zentrum Holzwirtschaft der Universität Hamburg. Die meisten verfeuern demnach Scheitholz aus Wald oder Garten, das sie vor allem über Waldbesitzer, Forstämter, Landwirte oder Bekannte beziehen. Brennstoffhandel, Baumarkt und sonstiger Einzelhandel spielen laut dem Bericht eine untergeordnete Rolle. Die Scheite kann man sich natürlich auch bequem ofenfertig liefern lassen. Allerdings kostet ein Raummeter gespaltenes, getrocknetes, 33 Zentimeter langes Hartholz durchschnittlich 92 Euro, so das Ergebnis einer deutschlandweiten Umfrage des Technologie- und Förderzentrums im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) in Bayern. Wer Eigeninitiative zeigt und das Holz selbst spaltet, zahlt deutlich weniger. „Wie viel man sparen kann, lässt sich nicht pauschal sagen. Zum einen unterscheiden sich die Preise regional stark, zum anderen hängt es auch maßgeblich davon ab, ob man das Holz nur selbst zerkleinert oder es auch selbst aus dem Wald holt, zurechtsägt oder sogar selbst fällt“, sagt Kathrin Bruhn vom TFZ. Auch vom Holzverbrauch hängt es ab, wann sich ein Holzspalter rechnet. Einsteigermodelle gibt es bereits ab 250 Euro.


2014 heizten 7,1 Millionen deutsche Haushalte mit Holz


Zu unterscheiden ist zwischen waagerecht und senkrecht ausgerichteten Spaltern. Die waagerechten funktionieren wie oben beschrieben: Eine Druckplatte schiebt das Holz gegen den feststehenden Keil. Es gibt sie mit und ohne Gestell. Bei den senkrechten steht das Holz auf einer Metallplatte und wird über zwei Bedienarme mittels Krallen fixiert. Drückt man die Arme nach unten, fährt der Keil von oben in den festgehaltenen Stamm. Im niedrigen Preissegment wiegen Senkrechtspalter etwa 100 Kilogramm – rund doppelt so viel wie Waagerechtspalter. Sie sind zumindest theoretisch in der Lage, auch Meterstämme zu bearbeiten. Günstige Waagerechtspalter schaffen Stücke bis zu 50 Zentimetern. Profis wie Forstleute arbeiten dagegen mit deutlich teureren und schwereren Geräten, die gegenüber den kleineren Modellen ein Vielfaches an Spaltdruck ausüben.

ÖKO-TEST rät

■.Je mehr Holz zu zerkleinern ist, desto stärker fallen die Nachteile der Waagerechtspalter ins Gewicht – und desto eher lohnt sich die etwas größere Investition in einen Senkrechtspalter. Die vier getesteten Senkrechten arbeiten zwar gut, sind allerdings aufgrund der hohen Schadstoffbelastungen nur eingeschränkt zu empfehlen.
■.Bevor Sie sich einen Holzspalter zulegen, rentiert sich eine Kostenkalkulation: Wie viel kostet in meiner Region derzeit Stammholz aus dem Wald, wie viel ofenfertiges Holz – und wer verkauft es? Dazu geben Förster oder Eigentümer von Privatwald Auskunft.
■.Beim Kauf im Baumarkt den Spalter checken: Ist er standfest? Lässt sich der Spalthub einstellen? Passt er zu meiner Körpergröße?

Kompakt

So spalten Sie sicher

■.Nur allein: „Viele bei uns gemeldete Verletzungen mit Holzspaltern sind passiert, weil Helfer das Holz während des Spaltens festgehalten haben. Diese Maschinen sind wirklich nur für den Ein-Mann-Betrieb konstruiert. Helfer sollten Abstand halten und keinesfalls eingreifen“, betont Marc Löwer vom Bereich Prävention der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Kassel. Daher sollen Waagerechtspalter für Kurzholz künftig über neue Schutzvorrichtungen verfügen – etwa ein Gehäuse, in dem das Spalten stattfindet. Es wird dann keine neuen Maschinen mehr geben, die nicht in der einen oder anderen Form verkleidet sind. Schon jetzt müssen an Holzspaltern mit Zugriffsmöglichkeit in den Spaltbereich beide Hände während des Spaltvorgangs die Bedienelemente betätigen, sonst läuft nichts.

Nur eine einzige Person sollte den Spalter während des Spaltvorgangs bedienen.


Foto: imago/imagebroker

Mit Schutzkleidung: Schutzhandschuhe, Schutzbrille, Sicherheitsschuhe und je nach Empfindlichkeit auch ein Ohrenschutz sind empfohlen.
■.Ohne Spaltkreuz: Vertikalspalter liefern bisweilen Spaltkreuze mit, die das Holz vierteln statt halbieren. Dabei kann das Holz allerdings auch gefährlich zur bedienenden Person hinspringen.
■.Stolperfallen vermeiden: Wer Holzscheite rechtzeitig wegräumt und Arbeitsplatz und Maschine sauber hält, verringert das Verletzungsrisiko. Die Maschine sollte vor jedem Arbeitsgang auf offensichtliche Schäden überprüft werden, insbesondere die Schläuche.

Unterschiede gibt es auch beim Antrieb. Viele der günstigeren Geräte werden elektrisch über einen 230-Volt-Anschluss betrieben. Waagerechtspalter verfügen in der Regel über ein eigenes Stromkabel, während an der Rückseite der Senkrechtspalter ein Stromanschluss angebracht ist, sodass man hier auf jeden Fall ein Verlängerungskabel benötigt. Andere Modelle laufen mit Starkstrom oder Kraftstoffmotor.

Wie gut arbeiten relativ günstige Spalter? Gibt es Unterschiede in der Handhabung? Und sind sie mit Schadstoffen belastet? ÖKO-TEST hat sieben Waagerecht- und vier Senkrechtspalter mit 230-Volt-Anschluss in verschiedene Labore geschickt.

Das Testergebnis

■.Siebenmal „befriedigend“, viermal „ausreichend“ . Die vier Senkrechtspalter zeigen gute Leistungen beim Spalten, verhageln sich das Gesamturteil aber durch viel zu viele Schadstoffe in den Griffen. Zwei Waagerechtspalter spalten zwar ebenfalls gut, unterm Strich lässt sich mit dieser Variante aber bestenfalls „befriedigend“ arbeiten. Immerhin ist in puncto Sicherheit fast alles in Ordnung.
■.Senkrechtspalter im Vorteil: Die im Vergleich teureren Vertikalen spalten Holz von 25 und 33 Zentimetern durchweg gut. Sie sind außerdem über längere Zeit hinweg angenehmer zu bedienen als ihre horizontalen Kollegen, weil man an ihnen aufrecht stehen kann und sich nicht so oft nach dem Holz bücken muss, da es beim Spalten fixiert ist. Obwohl sie recht schwer sind, lassen sie sich ähnlich wie Sackkarren noch relativ gut transportieren. Von den Waagerechtspaltern erreichen nur der Scheppach Ox t500 und der Texas Power Split 550H „gute“ Ergebnisse beim Spalten.
■.Vier Horizontale sind nur „ausreichend“ . Unter anderem, weil sich ihr Spalthub nicht verkürzen lässt. Hier fährt die Druckplatte zwangsläufig immer wieder den kompletten Weg vom einen Ende des Spalters zum Holz und zurück. Das kostet unnötig Zeit, an anderen Spaltern lässt sich diese Strecke abkürzen. Aufgrund ihrer niedrigen Arbeitshöhe ist langes Arbeiten an den Waagerechtspaltern zudem anstrengend, vor allem für große Gewachsene. Für die Prüfer waren außerdem seitlich angebrachte Knöpfe auf lange Sicht anstrengender zu bedienen als solche, die man von oben bedient.
■.Achtung, Klemmgefahr: Beim Scheppach Ox t500 sollten Verbraucher besonders darauf achten, nicht mit der Hand zwischen die zurückfahrende Druckplatte und das Kopfende des Spalters zu gelangen. An den Modellen Stahlmann, Texas, Atika und Güde könnten sich Verbraucher zwischen Außenkante und zurückfahrendem Hydraulikgestänge einklemmen. In puncto Sicherheit ebenfalls wichtig: Die Stromkabel so verlegen, dass auf kein Kabel Holz fallen kann. Bei den Senkrechten ist das besonders leicht, sie haben ihren Stromanschluss an der Rückseite.
■.Jenseits des Standards: Alle Spalter im Test schaffen auch 50-Zentimeter-Stücke. Ist das Holz mal verastet, zerteilen die Senkrechtspalter es dennoch nahezu problemlos. Mit den Waagerechten ist das etwas schwieriger, klappt aber auch. Außerdem lassen sich bei Waagerechtspaltern unrunde Stücke oft nur schwer platzieren.
■.Vorsicht vor Überlastung! Für ÖKOTEST taten die Prüfer, was man nicht tun sollte: Sie setzten das Holz gegen die Faser an, verkürzten die Leerlaufzeiten und trieben die Maschinen so an die Grenze zur Überlastung. Manche hielten das 15 Minuten lang durch; andere fielen aus, erreichten aber nach dem Abkühlen im Normalbetrieb wieder ihre Leistung. Mit dem Texas Power Split 550H war nach dem Test kein normales Arbeiten mehr möglich. Die Lehren: Erstens unbedingt mit der Faser spalten, nicht gegen sie. Zweitens den Maschinen immer etwas Erholung von der Druckphase gönnen. Im Normalfall bekommen sie die ohnehin, wenn wie vorgesehen nur eine Person das Gerät bedient.

Endlich geschafft?! Mit dem Holzspalter geht das Spalten bequemer von der Hand als mit der Axt. Je größer die Menge Holz, desto eher lohnt sich ein teurer Senkrechtspalter.


Foto: Purestock/Thinkstock

■.Waagerechte brauchen weniger Strom . Etwa 20 Wattstunden (Wh) sind es durchschnittlich für 20 Spaltvorgänge. Senkrechtspalter verbrauchen etwa das Fünffache.
Zu zweit aufstellen: Bei allen Produkten im Test brauchte man zum Aufbau zwei Personen. Die Senkrechtspalter ließen sich in etwa 20 Minuten montieren, bei den Waagerechten dauerte es bis zu 45 Minuten (Scheppach Ox t500).
Raus damit: Wie in so vielen von ÖKOTEST untersuchten Griffmaterialien wiesen die Labore auch in den Spaltern Schadstoffe satt nach. Dazu gehören uns allzu gut bekannte Kandidaten: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) – eine Gruppe von Stoffen, von denen manche krebserregend sind; Phthalate, die im Verdacht stehen, Organe zu schädigen und wie ein Hormon zu wirken; und umweltbelastende chlorierte Verbindungen. Im Güde W 520 / 5,5 T UG und im Zipper ZI-HS7H fand das Labor giftiges Blei in erhöhter Menge. Akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher besteht zwar nicht, zumal man beim Spalten ohnehin Handschuhe tragen sollte. Trotzdem sollten die Produzenten diese Stoffe vermeiden.

So reagierten die Hersteller

Al-Ko schrieb zum großen Unterschied von angegebenem und gemessenem Spaltdruck beim Modell KHS 5204-1: „Der von Ihren Prüfern gemessene Druck ist so für uns nicht nachvollziehbar.“ Die Holzspalter würden einer ständigen laufenden Fertigungsüberwachung unterzogen, um eine gleichbleibende Qualität und somit auch einen den Angaben entsprechenden Arbeitsdruck sicherzustellen. Bei dem gemessenen Wert könne es sich nur um eine „außerordentlich seltene Abweichung von der Norm oder um ein abweichendes Ergebnis aufgrund der Messumstände“ handeln, die Spaltdrücke könnten zudem durch die am Gerät anliegende Netzspannung beeinflusst werden. Das von ÖKO-TEST beauftragte Prüfinstitut hat den Druck nach einem bewährten Verfahren mit einem Prüfzylinder im laufenden Betrieb gemessen und hält an seinen Ergebnissen fest.
■ AnbieterScheppach , der auch für das Woodster-Modell antwortete, konnte die Abweichungen beim Spaltdruck ebenfalls nicht nachvollziehen. Diese würden bei jeder Inspektion überprüft. „Mögliche Ursache für die Messdiskrepanz können zu niedrige Ölstände, nicht vollständig entlüftete Systeme oder nicht erreichte Betriebstemperaturen sein.“ Sollten Kunden nicht zufrieden sein, könne der Spaltdruck im Servicecenter nachjustiert werden. Zudem wunderte sich Scheppach über die negativen Resultate in den Schadstofftests. Diese stünden nicht mit internen Vorgaben im Einklang, man werde entsprechende interne Prüfungen in die Wege leiten. „In der Zwischenzeit senden wir natürlich Kunden bei Bedenken auf Wunsch kostenfrei geprüfte Griffe zu.“
Güde kündigte ebenfalls an, die Schadstoffwerte zu überprüfen.

TEST Scheppach Ox t500
Preis : 399,99 Euro
Für den Aufbau des teuersten und schwersten Waagerechten brauchten die Prüfer am längsten: 45 Minuten. Die Maschine spaltet besser als die meisten ihrer Bauart, allerdings mussten die Prüfer dafür erst die Druckplatte verstellen, was aber in der Gebrauchsanleitung beschrieben wird. Der Spalthub kann stufenweise verstellt werden. Die Abweichung zwischen gemessenem und angegebenem Spaltdruck war signifikant, außerdem steht das Gerät unsicher und verfügt über eine relativ ebene Holzauflage, weshalb das Holz nicht ganz so sicher hält wie bei anderen
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Stahlmann 7TYHS520-A
Preis : 259 Euro
Das günstige und relativ leichte Gerät der Firma Albatros spaltet trotz seines relativ hohen Spaltdrucks nur mittelmäßig. Die Einstellung des Spalthubs verrutschte nach längerem Gebrauch aufgrund einer lockeren Schraube; das ließ sich aber rasch beheben. Zudem fuhr der Kolben teils nicht mehr komplett ein, was sich aber nach einer Abkühlphase wieder legte. Ein weiterer Kritikpunkt des Labors triff t auf alle Waagerechtspalter zu: Über längere Zeit hinweg wird die gebeugte Haltung vor allem für groß gewachsene Menschen anstrengend.
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Texas Power Split 550H
Preis: 280 Euro
Das Gerät spaltet für einen Waagerechtspalter seiner Preisklasse überdurchschnittlich gut. Das leidige Problem des Buckelns besonders für groß gewachsene Personen ist durch die relativ hohe Arbeitshöhe zumindest etwas entschärft. Allerdings lässt sich der Spalthub nicht einstellen. Und die 53 Kilogramm Gewicht sind recht unausgewogen verteilt, was den Transport erschwert. Im Griff material wies das Labor Antimon und chlorierte Verbindungen nach.
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Al-Ko KHS 5204-1
Preis : 319 Euro

An 25- und 33-Zentimeter-Holz arbeitet das Gerät durchschnittlich; mit noch kürzerem, hartem Holz hat es Probleme. Der Spalthub lässt sich nicht einstellen. Im Transport ist der Spalter schlecht zu greifen, hinzu kommen übliche Mängel an Waagerechtspaltern wie die recht niedrige Arbeitshöhe. Gegenüber dem angegebenen Spaltdruck wich der gemessene deutlich nach unten hin ab. Immerhin zeigte der Sicherheitstest keine nennenswerten Mängel.
Gesamturteil „ausreichend“

TEST Atika ASP 5 N-UG
Preis : 249,90 Euro
Die Maschine spaltet Holz von 25 und 33 Zentimetern Länge mittelmäßig, hat aber ihre Probleme mit noch kürzerem, hartem Holz. Der Spalthub lässt sich nicht einstellen. In der Handhabung bemängeln wir wie bei mehreren Waagerechtspaltern die niedrige Arbeitshöhe und dass zerteiltes Holz vom Boden aufgehoben werden muss, was bei den Senkrechtspaltern weniger häufig der Fall ist. Im Leerlauf war das Atika-Modell mit 79 dB(A) das lauteste im Test.
Gesamturteil „ausreichend“

TEST Einhell BT-LS 65 U
Preis : 229,99 Euro
Das günstigste Produkt im Test spaltet mittelmäßig, fährt aber auff allend langsam vor und zurück. Da sich zudem der Spalthub nicht verkürzen lässt, benötigte das Einhell-Gerät knapp 30 Prozent mehr Zeit als der Durchschnitt – der schlechteste Wert. Zudem hat es Probleme mit ganz kurzem Hartholz. Im Sicherheitstest zeigt es keine nennenswerten Mängel. Laut Anbieter wird das Modell derzeit nicht mehr produziert.
Gesamturteil „ausreichend“

TEST Güde W 520 / 5,5 T UG
Preis : 264,95 Euro
Der leichteste Spalter im Test, dabei hätte etwas mehr Material zumindest in der Höhe gut getan: Zu keinem anderen mussten sich die Prüfer so tief herabbeugen. Grundsätzlich spaltet das Gerät mittelmäßig, auff allend häufig wird ein optimales Ergebnis dadurch verhindert, dass das Holz am Keil nach oben wegrutscht. Der Spalthub ist leider nicht einstellbar, die gemessene Spaltkraft war zudem signifikant niedriger als angegeben. Im Griff material wiesen die Labore PAK, Phthalate, Blei, Antimon, phosphororganische und chlorierte Verbindungen in deutlich zu hohen Mengen nach.
Gesamturteil „ausreichend“

TEST Al-Ko LHS 5500
Preis : 495 Euro
Der Teuerste und Größte im Test ist mit 114 Kilogramm auch der Schwerste und der mit dem größten Spalthub (51,5 Zentimeter). Letzterer lässt sich stufenlos verändern. Wie bei allen Senkrechtspaltern wird ein Verlängerungskabel benötigt. Das Ankippen zum Transport könnte leichter gehen, eine Tritthilfe fehlt und Standfüße müssen vorher eingeklappt werden. Im Sicherheitstest zeigt er keine nennenswerten Mängel. Aufgrund zu vieler PAK, Phthalate, Antimon und chlorierter Verbindungen im Griff - material erreicht das Gerät nur das
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Woodster lv 60
Preis : 369 Euro
Der günstigste Senkrechtspalter konnte mithalten, auch wenn die Führungsschiene des linken Betätigungsarms zum Ende des Praxistests leicht verbogen war, was die Funktion nicht beeinträchtigte. Die Konstruktion ist nahezu bau gleich zum Zipper-Modell, wobei der Woodster weniger Spaltdruck auslobt und bei ihm auch ein deutlich geringerer Druck gemessen wurde. Er enthält deutlich zu viele PAK, Phthalate, phosphororganische und chlorierte Verbindungen.
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Scheppach HL710
Preis : 469 Euro
Knapp 100 Kilogramm wiegt das Gerät, der Spalthub ist stufenlos einstellbar, der Keil fährt wie bei allen Vertikalspaltern rasch zurück. Bemerkenswert: Im Test spaltete der Scheppach HL710 mit Abstand am schnellsten, er brauchte nur etwa zwei Drittel der Durchschnittszeit. Leider fehlt eine Tritthilfe, um den Transport zu erleichtern. Im Sicherheitstest zeigt er keine nennenswerten Mängel, enthält aber PAK, Phthalate, Antimon und chlorierte Verbindungen satt.
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Zipper ZI-HS7H
Preis : 449,10 Euro
Das Zipper-Modell verfügt über die höchste gemessene Spaltkraft im Test. Die Konstruktion ist nahezu baugleich zum Woodster-Modell, wobei der Zipper eine Tonne mehr Spaltdruck auslobt und bei ihm auch ein deutlich höherer Druck gemessen wurde. Im Sicherheitstest zeigt er keine nennenswerten Mängel, allerdings bei den Schadstoff en: Die Labore wiesen PAK, Phthalate, chlorierte Verbindungen und sogar Blei in zu hohen Mengen nach.
Gesamturteil „befriedigend“

Experte: Wann schlage und spalte ich mein Holz?

Foto: KWF

„Holz schlägt man am besten im Herbst und Winter, wenn es wenig Feuchtigkeit enthält. Dann sollte man es auch gleich spalten – und zwar immer entlang der Faser, nicht gegen sie. Später, wenn es bereits angetrocknet ist, sind die Fasern härter. Das heißt, es muss sich mehr Druck aufbauen, bevor das Holz spaltet. Dann kann es förmlich springen, was nicht ungefährlich ist. Außerdem trocknet frisches Holz schneller, wenn man es sofort zerkleinert.“

Patrick Müßig ist Prüfingenieur im Fachressort Forstgeräte und Werkzeug des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF).

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: PAK = polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe; TCPP = Trischlorisopropylphosphat.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 142.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Garantiehinweis fehlt.2) Laut Anbieter befindet sich das Produkt nicht mehr im Listungssortiment und wird derzeit nicht mehr produziert. Im Handel fanden sich Anfang 2017 noch wenige Exemplare.3) Weiterer Mangel: Warnhinweis „Vorsicht! Bewegte Maschinenteile!“ fehlt am Gerät.4) Weiterer Mangel: Erläuterung eines wichtigen Warnhinweises auf dem Gerät fehlt in der Bedienungsanleitung.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Das Testergebnis Praxisprüfung setzt sich zu 40 Prozent aus dem Teilergebnis Ausstattung, Handhabung und Sicherheit zusammen und zu 60 Prozent aus dem Teilergebnis Spalten. Es kann nicht besser sein als das Teilergebnis Spalten und nicht besser als „befriedigend“, wenn das Teilergebnis Ausstattung, Handhabung und Sicherheit „befriedigend“ oder schlechter ist. Es wird kaufmännisch gerundet.
Das Teilergebnis Ausstattung, Handhabung und Sicherheit setzt sich aus folgenden Ergebnissen zusammen: 1. Ausstattung: in Ordnung = sehr gut; zur Abwertung um einen Punkt führt: Gemessene Spaltkraft weicht von angegebener Spaltkraft um mehr als ein Drittel nach unten ab. 2. Handhabung: in Ordnung = sehr gut; zur Abwertung um drei Punkte führt: Tief gebeugte Haltung während des Spaltvorgangs aufgrund der niedrigen Arbeitshöhe und der gleichzeitigen Bedienung von Hebel und Schalter, das ist über längere Zeit anstrengend. Zur Abwertung um zwei Punkte führt: gebeugte Haltung während des Spaltvorgangs. Zur Abwertung um jeweils einen Punkt führen: a) Verschieben im Arbeitsbereich umständlich; b) gespaltenes Holz muss vom Boden aufgehoben werden; c) Schalter muss seitlich gedrückt werden, das ist umständlich und über längere Zeit anstrengend; d) leicht gebeugte Haltung während des Spaltvorgangs aufgrund der Arbeitshöhe und der gleichzeitigen Bedienung von Hebel und Schalter. 3. Sicherheit: in Ordnung = sehr gut; zur Abwertung um einen Punkt führt: geringe Klemmgefahr, wenn die Druckplatte zurückfährt – entweder durch einen zu geringen Abstand der zurückfahrenden Druckplatte zum Kopfende des Spalters oder durch einen zu geringen Abstand der zurückfahrenden Hydraulik zur Außenseite am anderen Ende des Spalters. Die einzelnen Punkte aus Ausstattung, Handhabung und Sicherheit werden addiert: 1 Punkt oder weniger = sehr gut; 2–3 Punkte = gut; 4–5 Punkte = befriedigend; 6–7 Punkte = ausreichend; 8–9 Punkte = mangelhaft; mehr als 9 Punkte = ungenügend.
Teilergebnis Spalten: Ein Prüfergebnis „gute Ergebnisse“ entspricht der Note „gut“. Das bedeutet, die Stücke wurden größtenteils komplett durchgespalten. Ein Prüfergebnis „befriedigende Ergebnisse“ entspricht der Note „befriedigend“. Das bedeutet, es kam etwas häufiger vor, dass die Stücke nicht komplett durchgespalten wurden als bei „guten“ Ergebnissen. Diese Noten können sich durch sonstige Mängel verschlechtern, deren Bewertung in einem Punktesystem erfolgt. Zur Abwertung um drei Punkte führt: Spalthub nicht einstellbar. Zur Abwertung um zwei Punkte führt: unsicher im Stand. Zur Abwertung um jeweils einen Punkt führen: a) auffallend zeitaufwendig (im Vergleich mit dem Durchschnitt hat das Spalten mehr als 20 Prozent länger gedauert); b) Auflage relativ eben, Holz fällt teilweise vor dem Spalten herunter (bei Waagerechtspaltern); c) kurzes, hartes Holz (< 25 Zentimeter) wird unzureichend gespalten, nämlich nur so, dass man es danach nicht auseinanderbrechen kann; d) Holz rutscht am Keil nach oben weg; e) Druckplatte fährt nach längerer Belastung zeitweise nicht mehr komplett zurück. Die einzelnen Punkte werden addiert: 2 Punkte oder weniger = keine zusätzliche Abwertung gegenüber dem Prüfergebnis; 3–5 Punkte = zusätzliche Abwertung um eine Note; 6–8 Punkte = zusätzliche Abwertung um zwei Noten; mehr als 8 Punkte = zusätzliche Abwertung um drei Noten. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 10.000 mg/kg Phthalate (hier: DEHP [Diethylhexylphthalat], Dibutylphthalat, Diisononylphthalat, Diisobutylphthalat, Dipropylheptylphthalat); b) ein stark erhöhter Gehalt von in der Summe mehr als 1.000 μg/kg einer oder mehrerer krebserregender und/oder krebsverdächtiger PAK-Einzelverbindungen, wobei jede Einzelverbindung einen Gehalt von mehr als 100 μg/kg aufweist. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen; b) mehr als 1.000 mg/kg Antimon; c) mehr als 10 mg/kg bis 1.000 mg/kg Blei; d) mehr als 1.000 mg/kg Ersatzweichmacher (hier: DEHT [Diethylhexylterephthalat], DEHA [Diethylhexyladipat], Acetyltributylcitrat), wenn nicht bereits wegen Phthalaten abgewertet wurde; e) mehr als 10 mg/kg bis 1.000 mg/kg phosphororganische Verbindungen (hier: Trikresylphosphat, 2-Ethylhexyldiphenylphosphat, TCPP); f) der Nachweis der halogenorganischen Verbindung TCPP, wenn diese Verbindung nicht bereits als einzige phosphororganische Verbindung mit mehr als 10 mg/kg in einem Produkt abgewertet wurde.
Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Garantiehinweis fehlt; b) Warnhinweis „Vorsicht! Bewegte Maschinenteile!“ fehlt; c) Erläuterung eines wichtigen Warnhinweises auf dem Gerät fehlt in der Bedienungsanleitung, sofern nicht bereits wegen eines fehlenden Warnhinweises abgewertet wurde. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Ausstattung, Handhabung und Sicherheit um eine Note. Das Gesamturteil beruht zu 80 Prozent auf dem Testergebnis Praxisprüfung und zu 20 Prozent auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Es kann aber nicht besser sein als das Testergebnis Praxisprüfung.Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1704“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 10/2016. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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