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TEST: In guten Händen: Slite V2 RES von Höllein


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 29.08.2019

Slite und PURES sind bekannte und bei RES-Freunden sehr beliebte Modelle, die in der Hand von Wettbewerbspiloten auch schon viele Spitzenergebnisse erzielt haben. Der Konstrukteur Sepp Gergetz hat bei diesen Modellen konsequent die Möglichkeit des Reglements genutzt, CFK-Teile für die Tragfläche und für den Rumpf zu verwenden. Dadurch sind Modellgewichte und Leistungen möglich, die mit reinen Holzkonstruktionen bei gleicher Robustheit nur schwer erreichbar wären.


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Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 9/2019

Sämtliche Holzteile des Bausatzes sind sauber gelasert und mit Teilenummer versehen. Dadurch sind die jeweils benötigten Einzelteile leicht zu ...

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Die Flächensicherung in den Anschlussrippen zwischen Flächenmittelteil und Außenflügel erfolgt durch Kunststoffteile.


Am Flächenteil im Vordergrund sind die Halbrippen schon eingesetzt und mit der Montageschablone auf Abstand ausgerichtet. Das Flächenteil im Hintergrund bleibt bis zur Verklebung mit Rohrholm, Nasen- und Endleiste in der Helling.


Zum Verkleben der Rippen mit der Endleiste sollte man die Helling so positionieren, dass man Rippe und Endleiste auch spaltfrei zusammen bekommt. Dazu drücke ich die Endleiste auf die Rippe und fixiere sie mit Sekundenkleber.


Bei der Montage des Rohrholmes werden die Rippen nur durch die Helling und den Montagekamm gehalten. Durch vorsichtiges Drehen des Holms gelingt es, ihn in die passgenauen Bohrungen der Rippen zu schieben.


Jetzt von Grüner

Größter Nachteil bei Slite und PURES war der Umstand, dass man erst nach langer Wartezeit in den Besitz eines Bausatzes kam, weil der Hersteller – SETA Modelltechnik – nur eine begrenzte Fertigungskapazität hatte. Ein notwendiger Umzug der Werkstätte verschärfte die Liefersituation noch mehr, sodass sich Sepp Gergetz entschloss, die Produktion und den Vertrieb der Modelle in andere Hände zu geben. Zunächst wurde der PURES von Höllein übernommen, seit Frühjahr 2019 wird auch der Slite von Höllein geliefert. Beide Modelle werden von Grüner Modellbau produziert – und sind so mit der bekannten Lieferzuverlässigkeit der Firma Höllein auch für einen größeren Kreis von RES-Anhängern zugänglich. Mit der Verlagerung der Produktion ergaben sich auch neue Fertigungsmethoden, die einige Konstruktionsänderungen möglich und notwendig machten. Diese neue Version, den Slite V2, werden wir im Folgenden testen.

Im Bausatz…

…des Modells befinden sich sämtliche, sehr sauber gelaserte Holzteile in bester, leichter Holzqualität (Balsa- und Sperrholz). Die Balsaholzteile für die Helling sind exakt und aus sehr festem Holz, sodass diese nicht notwendigerweise auf dem Bauplan festgepinnt werden müssen. Balsaholzteile mit einer Materialstärke von 10 mm und mehr für Rumpfnase und Übergang zum Heckrohr sind vorgefräst. Hier hatte sich bei den ersten Bausätzen der Serie ein Fehler eingeschlichen, den ich jedoch beim Bau noch nicht bemerkt hatte, da ich noch mit dem Flächenbau beschäftigt war. Ich wurde jedoch innerhalb einer Woche von Höllein über diesen Fehler informiert und bekam umgehend das korrigierte Teil nachgeliefert. So etwas kann passieren, wurde aber von Höllein vorbildlich bereinigt!

Erwähnenswert sind auch die sehr leichten und sauber gefertigten Kohlerohre für die Flächenholme und das Rumpfrohr, welche schon die passgenauen Bohrungen und Schlitze für das Leitwerk enthalten. Da ist keine Nacharbeit notwendig. Sämtliche Kleinteile wie Schrauben, Muttern, Haken sowie Bowdenzüge und GFK-Teile sind im Bausatz enthalten. Dazu kommt eine 12-seitige Bauanleitung mit vielen Bildern und einer Stückliste mit Verweis auf die Lage der Teile in den Brettchen. Selbst Hinweise auf den Einsatz der verschiedenen Klebstoffe bei den einzelnen Bauabschnitten findet man. Ein großer, mehrfarbiger Bauplan mit 1:1-Draufsicht von Fläche, Leitwerk und Rumpf sowie eine Seitenansicht des Rumpfs lassen keine Frage offen. Auf dem Bauplan finden sich auch die Hinweise zur Lage der Teile wieder. Behandelt man die Brettchen mit einiger Vorsicht, so bleiben die Einzelteile auch bis zur Verarbeitung in den Brettchen. Die gelaserten Einzelteile können dennoch leicht mit einem Skalpell aus den Brettchen herausgetrennt werden. Für die Sperrholzteile ist ein etwas stabileres Messer notwendig.

Beim Abschneiden des überstehenden CFK-Holms muss man das Gerippe irgendwie fest halten. Ich habe dazu in den Holm einen passenden Buchenstab gesteckt. Dieser wurde mit dem Holm per Dremel abgeflext.


So sieht die Flächensteckung zwischen Mittelteil und Außenfläche fertig eingeklebt aus.


Der Rippensatz und die Endleiste für das Höhenleitwerk sind sehr filigran. Da braucht man zum Bau schon eine ruhige Hand und das entsprechende Werkzeug.


Es geht voran: Das zusammengesetzte Höhenleitwerk und das Höhenruder auf dem Baubrett.


Der Flügel entsteht

Der Bau des Modells ist in 34 Baustufen mit insgesamt 77 Bildern in der Anleitung beschrieben. Der Anleitung folgend habe ich zuerst das Flächenmittelteil gebaut: Der Aufbau mit Rohrholm und Kohlerohr als Nasenleiste in der Flächenhelling ist leicht zu bewerkstelligen. Vorteilhaft gegenüber der V1-Version ist die Form der Halbrippen: Sie ist so geändert, dass diese erst nach dem Anbringen des Nasenrohres eingesetzt werden. Damit erspart man sich das etwas fummelige Auffädeln aller Rippen auf den Rohrholm. Einzig die 0,6 mm dicke Endleiste aus Sperrholz erfordert etwas Geschick: Die Rippenüberstände, auf welche die Endleiste aufgeklebt werden sollen, sind so dünn, dass sie schon bei leichtem Andrücken abbrechen, wenn man die Rippen von unten nicht abstützt. Das kann man natürlich nur machen, wenn man die komplette Helling auf der Bauunterlage so verschieben kann, dass man beim Verkleben mit Sekundenkleber zum Andrücken einen Finger unter die Rippe bekommt. Daher mein Hinweis: Die Flächenhellinge entsprechend positionieren oder gleich lose auf der Bauunterlage lassen und die Rippen etwas beschweren! Der Aufbau der Endleiste aus dünnem Sperrholz gefällt mir im Prinzip mit diesem Profil sehr gut. Es ergibt sich eine saubere, dünne und doch stabile Endleiste. Allerdings hat man bei der V2-Version auf die großen Aussparungen in der Endleiste, wie sie der ursprüngliche Slite noch hatte, verzichtet. Alle weiteren Bauabschnitte der Flächenteile sind in der Anleitung hinreichend beschrieben. Der Aufbau der Außenflächen sowie der Ohren geschieht analog dem Mittelteil. Die Flächensteckungen zwischen dem Mittelteil und den Außenflächen sitzen in den Rohrholmen und sind durch die Verwendung von Messingrohr und 4-mm-Rundstahl stabil, stellen aber auch keine besonders leichte Lösung dar. Zur Sicherung der Außenflächen sind in den Anschlussrippen des Mittelteils Kunststoffklipse (sowie in den Anschlussrippen der Außenflächen eine Formschraube) vorgesehen, in die beim Zusammenbau des Flügels von unten kleine U-förmige Kunststoffkeile einschoben werden. Das ist dauerhafter als die häufig angewendete Klebebandsicherung, bei der die Bügelfolie bei der Demontage des Modells oft mit abgelöst wird. Fixiert wird der Flügel auf dem Rumpf mit einer M5-Nylonschraube etwas hinter der Profilmitte und einem Zapfen im Nasenbereich, der in eine Aussparung in einen Rumpfspant greift. Die Fläche ist damit leicht montierbar und sitzt bombenfest.

Nur bei wenigen Arbeiten fallen Balsastaub und Hobelspäne an: Das Verschleifen des Rumpfs ist so eine Arbeit.


Die Leitwerke

Das Höhenleitwerk des Slite V2 unterscheidet sich im Aufbau wesentlich von der V1-Version und dem anderer RES-Modelle: Eine sehr schmale Nase und Endleiste und ein Kohlerohr als Hauptholm tragen die profilierten Rippen. Zum Bau werden die Rippen wieder auf eine Helling gesteckt. Dann gilt es, den Kohleholm durch die Rippen zu schieben; hier ist doch etwas Geschick nötig, denn die Balsarippen sind so filigran, dass sie bei leichtestem Anecken abbrechen. Erst mit dem Verkleben mit der Nasen- und Endleiste erhält das Höhenleitwerk die notwendige Stabilität.

Ob sich der bauliche Mehraufwand gegenüber einem unprofilierten Leitwerk in Stäbchenbauweise aus aerodynamischer Sicht lohnt, wage ich zu bezweifeln. Aber nach der Fertigstellung des Leitwerks wird man doch mit einer besonderen Optik belohnt. Wirklich sichtbar ist die Struktur natürlich nur, wenn man für die Bespannung transparente Folie wählt. Das Höhenruder sowie das Seitenleitwerk mit dem Seitenruder werden dann in der üblichen Bauweise aus passgenauen Einzelteilen auf dem mit Folie geschützten Bauplan erstellt – und zur Hinterkante hin dem Profilverlauf entsprechend abgeschrägt.

Zum Verbinden des Rumpfs mit dem Heckausleger wird dieser exakt mit einer Montagehilfe auf dem Bauplan ausgerichtet. Mit der Wasserwaage wird der rechte Winkel sichergestellt.


Trotz schmalem Rumpf sind Akku und Servos gut zu erreichen. Im Rumpfdeckel eingeklebt ist der 2-mm-Stabmagnet. Den Deckel sichere ich zusätzlich mit einem Tesaband.


Klasse Feature: Der verstellbare Hochstarthaken mit GFK-Verstärkung im Rumpfboden.


Die Position des Hochstarthakens ist leicht zu verändern: M3-Inbusschraube lösen, den Haken verschieben und wieder festziehen.


Beim Rumpfbau…

…ist der Bauanleitung nichts hinzuzufügen. Erwähnenswert ist jedoch der verstellbare Hochstarthaken: Er kann in einem Bereich von 15 mm auf die Schwerpunktlage und die persönlichen Wünsche angepasst werden. Bei dieser Modellgröße ist das nicht selbst verständlich.

Für den Zusammenbau von Rumpfvorderteil und dem konischen Heckrohr ist eine kleine Montagehilfe enthalten. Dabei ist es von Vorteil, wenn man das fertige Flächenmittelteil auf den Rumpf schrauben kann, um so eine exakte Ausrichtung des Leitwerks zu ermöglichen. Was mich beim Rumpf weniger überzeugt, sind die 2 mm dünnen runden Stabmagnete, die in Rumpf und Klappe eingeklebt, diese sichern sollen. Die Magnete berühren sich nur stirnseitig, dadurch ist die Haltekraft nicht besonders groß. Da ich einen Zepsus-Magnetschalter eingebaut habe und zum Ein- und Ausschalten des Empfängers die Klappe also nicht öffnen muss, stört mich ein zur Sicherheit zusätzlich angebrachtes Klebeband auf der Klappe nicht weiter.

Zur Bespannung wird Oralight für die Tragfläche und das Leitwerk empfohlen. Diesem Vorschlag bin ich gefolgt. Und zwar in transparenter Ausführung, damit die herrliche Struktur des Modells sichtbar bleibt – aber das ist ja Geschmackssache. Den Rumpf habe ich mit Oracover bespannt, diese Folie ist etwas strapazierfähiger und das Bodenbrett verkratzt bei der Landung nicht so leicht.

Elektronische Komponenten

Folgt man bei der Auswahl der Servos und dem Akku den Empfehlungen von Höllein, so ist der Einbau dieser Komponenten in kürzester Zeit erledigt: Die Graupner-Servos DES 427 passen perfekt in das vorbereitete Servobrett. Die DES 427 sind zwar nicht die leichtesten, sie sind aber stellgenau – und Gewicht im vorderen Bereich ist ohnehin meist notwendig. Auch die Stellgeschwindigkeit dieser Servos ist mit der 1s-Stromversorgung für mein Gefühl schnell genug. Möchte man andere Servos verwenden, so ist im Bausatz ein zusätzliches Brett ohne Aussparungen beigefügt. Der empfohlene einzellige LiIonen-Akku ist mit seinen fast 50 g recht schwer, hat aber auch eine Kapazität von 2.600 mAh. Damit kann man schon mehrere Stunden fliegen. Und er passt sehr gut in die Rumpfnase, außerdem hat man mit ihm schon fast das notwendige Trimmgewicht beisammen.

Die ersten Flüge

Um auf die in der Bauanleitung vorgeschlagene Schwerpunktlage von 76 mm hinter der Nasenleiste (Sollbereich: 75 bis 78 mm) zu kommen, waren beim Testmodell lediglich 6 g Ballast vor dem Empfängerakku notwendig.

Nach einigen unspektakulären Handstarts ging es ans RES-Gummi: Bei leichtem Wind stieg das Modell ohne weiteres Zutun steil nach oben. Mit den angegebenen Rudereinstellungen absolvierte ich die ersten Flüge mit recht hektischer Reaktion des Seglers. Deutlich angenehmer wurden die Flüge dann mit 70% Expo auf dem Seitenruder und 50% auf dem Höhenruder. Allerdings bemerkte ich bald, dass der Slite V2 nicht lange ohne Steuerkorrektur stabil weiter fliegt. Er zeigte eine deutliche Neigung zum Unterschneiden. Nach der üblichen Vorgehensweise – andrücken und den Abfangbogen beobachten – habe ich entschieden, den Schwerpunkt weiter nach vorne zu legen. Ich erhöhte also die Bleizugabe auf 12 g und trimmte etwas mehr auf Höhe. Doch selbst mit dieser Schwerpunktlage, 72 mm hinter der Nasenleiste, bleibt das Modell nach dem Andrücken und Neutralisieren des Höhenruders im Speedflug. Der Segler fängt sich nicht selbstständig ab. Aber so eingestellt, überzeugt er mit einem exzellenten Gleitwinkel. Die weitere Flugerprobung erfolgte mit dieser Einstellung.

Beim Hochstart mit dem RES-Gummi geht es schon bei leichtem Wind fast senkrecht auf Höhe.


Die weitere Flugerprobung

Um ein umfassendes Bild vom Flugverhalten des Modells zu bekommen, erprobte ich folgende Situationen: Hochstart mit dem RES-Gummiseil, Gleitflug, Sinken, enges und weites Kreisen, Absteigen und Landen am Punkt. Die ersten Hochstarts am Gummiseil machte ich mit der in der Bauanleitung vorgeschlagenen Position des Hochstarthakens, etwa 5 mm vor dem Schwerpunkt. Ich erreichte damit bei Windstille Höhen bis 70 m. In mehreren Schritten legte ich dann den Hochstarthaken bis unter den Schwerpunkt. Diese Hakenposition brachte jedoch nur bei Gegenwind (>2 m/s) eine deutliche Steigerung der Starthöhe bis auf 140 m. Bei Windstille ist mit der vorderen Hakenposition ein stabilerer Hochstart möglich. Bei kräftigem Wind (>6 m/s) kam ich jedoch einmal an die Grenze des Zumutbaren für den Slite: Heftiges Flügelflattern, das jedoch ohne Folgen blieb, zeigte mir, dass man mit einem RES-Modell eben keine Gewaltstarts wie mit einer Voll-GFK-Maschine machen sollte. Der Gleitflug ist bei etwas erhöhter Fluggeschwindigkeit (>25 km/h) die Paradedisziplin des Slite V2. Das Modell läuft trotz des relativ geringen Gewichts sehr gut. Es ist somit möglich, auch weiter entfernte Aufwindfelder zu suchen und gegen den Wind wieder zurück zu fliegen. Bei zu langsamer Gangart verschenkt man schnell die aerodynamischen Fähigkeiten des Seglers: Bei langsamem, engen Kurbeln tauchte das Testmodell immer wieder nach unten weg und ich musste es mit kräftigem Gegensteuern auf Kurs halten. Besser gefällt dem Slite V2 das flotte, großräumige Kreisen in der Thermik. Ich bevorzuge dabei eine Trimmung, bei der sich ein stabiler Kreisflug einstellt, sodass ich nicht immer wieder korrigieren muss.

Das Absteigen…

…aus großer Höhe gelingt mit Hilfe des Spoilers und einer Höhenruderzumischung von etwa 6,5 mm gut. Dabei stellt sich ein konstanter Sinkflug ein, solange man die Fluggeschwindigkeit beibehält. Auf schnelle Korrekturen mit dem Höhenruder – beim Landen am Punkt und auf Zeit im Wettbewerb – reagiert das Modell mit heftigem Aufbäumen, was die punktgenaue Landung zur Glückssache macht. Ich führe das auf Verwirbelungen des Spoilers zurück, die bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu veränderten Strömungsverhältnissen am Höhenleitwerk führen. Man sollte daher im Endanflug den Spoiler nicht zu hektisch betätigen. Eine Möglichkeit, dieses Manko anzugehen, wären zwei Spoilerklappen in der Tragfläche, die „außerhalb“ des Höhenleitwerks liegen. Das behalte ich mir für meine geplante Slite-V2-Elektro-Version vor.

Mein Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen: Die Feineinstellung des Slite V2 ist nicht mit wenigen Flügen zu machen. Man sollte sich in kleinen Schritten an seine persönliche Einstellung bezüglich Schwerpunkt, Trimmung und Spoilerwirkung, auch bei unterschiedlichen Wetterlagen, heranarbeiten. Richtig eingestellt, hat man mit dem Slite V2 dann ein hervorragendes RES-Modell, das auch Thermikfreaks ohne Wettbewerbsambitionen begeistern kann.

Slite V1 und V2 im Vergleich

Der Slite V1 aus der Fertigung von SETA Modelltechnik unterscheidet sich nur marginal vom aktuellen Slite V2 aus dem Hause Grüner. Am auffälligsten sind die Änderungen am Leitwerk: Das Seitenleitwerk hat beim V1 eine oben abgerundete Kontur, während diese beim V2 oben spitzer und 15% größer ausfällt. Das Höhenleitwerk war beim V1 eine unprofilierte Stäbchenkonstruktion, während der V2 ein profiliertes Leitwerk mit einem CFK-Rohrholm hat. Der Rumpf wurde beim V2 im Mittenbereich etwa 6 mm höher, dadurch ist der Rumpfboden in Längsrichtung nicht mehr völlig gerade, sondern leicht gewölbt. Ein weiterer Unterschied, der mir persönlich weniger gefällt, ist die Gewichtszunahme des V2.

Bauteilgewichte


FLUGFOTOS: FRANK SCHWARTZ