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TEST: Individuelle Zeitenwender


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 120/2018 vom 16.11.2018

Wandkalender aus eigenen Fotos sind das perfekte Geschenk zu Weihnachten. Wir haben neun Anbieter getestet und stellen die Vorund Nachteile der Druckverfahren und der angebotenen Papiere vor.


Artikelbild für den Artikel "TEST: Individuelle Zeitenwender" aus der Ausgabe 120/2018 von fotoMAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 120/2018

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1 | CALUMET

Die Software wirkt etwas altbacken und bietet bezüglich der Kalendarien nur wenig Optionen.


Gute Bildqualität, etwas kühl und mit leichter Wellung: Der Kalender HD-XXL im leichten Panorama ist der größte von Calumet.


Calumet produziert über den Fotodienstleister Foto Lamprechter. Die Produktion erfolgt auf Canons Dreamlabo-Geräten, es stehen je ein glänzendes und ein mattes Papier zur Verfügung. ...

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Calumet produziert über den Fotodienstleister Foto Lamprechter. Die Produktion erfolgt auf Canons Dreamlabo-Geräten, es stehen je ein glänzendes und ein mattes Papier zur Verfügung. Leider ist bei 49 x 30,5 cm Schluss. Wir empfehlen das matte Papier, da der Kalender sich leicht konvex wellt und so schnell Reflektionen auftreten. Von der Anmutung her ist der Kalender etwas kühl, aber sonst durchweg gut geprinted.
Die etwas altbacken wirkende Software ermöglicht leider keine wechselnden Kalendarien. Immerhin kann man die Kalendarien farblich bearbeiten, die Transparenz einstellen und mit ein paar Tricks (siehe Lauftext) auch auf ein Bild legen. „Meine Ereignisse“ gibt es zwar als Eintrag; dort können Sie aber neben den vordefinierten Feiertagen keine eigenen Termine eintragen. Seitenvorlagen gibt es nur wenige, aber es lassen sich eigene Vorlagen anlegen. Die Bilder und Texte können außerdem frei angeordnet werden. Von der Software her ist das Angebot noch verbesserbar und die gute Bildqualität leidet etwas unter der Wellung. Für die Größe ist der Kalender auch kein Schnäppchen.

Veränderungen bei der Produktion von individuellen Wandkalendern gehen langsam voran: Die Kalender werden weiterhin im Digitaldruck, als Fotobelichtung und (seit letztem Jahr) als Inkjet-Print produziert. Das Inkjet-Massengeschäft hatte Canon mit der Einführung der Dreamlabo 500-Druckmaschinen angeschoben. Anbieter in Deutschland erhalten diese Kalender aber nur über Calumet, die wiederum mit dem österreichischen Dienstleister Foto Lamprechter zusammenarbeiten. Aber auch Whitewall setzt mittlerweile bei den Fotokalendern durchgängig auf das Inkjet-Verfahren; Cewe und Pixum ausschließlich bei den Kalendern im Format DIN A2. EinVorteil gegenüber den traditionellen Digitaldruck- Maschinen: Ein Druckraster ist nicht sichtbar.
Im Digitaldruck bleibt die Entwicklung aber auch nicht stehen: Die Produzenten setzen auf Fine-Art-Papiere, optimieren die Produktion und bieten neue Größen und neue Formate an. Bei Cewe laufen im Digitaldruck die HP Indigo 1200er-Maschinen. Ergebnis: Der Kalender zeigt auch kein Druckraster mehr.

Ungewöhnliche Formate

Wir haben in das Testfeld überwiegend außergewöhnliche Formate und Papiere aufgenommen: den großen 70 x 50-Kalender von Fujifilm ebenso wie das neue, große Quadrat von Cewe. Das Edelmatte Digitaldruck-Papier von Pixum tritt gegen das Pendant von Saal und fotobuch.de an. Außer Konkurrenz läuft der Hochformat-Panorama- Kalender von FotoQuelle; ein Querformat-Panorama haben wir von Ifolor im Testfeld. Ganz neu ist der große Fine- Art-Kalender von Whitewall, der mit 65 x 64 Zentimetern nah an den großen Fujifilm-Kalender herankommt.

2 | CEWE

Eigene Termine können im Kalendarium kleine Fotos tragen.


Die Oldenburger haben mit großem Abstand die beste Software im Test (zusammen mit Pixum). Kalendarien sind nicht nur pro Blatt wechselbar, sondern auch in Bezug auf Farben, Größe etc. konfigurierbar. Einzigartig: Eigene Termine können mit kleinen Fotos im Kalendarium versehen werden. Auch sonst bietet die Software alles, was man für individuelle Kalender braucht. Das neue große Quadrat im Digitaldruck gefällt sehr gut – dank der flexiblen Kalendarien passen auch alle Hoch- und Querformate. Die Qualität ist sehr gut; die Hängung ebenfalls (ganz leichte konkave Wölbung). Insgesamt das rundeste Angebot am Markt.

Das große Quadrat (45 x 45 cm) zeigt trotz des Digitaldrucks kein Druckraster.

3 | FOTOBUCH.DE

Die neue Software Designer 3 gefällt mit guten Vorlagen und der flexiblen Kalendarienfunktion.


Hängt sehr gut an der Wand und bei bunten Motiven überzeugend. Schwächen bei Verläufen und SWBildern.


Die Fomanu AG aus dem oberpfälzischen Neustadt ist besser bekannt als „Fotobuch.de“, hat sich aber auch die Domain kalender.de gesichert. Die neue Software „Designer 3“ wirkt modern und es macht Spaß, damit einen Kalender zu gestalten. Wer Seiten individuell layouten will, muss das voreingestellte „Smart Layout“ deaktivieren. Es stehen sechs gestalterisch unterschiedliche Kalendarien zur Verfügung, deren Position sich durch eine Vorlage (auch blattweise) festlegen lässt. Farbe oder Transparenz lassen sich nicht verändern. Etwas umständlich: Soll das Kalendarium auf einem Bild stehen, muss letzteres als Hintergrund definiert werden. Der DIN A2-Kalender lässt sich derzeit übrigens nur mit der alten Software (noch downloadbar) bestellen. Während die Software Spaß macht und sich sicherlich noch weiterentwickeln wird, waren wir von dem Ergebnis etwas enttäuscht: Das Druckraster ist mit bloßem Auge sichtbar (aber so nah geht man in der Regel bei großen Formaten nicht heran). Störender sind die Abbrüche bei Verläufen und ein leichter Farbstich in Richtung grün. Die Hängung dagegen ist sehr gut.

4 | FOTOQUELLE

Die Software erschließt sich nicht sofort, bietet aber – besonders bei der Kalendariengestaltung – viele Optionen an.


Das extreme Hochformat verlangt nach besonderen Fotos – es lassen sich aber auch mehrere übereinander platzieren.


FotoQuelle ist eine Marke des Großlabors Orwo. Sie finden daher die Kalender auch bei einigen Drogerien oder anderen Foto- Anbietern.
Einzigartig bei FotoQuelle ist das Hochformat- Panorama, das besonders gut an Säulen oder schmale Übergänge passt. Der Kalender hängt absolut gerade an der Wand. Der Digitaldruck ist gut ausgeführt und neutral. Das Raster ist mit bloßem Auge sichtbar, das können Cewe, Pixum und Whitewall besser. Die Software bietet viele Möglichkeiten: monatlich wechselnde Kalendarien (per Vorlage), eigene Einträge und umfangreiche Konfiguration (Farben, Transparenz) aller Bestandteile des Kalendariums. Dessen Größe lässt sich mit der Maus einstellen. Feiertage lassen sich pro Bundesland markieren. Der Name des Feiertags oder der eigene Eintrag wird nur in wenigen Kalendarien angezeigt. Bei den kompakteren ändert sich nur die Farbe des Eintrags (einstellbar).

Software

Erstellt werden die Kalender bei allen Anbietern auf die selbe Art: Der Nutzer verteilt mindestens dreizehn Fotos (12 Monate plus Deckblatt) entweder in der kostenlos bereitgestellten Software oder über eine Anwendung im Webbrowser. Nach der Bestellung via Internet kommt der Kalender per Post nach Hause. Die von uns gemessenen Lieferzeiten entnehmen Sie der Tabelle auf Seite 61.
Bei der Gestaltung der Kalender bieten die Produzenten unterschiedliche Freiheitsgrade: Bei allen gibt es mindestens eine Handvoll oder mehr Kalendervorlagen, die Sie einfach mit Ihren Fotos füllen. Kalendervorlagen beeinflussen alle Seiten des Kalenders – im Ergebnis sieht jede Seite (vom Kalendarium her) gleich aus, lediglich die Fotos unterscheiden sich. Kalenderblätter im gleichen Layout haben den Vorteil, dass das gesamte Werk wie aus einem Guss wirkt. Der Nachteil: Die Besonderheiten der für die einzelnen Monate vorgesehenen Fotos können kaum berücksichtigt werden.

5 | FUJIFILM

Fujifilm hat mehrere Software-Typen online. Die runden Kalendarien sind mit der neuesten Version nicht mehr möglich.


So groß kann kein anderer: 70 x 50 cm auf Fotopapier. Der Kalender wölbt sich leicht konkav, wir empfehlen mattes Papier.


Fujifilm überzeugt vor allem mit seinen Kalendern auf Fotopapier. Sie laufen unter der Rubrik „brillant“. Wir haben das größte Exemplar mit 70 x 50 cm getestet und waren überrascht, dass er trotz der Größe nur leicht konvex gewölbt an der Wand hängt. Die Druckqualität ist – wie bei einer Belichtung zu erwarten – sehr gut. Gleichzeitig ist der Kalender absolut neutral, was vor allem Portraits und den Schwarzweißbildern zu Gute kommt.
Bei der Software ist Fujifilm unentschlossen und hat mehrere Versionen in Umlauf: Neben der Software unter myfujifilm.de gibt es abgewandelte Versionen bei Dienstleistern (z. B. Globus). Insgesamt ist unser Eindruck, dass zu Gunsten der einfachen Bedienbarkeit immer Individualfunktionen gestrichen werden. Die aktuelle Software kann tatsächlich nicht mehr als die Browserversion. Es fehlen vor allem individuelle Kalendarien.
Wer sich mehr Mühe machen möchte und sich mit Photoshop oder InDesign auskennt, sollte über ffspro.de gehen und mit der Fuji-Profisoftware etwas mühsam, dafür aber individuell seinen Kalender gestalten.

Einzelseiten lassen sich besser gestalten, wenn das Kalendarium seine Position verändern darf, seine Farben angepasst werden können oder wenn die Transparenz gesteuert werden kann. Dazu benötigen Sie Seitenvorlagen oder andere Möglichkeiten, auf das Kalendarium Einfluss nehmen zu können.

Kalendarium auf Wasser

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Frage, ob ein Kalendarium auf einem Foto stehen kann. Bei einigen Bildern mit viel Fläche (z. B. Wasser) kann es schick sein, dass Bild randlos auf die Seite zu legen und das Kalendarium oben auf dem Foto stehen zu haben. Allerdings muss es lesbar bleiben. Dazu lässt sich entweder in der Software der Hintergrund des Kalendariums halbtransparent anlegen. Falls nicht, kann ein kleiner Trick helfen: Legen Sie ein neues, leeres Bild in einer Bildbearbeitung an und füllen Sie es mit Weiß oder Schwarz. Dieses wird dann als Foto zwischen das eigentliche Foto und das Kalendarium geschoben. Lässt sich dann noch die Transparenz dieses einfarbigen Fotos regeln (bei fast allen Anbietern möglich), wird das Ergebnis perfekt.

HINTERGRUND: HÄNGUNG

Die konkave Wölbung eines Digitaldruckkalenders.


Ein glänzender Kalender, leicht konvex: Es treten örtlich Reflektionen auf.


WÖLBUNG Ein Problem bei Kalendern ist die Wölbung an der Wand. Sie entsteht vor allem durch Feuchtigkeit und die unterschiedlichen Schichten des Papiers. Tendenziell ist das beschichtete Fotopapier anfälliger und wölbt sich meist konvex. Aber auch im Digitaldruck und per Inkjet gefertigte Kalender können sich im Einzelfall wölben; vor allem im Altbau und dort an Außenwänden. Digitaldruckkalender wölben sich meist konkav. Es hilft, die Kalender an Innenwände zu hängen. Auch sollten sie direkt nach dem Erhalt auf einer glatten Fläche im Liegen austrocknen und erst ein paar Tage später gehängt werden. Ein sich wellender Kalender ist meist kein Grund für eine Reklamation – oft erledigt sich das Problem nach Beherzigen der oben angeführten Hinweise von alleine.

OBERFLÄCHE Glänzende Papiere zeigen eine bessere Bildqualität und mehr Tiefe, reflektieren aber auch das in den Raum fallende Licht. in den meisten Fällen sind matte Papiere besser. Und: Je stärker sich ein Kalender wölbt, desto stärker treten einzelne Reflektionen im Bild auf.

6 | IFOLOR

Die Software ist sehr übersichtlich. Aber der Funktionsumfang ist leicht eingeschränkt.


Die konvexe Wellung trübt das ansonsten sehr gute Erscheinungsbild des Ifolor-Kalenders etwas.


Die Schweizer liefern ihre Fotoprodukte auch in andere Länder. Für Deutschland steht eine eigene Domain ebenso zur Verfügung wie die direkte Übergabe der Produkte an deutsche Versanddienstleister. Die Software ist modern und macht Spaß. Überwiegend edel und professionell wirken die Vorlagen, sie lassen sich blattweise anwenden. Eine direkte Bearbeitung der Kalendarien ist nicht möglich, Bilder und Texte können frei platziert werden. Feiertage und eigene Termine werden nur farblich, nicht mit Namen angezeigt. Der Kalender im Digitaldruck zeigt ein leichtes Druckraster, das aber mit dem bloßen Auge kaum erkennbar ist. Vor allem die tiefen Schwarztöne fallen positiv auf und werden sonst nur von Cewe erreicht.
Der Panoramakalender wellt sich konvex; wir mussten ihn länger flach lagern. Danach hing er deutlich besser. Ansonsten ist er rundum gut verarbeitet, sowohl die Portraits als auch die Landschaftsaufnahmen gefallen sehr gut. Die Schwarzweißbilder sind neutral.

7 | PIXUM

Zusammen mit Cewe hat Pixum die beste Software im Testfeld.


Inkjetdruck in bester Qualität auf extrem matten Papier.


Pixum lässt seine Kalender bei Cewe fertigen und übernimmt auch weitgehend deren Software. Daher gilt auch bei Pixum: Die Software ermöglicht die fast vollkommen freie Gestaltung der einzelnen Blätter, der Kalendarien bis hin zu den eigenen Einträgen. So können Sie sogar für jedes Geburtstagskind ein Foto in das Kalendarium setzen lassen. Sehr gut gefällt, dass dem Nutzer alle Möglichkeiten offenstehen: von der automatischen Gestaltung via Assistent über Arbeiten mit Vorlagen bis hin zur völligen Individualisierung der Seiten und Kalendarien.
Wir haben den großen Edelmatt-Kalender bestellt. Das sanftmatte Papier zeigt nicht die Tiefe des Drucks von Cewe oder Ifolor, dafür aber ist es vollkommen reflektionsfrei und macht sich auch in lichtdurchfluteten Räumen gut. Ein Raster ist selbst mit dem Fadenzähler nicht erkennbar, daher wirken die Fotos sehr scharf. Neutral umgesetzt.

Kalenderqualität

Bei der reinen Druckqualität haben Kalender im Inkjet- oder Belichtungsverfahren die Nase vorn. Aber Cewe und Saal zeigen, dass auch im Digitaldruck die rasterfreie Produktion möglich ist. Letztlich sind die Auflösung und Schärfe nur ein Kriterium für die Qualität – und nicht das wichtigste. Denn in der Regel werden Sie den Kalender aus einigem Abstand betrachten. Wichtiger sind dagegen Parameter wie neutrale Farben, der Dynamikumfang, die Tiefen und das Reflektionsverhalten. Wobei die beiden letzten Aspekte gegeneinander stehen und beides gleichzeitig nicht zu haben ist. Wichtig für den Eindruck ist die Hängung an der Wand. Eine zu starke Wölbung (siehe Seite 57) kann die Freude an einem sonst perfekt gedruckten Kalender zunichte machen. Als Tipp: Cewe liefert bei großen belichteten Kalendern transparente Heftschienen mit, die die Blätter an der unteren Kante zusammenfassen. Solche Schienen sind (bis DIN A3, lange Kante) auch für wenige Cent im Bürohandel erhältlich und können für jede Art von Kalender verwendet werden. In welcher Größe und in welchem Format Sie den Kalender bestellen, hängt als erstes von der Wand ab: Passt an diese Stelle (auch rein optisch) ein Hoch-, ein Quer- oder ein Panoramaformat? Oder wäre ein Quadrat besser? Letzteres hat den Charme, dass Hoch- und Querformatfotos gleichermaßen vollformatig zum Einsatz kommen können.

8 | SAAL

Die Software kann viel, allerdings hätten wir gerne das Kalendarium blattweise individuell positioniert.


Das Kunstdruckpapier macht den Kalender mit seiner Eigenfarbe warm.


Saal bietet zur Kalendergestaltung die hauseigene Software an, die auch für die Fotobücher zum Einsatz kommt. Im Prinzip bietet sie viele Optionen – vermisst haben wir jedoch die Möglichkeit, Kalendariumstyp und -position pro Blatt wechseln zu können. Bei Farben und Transparenz können Sie direkt per Doppelklick auf jeder Seite eingreifen, die Größe zwischen 80 und 110 Prozent an das jeweilige Layout anpassen. Saal liefert viele bunte, themenzentrierte Vorlagen mit. Die beiden unter „Schlicht“ zu findenden Vorlagengruppen dürften für die meisten ernsthaften Fotografen die richtigen sein. Mit ihnen gestalten Sie ruckzuck einen gut aussehenden Wandkalender.
Wir haben das Exemplar auf Kunstdruckpapier gewählt. Aufgrund der Struktur wirkt der Kalender edel, an der Wand hängt er glatt. Da das Papier kaum reflektiert, können Sie ihn bedenkenlos auch über Eck in der Nähe von Fenstern hängen. Das Raster ist nicht sichtbar, dafür die Papierstruktur: aber die ja mit Absicht. Da das Papier eine leichte Eigenfarbe hat (Champagner), ist der Kalender nicht neutral, sondern leicht getönt.

9 | WHITEWALL

Die Browser-Anwendung ist modern und kann mehr als manche Software.


Sehr gute Bildqualität und eine gute Hängung: der XXLKalender Fine-Art.


Bei Whitewall haben wir den neuen XXL-Kalender auf FineArt matt bestellt. Er ist nur wenig kleiner als der belichtete Fuji-Kalender, wirkt aber ganz anders an der Wand: Das Papier ist absolut reflektionsfrei und wölbt sich fast gar nicht (ganz leichte Tendenz zu konkav). Der Kalender ist sehr neutral umgesetzt, das reinweiße Papier trägt dazu bei. Die Bildqualität gehört im Testfeld zur Spitze. Aber wie auch bei Pixum gilt hier: Die Reflektionsfreiheit der matten Papiere erkauft man sich mit weniger sattem Schwarz.
Eine Software für die Installation bietet Whitewall nicht an. Die Online-Anwendung ist aber gut gelungen und offeriert viele Optionen. Blattweise wechselnde Kalendarientypen bzw. -positionen gehören leider nicht dazu. Ansonsten lassen sich Bilder und Texte frei positionieren, in Ebenen aneinander anpassen und auch unter das (per Standard transparente) Kalendarium schieben

Fazit:

Cewe liefert mit der Software, dem Preis und der Druckqualität das rundeste Produkt im Test. Aufgrund der Qualität heißt der Testsieger aber Pixum: Der Kalender ist teurer, aber noch einmal besser in der Bildqualität. Diesen Kalender gibt es in gleicher Qualität übrigens auch bei Cewe.
Nahezu gleichauf in der Qualität sind Saal und Whitewall, die allerdings bei der Software nicht ganz mithalten. Für Whitewall spricht auch die Größe. Wer einen belichteten Kalender möchte, macht bei Fujifilm nichts falsch, muss sich aber mit den Einschränkungen der Software arrangieren. Ebenfalls sehr gut, aber etwas speziell vom Format her ist der FotoQuelle- Kalender. Zu so einem Hochformat gibt es keine Alternative, zumal Druckqualität und Software ebenfalls gut sind. Der Preistipp geht an den guten Ifolor- Kalender.


FOTOS: © MARKUS LINDEN