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Test: iPhone 11 & iPhone 11 Pro: Apple Watch Series 5 im Test: Viel mehr Uhr als früher


iPhone & iPad Life - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 29.08.2019

Die neue Apple Watch Series 5 sieht aus wie ihre Vorgängerin – und auch auf den zweiten Blick scheint sich nur wenig geändert zu haben. Doch eine Funktion erweist sich in unserem Test als echte Revolution – dabei gibt es sie eigentlich seit hunderten von Jahren.


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Bildquelle: iPhone & iPad Life, Ausgabe 4/2019

Unser Testmodell ist eine Series 5 mit einem Gehäuse aus Aluminium in Space-Grau und Sportarmband.


Fangen wir zunächst mit den Dingen an, die Apple mit der Series 5 nicht erneuert, damit wir uns danach den wirklich spannenden Dingen widmen können. Rein äußerlich sind die Series 4 und 5 nicht zu unterscheiden, sieht man mal vom Always-on-Display ...

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... ab, doch dazu später mehr. Displaygröße, Gehäusedicke und Ausmaße bleiben identisch, es gibt wahlweise Varianten in 40 und 44 Millimetern. Unser Testgerät ist das größere Modell in Aluminium und Space-Grau. Erhältlich sind aber auch Geräte in Edelstahl-, Titan- oder Keramikgehäusen, jeweils in unterschiedlichen Farben. Das einzig wirklich neue Material ist Titan; Keramik gab es für die Apple Watch früher schon einmal. Das Innenleben der unterschiedlichen Gehäusevarianten ist identisch.

Ebenfalls unberührt sind die Sensoren für die Herzfrequenz und die EKGAufzeichnung. Erste Blicke in die Spezifikationen bestätigen, dass wohl auch der Prozessor der Apple Watch Series 5 im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert ist und nicht schneller wurde. In unserem Test liefen aber alle Apps und Funktionen zu jeder Zeit flüssig und werden dies sicherlich auch noch in den kommenden Jahren zuverlässig tun. Apple ist bei der Chip-Entwicklung anderen Smartwatch-Herstellern inzwischen deutlich voraus, und daher kann die Apple Watch auch mit einem ein Jahr alten Chip noch locker mithalten. Kommen wir nun aber zu den Neuerungen.

Der Kompass: nicht nur für Pfadfinder

Eine der neuen Funktionen der Series 5 ist der Kompass. In unserem Test zeigte er zuverlässig die Himmelsrichtung und den Neigungswinkel an. Die aktuelle Höhe sowie Breiten- und Längengrad verweigerte die App uns allerdings beharrlich. Vermutlich handelt es sich dabei um einen Bug des neuen Betriebssystems watchOS 6. Damit könnte der Text zum Kompass an dieser Stelle auch schon enden. Allerdings hat dieser auch Auswirkungen auf eine weitere wichtige App

Die neue Apple Watch besitzt nun einen Kompass.


Mit dem Kompass verbessert sich die Navigation der Karten-App.


In der Aktivitäten-App sehen Sie nun zurückgelegte Höhenmeter.


Während die reine Kompass-Anwendung für Wanderer, Pfadfinder und Outdoor-Abenteurer sicherlich nützlich ist, kann der durchschnittliche Großstädter damit wenig anfangen, navigiert er doch eher mit einer Navigations-App durch Häuserschluchten. Doch genau hier ist der Kompass, zugegeben etwas versteckt, eine große Hilfe: Dank ihm weiß die Apple Watch nämlich endlich, in welche Richtung ihr Träger sieht und kann die Karte entsprechend drehen. Im Test fällt auf, wie praktisch dies ist. Bisher brauchte die Karten-App auf der Watch immer einige hundert Meter, um zuverlässig zu erkennen, in welche Richtung der Nutzer läuft. Häufig durfte man dann wieder umdrehen oder doch in eine andere Seitenstraße abbiegen. Mit dem Kompass gehört dies der Vergangenheit an und die Apple Watch führt ihre Besitzer zuverlässig zum Ziel.

Das Always-On-Display macht die Apple Watch zur Armbanduhr

„This Watch Tells Time.“ Mit diesem Satz beginnt ein Apple-Video zur neuen Series 5. Das klingt banal, doch Apple bringt eine wichtige Neuheit damit auf den Punkt. Darin steckt nämlich eine deutlich fundamentalere Änderung als man zunächst glaubt.

Die Apple Watch zeigte die Zeit bisher erst an, wenn ihr Träger das Handgelenk anhob. Auch wenn man sich nach einer gewissen Zeit an diese Bewegung gewöhnt und die Uhr auch fast immer richtig darauf reagiert, gab es doch immer wieder Situationen, in denen das Display dennoch schwarz blieb. Spätestens mit einem Kaffeebecher in der Hand war das Ablesen der Uhrzeit nur noch mit Verrenkungen möglich. Und in einem Gespräch mal eben wegen einer Notifikation auf die Uhr zu sehen, wurde häufig als Hinweis gedeutet, man müsse jetzt bald mal los – selbst wenn es gar nicht so gemeint war. Dank des neuen Always-on-Displays gehören solche missverstandenen Gesten, verschütteter Kaffee und verrenkte Arme der Vergangenheit an.

Apple setzt dafür auf eine Displaytechnologie, welche die Helligkeit und die Geschwindigkeit regelt. Dafür passen die Entwickler alle Zifferblätter entsprechend an. Diese sind im aktiven Zustand zum Beispiel mit einem Sekundenzeiger ausgestattet und zeigen bei voller Helligkeit alle Informationen und Push-Nachrichten an. Senken Sie das Handgelenk oder legen Sie die flache Hand auf das Display , passieren mehrere Dinge gleichzeitig: Die Helligkeit wird gedrosselt, der Sekundenzeiger verschwindet, weiße Flächen werden schwarz und Push-Mitteilungen werden nicht mehr angezeigt. Alle weiteren Elemente des Zifferblatts bleiben aber erhalten. Durch das Tippen auf das Display oder das Anheben des Handgelenks wird die Apple Watch dann wieder heller und zeigt alle verfügbaren Elemente und den Sekundenzeiger.

Nun könnte man vermuten, ein immer aktiviertes Display ist zum Beispiel in dunkleren Umgebungen störend. Allerdings verbaut Apple neben dem Display auch einen neuen Helligkeitssensor, welcher das Display stufenlos und immer absolut passend zum Umgebungslicht ausleuchtet. So erkennen Sie das Zifferblatt sowohl im strahlenden Sonnenschein als auch im dunklen Kino. Und dort leuchtet es so dezent, dass es hoffentlich niemanden stört. Die Akkulaufzeit scheint durch das neue Display nicht merklich beeinträchtig zu sein. In unserem Test lag die Akkukapazität am Ende des Tages im Schnitt bei 40 bis 45 Prozent. Sie müssen also auch die Series 5 weiterhin in der Nacht aufladen. Wer bereits eine Apple Watch besitzt, kennt das natürlich schon. Trotzdem wäre es schön, würde die Smartuhr in Zukunft auch mal drei bis vier Tage durchhalten.

Fazit

Apple baut weiterhin eine der besten Smartwatch-Modelle, wenn nicht sogar die beste Smartwatch – zumindest für Menschen, die ein iPhone besitzen. Die Apple Watch ist auch in ihrer fünften Generation in erster Linie ein Fitness- und Gesundheitstracker, den viele kleine smarte Funktionen ergänzen. Dank des Always-on-Displays ist die Apple Watch aber auch endlich eine echte Armbanduhr. War sie bisher eine Smartwatch, die auch die Uhrzeit anzeigt, ist sie jetzt eine echte Armbanduhr, die smarte Funktionen besitzt.

Dieser Schritt mag banal klingen, sorgt im Alltag aber für ein verändertes Nutzungsgefühl – und ist zumindest eine kleine Revolution.

So gut die Series 5 ist: Wer bereits eine Apple Watch Series 4 besitzt, muss allerdings nicht allein für das Always-on-Display und den Kompass auf das neue Modell wechseln.

Wertung

Apple Watch Series 5

Hersteller: Apple
Preis: ab 449 Euro
Web: www.apple.de

+ Always-on-Display, Kompass, 32 GB Speicher

-Die Akkulaufzeit ist unverändert.

NOTE 1,1

Fazit: Apple baut weiterhin eine der besten Smartwatches – und dank des Always-on-Displays ist die Apple Watch auch endlich eine echte Armbanduhr mit dauerhafter Zeitanzeige.

Die Edelstahl-Version startet bei 800 Euro und ist in drei Farben erhältlich.


Die Edelstahl-Version startet bei 800 Euro und ist in drei Farben erhältlich.


Auch die Hermès-Modelle mit besonderen Armbändern gibt es weiterhin.


Caspar von Allwörden


„Auf der einen Seite finde ich die große neue Auswahl an Materialien gut, auf der anderen Seite verstehe ich die teilweise happigen Preisunterschiede zwischen den Modellen nicht. Klar ist das Materialien unterschiedlich teuer in der Anschaffung – am Ende bleibt aber das gleiche Innenleben.“