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TEST Kidneybohnen: Dosenweise Eiweiß


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 30.09.2021

KIDNEYBOHNEN

1 Acht Produkte können wir mit Bestnote empfehlen, darunter mit 55 Cent die preisgünstigen Bohnen von Aldi Süd.

2 Wer keinen zusätzlichen Zucker und keine Zusatzstoffe möchte, wird vor allem im Bio-Segment fündig.

3 Kidneybohnen schmecken angenehm mild und von Natur aus leicht süß. Das macht sie zu einem passenden Begleiter vieler Gerichte.

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Kidneybohnen aus dem Glas oder der Dose sind praktisch: einfach öffnen und Chili, Salat oder Auflauf damit anreichern. Kidneybohnen sind auch sehr gesund: Denn sie enthalten jede Menge pflanzliches Eiweiß. Das macht sie zu einem perfekten Nährstoff-Lieferanten – ganz besonders für Veganer und Vegetarierinnen. Konkret enthalten 100 Gramm der Dosen-Bohnen so viel Protein, dass Erwachsene damit rund 15 Prozent ihres täglichen Eiweißbedarfs intus haben.

Weiterer Pluspunkt: Wie andere Hülsenfrüchte sind Kidneybohnen reich an Ballaststoffen. Bereits 100 ...

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... Gramm der Produkte im Test versorgen uns mit sechs bis neun Gramm – auch das macht die roten Bohnen zu einem wertvollen Lebensmittel. Zum Vergleich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Erwachsenen, täglich mindestens 30 Gramm an Ballaststoffen aufzunehmen. Studien zufolge können Ballaststoffe Übergewicht, Bluthochdruck und koronaren Herzkrankheiten vorbeugen. Damit nicht genug: Kidneybohnen punkten auch mit guten Magnesium- und Eisenwerten. Selbst in der Dosen-Variante sind noch nennenswerte Mengen enthalten.

Aber wie steht es um Schadstoffe? Um das herauszufinden, haben wir 20 Marken Kidneybohnen im Labor gründlich untersuchen lassen.

„Noch fehlen regional angebaute Kidneybohnen. Sie kommen vor allem aus den USA oder Kanada und die Bio-Ware sogar aus China. Schade.“

Birgit Hinsch ÖKO-TEST-Redakteurin

Fast keine bedenklichen Stoffe

Bedenkliche Inhaltsstoffe haben die beauftragten Labore so gut wie gar nicht nachgewiesen: keine Probleme mit Mineralöl, keine problematischen Metalle wie Cadmium oder Nickel und auch kein Glyphosat. Auch Bisphenol A hat das Labor in keinem Produkt gefunden. Kritisch sehen wir allerdings den Spurenbefund eines Pestizids in den Suntat Rote Kidney Bohnen. Fluazifop – so der Name des nachgewiesenen Spritzmittels – zählt zu den besonders bedenklichen Pestiziden. Laut europäischer Chemikalienagentur kann Fluazifop die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

Alle Bio-Bohnen sind aus China

Überrascht haben uns jedoch die Antworten der Hersteller zum Anbauland: Alle Bio-Kidneybohnen stammen demnach aus China und die meisten konventionellen Bohnen aus Kanada oder den USA. Besonders die Herkunft China hat uns auf horchen lassen. So ist bekannt, dass chinesische Bauern unter teils katastrophalen Arbeitsbedingungen leiden, etwa auf den

WISSEN

Rund um die roten Bohnen

Ab in die Dose

Kidneybohnen kommen meist als getrocknete Ware ins Land. Auf dem Weg in die Dose werden die Bohnen auf Mängel überprüft, gewaschen und Fremdkörper aussortiert. Es folgen Einweichen – die Hersteller sprechen von Rehydrieren – und Blanchieren. Daran schließt sich das Abfüllen in Dosen oder Gläser an. Obendrauf kommt Salzlake, dann wird abermals erhitzt und bei 120 Grad sterilisiert.

Besser Abwaschen?

Die Konservenflüssigkeit wegzuwerfen ist eigentlich nicht nötig, reduziert aber die blähende Wirkung von Hülsenfrüchten. Der Grund: Ein Teil der für Blähungen verantwortlichen Mehrfachzucker löst sich beim Einweichen und Kochen und geht in die Flüssigkeit über. Auch Kümmel, Kreuzkümmel, Majoran oder Bohnenkraut mildern die blähende Wirkung.

Wohin mit Resten?

Reste aus angebrochenen Dosen sollten umgefüllt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Andernfalls könnte sich Zinn aus dem Dosenmaterial lösen und in die Bohnen übergehen.

Tomatenfeldern in Xinjiang im Nordwesten Chinas. Dort sind Hungerlöhne, Zwangsarbeit und die Unterdrückung von Minderheiten an der Tagesordnung.

Für die Kidneybohnen im Test können wir Entwarnung geben. Alle Bio-Anbieter haben uns glaubhaft belegt, dass sie die Bohnen aus den Provinzen Dalian, Shanxi und Heilongjiang im Osten und Südosten Chinas beziehen. Sie konnten zudem nachweisen, dass im Anbau grundlegende Menschenrechte gewährleistet sind.

Warum nicht aus Deutschland?

Prinzipiell ist es durchaus möglich, Kidneybohnen hierzulande anzubauen, sagt Markus Fadl vom Öko-Verband Naturland. Aktuell fehle aber oft noch das passende Saatgut und Erntemaschinen, die die dünnen Schalen der Kidneybohnen nicht beschädigen. Immer mehr Öko-Bauern versuchen es trotzdem, so Fadl. Ein Forschungsprojekt, an dem Naturland beteiligt ist, soll den regionalen Anbau ebenfalls voranbringen.

Versteckter Zucker

Was man bei einem salzigen Produkt wie Kidneybohnen nicht vermuten würde, ist zugesetzter Zucker. Trotzdem steckt er in zehn konventionellen und einer Bio-Marke. Teilweise kommen pro halber Dose sechs Gramm Zucker zusammen. Muss nicht sein. Zum Glück gibt es Produkte ohne Zuckerzusatz.

Überflüssige Zusatzstoffe

In neun konventionellen Bohnenprodukten stecken Zusatzstoffe. Calciumchlorid und modifizierte Stärke zum Beispiel verhindern ein Weichwerden der Bohnen. Weil die Zusatzstoffe unbedenklich sind, werten wir zwar nicht ab, viele Produkte zeigen aber: Es geht auch gut ohne.

So haben wir getestet

Kidneybohnen sind als getrocknete Hülsenfrüchte oder verzehrfertig in Dosen oder Gläsern erhältlich. Wir haben uns für die schnellere Variante entschieden und 20 vorgekochte Produkte in Supermärkten, Bio-Läden und beim Discounter eingekauft.

Sechs Produkte stammen aus Bio-Anbau. Die Preise reichen von 0,52 Euro bis 2,27 Euro pro 400 Gramm.

Im Labor ließen wir die Kidneybohnen auf Pestizide untersuchen, unter anderem auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Da das Spritzgift im konventionellen Anbau von Hülsenfrüchten auch noch kurz vor der Ernte eingesetzt werden darf, könnten Rückstände in den Bohnen die Folge sein. Auf dem Prüfplan standen des Weiteren Belastungen mit Mineralölbestandteilen und Schwermetallen. Die Kidneybohnen aus den Dosen ließen wir zudem auf Bisphenol A prüfen. Die Chemikalie kann in Innenbeschichtungen von Konservendosen eingesetzt werden und in das Lebensmittel übergehen. 2018 wurde der EU-Grenzwert für den Übergang von Bisphenol A aus Lebensmittelverpackungen gesenkt. Der Stoff gilt als hormonschädlich.

Außerdem baten wir die Hersteller um Auskunft, aus welchen Ländern sie die Kidneybohnen beziehen. Wir ließen uns die Lieferketten belegen und haben nach den Arbeitsbedingungen auf den Feldern gefragt.