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TEST Kinderbäder: Ab ins Badewasser


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 27.01.2022

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RATGEBER

1 Sie haben die Auswahl: 15 von 21 Kinderbädern können wir empfehlen.

2 Zu häufiges, zu heißes und zu langes Baden trocknet die Haut aus. Optimal sind 35 bis 37 Grad und nicht länger als 15 Minuten.

3 Kleine Kinder niemals unbeaufsichtigt baden lassen. Elektrische Geräte außer Reich- weite verstauen.

Dinostarke Schaumwolken“, „Sprudelspektakel“, „jetzt brodelt’s in der Wanne.“ Das alles steht auf den Verpackungen von Produkten in unserem Test. Viele Kinderbäder sind heute Spaßbäder. Doch der Spaß hört auf, wenn dafür problematische Substanzen zum Einsatz kommen, wie bei einigen wenigen Bädern im Test. Manche der Auslobungen auf den Verpackungen heben jedoch auch hervor, um was es eigentlich gehen sollte: die zarte Kinderhaut schonend und pflegend zu reinigen. Etliche Rezepturen enthalten deshalb zum Beispiel spezielle Pflegeöle oder Pflanzenextrakte wie den der Ringelblume ...

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... (Calendula).

Wir haben 21 Badezusätze für kleine und große Kinder eingekauft und in Laboren auf bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Das Ergebnis ist erfreulich: Neun Mal vergeben wir die Bestnote „sehr gut“, drei Produkte sind „gut“ und fünf „befriedigend“. Vier Bädern geben wir wegen einiger Problemstoffe jedoch nur die Noten „ausreichend“ und „mangelhaft“.

Problematisches Farbenspiel

Die Hersteller des Kids Stuff Crazy Soap Colour Changing Bubble Bath, dem Schlusslicht in unserem Test, haben sich einen besonderen Effekt einfallen lassen: „Wie aus Zauberhand“, so die Aufschrift, wechselt das Schaumbad bei Zugabe ins Badewasser seine Farbe von Orange zu Grün. Mit Magie hat das allerdings nichts zu tun, sondern mit Chemie: Die Rezeptur enthält Bromkresolgrün. Dabei handelt es sich um einen Farbstoff, der auch als pH-Indikator Verwendung findet. In der Flasche ist der pH-Wert der Flüssigkeit sauer, beim Verdünnen mit Wasser wird er neutral und deshalb verändert sich die Farbe. Das von uns beauftragte Labor wies einen sauren pH-Wert von 3,9 nach. Die Verpackung trägt Warnhinweise wie „Nicht auf verletzter oder gereizter Haut anwenden“. Sie sollte aus Sicht von ÖKO-TEST zusätzlich die Auslobung „Außer Reichweite von Kindern auf bewahren“ tragen, damit klar ist, dass Kinder nicht mit der konzentrierten sauren und reizenden Flüssigkeit hantieren dürfen.

Mit dem Farbstoff Bromkresolgrün gibt es jedoch noch ein weiteres Problem: Es handelt sich dabei um eine halogenorganische Verbindung. Solche Verbindungen analysierte das von uns beauftragte Labor in insgesamt acht Badezusätzen.

In dieser Gruppe von mehreren Tausend Stoffen sind viele allergieauslösend, fast alle reichern sich in der Umwelt an. In unserem Test von Kinderbädern vor zwei Jahren enthielt kein einziges der damals 19 Produkte halogenorganische Verbindungen – ein deutlicher Rückschritt.

„Schaum- und Sprudelbäder machen Spaß und können wasserscheue Kinder zum Baden überzeugen.“

Vanessa Christa ÖKO-TEST-Redakteurin

Nicht gut zur Haut

In sieben Kinderbädern stecken PEG/ PEG-Derivate. Die Substanzen sind auf der Inhaltsstoffliste an dem Namensbestandteil „Peg“ (meist plus einer Zahl) oder „-eth“ zu erkennen – zum Beispiel im weit verbreiteten Sodium Laureth Sulfat. PEG/ PEG-Derivate kommen in vielen Kosmetikprodukten zum Einsatz. In Badezusätzen sorgen sie als Tenside für die Reinigung und für Schaum. Sie können jedoch die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Für Tenside auf Basis von Polyethylenglykol (PEG) gibt es Alternativen. Manche Hersteller, nicht nur die Naturkosmetik in unserem Test, setzen auf mildere Zuckertenside, etwa Coco-Glucoside.

Problematischer Duftstoff

Der Lush Mermaid Tail Bubble Bar enthält Hydroxycitronellal. Der Duftstoff löst häufiger Allergien aus. In den anderen Produkten wies das von uns beauftragte Labor keine kritischen Duftstoffe nach. Wer Duftstoffe ganz meiden möchte: Das Paediprotect Pflegebad für Babys und Kinder ist parfümfrei, alle übrigen Bäder im Test enthalten Parfüm.

Kein Recycling

Enttäuschend: Keine einzige Plastikverpackung im Test – ob Flasche oder Beutel – enthält Anteile an Rezyklaten aus der Wertstoffsammlung. Das ist hinsichtlich der Ressourcen, die die Produktion von immer wieder neuem Plastik verschlingt, kritikwürdig.

WISSEN

Was blubbert denn da?

Schaumbad

Tenside im Schaumbad setzen die Spannung der Wasseroberfläche herab und bilden obenauf einen Seifenfilm. Beim Einlassen von Wasser in die Wanne drückt der Strahl auch Luft unter die Oberfläche. Die Luft steigt wieder auf, nimmt beim Durchdringen der Wasseroberfläche den Seifenfilm mit und formt wie beim Pusten von Seifenblasen daraus kleine Bläschen.

Sprudelbad

Sie heißen „Blubber-Vulkan oder „Badebombe“: Meist sprudeln solche Spaßbäder durch die Kombination von Natron mit Zitronensäure. Beim Auflösen der Kugeln im Wasser setzen sie Kohlendioxid frei.

So haben wir getestet

Wir haben 21 Kinderbäder eingekauft, darunter viermal zertifizierte Naturkosmetik. Die 14 flüssigen und sieben pulverförmigen Badezusätze richten sich an kleine und große Kinder. Sie sind für ein Voll- oder Schaumbad gedacht. Drei Badezusätze sprudeln, eines ist auch zusätzlich als Duschgel verwendbar. Spezielle Baby- oder Gesundheitsbäder ließen wir außen vor. Wir kauften die Produkte in Supermärkten, Drogerien und Bio-Läden. Mit dabei sind zwölf Bäder in Einzelportionsbeuteln und neun Flaschen.

Die von uns beauftragten Labore unterzogen die Bäder einer umfangreichen Duftstoffanalyse und untersuchten sie auf halogenorganische Verbindungen und problematische Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter. Wir suchten auch nach umstrittenen Inhaltsstoffen wie PEG/PEG-Derivaten und synthetischen Polymeren.

Maßgeblich für die Bewertung ist das Testergebnis Inhaltsstoffe.

Unter den Weiteren Mängeln führen umweltschädliche chlorierte Verbindungen (wie PVC oder PVDC) oder zu geringe Anteile an Rezyklaten in den Kunststoffverpackungen zu zusätzlichem Notenabzug.