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TEST Kinderhausschuhe: In der Patsche


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2016 vom 31.03.2016

Spatestens im Kindergarten braucht das Kind Hausschuhe. Warum eigentlich? Barfus oder in Strumpfen laufen ist doch viel gesunder. Kleine Pantoffelhelden bekommen auch haufig zu viele Schadstoffe ab, wie unser Test zeigt.


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Foto: Holly Michele/Shutterstock

In wenigen Sekunden beginnt der Morgenkreis. Die Erzieherin wartet schon, umringt von den anderen Kindern. Lina sitzt draußen im Flur und versucht noch rasch in ihre Hausschuhe zu schlüpfen. Sie scheitert jedoch an der engen Hinterkappe, die nicht über ihre Ferse flutschen will. Mit einem beherzten Griff hilft der Vater nach – und Lina huscht schnell durch ...

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... die Tür zu ihren Kameradinnen.

Szenen wie diese sind täglich in Kindergärten zu beobachten. In den allermeisten Einrichtungen herrscht Hausschuhpflicht, ohne feste Fußbekleidung kommen die Kleinen gar nicht erst in ihre Gruppe. Im Kindergarten Burgfried-Süd in Hallein bei Salzburg sieht das jedoch anders aus. Dort ist es den Kindern seit etwa 15 Jahren freigestellt, ob sie Hausschuhe – Patschen, wie man in Österreich sagt – tragen wollen oder nicht. „Patschen sind hart. Sie sind den Kindern unangenehm und stören sie, wenn sie zum Beispiel am Boden spielen, außerdem schwitzen sie oft darin“, berichtet Johanna Kobald, die Leiterin der Einrichtung. Die meisten Eltern bestünden zwar weiterhin darauf, dass ihre Kinder Hausschuhe anzögen. „Doch kaum sind Mama oder Papa fort, ziehen die Kinder die Patschen wieder aus.“ Wenn die Eltern sie dann beim Abholen barfuß oder in Strümpfen herumlaufen sehen und sich darüber beschweren, entgegnet ihnen Johanna Kobald forsch: „Hat Ihr Kind denn zu Hause auch Hausschuhe an?“


Mehr als die Hälfte der Kindergartenkinder trägt zu kurze Hausschuhe


Genau hier liegt das Problem. Zu Hause ist zu Hause. Die meisten Eltern befürchten jedoch, dass sich ihre Schützlinge erkälten oder verletzen, wenn sie im Kindergarten in Strümpfen oder barfuß laufen, oder sie führen hygienische Gründe an. Das hat das österreichische Forschungsteam „Kinderfüße- Kinderschuhe“ in einer Umfrage ermittelt. „Gleich in der ersten Woche erhalten die Eltern einen Informationszettel, auf dem die Hausschuhe unter den nötigen Anschaffungen aufgelistet werden. Die Bereitschaft, daran etwas zu ändern, ist erst da, wenn die nachteiligen Auswirkungen angesprochen werden“, erläutert Projektleiter Dr. Wieland Kinz. Sein Team sucht deshalb den Kontakt mit Erzieherinnen und Eltern, hält Vorträge in Kindergärten, bei dem die Vorteile des Umstiegs – etwa auf Anti rutschsocken – angesprochen werden. „Barfußgehen ist das Beste für Kinderfüße. Die Muskulatur wird geschult und gekräftigt, außerdem erholen sich die Füße so optimal vom Schuhetragen.“

Experten warnen schon seit Jahren vor den gesundheitlich nachteiligen Folgen, wenn Kinder zu früh oder zu häufig in – vor allem zu engen – Schuhen laufen. „Kinderfüße sind sehr weich und können leicht gestaucht und verformt werden. Viele zeigen bereits eine deutliche Schrägstellung der großen Zehe“, verdeutlicht Dr. Kinz. In einer Studie hat das Forschungsteam „Kinderfüße- Kinderschuhe“ herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der Kindergartenkinder in zu kleinen Hausschuhen steckt. Es gibt zwei Gründe dafür, warum Kinderschuhe oft zu kurz sind. Erstens empfinden Unter-Zehnjährige zu enge Modelle meist trotzdem als passend. Zweitens ist ein großer Teil an Kinderschuhen oft kürzer als vom Hersteller ausgezeichnet. In einer Studie mit 858 Teilnehmern legte das Team „Kinderfüße-Kinderschuhe“ dar, dass dies bei 69 Prozent der Fall war. Oft waren sie ein bis zwei Num-mern kleiner, Spitzenwert: fünf Nummern. Hersteller und Händler ziehen sich meist darauf zurück, dass es kein einheitliches, genormtes Größensystem gebe.

ÖKO-TEST hat 14 Paar Kinderhausschuhe eingekauft, um sie auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen. Dabei standen nicht nur die Inhaltsstoffe im Fokus, sondern auch ihre praktischen Eigenschaften, darunter die Größenkennzeichnung.

Das Testergebnis

Über die Hälfte schlecht. Den überwiegenden Teil der getesteten Hausschuhe können wir nicht empfehlen. Mehr als die Hälfte schneidet mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ab. Immerhin gibt es auch einen „sehr guten“ und einen „guten“ Pantoffel.
Krebsauslöser und Nervengift. Im Gummi der Sohle des Living Kitzbühel Hausschuhs 1446 fand das von uns beauftragte Labor einen erhöhten Wert an Nitrosaminen. Die Substanz kann unter anderem über die Haut aufgenommen werden und Krebs erzeugen. Im Giesswein Kinderhausschuh Kempten Elefant, schiefer wies das Labor das Nervengift Permethrin nach. Das Insektizid wird unter anderem dafür eingesetzt, um Wolle vor Motten zu schützen.
Weichmacher und PAK. Das von uns beauftragte Labor wies in fünf Schuhen höhere Werte an Ersatzweichmachern nach. Im Elefanten Hawaii Hardy, dunkelblau war der Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) stark erhöht, wofür wir um vier Noten abwerteten. Vier weitere Modelle wiesen erhöhte PAK-Werte auf.
Aufheller im Garn und Etikett. In mehr als der Hälfte der Schuhe steckten optische Aufheller. Meist sind das Nähgarn oder die Etiketten betroffen. Die Weißmacher können mit dem Schweiß auf die Haut gelangen und allergische Reaktionen hervorrufen. Ist Hautkontakt möglich, wertet ÖKO-TEST beim Testergebnis Inhaltsstoffe ab, wenn nicht, verbuchen wir das unter Weitere Mängel.
Eine Nummer kleiner. Alle 14 von uns getesteten Paare haben wir in Größe 30 eingekauft. Die Hälfte davon ist jedoch nach Messungen des von uns beauftragten Labors damit eine Nummer zu groß ausgezeichnet. Die Innenlängen der sieben betreffenden Hausschuhe betragen zwischen 192 und 194 Millimetern, was einer tatsächlichen Schuhgröße von 29 entspricht.

Lila, rosa, blau: Aufgereiht stehen die bunten Modelle in den Fluren. In den meisten Kindergärten herrscht Hausschuhpflicht.


Foto: Daniel Naupold/picture alliance/dpa

Relativ robust. Fast alle Schuhe haben sich im übrigen Praxistest bewährt. Schlechter als „sehr gut“ bis „gut“ haben nur die Birkenstock- Pantolette Boston Kinder Vintage Stars Blue sowie die Jako-O-Hausschuhe Lili & Rex, rot, abgeschnitten. Beim Birkenstock löste sich die Sohle an der Spitze in der Zugprüfmaschine schon bei einer relativ geringen Krafteinwirkung vom Schuh. Und beim Jako-O-Modell färbte das Einfassband beim Nässetest stark ab.

So reagierten die Hersteller

■ Die FirmaGiesswein , in deren Hausschuh Kempten das Labor das Nervengift Permethrin nachwies, teilte uns mit: „Eine Belastung mit den getesteten Schadstoffen bei der Produktion beziehungsweise Be- und Verarbeitung in unserem Unternehmen schließen wir dezidiert aus. Wir arbeiten ausschließlich mit natürlichen Materialien und ohne Zugabe von Chemikalien jeglicher Art. […] Wir können natürlich nicht gewährleisten, dass es durch Fremdeinwirkung von dritter Seite zu geringfügigen chemischen Belastungen kommen kann.“
Birkenstock erklärte uns, Weichmacher in Kunststoffen einzusetzen, „um die gewünschten Materialeigenschaften wie eine hohe Geschmeidigkeit, Elastizität und Reißfestigkeit zu erreichen“. Zum Punkt mangelnde Sohlenhaftung räumte das Unternehmen ein: „Die für den Spitzenbereich ermittelten Werte entsprechen nicht unseren internen Standards […].“ In „sehr seltenen Fällen“ könne es aber „infolge einer unzureichenden Klebstoffbeschichtung oder zu niedriger Aktiviertemperaturen (sog. Kaltverklebung)“ zu Fehlern kommen.
Jako-O kündigte an, die Farbechtheit des Einfassbandes des roten Lili & Rex zu verbessern und auch alle anderen Farben zu überprüfen.
Kavat versprach, für die Schlaufe an der Ferse des Munkedal Bordeaux künftig chromfreies Leder zu verwenden.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 156.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: optische Aufheller in Produktteilen ohne Hautkontakt.2) Prüfung der Sohlenhaftung nicht durchführbar, da Laufsohle angenäht.3) Prüfung der Sohlenhaftung nicht durchführbar, da Spitze nicht geschlossen.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoff e führt zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein Gehalt an polyzyklischen Kohlenwasserstoff en (PAK) von mehr als 1.000 μg/kg, der sich aus der Summe von PAK-Einzelverbindungen > 100 μg/kg addiert; b) mehr als 50 μg/kg Nitrosamine. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) mehr als 1 mg/kg Permethrin; b) ein erhöhter Gehalt von mehr als 100 bis 1.000 μg/kg einer oder mehrerer PAK-Einzelverbindungen, soweit sie sich nicht auf mehr als 1.000 μg/kg addieren. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt; b) mehr als 1.000 mg/kg des Ersatzweichmachers DEHT und/oder Dipropylenglykoldibenzoat und/oder Dibutyladipat; c) mehr als 100 mg/kg Chrom; d) mehr als 100 mg/kg Nonylphenol; e) optische Aufheller in Produktteilen mit Hautkontakt; f) halogenorganische Verbindungen. Unter dem Testergebnis Gebrauchseignung führt zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine schwache Sohlenhaftung am Schuh von weniger als 100 Newton (N) an der Spitze; b) starkes Abfärben = ein oder mehrere Materialien in einer oder mehreren Untersuchungen (trocken, nass, pH 8) schlechter als Stufe 2 der Grauskala. Zur Abwertung um eine Note führt: gemessene Schuhgröße weicht um eine Nummer von der vom Anbieter angegebenen ab. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: optische Aufheller in Produktteilen ohne Hautkontakt.
In das Gesamturteil geht das Testergebnis Gebrauchseignung zu 40 Prozent und das Testergeb- nis Inhaltsstoff e zu 60 Prozent ein. Es kann aber nicht besser sein als das Testergebnis Inhaltsstoff e.
Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoff e um eine Note.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1604“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Dezember 2015.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

• Fragen Sie im Kindergarten nach, ob Ihr Kind auch ohne Hausschuhe, zum Beispiel in Stoppersocken, laufen darf. Falls die Erzieherinnen auf Pantoffeln bestehen, können sie zumindest eines der von uns mit „sehr gut“ oder „gut“ getesteten Modelle wählen.

• Bitten Sie im Schuhladen darum, die Innenlänge des Modells auszumessen, um sicherzugehen, dass Sie keine zu kleinen Schuhe kaufen. Sie können auch schon vorher zu Hause Pappschablonen von den Umrissen der Füße Ihres Kindes anfertigen, die Sie zum Abgleich einfach in die Schuhe legen.

• Zwischen der längsten Zehe und der Schuhspitze sollte ein Spielraum von mindestens zwölf Millimetern bleiben. Bei neuen Schuhen sollten es 17 Millimeter sein. Die Passform alle drei bis vier Monate überprüfen.

Experte: Norm für Schuhgrößen dringend nötig

Foto: www.kinderfuesse.com

„Wir brauchen dringend ein einheitliches Größensystem bei Schuhen. Eine bindende Norm würde die Hersteller dazu verpflichten, die Größenangaben auch wirklich einzuhalten. Es ist eine Mischung aus Fahrlässigkeit und Ignoranz, dass dies bisher noch nicht geschehen ist. Es würde helfen zu verhindern, dass ein Großteil der Kinder zu kurze Schuhe trägt und dadurch ihre Füße geschädigt werden.“

Dr. Wieland Kinz , Leiter des Forschungsteams „Kinderfüße-Kinderschuhe“

Kulturgeschichte des Hausschuhs

Foto: Andreas Saldavs/Shutterstock

Puschen und Patschen

In Norddeutschland nennt man sie Puschen, in Süddeutschland Schlappen und im Rheinischen Schluffen. In Österreich heißen sie Patschen und in der Schweiz Finken. Hausschuhe sind weit verbreitet. Die klassischen Modelle besitzen keine straßentaugliche Laufsohle. Der Schuhboden ist dünn und biegsam. Obermaterialien sind in der Regel Stoff, Wolle oder Leder. Varianten sind der Filzpantoffel, der gestrickte Hüttenschuh und der englische Lederslipper.

Foto: imago/Westend61

Vom Orient nach Europa

Hausschuhe prägen besonders im Orient und in Asien, wo man in vielen Kulturen das Haus nicht in Straßenschuhen betreten darf, bis heute den Alltag. Die ältesten bekannten Pantoffeln wurden in koptischen Gräbern gefunden. Über Byzanz gelangten sie nach Italien und sind seit dem 15. Jahrhundert in Europa verbreitet. Die persische Bezeichnung „Papusch“ ist möglicherweise in den norddeutschen Ausdruck Puschen eingeflossen.

Foto: Barbora Kristofova/Shutterstock

Extrapantoffeln fürs WC

Eine spezielle Form des Hausschuhs findet sich in Japan. Dort gibt es in jedem Haushalt neben dem konventionellen Paar noch zusätzlich eines zum Betreten der WC-Räume. Die Ausstattung reicht von einfachen Badelatschen aus Gummi bis hin zu teuren Pelzpantoffeln. Kindermodelle sind oft mit Mangafiguren bedruckt. Japanbesuchern passiert häufig der Fauxpas, die Toilettenpantoffeln nach Benutzen des WCs nicht wieder auszuziehen und mit ihnen die Wohnung zu betreten.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Hausschuhe für Kinder gibt es in vielen verschiedenen Formen. Ob der klassische Kindergartenpantoff el zum schnellen Reinschlüpfen mit Klettverschluss über dem Spann oder die an der Ferse off ene Pantolette – wir haben die unterschiedlichsten Varianten zu Preisen von 8,99 bis hin zu 49,95 Euro für ein Paar eingekauft. Im Fokus standen dabei Modelle, welche die Kleinen möglichst das ganze Jahr über tragen können. Auch bei den Materialien wählten wir einen bunten Mix aus: Obermaterialien aus Baumwolle, Schurwolle, Filz, Vlies, Synthetik oder Kunststoff, Sohlen aus Latex, Gummi oder Plastik.

Die Gebrauchseignung

Hausschuhe müssen so einiges aushalten. Wichtig ist daher, dass die Laufsohle hält und nicht gleich abreißt, wenn die Kinder damit irgendwo hängen bleiben oder ihnen ein Spielkamerad drauftritt. Ebenso, ob die Materialien nicht abfärben, wenn etwa die Füße schwitzen. Auch die Größenkennzeichnung sollte stimmen, um zu verhindern, dass Kinder in viel zu engen Schuhen herumlaufen. All dies haben wir im Labor überprüfen lassen.

Die Inhaltsstoff e

Schuhe sind immer wieder mit einer Fülle von Schadstoff en belastet. Die Bestandteile werden zusammengeleimt, -genäht und -geklebt, sind konserviert, vulkanisiert, gegerbt oder anderweitig behandelt. Wir ließen problematische Inhaltsstoff e analysieren, darunter Formaldehyd, Schwermetalle, Phthalate und andere Weichmacher. Es wurde auf gesundheitsschädliche Farbbestandteile untersucht, Kunststoff e und Leder auf krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff e (PAK), Latex und Gummisohlen auf Nitrosamine und nitrosierbare Amine, Schnallen und andere Metallteile auf allergieauslösendes Nickel.

Die Bewertung

Das Testergebnis Gebrauchseignung fließt zu 40 Prozent in das Gesamturteil ein. Lässt die Gebrauchseignung zu wünschen übrig oder können Eltern sich nicht auf die von den Herstellern gemachten Größenangaben verlassen, ist das ärgerlich. Wichtig ist uns aber auch eine möglichst geringe Schadstoff belastung. So bewerten wir aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes oft sehr streng und das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Inhaltsstoff e.

Härtetest nicht bestanden: In der Praxisprüfung löste sich die Sohle von der Schuhspitze des Birkenstock-Modells.


Foto: Labor