Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

TEST Kinderjacken: Und raus gehst Du!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2016 vom 27.10.2016

Kinderjacken sollen warmhalten und schick sein. Müssen sie häufiger gewaschen werden, weil Kinder sich schmutzig machen, sollten die Stücke Form und Farbe behalten. Alle Produkte, die wir zum Materialtest geschickt haben, schaff en das. Aber nur eine Jacke bleibt auch nach den Schadstoff tests mit „gut“ empfehlenswert.


Artikelbild für den Artikel "TEST Kinderjacken: Und raus gehst Du!" aus der Ausgabe 11/2016 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 11/2016

Die Tage werden kürzer und kühler. Besonders früh morgens, wenn Eltern ihre Kinder in den Hort oder den Kindergarten bringen, muss der Nachwuchs dann etwas wärmer eingepackt sein. Bewährt hat sich das sogenannte Zwiebelprinzip, bei dem das Kind mehrere Kleidungsschichten trägt und nach und ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 11/2016 von Leserbriefe. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserbriefe
Titelbild der Ausgabe 11/2016 von Nachwirkungen: Was unsere Tests bewirkt haben: Reaktionen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nachwirkungen: Was unsere Tests bewirkt haben: Reaktionen
Titelbild der Ausgabe 11/2016 von Geld spenden: Inklusion muss laut sein: Mit dem Rolli aufs Festival. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Geld spenden: Inklusion muss laut sein: Mit dem Rolli aufs Festival
Titelbild der Ausgabe 11/2016 von Geld spenden: „Gnadenhof & Wildtierrettung Notkleintiere“Tierische Schützlinge. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Geld spenden: „Gnadenhof & Wildtierrettung Notkleintiere“Tierische Schützlinge
Titelbild der Ausgabe 11/2016 von Geld spenden „Grandhotel Cosmopolis“Wo Künstler auf Überlebenskünstler treff en. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Geld spenden „Grandhotel Cosmopolis“Wo Künstler auf Überlebenskünstler treff en
Titelbild der Ausgabe 11/2016 von TEST Honig: Von Bio-Bienchen und Bio-Blümchen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Honig: Von Bio-Bienchen und Bio-Blümchen
Vorheriger Artikel
Sinnvolle Anschaffungen und schöne Geschenke: Herzlich willk…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Meldungen
aus dieser Ausgabe

... nach aus seiner Schale gepellt werden kann.

ÖKO-TEST wollte unter anderem von Kindermodedesignern wissen, wie die perfekte Kinderjacke aussehen muss. „Die optimale Jacke bietet ein gutes Maß an Beweglichkeit, hält warm, ist winddicht und bestenfalls wasserundurchlässig“, sagt Julie Carol Kohlhoff, die das Bio-Modelabel „Macarons“ in Stuttgart betreibt. Eine Kapuze müsse nicht unbedingt dran sein. Es genüge auch ein hoher Stehkragen und ein Mützchen, meint die Mutter dreier Kinder. „Außerdem sollte kein Schnickschnack dran sein. Also Dinge, die außer Optik keinen Mehrwert bieten.“ Allerdings stellt Kohlhoff fest: „Eine Allroundjacke für jede Wetterlage gibt es nicht.“ Ihr Rat an alle Eltern: Wer aufs Portemonnaie schauen muss, sollte eine Jacke kaufen, die viele Funktionen auf einmal bietet. „Wer sich eine Zweitjacke leisten kann, hat da schon etwas mehr Spielraum und kann zu einer etwas leichteren Jacke für mildere Temperaturen greifen, und für kalte Tage zur Daunenjacke oder einer Kombi aus Bio-Merinowolle und Bio-Baumwolle.“


Die Beobachtung ihrer Kinder bringt Mütter auf ganz neue Design-Ideen


Klassische Kinderjacken wie Anoraks bietet „Macarons“ nicht an. „Gerade im Bereich der Funktionsjacken und Outdoorbekleidung gibt es Hersteller, die sich jahrelang spezialisiert haben. Denen können und wollen wir nicht das Wasser reichen“, sagt Kohlhoff. Das Unternehmen sehe sich als Alternative für diejenigen Eltern, die ihren Kindern statt synthetischen Fasern lieber Naturstoffe anziehen wollen.

Wie sie neue Trends aufspürt, erklärt Kohlhoff so: „Bei uns arbeiten zum Großteil Mütter, die ihre Ideen aus der täglichen Beobachtung ihrer Kinder entwickeln.“ Beispiel Sammelleidenschaft: Kinder bewahren gerne ihre „gesammelten Schätze“ auf, wie etwa Kastanien oder Steine. „Viele Taschen unserer Produkte sind deshalb bis ins Rückteil gearbeitet. Das führt dazu, dass Taschen eine echte Funktion bekommen.“

Bequemlichkeit, wetterbedingte Eigenschaften sowie ein schickes Design sind gute Kaufargumente. Aber auch die Robustheit entscheide, sagt Aaron Bittner. „Kinderbekleidung wird üblicherweise nicht lange von einem Kind getragen, dabei aber intensiv genutzt und häufiger gewaschen“, so der Produktmanager des Outdoorbekleiders Vaude. Wie lang eine Jacke hält, können Verbraucher aber nicht auf Anhieb erkennen. Andere Funktionen hingegen schon, sagt Bittner, wie etwa leicht bedienbare Reißverschlüsse und Knöpfe, elastische Ärmelbündchen und Reflektoren, um in der Dunkelheit oder bei Dämmerung besser gesehen zu werden. Ein integriertes Namensschild helfe, dass Kinder ihre Sachen nicht verwechseln.

ÖKO-TEST hat 15 unterschiedliche Jackenmodelle eingekauft und getestet, von der Glanzjacke in Pink bis hin zum Parka mit Fellkapuze. Welche Kinderjacke kann die strengen Schadstoff- und Materialtests bestehen?

Das Testergebnis

Das geht besser! Nur eine Kinderjacke können wir insgesamt mit „gut“ empfehlen. Ein Produkt fällt mit „mangelhaft“ durch. Die übrigen Jacken sind wegen zu vieler Schadstoffe nur befriedigendes oder ausreichendes Mittelmaß. Immerhin: Die Materialprüfungen, darunter Tests, ob die Textilien nach dem Waschen Farbe verlieren, haben alle mit „sehr gut“ bestanden.
Problem Stoff : Alle Jacken sind entweder im Oberstoff, im Futter oder in der Wattierung aus Polyester gefertigt. Daraus kann sich giftiges Antimon lösen. Bei 13 Produkten wurde die Substanz nachgewiesen. Nur in der Esprit Jacket Outdoor, pink wurde das Labor nicht fündig. Keinen Abzug gab es außerdem für den Rebel by Primark Parka, khaki, denn der nachgewiesene Gehalt lag unterhalb unserer Abwertungsgrenze.

ÖKO-TEST rät

• Unser aktueller ÖKO-TEST zeigt: Teuer ist nicht besser. Die im Gesamturteil mit „gut“ beste Kinderjacke kostet vergleichsweise günstige 39,99 Euro.
• Kinderjacken, die die Echtheits- und Schadstoff prüfungen gut gemeistert haben, sind ihr Geld nicht wert, wenn Ihr Kind sich darin nicht bewegen kann. Deshalb ist es ratsam, im Laden mehrere Modelle anzuprobieren.
• Manche Kinderjacken sind mit Zusätzen oder Verzierungen ausgestattet, die keinen Mehrwert bieten. Schauen Sie sich die Produkte daher gut an und wägen Sie den Nutzen ab.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Die Ansprüche an Kinderjacken sind vielfältig. Weil es keine Jacke gibt, die alle Geschmäcker trifft, haben wir nach unterschiedlichen Modellen Ausschau gehalten: Insgesamt 15 Jacken in den Größen 104 bis 120 umfasst unsere Testpalette, die günstigste kostete 22 Euro, die teuerste 139,95 Euro.

Die Inhaltsstoffe

Um das Eindringen von Feuchtigkeit zu vermeiden, werden häufig die Nähte verschweißt. Darin und an anderen Stellen können PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen stecken. Weil sämtliche Kinderjacken aus Polyester gefertigt sind, haben wir sie auf Antimon untersucht, ebenso wie auf optische Aufheller und andere bedenkliche und/oder problematische Inhaltsstoffe.

Namensschilder können Verwechslungen vermeiden. Leider stecken häufig optische Aufheller drin.


Der Materialtest

Eine Kinderjacke soll beim Waschen nicht abfärben oder ausbleichen. Außerdem sollte sie die Farbe behalten, wenn ein Kind mal den Ärmelstoff in den Mund nimmt. Dafür haben wir die Modelle mehreren Farbechtheitsprüfungen unterzogen. Wirbt ein Anbieter mit der Wasserdichtigkeit seines Produkts, machten wir die Probe.

Die Bewertung

Schadstoff- und Materialtests fließen zu jeweils 50 Prozent in die Gesamtnote ein. Abzüge gibt es, wenn die Echtheitsprüfungen nicht den Anforderungen entsprechen. Da aber Schadstoffe nichts in Kinderkleidung zu suchen haben, kann das Gesamtergebnis nicht besser als das Testergebnis Inhaltsstoffe sein.

■.Unnötig geweißt: Ebenfalls 13 Jacken kassieren eine Note Abzug unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe, weil darin umweltbelastende und allergisierende optische Aufheller eingesetzt werden. Besonders ärgerlich: Hätten die kritisierten Anbieter auf diese Substanzen verzichtet, stünden sie unterm Strich alle eine Note besser da – sieben davon sogar mit „gut“.

Kleines Lob! In einem Praxislabor wurden alle Teile sogenannten Echtheitsprüfungen unterzogen. Bleichen die Textilien aus? Färben sie ab? Nein! Keine Jacke liegt unter unseren Anforderungen, weshalb alle im Testergebnis Materialprüfungen mit „sehr gut“ abschneiden. Das haben wir in vielen anderen ÖKO-TESTs schon schlechter erlebt!

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 190.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Optische Aufheller in Materialien ohne Hautkontakt. 2) Laut Anbieter stammt das Testprodukt aus der Herbst-/Winter-Kollektion 2015. Im Zuge eines früheren ÖKO-TESTs habe man die Produktion hinsichtlich optischer Aufheller für Folgesaisonen umgestellt. Die neue Herbst-/Winter-Saison trage die Kennzeichnung 0316, erkennbar auf dem Pflegeetikett. Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoff e führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) halogenorganische Verbindungen; b) optische Aufheller in Materialien mit Hautkontakt; c) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt; d) mehr als 1 mg/kg Antimon; e) mehr als 10 mg/kg bis 1.000 mg/kg phosphororganische Verbindungen (hier: Triphenylphosphat und/oder Trikresylphosphat und/oder Phenylkresylphosphat). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: optische Aufheller in Materialien ohne Hautkontakt, sofern nicht schon optische Aufheller mit Hautkontakt abgewertet wurden. Das Gesamturteil beruht zu 50 Prozent auf dem Testergebnis Inhaltsstoff e und zu 50 Prozent auf dem Testergebnis Materialprüfungen. Das Gesamturteil kann nicht besser als das Testergebnis Inhaltsstoff e sein. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de  Suchen  „M1611“ eingeben. Einkauf der Testprodukte: August 2016.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.


Foto: ÖKO-TEST