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TEST: Kindermatratzen: Bettgeschichten


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2012 vom 21.09.2012

Schlaf, Kindchen, schlaf: Kinder verbringen einen Großteil des Tages in ihrem Bettchen. Umso wichtiger ist eine schadstoffarme Matratze. Aber nicht jede erfüllt diesen Anspruch.


Kinder schlafen – solange alles glattläuft – erheblich länger als ihre Eltern. Da kommt der Schlafunterlage eine besondere Bedeutung zu. Trotzdem spielen Ergonomie und Haltbarkeit bei Kindermatratzen kaum eine Rolle: Denn während eine Erwachsenenmatratze acht bis zehn Jahre halten soll, ist eine Kindermatratze nur für ein paar Jahre gemacht – allein wegen der Körpergröße steht nach fünf, spätestens sechs Jahren der Wechsel auf ...

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Kinder schlafen – solange alles glattläuft – erheblich länger als ihre Eltern. Da kommt der Schlafunterlage eine besondere Bedeutung zu. Trotzdem spielen Ergonomie und Haltbarkeit bei Kindermatratzen kaum eine Rolle: Denn während eine Erwachsenenmatratze acht bis zehn Jahre halten soll, ist eine Kindermatratze nur für ein paar Jahre gemacht – allein wegen der Körpergröße steht nach fünf, spätestens sechs Jahren der Wechsel auf ein größeres Modell an. Außerdem sind die Kleinen leichter und ihre Wirbel säule hat noch nicht die spä tere SForm, sondern ist gerade, sodass die Unterlage nichts ausgleichen muss.

Auch im Zusammenhang mit dem plötzlichen Säuglingstod geht es immer wieder um Matratzen: Zahlreiche Hersteller werben damit, dass ihre Matratzen über Röhren oder Kanäle verfügen, die die ausgeatmete Luft des Kindes nach unten abtransportieren sollen. Viele Eltern sind verunsichert. Laut Experten gibt es jedoch keine Studien, die belegen, dass Luftkanäle im Matratzenkern den plötzlichen Kindstod verhindern. Sie könnten sogar den gegenteiligen Effekt haben: Das Kind atmet die verbrauchte Luft wieder zurück ein. Ohnehin ist die „Rückatmung“ der eigenen, mit Kohlendioxid angereicherten Atemluft für die Kleinen nur dann ein Problem, wenn sie in Bauchlage schlafen, wovon Experten aber dringend abraten. Stattdessen sollte man Babys zum Schlafen auf den Rücken legen.

Eine eindeutige Erklärung für den plötzlichen Kindstod gibt es nach wie vor nicht. Inzwischen ist man sich aber einig, dass viele Risikofaktoren zusammen eine Rolle spielen. „Fest steht auch, dass die Wahl der Matratze nicht der wichtigste Aspekt der Vorbeugung ist“, sagt Jan Sperhake. Der Oberarzt vom Institut für Rechtsmedizin am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf ist seit mehr als zehn Jahren auf der Suche nach den Ursachen des plötzlichen Kindstods, rund 250 Fälle hat er untersucht. Im Gesamtmix der Faktoren spiele nur der Härte grad der Matratze möglicherweise eine Rolle, so Sperhake. Sie sollte deshalb nicht zu weich sein.

Wichtig fürs Kind ist außerdem, dass die Schlafunterlage schadstofffrei ist. Wir haben 13 Modelle eingekauft und einem umfangreichen Check unterzogen.

Foto: Warren Goldswain/Fotolia.com

ÖKO-TEST rät

■ Wichtig ist, dass das Baby auf dem Rücken schläft und die Matratze nicht zu weich ist.
■ Matratzen mit Silberbeschichtungen besser nicht kaufen – stattdessen ein „sehr gutes“ Produkt aus unserem Test wählen und öfter waschen.
■ Eine Verstärkung des Außenrands (Trittkante) ist zwar sinnvoll, damit sich die Kleinen nicht so leicht beim Herumtapsen die Füßchen einklemmen und ausrutschen können. Wichtiger ist aber, dass die Matratze richtig ins Bettgestell passt.
■ Die im Test durchweg empfehlenswerten Matratzen mit Kokos- oder Latexkern sind zwar teurer, dafür aber auch aus natürlichen Materialien hergestellt.

Das Testergebnis

■ Na dann, gut’ Nacht! Fünf Matratzen schneiden mit „sehr gut“ ab, drei mit „gut“. Mit fünf Modellen waren wir allerdings nicht zufrieden: Fragwürdige Auslobungen auf den Produkten und das schädliche Halbmetall Antimon, das in der Produktion von Polyesterfasern oder als Flammhemmer eingesetzt wird, trüben die Bilanz.
■ „Wirkt der gefährlichen CO2Überversorgung entgegen“, schreibt Aro Artländer auf seiner Non Plus Ultra-Matratze. Andere Anbieter behaupten, das „CO2Rückatmungsrisiko“ werde durch ihr Produkt „erheblich reduziert“ (Julius Zöllner) oder der „Risiko faktor Rück atmung“ (Schlaraffia) verringert. Solche unsachlichen und unzureichend belegten Aussagen werten wir ab. Auch die Hersteller konnten uns entweder keine Studien vorlegen oder zumindest keine, die uns restlos davon überzeugt haben, dass „vertikale Röhrensysteme“ oder „belüftete Babynoppen“ das Risiko des plötzlichen Kindstods senken können. „Ob die Kinder auf einer herkömmlichen oder einer teureren Matratze mit speziellen Luftkanälen schlafen, spielt nach derzeitigem Kenntnisstand keine Rolle“, sagt Dr. Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinderund Jugendärzte, „entscheidend ist, dass Babys nicht in Bauchlage schlafen.“ Sinnvoller als überflüssige Werbeaussagen wäre der Hinweis, dass man ein Baby zum Schlafen auf den Rücken legen sollte. Einen solchen haben wir nur auf einer Matratze gefunden (Schlaraffia).
■ Aus acht Matratzen lösten sich erhöhte Mengen giftigen Antimons. Antimonverbindungen können Haut und Schleimhäute reizen und belasten außerdem das Abwasser.
■ Alvi und Breckle versilbern ihre Matratzen. Ob als Nanooder Mikrobeschichtung – Silber als Hightech-Zugabe wird aufgrund einer Reihe von Aspekten problematisch gesehen: Es besitzt zwar eine antimikrobielle Wirkung. Durch seinen verbreiteten Einsatz in Alltagstextilien droht jedoch der medizinische Nutzen des Edelmetalls im Kampf gegen Keime untergraben zu werden. Experten gehen davon aus, dass sich mit der Zeit silberresistente Bakterienstämme bilden. „Ganz besonders bei Kinderprodukten raten wir den Herstellern, auf den Einsatz von Silber zu verzichten“, sagt Professor Bernd Schäfer vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), „es gibt noch eine Reihe von ungeklärten Fragen, sodass wir mögliche gesundheitliche Risiken noch nicht abschätzen können.“
■ Seit Anfang der 90er-Jahre ist die Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) in Deutschland verboten. Aro Artländer und Schlaraffia bedrucken ihre Produkte trotzdem mit dem Slogan „FCKW-frei“ und geben damit vor, besonders umweltfreundlich zu sein. Unserer Meinung nach darf mit so einer Selbstverständlichkeit nicht geworben werden. Dies gilt auch für andere gesetzliche Bestimmungen wie die Einhaltung der Bedarfsgegenständeverordnung oder der EU-ChemikalienverordnungREACH . Komplett daneben liegt Anbieter Alvi: „Ohne optische Aufheller“ steht auf seiner Matratze. Unser Test zeigt: Stimmt nicht.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: siehe Seite 169.
Anmerkungen: 1) Optische Aufheller. 2) Antimon. 3) Bezug mit Silber ausgerüstet. 4) Laut Anbieter wird die Matratze baugleich mit einem bei 95 Grad waschbaren Bezug angeboten. 5) Laut Anbieter wird das Modell seit September 2011 mit geändertem Kernaufbau und Matratzenbeileger an den Handel geliefert. 6) Laut Anbieter beträgt die unverbindliche Preisempfehlung 249 Euro. 7) Laut Anbieter ist der Bezug mit einem Polyestervlies versteppt. 8) Laut Anbieter ist die Auflage aus Schurwolle. 9) Laut Anbieter hat der Bezug eine Polyesterwattierung. 10) Laut Anbieter ist der Bezug mit einem Polyvlies versteppt. 11) Laut Anbieterinformation im Internet ist der Matratzenkern mit Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) umhüllt. 12) Getestet wurde Größe 70 x 160 cm, da zum Zeitpunkt unseres Einkaufs keine Matratze in 70 x 140 cm angeboten wurde. 13) Weitere Mängel: fragwürdige/unsachliche Aussage auf der Anbieter-Homepage: „Das A und O für gesunden Babyschlaf ist der ungehinderte Luftaustausch. So reduziert sich die Gefahr der CO2-Rückatmung. Unsere Matratzen beugen mit cleveren Belüftungssystemen vor.“ Außerdem: falsche Auslobung auf dem Produkt („ohne optische Aufheller“). 14) Weitere Mängel: fragwürdige/unsachliche Aussage auf dem Produkt: „Die optimale Belüftung der Matratze wirkt der gefährlichen CO2-Überversorgung entgegen.“ Außerdem: überflüssige Auslobung („FCKW-frei hergestellt“). 15) Weiterer Mangel: fragwürdige/unsachliche Aussage auf dem Produkt: „Wussten Sie schon: Die Matratze sollte (…) eine optimale Frischluftzirkulation ermöglichen (…). Das CO2-Rückatmungsrisiko wird dadurch erheblich reduziert.“ 16) Weitere Mängel: fragwürdige/unsachliche Aussage auf dem Produkt: „Verbessert auch nachweislich die CO2-Durchlässigkeit. Hierdurch wird der Risikofaktor ‚Rückatmung von CO2‘ für einen Säugling reduziert.“ Außerdem: überflüssige Auslobungen („FCKW-frei“ und „keine Schadstoffe gemäß ‚Bedarfsgegenständeverordnung‘“ und „Unsere Produkte entsprechen den Bestimmungen der REACH-Verordnung“). 17) Laut Anbieter werden künftig Baumwolletiketten ohne optische Aufheller eingesetzt.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) mehr als 1 mg/kg Antimon; b) Silber. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: fragwürdige/unsachliche Auslobungen über Gefahren und Risiken im Zusammenhang mit dem plötzlichen Säuglingstod wie „beugt gegen die Gefahr der CO2-Rückatmung vor“, „reduziert erheblich das C02-Rückatmungsrisiko“ oder „reduziert den Risikofaktor Rückatmung“ und „wirkt der gefährlichen CO2-Überversorgung entgegen“. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) optische Aufheller; b) überflüssige Auslobungen wie „FCKW-frei hergestellt“ und/oder „Keine Schadstoffe gemäß Bedarfsgegenständeverordnung“ und/oder entspricht „den Bestimmungen der REACH-Verordnung“, wenn dies laut Gesetz ohnehin vorgeschrieben ist; c) falsche Auslobung „Ohne optische Aufheller“, wenn diese im Produkt enthalten sind. Das Gesamturteil beruht auf dem Test ergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten.
Testmethoden: siehe www.oektotest.de → Suchen → „N1209“ eingeben.
Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST-Magazin 4/2012. Aktualisierung der Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 168.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Die optimale Schlafumgebung

Foto: Anna Kowolik/fotolia.com

Die Fälle des plötzlichen Kindstods, medizinisch Sudden Infant Death Syndrome (SIDS), sind in Deutschland seit Anfang der 90er-Jahre erheblich zurückgegangen – betroffen sind jährlich noch etwa 200 Kinder. Zwar sind die Ursachen weiterhin nicht ganz geklärt, aber inzwischen kennt man immerhin einige der Risikofaktoren, die sich durch simple Dinge vermeiden lassen:
■ Das Baby im ersten Lebensjahr zum Schlafen grundsätzlich auf den Rücken legen, so kann es am besten atmen.
■ Passender Babyschlafsack, damit sich das Baby die Decke gar nicht erst übers Gesicht ziehen kann.
■ Auch Kissen, große oder viele kleine Plüschtiere gehören nicht ins Kinderbettchen, ebenso wenig wie Schaffelle, Nestchen oder Wärmflaschen.
■ Das Baby sollte nicht mehr als zwei Zentimeter in die Matratze einsinken, damit sich keine Kuhle bildet, in der es sich vergraben kann.
■ Vorher gut lüften, denn das Baby mag es nicht so warm, die optimale Zimmertemperatur liegt zwischen 16 und 18 Grad.
■ Rauchfreie Umgebung – Zigarettenqualm ist für Babys noch viel schädlicher als für Erwachsene.