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TEST KINDERMATRATZEN: Vertrauensbruch


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 23.06.2022

EXTRA KINDERZIMMER

RATGEBER

1 Wenn Sie eine der „ungenügenden“ Baby- und Kindermatratzen gekauft haben, versuchen Sie diese mit Verweis auf unseren Test zurückzugeben.

2 Die neue Matratze vor dem Gebrauch ein paar Tage auslüften lassen und alle Aufkleber entfernen.

3 Der Wechsel auf eine große Matratze steht an, wenn das Kind am Kopf- und Fußende nur noch weniger als zehn Zentimeter Platz hat.

N irgendshalten Babys sich so lange unbeaufsichtigt auf, wie in ihrem Bettchen. Damit sie dort sicher sind, gibt es seit vielen Jahren europäische Sicherheitsnormen sowohl für Kinderbetten als auch für Kindermatratzen. Umso unverständlicher, dass auch im aktuellen Test wieder etliche Markenprodukte durch die Praxisprüfung fallen. Von sechs müssen wir komplett abraten, weil Kleinkinder an verschluckbare Kleinteile vom Reißverschluss beziehungsweise an das Füllmaterial gelangen könnten. Drei der Testverlierer ...

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... sind außerdem zu weich. Das alles birgt Erstickungsrisiken.

Matratzen für Babys müssen relativ hart sein, damit insbesondere Säuglinge, die noch nicht selbstständig den Kopf heben können, nicht mit Mund und Nase einsinken können. Das von uns beauftragte Prüfinstitut hat die Matratzenhärte gemäß der Kindermatratzennorm DIN EN 16890 überprüft. Die getesteten Matratzen der Marken Alvi, Dormiente und Prolana waren auf jeweils einer Seite zu weich. Alle anderen Kindermatratzen im Test bestanden in diesem Punkt. Bei der Alvi-Matratze war ausgerechnet die zu weiche Seite als „Babyseite“ ausgelobt. Gut zu wissen: Vom Liegekomfort her zu hart wird es den Kleinen auf einer festen Matratze kaum. Weil sie weniger wiegen und die Wirbelsäule noch gerader ist als bei Erwachsenen, brauchen Kinder weniger Abstützung durch nachgebende Materialien auf der Liegefläche.

Sicherheitsproblem 2: Kleinteile

Wenn Babys unbeaufsichtigt ihre Umgebung erforschen, dürfen sie nichts in die Finger und in den Mund bekommen, was in die Atemwege gelangen könnte. Bei vier Matratzen brachen in der Normprüfung die Reißverschlussgriffe des Matratzenbezugs ab. Das sind verschluckbare Kleinteile. Ebenfalls viermal monierten die Prüfer, dass die Hersteller das Füllmaterial nicht ausreichend vor kleinen Entdeckern gesichert hatten. Das lösen andere etwa durch einen Reißverschluss, der sich nur mit einer Büroklammer oder einem speziellen Werkzeug öffnen und schließen lässt oder durch einen stabilen Innenbezug.

Grüne Erde-Matratze mit Fangstelle

Der waschbare Bezug der Matratze des Öko-Anbieters Grüne Erde hat als einziger keinen Reißverschluss, sondern Knöpfe. Diese erwiesen sich im Praxistest zwar als babysicher fest vernäht. Aber die Abstände zwischen den Knöpfen waren zu groß, um auszuschließen, dass Kinder sich zum Beispiel mit den Armen darin verfangen könnten.

„Nach unserem Test 2019 hatten einige Hersteller Produkte nachgebessert. Dass jetzt erneut so viele durch die Sicherheitsprüfung fallen, ist eine herbe Enttäuschung.“

WISSEN

Sicher gebettet

Nähe statt Polster

Was Babys brauchen: Viel Kuscheln und Körperkontakt mit den Eltern, wenn sie wach sind. Was Babys nicht brauchen: ein Bettchen mit allerlei Schnickschnack kuschelig weich ausgepolstert. Das ist nicht nur überflüssig, sondern kann eben auch gefährlich werden.

Plüschdiät

Ein kleines, dafür hochwertiges und robustes Kuscheltier reicht. In den ersten Monaten muss auch das nicht sein. Kopfkissen brauchen Babys auch noch nicht. Es geht darum, die Atemwege frei zu halten und dass sie nicht mit ihrem Kopf darunter geraten, wenn sie sich aus der sichereren Rückenlage auf den Bauch oder die Seite drehen. Daher und um Überhitzung vorzubeugen, sind gut sitzende Babyschlafsäcke besser als Decken. Manche Kinder können schon klettern, bevor sie laufen können. Dann ist es noch einmal gut, wenn keine Kissen und Kuscheltierzoos im Gitterbett als Ausstiegshilfe bereit liegen, denn der Fall auf der anderen Seite des Gitters ist tief.

Detektivarbeit

Genau hinschauen, welche Gegenstände die kleinen Weltentdecker vom Bettchen aus mit etwas Ehrgeiz ergreifen können. Es sollte nichts Verschluckbares sein und keine Schnüre haben wegen der Erdrosselungsgefahr. Lichterketten, Wandlampenkabel und Nachttischlampen auf jeden Fall außer Reichweite platzieren. Auch Schnullerketten gehören nicht mit ins Kinderbett.

Wie kann das sein?

Warum halten sich Firmen nicht an Vorgaben der Sicherheitsnorm für Kindermatratzen? Für uns ein großes Fragezeichen. Die Prüfvorschrift ist rechtlich nicht bindend, aber natürlich dazu gedacht, dass Hersteller sich daran orientieren. Die meisten verweisen in ihren Gebrauchsinformationen auch ausdrücklich auf die Norm – auch drei der sechs wegen Sicherheitsmängeln „ungenügenden“ Matratzen. Einzelne Firmen schickten uns Beurteilungen anderer Prüfinstitute, die Exemplare der Matratzen zumindest vor ein paar Jahren als sicher bewertet hatten. Wir meinen: Jede einzelne Kindermatratze sollte sicher sein. Nach unserem Test vor drei Jahren besserten mehrere Hersteller nach, sodass wir nachprüften und ein neues Ergebnis vermelden konnten. Nachbessern ist mindestens bei den „ungenügenden“ Produkten hier wieder dringend angebracht. Die ersten Anbieter haben uns schon Maßnahmen angekündigt.

Und die Chemie?

Gute Nachrichten haben wir in Sachen Inhaltsstoffe zu verkünden: Sechs Matratzen sind diesbezüglich „sehr gut“. Ein gravierendes Schadstoffproblem haben wir auch in den anderen nicht festgestellt. Sechs Kindermatratzen bekommen lediglich eine Note Abzug, weil das beauftragte Labor umstrittene halogenorganische Verbindungen in den Bezügen nachgewiesen hat. Fünf Produkte enthielten lösliches Antimon. Zum Glück sind die festgestellten Gehalte des giftigen Halbmetalls, das bei der Polyesterproduktion eine Rolle spielt, in den Kindermatratzen aber relativ gering.

Überflüssige optische Auf heller, die die Umwelt belasten können, wies das Labor erfreulicherweise nur noch in weniger als der Hälfte der Produkte nach, meist in Etiketten.

So haben wir getestet

Wir haben 15 Kindermatratzen in der Größe 70 Zentimeter mal 140 Zentimeter eingekauft, die in Betten für Kinder vom Baby- bis zum Vorschulalter passen. Die meisten haben einen Schaumstoffkern, fünf einen aus Latex oder latexiertem Kokos. Alle Matratzen verfügen über waschbare Bezüge. Wir haben die Matratzen im Praxislabor auf ihre Verarbeitungsqualität und Sicherheit prüfen lassen. Letztere beurteilten die Experten anhand der wesentlichsten mechanischen Anforderungen der Sicherheitsnorm DIN EN 16890 für Kindermatratzen. Die Norm ist rechtlich nicht bindend, aber ein wichtiger Maßstab, an dem sich auch die Branche selbst orientiert. Nach der Norm checkten die Tester unter anderem, ob die Matratze zu weich ist und so eine eventuelle Erstickungsgefahr darstellt. Lösen sich Kleinteile oder Aufkleber, die verschluckbar sind? Können Kinder in der Matratze mit den Beinen oder Armen hängen bleiben? Wir wirkt sich das Waschen der Bezüge auf die Matratzengröße aus?

In Schadstofflaboren ließen wir prüfen, ob in den Produkten giftiges Antimon oder umstrittene halogenorganische Verbindungen stecken. Die Bezüge analysierten die Tester auf optische Aufheller, solche mit ausgelobtem Nässeschutz zusätzlich auf PVC/PVDC/chloriere Verbindungen. Matratzenteile aus Kokos und Schurwolle ließen wir auf Pestizidrückstände prüfen.

Fett gedruckt sind Mängel.

Abkürzungen: PU = Polyurethan.

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 158.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: optische Aufheller im Bezug, Etiketten, Reißverschlüssen und/oder Nähgarn. 2) Weiterer Mangel: fragwürdige Auslobung (hier: „Matratzenkern … verbessert das Abfließen von ausgeatmetem CO2“). 3) Laut Anbieter sind die Gebrauchsanweisung und die dauerhaft am Produkt anzubringenden Informationen seit der Produktion ab Juli 2022 vorhanden. Zudem würden künftig andere Reißverschlüsse und ein festeres Naturlatex eingesetzt und die Nahtqualität verbessert. Erkennbar seien die Änderungen an der Charge 26.G02 (26 für KW) und höher, die auf der Kartonverpackung und dem Produktetikett sichtbar sei.

Da der Handel in der Regel größere Stückzahlen kaufe, konnte der Anbieter keine konkrete Angabe dazu machen, ab wann das geänderte Produkt flächendeckend im Handel erhältlich sei. 4) Laut Anbieter werden bei dem Produkt die Abmessungen der Matratze optimiert, um die Punkte 8.1.1 und 8.5.1. der Norm 16890:2021 zu erfüllen. 5) Laut Gebrauchsanleitung hat die Matratze eine waschbare Liegeseite und eine Seite aus schwarzen Trägerschaum, die nicht als Liegeseite geeignet sei. In der Praxisprüfung haben beide Seiten bestanden. Laut Anbieter sind ab Juli die Informationen an der Matratze wie die Nenndicke und eine Aussage zu der höchstmöglichen Innengröße des Kinderbetts ergänzt und nurmehr Etiketten ohne optische Aufheller eingesetzt. 6) Die Gebrauchs- und Warnhinweise sind vollständig, lagen aber nur 1 von 2 Prüfexemplaren bei. 7)Laut Anbieter werden derzeit alle Etiketten des Produkts auf eine Qualität „ohne Aufheller“ umgestellt. Zudem sollen künftige Chargen des Produkts die Nenndicke einhalten. Das veränderte Produkt sei erkennbar an einer Charge, die „05/2022“ enthalte. Eine konkrete Charge gebe es derzeit nicht, da noch unklar ist, wann der Lieferant mit der Produktion des veränderten Artikels beginne. 8) Laut Anbieter wird bei dem Produkt die Nenndicke und eine Aussage zur höchstmöglichen Innengröße des Kinderbetts auf dem Etikett an der Matratze ergänzt sowie in der Gebrauchsanleitung der Verweis auf die DIN EN 16890. Zudem prüfe man aktuell eine Umstellung des Aufklebers auf ein Fähnchen oder ein besser festgenähtes Etikett. 9) Laut Anbieter wird das Produkt künftig einen Sicherheits-Reißverschluss erhalten, der den Zugang zur Füllung erschwert. Zudem würden eine Gebrauchsanleitung mit Gebrauchs- und Warnhinweisen beigelegt und die dauerhaften Informationen an der Matratze ergänzt. Das veränderte Produkt sei an dem EAN-Code 4250393805874, der oben rechts auf dem Papiereinleger gedruckt ist, erkennbar. 10) Laut Anbieter wird bei dem Produkt die Anordnung der Knöpfe überarbeitet, damit die Matratze keine Fangstellen für den Körper mehr biete. Das veränderte Produkt sei ab August erhältlich und an der neuen Artikelnummer 50693 erkennbar. 11) Laut Anbieter hat das Produkt bereits seit September 2021 einen Reißverschluss ohne Griff. Die von ÖKO-TEST getestete Charge müsse daher aus einer zuvor produzierten Charge stammen. 12) Laut Anbieter liegt für das Produkt ein nicht chargengleicher Prüfbericht nach DIN EN 16890:2017-08 aus dem Jahr 2018 vor, laut dem das Produkt keine Mängel aufweise.

Das von ÖKO-TEST beauftragte Prüfinstitut hat nach der DIN EN 16890:2021-08 getestet und laut Produktcharge wurde die von uns getestete Matratze im Jahr 2021 produziert. Laut Anbieter sind die dauerhaften Informationen an der Matratze normalerweise vorhanden, daher werde die Produktion hierzu künftig verstärkt kontrolliert. 13) Leichte Verarbeitungsmängel bei Dormiente: leicht unsauber vernähter Reißverschluss, Ecken leicht eingeschnürt, Ziehfäden; Jysk: unsauber vernähter, leicht welliger Reißverschluss, Ecken leicht eingeschnürt; Pinolino: leicht welliger Reißverschluss, Ecken leicht eingeschnürt, Vertikalbohrungen in Kern „verrutscht“; Tica: leicht welliger Reißverschluss, eingeschnürte Ecken, Ende des Reißverschlusses an der Außenseite des Bezuges.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Unter dem Testergebnis Praxisprüfung führt zur Abwertung um fünf Noten: Härte der Matratze zu weich, mögliche Erstickungsgefahr. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Maße der Matratze weichen generellodernachdemWaschendesBezugesummehrals –1cm/+2,5cmvondenNennmaßenabunderfüllen damit die Vorgaben der aktuellen DIN EN 16890:2021 und der vorigen DIN EN 16890:2017 nicht (in der Tabelle: „nein; (nach dem Waschen) zu kurz, zu schmal oder zu breit“); b) Reißverschlussgriff bricht ab; c) keine sicherheitsrelevanten Gebrauchs- und Warnhinweise [Ziffer 9.3. Überschrift und Buchstaben b), e), f), g) und h) der Norm DIN EN 2021-08]: Überschrift: „WICHTIG, FÜR SPÄTERE VERWENDUNG AUFBEWAHREN: SORGFÄLTIG LESEN“ oder einen vergleichbaren Satz; b) Verweis auf die Norm für Kindermatratzen DIN EN 16890; e) eine Aussage zu der höchstmöglichen Innengröße des Kinderbetts, für das die Matratze vorgesehen ist. Länge und Breite dürfen höchstens einen Zwischenraum von 30 mm zwischen der Matratze und den Seiten- und Endteilen zulassen; f) „Das Kinderbett nicht mehr zu benutzen, wenn einzelne Teile gebrochen, zerrissen oder beschädigt sind oder fehlen; nur die vom Hersteller empfohlenen Ersatzteile sind zu verwenden“; g) „WARNUNG – Niemals mehr als eine Matratze im Kinderbett benutzen“; h) „WARNUNG – Es ist darauf zu achten, dass das Kinderbett nicht in der Nähe von offenem Feuer oder starken Hitzequellen, z. B. elektrischen Heizstrahlern, Gasöfen usw., aufgestellt ist.“ Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Maße der Matratze weichen generell oder nach dem Waschen des Bezugs um weniger als –1 cm von den Nennmaßen ab und erfüllen damit noch die Vorgaben der vorigen DIN EN 16890:2017 (in der Tabelle: „nein; [nach dem Waschen des Bezugs] etwas zu kurz oder etwas zu schmal“); b) Füllung leicht zugänglich, weil kein Werkzeug zum Öffnen des Verschlusssystems erforderlich ist bzw. keine stabile Matratzenhülle vorhanden ist; c) Aufkleber löst sich; d) Fangstellen für den Körper an einem Bezug mit Knopfleiste; e) drei bis vier Mängel in der Verarbeitung wie leicht welliger Reißverschluss, (leicht) unsauber vernähter Reißverschluss, Ende des Reißverschlusses an der Außenseite des Bezugs, Ecken leicht eingeschnürt, Ziehfäden oder Vertikalbohrungen in Matratzenkern „verrutscht“ (in der Tabelle: „leichte Mängel“); f) unvollständige sicherheitsrelevante Gebrauchs- und Warnhinweise [Ziffer 9.3. Überschrift und Buchstaben b), e), f), g) und h) der Norm DIN EN 2021-08]: siehe oben; g) fehlende, unvollständige oder falsche sicherheitsrelevante Informationen, die dauerhaft an der Matratze anzubringen sind, falls nicht schon fehlende oder unvollständige Gebrauchs- und Warnhinweise abgewertet wurden [Ziffer 9.1. Buchstaben b) und c) der Norm DIN EN 2021-08]: b) Nennbreite, Nennlänge und Nenndicke; c) eine Aussage zu der höchstmöglichen Innengröße des Kinderbetts, für das die Matratze vorgesehen ist. Länge und Breite dürfen höchstens einen Zwischenraum von 30 mm zwischen der Matratze und den Seiten- und Endteilen zulassen; als falsche Information wird eine Nenndicke gewertet, die um 5 mm und mehr höher ist als die gemessene Höhe der Matratze.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) ein gemessener Gehalt von mehr als 1 mg/kg bis 5 mg/kg Antimon im Eluat (in der Tabelle „Antimon"); b) halogenorganische Verbindungen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: a) optische Aufheller im Bezug, in Etiketten, Reißverschlüssen und/oder im Nähgarn; b) fragwürdige Auslobung (hier: „Matratzenkern ist sehr luftdurchlässig, … verbessert das Abfließen von ausgeatmetem CO2“) Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Praxisprüfung. Ein Testergebnis Inhaltsstoffe, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Inhaltsstoffe und ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2207.

Einkauf der Testprodukte: Februar 2022.

Dieser Test löst den Test Kindermatratzen aus dem ÖKO-TEST Magazin 9/2019 und dessen Wiederveröffentlichungen im Ratgeber Kinder und Familie 2019 im Spezial Kinder und Familie 2020 ab.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.