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TEST Kinderpflegeversicherungen : Günstige Existenzsicherung


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2013 vom 31.05.2013

Für ganz wenig Geld können Kinder gegen die finanziellen Folgen von lebenslanger Pflegebedürftigkeit durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit abgesichert werden. Doch einige Tarife bieten nur scheinbar Sicherheit.


Artikelbild für den Artikel "TEST Kinderpflegeversicherungen : Günstige Existenzsicherung" aus der Ausgabe 6/2013 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Hemera/©Thinkstock

B ei der neuen, staatlich geförderten privaten Pflegezusatzversicherung sind Kinder außen vor. Das neue Recht sieht vor, dass für Kinder und Jugendliche, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, keine förderfähige Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden kann. Familien müssen daher weiter herkömmlich privat vorsorgen. Eine private Pflegeversicherung ...

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B ei der neuen, staatlich geförderten privaten Pflegezusatzversicherung sind Kinder außen vor. Das neue Recht sieht vor, dass für Kinder und Jugendliche, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, keine förderfähige Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden kann. Familien müssen daher weiter herkömmlich privat vorsorgen. Eine private Pflegeversicherung für Kinder ist der optimalste Weg, sich gegen den schlimmsten Fall abzusichern. „Existenzieller Invaliditätsschutz über eine Pflegeversicherung ist keine schlechte Idee“, bestätigt Georg Pitzl, Versicherungsberater aus Mering bei Augsburg. Denn die Produkte sind extrem günstig, weil das Risiko, dass das Kind tatsächlich nach Unfall oder Krankheit lebenslang zum Invaliden wird, zum Glück gering ist. Trotzdem gibt es nach einer Schätzung der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK in Deutschland rund vier Prozent Pflegebedürftige die jünger als 20 Jahre sind. Umgerechnet sind das über 93.000 betroffene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.


Zum Glück selten: ein pflegebedürftiges Kind durch Unfall oder Krankheit


Laut dem Barmer GEK Pflegereport 2012 müssen Betroffene schon bei ambulanter Versorgung für die gesamte Zeit der Pflegebedürftigkeit bis zu 55.000 Euro aus eigener Tasche tragen – im Schnitt. Für Familien mit pflegebedürftigen Kindern dürfte die Summe wohl viel höher ausfallen, denn die Kinder sind oft viel länger Pflegefälle. Da ist eine zusätzliche finanzielle Absicherung mehr als Gold wert. Wer sein Kind zu Hause pflegt, hat zwar Anspruch auf Pflegegeld. Doch die gesetzliche Pflegeversicherung ist lediglich eine „Teilkasko-Absicherung“. Derzeit zahlt sie je nach Pflegestufe monatlich zwischen 120 und 700 Euro pro Monat. Professionelle Pflegedienste erhalten 225 bis 1.550 Euro. Nach Schätzungen von ÖKOTEST liegt schon bei Erwachsenen die nicht abgesicherte finanzielle Lücke bei häuslicher Pflege durch Profis im Durchschnitt zwischen 530 bis 1.300 Euro. Zusätzliche private Absicherung ist somit unerlässlich – vor allem, wenn Eltern im Ernstfall ihrem Kind den höchsten Komfort bieten möchten.

ÖKO-TEST hat daher gemeinsam mit dem Softwarehauswww.KVpro.de aus Freiburg 17 Pflegetagegeldtarife unter die Lupe genommen, die kindgerecht in vollem Umfang bei Laienpflege zahlen. Sie müssen in der Pflegestufe I mindestens 900 Euro pro Monat leisten, in der Pflegestufe II mindestens 1.800 Euro und in der höchsten Stufe III mindestens 3.000 Euro. Erhoben wurden die Monatsbeiträge für Kinder, für die mit einem und zwölf Jahren eine Pflegetagegeldversicherung abgeschlossen wird.

Kompakt

Nachversicherungspflicht

Im Unterschied zu den geförderten Erwachsenenpflegetarifen gilt für die nicht staatlich unterstützten privaten Tarife eine Gesundheitsprüfung. So sind Beitragszuschläge oder sogar eine Ablehnung des Schutzes möglich. Angehende Eltern können dieses Risiko aber vermeiden. Es gilt nämlich eine sogenannte Nachversicherungspflicht für den Nachwuchs. So heißt es beispielsweise in den Bedingungen der Universa: „Bei Neugeborenen beginnt der Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeit ab Vollendung der Geburt, wenn am Tage der Geburt ein Elternteil mindestens drei Monate beim Versicherer versichert ist und die Anmeldung zur Versicherung spätestens zwei Monate nach dem Tage der Geburt rückwirkend erfolgt.“ Da diese Regel gesetzlich vorgeschrieben ist, können angehende Eltern sie bei jedem Pflegeversicherer nutzen, auch wenn der eigentlich keinen direkten Kindertarif anbietet. Bei der SDK ist eine zusätzliche Versicherung für Eltern oder Kinder ohnehin Pflicht. Da ist es ratsam, vorab eine Pflegepolice abzuschließen, um sein Kind auch im Falle von angeborenen Krankheiten optimal zu schützen. Der Versicherungsschutz darf aber nicht höher sein, als der der Eltern.

Foto: iStockphoto/©Thinkstock

Einstufungsprobleme

Pflegegeld für ein Kind zu beantragen, ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Besonders bei kleinen Kindern muss der Pflegeaufwand erheblich höher sein als der normale tägliche Hilfebedarf eines gesunden und normal entwickelten Kindes. So erläutert das Bundessozialgericht in einem Urteil vom 15.03.2012 (Az. B 3 P 1/11 R): „Nur der zusätzliche Hilfebedarf gegenüber einem gesunden gleichaltrigen Kind (Mehrbedarf) ist maßgebend. Der normale übliche Hilfebedarf von Kindern bei der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung muss außer Ansatz bleiben.“ Je älter das Kind wird, desto stärker sinkt der als Maßstab dienende Pflegeaufwand für das sich gesund entwickelnde Kind. Damit steigt die Chance auf Erteilung einer Pflegestufe.

Das Testergebnis

Viele empfehlenswerte Tarife. Gleich acht erreichen den 1. Rang, weil sie auch während der Pflegezeit regelmäßig die Leistungen erhöhen und gleichzeitig keine Beitragszahlung mehr fordern. Vor allem die Dynamik ist unerlässlich. Andernfalls werden die Leistungen durch die Inflation nach und nach aufgezehrt. Eine einmalige Anpassung im Pflegefall, wie es die Axa vorsieht, ist nicht ausreichend. Solche Tarife konnten nur noch Rang 4 erreichen. Der Ernstfall, dass Kinder sehr frühzeitig Invalide werden und dann ein ganzes Leben lang gepflegt werden müssen, ist in Tarifen ohne Dynamisierung im Leistungsfall nicht ausreichend abgesichert. Die Art der Dynamisierung – möglich sind feste Werte wie zehn Prozent alle drei Jahre, die Orientierung am Lebenshaltungsindex oder an der Entwicklung der Pflegekosten – spielt nach Einschätzung von ÖKO-TEST keine entscheidende Rolle. Unter dem Strich dürfte die Leistungsanpassung ungefähr auf das Gleiche hinauslaufen.


Top Kinderpflegeschutz für weniger als 90 Euro im Jahr


Leistung, ohne zu zahlen: Angebote, die zwar eine Dynamik, aber keine Beitragsbefreiung ab Pflegestufe I bieten, wurden auf Rang 2 abgestuft. Denn die Police wird leicht entwertet. Die Versicherer können auch ihre Prämien nach oben anpassen, wenn es die Schadensituation nötig macht. Das frisst einen Teil der Zahlungen auf.

Das Angebot schrumpft. Der Markt ist seit unserem letzten Test im Jahr 2011 geschrumpft. Gab es damals noch über 20 Anbieter, sind jetzt noch 16 aktiv, wie KVpro ermittelt hat. Lediglich zwei, die Inter und die Nürnberger, wollten sich unserem Test nicht stellen.

Gleiche Preise: Seit Ende 2012 dürfen die Versicherer zwischen Mädchen und Jungen keine preislichen Unterschiede mehr machen – es gelten aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs Unisextarife. Auch beim Alter sind die Unterschiede gering. Lediglich die Deutsche Familienversicherung und der Münchener Verein verlangen einen Zuschlag für 12-jährige Kinder.

Niedrige Beiträge: Neun Angebote liegen unter zehn Euro pro Monat. Wer beim Preisführer SDK abschließt, kann sein Kind und seine Familie für weniger als 90 Euro pro Jahr schützen. Wesentlich teurer wird es beim Münchener Verein. Denn die Tarife sind mit Rückstellungen für das Alter kalkuliert. Das heißt, in späteren Jahren sollten die Beiträge weniger stark steigen.

Unübliche Wartezeit: Die Tarife des Münchener Vereins haben wir aber aus einem anderen Grund um zwei Ränge abgewertet. Denn wird das Kind innerhalb von drei Jahren nach Vertragsabschluss durch eine Krankheit zum Pflegefall, gibt es kein Geld. Eine solche Regel ist eigentlich nur bei Erwachsenentarifen üblich und entwertet den Kinderschutz stark.

ÖKO-TEST rät

► Eine Pflegeversicherung für Kinder ist eine extrem günstige Absicherung für den Fall der Fälle.
► Wer es sich leisten kann, kombiniert den Pflegeschutz und eine Unfallversicherung mit einer Summe von 150.000 Euro. Wird das Kind durch einen Unfall invalide, können aus der Kapitalsumme sofort notwendige Umbaumaßnahmen bezahlt werden.
► Noch besser ist die Kombination mit einer Invaliditätspolice. Sie zahlt bereits, wenn das Kind laut Versorgungsamt zu 50 Prozent behindert ist. Die Produkte sind aber recht teuer.

Anmerkungen: 1) Im Pflegefall wird die Leistung lediglich einmal erhöht. 2) Ein Teil der Prämie fließt in eine Rückstellung, die im Alter Prämienerhöhungen dämpfen soll. 3) Der Abschluss einer Police für Kinder ist nur möglich, wenn die Eltern bei der SDK versichert sind oder das Kind zusätzlich eine stationäre Kranken- oder Zahnzusatzversicherung abschließt. 4) Nach einem Unfall leistet der Tarif 80 Euro in der Pflegestufe I, 120 Euro in der Pflegestufe II und 200 Euro in der Pflegestufe III.Legende: Tarife mit dem gleichen Rang sind nach Monatsprämie aufgeführt. Zur Ermittlung des Ranges wurde geprüft, ob eine Dynamik der Leistungen im Leistungsfall gilt, es eine Wartezeit gibt und ab welcher Pflegestufe eine Beitragsbefreiung im Leistungsfall erfolgt.
Testmethoden finden Sie unterwww.oekotest.de → Suchen → „M1306“ eingeben.
Stand: März/April 2013.
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