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TEST Kinderregenjacken: Wieder nasskalt erwischt


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2014 vom 29.08.2014

Es ist ein kleiner Trost, dass die Kinderregenjacken geringfügig besser abschneiden als bei unserem letzten Test. In Zukunft soll Regenkleidung sogar „intelligent“ werden. Bis dahin kann niemand mit den vielen schadstoffbelasteten Produkten zufrieden sein. Von Miguel Szymanski


Artikelbild für den Artikel "TEST Kinderregenjacken: Wieder nasskalt erwischt" aus der Ausgabe 9/2014 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: sashahaltam/©Shutterstock

Der junge Vater geht etwas verwirrt in der Kinderabteilung zwischen Kleiderständern mit Kinderregenjacken hin und her. Die Kinder, vier und sechs Jahre alt, lärmen. Für die nächsten Tage droht Dauerregen, eine schnelle Entscheidung muss her.

Wer das auch schon so oder ähnlich erlebt hat, weiß, was dem ...

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... hilflosen Elternteil in diesem Augenblick alles durch den Kopf geht: So viele Jacken! Auf Nummer sicher gehen und die teure kaufen? Oder das Kind selbst nach Farbe oder Muster entscheiden lassen? Müssen Kinder bei Regen wirklich auf den Spielplatz? Eins nach dem anderen.

Regenjacken haben bei ÖKO-TEST eine unrühmliche Geschichte. Als wir sie2001 zum ersten Mal testeten, fielen von 16 Kinderregenjacken mehr als die Hälfte durch, acht davon mit „ungenügend“. Sie waren mit vielen Schadstoffen belastet – von Anilin bis zu diversen zinnorganischen Verbindungen, von denen einige in Textilien und anderen Verbraucherprodukten inzwischen verboten sind. Nächster Versuch:2005. Wir hofften seinerzeit, die Hersteller hätten aus den katastrophalen Testergebnissen gelernt. Aber leider: Fehlanzeige. Unabhängig von Preis oder Marke fielen elf von 14 Jacken mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Blei, Chrom, Phthalate und PVC waren auch wieder mit dabei. Schließlich untersuchten wir2010 nochmals Kinderregenjacken. Es wurde noch schlimmer: Diesmal betrug die Durchfallquote 100 Prozent. Alle dreizehn Jacken wurden aufgrund der enthaltenen Schadstoffe mit „ungenügend“ benotet.

Warum ist es so schwer, eine Regenjacke herzustellen, die frei von Schadstoffen ist? Das liegt an den Produktionsmethoden und an den Materialien, die eingesetzt werden, um die erwarteten Eigenschaften zu liefern: Wasserdicht und atmungsaktiv soll die Kinderregenjacke sein, thermoregulierend, hellleuchtend, schmutzabweisend, flammhemmend und möglichst auch noch strapazierfähig und leicht.

Im Bestreben das zu ermöglichen, werden von den Herstellern die Materialien chemisch so behandelt, dass sich letztlich viele Rückstände in den Jacken wiederfinden. Denn alle diese Funktionen gleichzeitig konnte die frühere traditionelle Regenkleidung nicht bieten, weder der seit Jahrhunderten als Regenschutz genutzte gewalkte Lodenstoff, das von Seeleuten erfundene Ölzeug oder die später weitverbreitete vulkanisierte Kautschukkleidung. Erst mit dem PVC ging es richtig los, weg von den Naturfasern hin zur heutigen chemischen Funktionstextilie. Und es kamen immer mehr Substanzen im Produktionsprozess dazu, die die Umwelt und den Menschen gleichermaßen belasten.


Keine schadstofffreie Kinderregenjacke in Sicht trotz intensiver Textilforschung


Die letzte große Innovation liegt inzwischen auch schon ein paar Jahre zurück. Sie kam vor fast 40 Jahren mit der Markteinführung der ersten wasser- und winddichten Bekeidungstextilien, die gleichzeitig auch dampfdurchlässig sind und so den Abtransport des verdunsteten Schweißes ermöglichen. Heute gehören die atmungsaktiven Membranen in den Textilien zur Standardausrüstung vieler Regenjacken. Doch auch die Atmungsaktivität hat Grenzen: Bei intensiver körperlicher Tätigkeit schwitzt ein Kind bis zu zehnmal mehr als selbst die Regenjacken mit bester Atmungsaktivität entweichen lässt. Hinzu kommt, dass bei feuchtwarmen Wetter ab 15 Grad die Fähigkeit der Membranen, Wasserdampf durchzulassen, stark abnimmt. In Zukunft soll die Freizeit und Regenkleidung deswegen „intelligent“ werden, aber die schadstofffreie Kinderregenjacke ist keine Priorität für die Branche.

Das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf (ITV) zum Beispiel erforscht derzeit, wie man Photovol taik in Bekleidung integrieren kann. Bald soll es auch möglich sein, über Sensoren in den Textilien die gesundheitliche Verfassung eines Menschen zu verfolgen und im Ernstfall automatisch einen Alarm auszulösen oder direkt einen Notruf auszusenden. Aber dass die chemischen Schadstoffe verschwinden werden, wagt hier niemand zu sagen.

Die Anbieter selbst geben sich bescheidener und fern großer Zukunftsambitionen. Als ÖKO-TEST von einem Hersteller wissen wollte, was gemacht werden kann, um die Schadstoffe aus den Kinderregenjacken herauszukriegen, ant- wortete er mit einer Gegenfrage: „Sind unsere Werte denn viel schlimmer als bei der Konkurrenz?“ Der Leiter der Presseund Öffentlichkeitsarbeit des Gesamtverbandes Textil+Mode, Dr. Hartmut Spiesecke, machte einen spontanen Vergleich: „Wenn Kinder hinter dem Bus herlaufen, werden sie viel schlimmer mit Schadstoffen belastet.“ Positiver drückt es die Mode kette H&M in einer Stellungnahme an ÖKO-TEST aus, die angibt, „gefährliche chemische Substanzen zu beschränken“ und „aktiv sicherzustellen, dass diese Beschränkungen auch befolgt werden“.

Wir wollten wissen, wie es aktuell um die Qualität von Kinderregenjacken steht und haben zwölf Produkte in die Labore geschickt. Auf dem Testprogramm standen nicht nur Schadstoffe, sondern auch Materialeigenschaften wie Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit.

Spaßverderber: Auch bei Regen kann draußen getobt werden – wenn die richtige Kleidung mit im Spiel ist.


Foto: Ryan McVay/Digital Vision/©Thinkstock

Das Testergebnis

Tropfenweise Besserung. Wenn man mit der Lupe hinschaut, war es diesmal etwas besser als beim letzten großen Test vor vier Jahren. Ein „sehr gutes“ und sieben „gute“ Ergebnisse der Kinderregenjacken im Praxistest zur Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit, die Optimismus verbreiten könnten. Wenn da nicht immer noch viel zu viele Schadstoffe in den untersuchten Jacken wären: Von zwölf Kleidungsstücken fallen am Ende zehn im Gesamturteil mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Dass auch noch eine der drei Jacken, die beim Test Inhaltsstoffe immerhin ein „ausreichend“ geschafft hat, nur sehr beschränkt wasserdicht ist, zügelt den Optimismus zusätzlich.
Schwermetalle und Etikettenschwindel: Ein Cadmiumgehalt von 250 Milligramm pro Kilogram (mg/kg) im Etikett einer Kinderregenjacke der Marke Jack Wolfskin, die im Praxistest mit „sehr gut“ abschneidet, führt zu einem saftigen Punktabzug von vier Noten. Ein Cadmiumverbot gilt für 16 Kunststoffe, aber nicht für Polyamid, aus dem das belastete Etikett nach Herstellerangabe besteht. Bei der Entscheidung über die Ausweitung des Cadmiumverbots auf alle anderen Kunststoffe hat die ECHA (European Chemicals Agency), die Europäische Behörde für Chemikalien, Anfang dieses Jahres einen Rückzieher gemacht. Zuvor hatten Industrieverbände bereits gerichtlich eine Aufweichung der Restriktionen der EU in der Anwendung des Schwermetalls erwirkt. Aber selbst der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels schreibt, dass „das gesundheitsgefährdende Cadmium weder als Farbmittel noch als Stabilisator in Chemiefasern sowie textilen Endprodukten und Schuhen erlaubt“ ist. In der Celavi Regenjacke wurden 7.000 mg/kg Blei und 3.000 mg/kg Chrom im Etikett nachgewiesen. Möglicherweise dient diese Verbindung zweier giftiger Schwermetalle als Farbpigment.
PAK, Phthalate und phosphororganische Verbindungen. Anders als die Schwermetalle, die vor allem die Umwelt belasten, gelangen die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige krebserzeugend sind, über Haut und Atemwege in den Organismus. Sie finden sich in allen Kinderjacken und führen bei neun Produkten zur Abwertung. Die Lego Wear Regenjacke Jean 206 enthält als einzige fortpflanzungsgefährdende Phthalate als Weichmacher. Bis auf die Adidas Core 11 Regenjacke Kids enthalten alle anderen elf Kinderregenjacken phosphororganische Verbindungen im Material, sie wirken in Kunststoffen als Weichmacher und Flammschutzmittel, aber vor allem wirken sie im Körper als Nervengift, werden von der Haut in der Regel gut aufgenommen, und stehen weit oben auf der Verdächtigenliste krebserregender Substanzen.
Fast alles dicht. Was bringt es, wenn das Kind problemlos in einer sehr gut atmungsaktiven Regenjacke schwitzen kann, aber nach wenigen Minuten im Regen klatschnass ist? Nicht viel. Deswegen werteten wir die Adidas-Regenjacke in diesem Punkt um vier Noten ab. Ebenfalls „mangelhaft“ sind die Jacken, deren Nähte im Praxistest nach einiger Zeit das Wasser durchließen wie ein Sieb. Selbst die Atmungsaktivität, eine seit Langem etablierte Textiltechnologie, war in neun Fällen „mangelhaft“.

So reagierten die Hersteller

■ Unser Test hat bei den Herstellern bereits Reaktionen ausgelöst: Zwei Kinderregenjacken sollen aus dem Verkauf genommen werden. Die eine ist dieH&M Regenjacke Bionic Finish Eco. „Wir haben die getestete Kinderregenjacke aus dem Verkauf genommen“, teilte uns der Hersteller mit. Das, obwohl diese Jacke eine der zweien ist, die im Test insgesamt mit „ausreichend“ abschneiden. ÖKO-TEST hatte dieH&M -Jacke wegen der phosphororganischen Verbindung Triphenylphosphat in Höhe von 16 mg/kg um nur eine Note abgewertet. Aber der Hersteller hat für seine Produkte eine Obergrenze von 10 mg/kg angesetzt und beschloss, intern Konsequenzen zu ziehen. Die zweite Jacke, die vorsorglich aus dem Verkauf genommen wurde, ist die Summisum Regenjacke vonBaby Walz /Tri International. Ein dritter Herteller,KiK Textilien , verantwortlich für die X-Mail Kinder-Regenbekleidung, teilte mit, er werde „den Lieferanten darauf hinweisen, den Produktionsschritt des Verschweißens strenger zu kontrollieren“.
Adidas teilte mit, dass alle ihre Kinderregenjacken „von einem Team erfahrener Outdoorspezialisten entwickelt“ werden. Doch in der Wasserdichtigkeit fiel die Adidas Core 11 Kids durch.

Der Experte

Problematische Stoffe verbannen oder minimieren

Foto: privat

„Aus unserer Sicht erscheint es etwas unrealistisch, dass in absehbarer Zeit völlig schadstofffreie Regenbekleidung hergestellt werden kann, die gleichzeitig die vom Verbraucher erwarteten, funktionellen Eigenschaften für Regenkleidung bietet. Dazu gehen allein die Ansichten, bei welchen Stoffen und ab welcher Menge es sich um relevante Schadstoffe/Schadstoffmengen handelt, zu weit auseinander. Der Hauptansatz sollte daher immer der sein, bekannte problematische Stoffe (z.B. PFOS) zu verbannen oder zu minimieren und durch unproblematische Stoffe (sofern bewiesen) zu ersetzen“ .
Detlef Sielaff , Lebensmittelchemiker, Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz, Leiter des Arbeitsbereiches Bedarfsgegenstände.

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► Die Nachfrage regelt das Angebot: Fragen Sie in den Geschäften nach, was die Hersteller tun, um schadstoffarme Textilien anbieten zu können. Oder schreiben Sie Herstellern und fordern Sie sie auf, sich konsequent diesem Thema zu widmen. Die Herstelleradressen aller getesteten Produkte finden Sie bei uns im Internet, www.oekotest.de

Bedenkliche Imprägnierung

Was haben Kinder in den USA, erwachsene Menschen in Deutschland, Eisbären in der Arktis und Waldmäuse in Belgien gemein? Sie haben krebserregendes PFOA im Körper. Das schreiben wir im Jahr 2005, als wir erstmals nach Perfluoroktansäure suchten und in Gore-Tex-Jacken sowie Imprägniersprays fündig wurden. Später fanden wir PFOA und andere perfluorierte Chemikalien in den Dächern von Kinderwagen, in Regenjacken und in Schlafsäcken. Zuletzt wies eine Greenpeace-Untersuchung die Stoffe in verschiedenen Kleidungsstücken internationaler Modemarken nach.

Die Funde sind vor allem ein Problem für die Umwelt. Darin sind sich Greenpeace und das Umweltbundesamt einig. Denn obwohl PFOA im Verdacht steht, Krebs zu erregen, sind die auch in den Untersuchungen von ÖKO-TEST gefundenen Mengen so klein, sodass eine Aufnahme über die Haut oder die Atemluft und damit eine direkte Gefährdung der Verbraucher nicht zu erwarten ist. Da die Substanzen allerdings in der Umwelt kaum abbaubar sind, gelangen sie über die Nahrungskette irgendwann wieder zum und in den Menschen und sollten daher nicht mehr verwendet werden.

Im aktuellen Test haben wir trotzdem perflourierte Substanzen nicht untersucht, weil die Kinderregenjacken wegen der vielen anderen, für die Umwelt wie die Gesundheit wichtigeren Mängel, fast alle die rote Karte bekommen haben. Nur zwei Jacken haben „ausreichend“ abgeschnitten. Eine davon wird bei H&M verkauft und hat laut Hersteller eine „ökologisch wasserabweisende Imprägnierung – frei von FC, PFOA und PFOS“. Zum Verzicht auf perfluorierte Chemikalien hatte sich H&M ab 2013 bereit erklärt. Alternativ setzt das Unternehmen eine Technologie ein, die durch ihre Struktur von hochverzweigten Polymeren, sogenannten Dendrimeren, dauerhaft wasserabweisend wirkt. Dr. Volkmar von Arnim forscht im Institut Denkendorf im Bereich technische Textilien und hält solche molekularen Strukturen trotz des „offensichtlichen Marketings“ in ihrer Präsentation „grundsätzlich für einen Schritt in die richtige Richtung“.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Kinder sollen nicht als Stubenhocker aufwachsen: Damit sie auch bei Wind und Wetter raus können, gehören Regenjacken zur Standardausrüstung. Deswegen haben wir Kinderregenjacken in den Größen 104 bis 128 eingekauft, passend für Kinder zwischen vier und acht Jahren. Unsere Einkäufer waren in Outdoor- und Sportfachgeschäften und bei Modeketten unterwegs und haben sich auch im Internet auf den Seiten der Versandhändler umgeschaut. Bei der Produktauswahl haben wir darauf geachtet, dass sowohl für Jungen als auch für Mädchen etwas dabei ist, was Farbe und Design betrifft. Die Preisspanne reicht dabei von 10 bis bis 90 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Es zeigt sich immer wieder, dass die chemische Keule eine Hauptrolle in der Herstellung von Funktionstextilien spielt. Deshalb haben wir besonders auf Verbindungen geachtet, die in wasserdichten Kunststoffen vorkommen, also auf nervengiftige und möglicherweise krebserregende Flammschutzmittel, hormonwirksame Weichmacher, zinnorganische Verbindungen und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Aber auch auf hochgiftige Schwermetalle wurden die Kleidungstücke für Kinder untersucht.

Die Praxisprüfung
Regenjacken müssen wasserdicht sein. Aber sie sollten heute, das erwarten viele Verbraucher, auch verstärkt atmungsaktiv sein, damit die Kinder nicht nach zehn Minuten Spielen schweißgebadet sind. Erfüllen Kinderregenjacken diese Erwartungen? Wir ließen im Prüflabor alle Jacken inklusive Nahtstellen auf Wasserdichtigkeit und erstmalig auch auf Atmungsaktivität testen. Bei der Wasserdichtheit wird im Labor in einem Wasserdruckversuch getestet, ab wann das gespannte Material in direktem Kontakt mit Wasser anfängt, durchlässig zu werden. Bei der Atmungsaktivität misst das Labor die Wasserdampfdurchlässigkeit des Materials im Laufe von 24 Stunden.

Die Bewertung
Bei einer Kinderjacke, die schwer mit Schadstoffen belastet ist, tröstet es nicht, dass sie hochgradig wasserdicht ist oder „sehr gut“ atmet. Da aber eine Regenjacke nicht einmal ihrem Namen gerecht wird, wenn sie keinen Regen abhält, kann das Gesamturteil nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.

Im Labor wird die Wasserdichtigkeit von Hauptmaterial und Nähten getestet.


Foto: Labor