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Test Kinesiologische Tapes: Kleben und kleben lassen


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2013 vom 11.10.2013

Ob blau, pink oder leberwurstfarben: Farbige Tapes erfreuen sich großer Beliebtheit bei der Behandlung einer Vielzahl von Problemen. Für einen Nutzen sprechen aber allenfalls gute Erfahrungen – die Datenlage ist bescheiden.


Artikelbild für den Artikel "Test Kinesiologische Tapes: Kleben und kleben lassen" aus der Ausgabe 10/2013 von ÖKO-TEST Jahrbuch. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Jahrbuch, Ausgabe 10/2013

Als sich Mario Balotelli nach dem 2:0 gegen Deutschland im Halbfinale der Europameisterschaft das Trikot vom Leib riss, müssen die Marketingabteilungen der Hersteller von elastischen Klebebändern gejubelt haben: Drei parallel verlaufende, hellblaue Klebestreifen zierten das ...

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... breite Kreuz des Fußballers der italienischen Nationalmannschaft und sprangen Millionen von Fernsehzuschauern unübersehbar ins Auge. Handelt es sich bei den bunten Klebestreifen in erster Linie um eine Modeerscheinung oder doch um eine Therapieform, die bei bestimmten Indikationen unterstützend hilfreich sein kann? Im ÖKO-TEST: 14 farbige, elastische Klebebänder unterschiedlicher An- bieter. Wir haben sie zur Schadstoffuntersuchung ins Labor geschickt und in der Literatur nach Nutzenbelegen in Form aussagekräftiger klinischer Studien gesucht.

Das Testergebnis

Der weitverbreiteten Anwendung der kinesiologischen Tapes zum Trotz: Handfeste wissenschaftliche Belege für einen Nutzen der Klebestreifen fehlen. So kann keines der Produkte besser als mit „ausreichend“ abschneiden. Deklarationsmängel und problematische Inhaltsstoffe sorgen für zusätzliche Abwertungen.

Nur auf der Hälfte der Produkte findet sich die Empfehlung, die bunten Tapes von einem Arzt oder Physiotherapeuten kleben zu lassen, oder es wird, wie in der Gebrauchsinformation des Physiotape, dunkelgrün, explizit darauf hingewiesen, dass die Information „keinesfalls die Untersuchung oder Behandlung durch einen Arzt ersetzt“. Insgesamt verfahren die Anbieter sparsam mit Gebrauchsanweisungen: Nur 5 der 14 getesteten Produkte lag eine bei. ƒ.Erfreulicherweise konnte die chemische Analyse in keinem getesteten Tape verbotene aromatische Amine nachweisen. Lediglich im Kintex Kinesiology Tape Classic, rot fand das Labor den krebsverdächtigen Farbstoffbaustein Anilin. Allerdings stecken in mehr als der Hälfte der Produkte umstrittene halogenorganische Verbindungen. ƒ.Ärgerlich, weil überflüssig und eine Umweltbelastung, sind die verwendeten optischen Aufheller. In vier kinesiologischen Tapes wies das von uns beauftragte Labor Nonylphenolethoxylate nach. Gelangen diese Tenside bei der Herstellung der Produkte ins Abwasser, kann daraus Nonylphenol entstehen, das Wasserorganismen schädigt und hormonell wirksam ist.

So reagierten die Hersteller

Einige Anbieter räumten ein, dass es um produktspezifische Studien zum Nutzen ihrer Produkte nicht so doll bestellt ist. SrNetworks-MediAID/Atex Medical schrieb: „Allgemein ist das Kinesio-Tape noch in der Erprobungsphase, es gibt noch keine eindeutigen Studien (weder positiv noch negativ). Eine Anerkennung der Kassen fehlt leider noch, wird aber in Einzelfällen übernommen.“ ƒ.BSN Medical erklärte, der Beleg über die Indikationen basiere in der Regel auf einer Literaturrecherche, die auf Referenzprodukte abziele. Für Leukotape K existiere aber ein produktspezifisches, umfassendes Fachbuch mit Hinweisen zur praktischen Anwendung. Dort heißt es: „Obwohl bisher nur wenige kontrollierte Studien vorliegen, hat sich das Tapen im Praxisalltag bewährt.“