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TEST Knaus Boxlife e 600 DQ: EINER für alles


Camper Vans - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 19.06.2020

Kompakte Maße und dennoch viel Platz. In die Höhe zu bauen, ist der Weg zum Glück und zum perfekten Allroundmobil.


Wieso kaufen sich die Leute einen Kastenwagen? Vermutlich, weil sie gerne unabhängig, flexibel und spontan unterwegs sein möchten, das Fahrzeug unter Umständen auch noch im Alltag nutzen. Oder vielleicht weder den Platz noch die Stellmöglichkeit für ein Reisemobil oder einen Wohnwagen haben. Und: Wer kauft einen Kastenwagen? Nein, eben nicht die Vanlifer mit Zottelbart und Batikhose, sondern junge Paare, Familien mit Kindern bis hin zu einer nicht zu unterschätzenden Zahl an Ruheständlern. ...

Artikelbild für den Artikel "TEST Knaus Boxlife e 600 DQ: EINER für alles" aus der Ausgabe 4/2020 von Camper Vans. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Camper Vans, Ausgabe 4/2020

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Sechs Meter Länge ist für viele das Maximum, wenn das Fahrzeug noch im Alltag eingesetzt werden soll – oder eben noch auf den Stellplatz vor dem Haus passen soll. Aber auf sechs Metern hat man, jetzt mal unabhängig von der Zuladung, fast schon immer Probleme mit dem Stauraum, wenn man mit vielen Personen, viel Equipment oder schlimmstenfalls mit beidem unterwegs sein möchte.

Laut dem statistischen Bundesamt liegt bei den Familien mit minderjährigen Kindern, die, mit nur einem Kind vorne. Ein gutes Viertel weniger sind die Familien mit zwei minderjährigen Kindern und bei drei und mehr wird es mit einem Serienfahrzeug eh sehr schwer. Also gehen wir mal von der statistisch gesehen wahrscheinlichsten Konstellation, der Familie mit einem Kind, aus. Ein normaler Kastenwagen in der Sechs-Meter-Kategorie hat ein Heckquerbett – perfekt für Paare – und optional noch eine zum Bett umbaubare Sitzgruppe für einen oder zwei zweitere Schlafplätze. Das Problem ist allerdings das Umbauen, man muss also immer irgendwas basteln und bauen, bevor man schlafen oder wieder normal im Kasten wohnen kann. Die Lösung für das Problem ist das seit Jahren immer beliebtere Aufstelldach. Schön luftig, wenn man oben schläft und meist auch mit großzügiger Liegefläche ausgestattet. Im Winter muss aber kritisch, denn der Zeltbalg hat eher bescheidene Isolationswerte. Außerdem muss man auch hier wieder auf- und abbauen, wenn der Stoff nass ist, muss man ihn trocknen lassen und mal eben inkognito ein Schläfchen halten geht bei geöffnetem Dach auch nicht. Außerdem wächst mit dem Aufstelldach zwar die Zahl der vollwertigen Schlafplätze, der Stauraum bleibt aber derselbe.

Der Dometic-Kompressorkühlschrank ist gewohnt laut, aber groß. Die klappbare Arbeitsfläche ist eher Abstellfläche, in den Schubladen im Küchenblock ist genügend Platz für Besteck, Geschirr und Vorräte – solange sie nicht zu schwer sind.


Zu zweit oder zu dritt könnte man es auch bei schlechtem Wetter sehr gut im Knaus aushalten – wenn man sich gut verteilt.


Die Kopffreiheit ist mehr als ausreichend – größer sollte man in Anbetracht der kurzen Betten aber nicht sein, sonst ist an erholsamen Schlaf nicht zu denken.


Die Arbeitsfläche in der Küche bietet rings um die Geräte nützliche Abstellflächen. Mit den leicht versetzten Plätzen passen vier Personen gut an den Tisch.


Also doch in die Höhe, was im Fall des Boxlife 600 DQ nichts anderes als ein Fiat Ducato L4H3 ist. 5,998 Meter lang und 2,764 Meter hoch, so steht es jedenfalls in den Daten von Fiat. Bei unserem Camper kommen gleich noch einmal gut sechs Zentimeter an Höhe dazu – so viel baut das Heki-Dachfenster nämlich auf. 2,52 Meter hat der normalerweise verwendete H2 Ducato, was ihm eine Stehhöhe im Laderaum von rund 1,93 Metern beschert. Jeder weiß, dass es nach dem Bodenaufbau und der Deckenisolierung noch ein paar Zentimeter weniger werden, aber für Personen über 1,88 Meter wird es wirklich schwer, einen Camper zum aufrechten Stehen und für bequemes Schlafen zu finden.

Beim H3 ist mit 2,72 Meter Rohmaß deutlich mehr Luft, um nach fertiger Verkleidung von Wand und Boden noch auf eine entsprechende Raumhöhe zu kommen. Selbst unter dem Bugbett – natürlich nur, wenn es oben unter dem Dach ist – hat man noch eine ordentliche Stehhöhe von 1,90 Meter, im freien Raum dahinter muss man sich sogar strecken, um an die Decke zu kommen.

Der Einstieg ist einen guten halben Meter breit. Man kann sich also leicht in den Wohnraum begeben, selbst wenn der Beifahrersitz ganz nach hinten gestellt oder gedreht ist. Allein, zu zweit oder zu dritt kann man sich ganz gut bewegen – wozu unser Testwagen, der gleichzeitig unser Dauertester 2020 ist, mit sieben Schlafplätzen ausgestattet ist, müssen wir noch herausfinden.

Also fangen wir mal mit den serienmäßigen vier Schlafplätzen an. Da der DQ nur das Serienhochdach hat, muss man im Vergleich zum Boxstar XL mit Minialkoven ein paar Abstriche beim Bughubbett machen. Mit einer Länge von 1,77 Meter, 1,30 Meter Breite und 55 Zentimeter Luft bis zur Decke ist es theoretisch zwar noch immer im annehmbaren Querbetten-Bereich, allerdings darf man mit Schuhgröße 45 nicht auf dem Rücken liegen, sonst stoßen die Zehen schon früh an die Decke. Im Test konnte man aber auch mit über 1,80 Meter auf der Seite liegend und zusammengekuschelt problemlos oben schlafen. Problematischer wird es vermutlich erst – denn der Boxlife ist ja eigentlich ein Sportmobil – wenn man nach einem Marathon-Lauf oder Cross-Country-Rennen bei Nacht Krämpfe bekommt und sich strecken muss. Da könnte allerdings auch schon der Auf- und Einstieg in die Koje problematisch werden, denn natürlich steigt man Kopf voraus ins Bett und muss sich dann oben drehen.

Das Querbett ist mit 1,73 Meter Matratzenlänge eigentlich zu kurz. Man kann die jeweils zehn Zentimeter Spalt, die durch die Schienen entstehen, aber auspolstern und hat dann genügend Platz – man muss nur auf die Rollos aufpassen.


Im Laderaum unter dem Bett sind die beiden, im E-Paket enthaltenen, 95 Ah-AGM-Batterien, Ladegerät, Booster, Verteiler und Sicherungen verstaut. Gegenüber sitzt der Wassertank und der Gaskasten für die 2,7 Kilo-Flasche.



Rund 250 Kilogramm an Extras bringt unsere Top-Ausstattung zusätzlich auf die Waage – das fehlt natürlich an Zuladung.


Einfacher ist das Querbett im Heck zu erreichen, in das man direkt hineinstolpern kann – wenn es denn in einer der unteren Positionen arretiert ist. Vario-Hecksystem nennt sich das variable Stauraumkonzept von Knaus, bei dem das komplette Bett über Rollen, Drahtseile und Schienen vertikal verschoben werden kann. Auf diese Weise kann die Ladehöhe von rund 60 bis knapp 140 Zentimeter eingestellt werden. Allerdings braucht die Konstruktion auch wieder Platz und so kommen wir auch mit dem Heckbett nur auf 1,73 mal 1,40 Meter – auf jeder Seite fehlen ungefähr zehn Zentimeter. Hier macht das aber weniger aus, da die Lücken zwischen Bett und Wand problemlos mit einer Decke oder dem Kopfkissen gefüllt werden können und man so auf komplette Kastenwagenbreite, also maximal 1,93 Meter, kommt. Sinn und Zweck der Konstruktion ist der Fahrradtransport im Fahrzeug, während man darüber schlafen kann.

Das klappt auch wirklich gut. Selbst wenn das Fahrrad komplett aufgebaut ist, reicht eine Garagenhöhe von 1,20 Metern Höhe, was im Bett darüber noch ordentliche 60 Zentimeter Kopffreiheit bis zu den Oberschränken bedeutet. Wie man sein Bike oder sonstiges sperriges Gerät transportieren möchte: Am Stück, längs, quer oder zerlegt, hängt von der Menge der Räder und Rahmen- und Rädergröße ab. Unser Trek Fuel Rahmengröße L mit 29er Bereifung passt am Stück nur längs in die Garage und würde bei herausgenommener Schottwand auch den Zugang zur Nasszelle und zum Kleiderschrank unter dem Kühlschrank verbauen. Das Cube Stereo Hybrid in Größe S mit 27,5er Bereifung passt genauso wie das Specialized Crux quer in die Garage. Beim Mountainbike müsste man nur den Lenker verdrehen, damit auch noch die Tür zu geht.

Das Cube E-Bike in Größe S mit 27,5 Bereifung passt in die 1,83 Meter Lücke, nur der Lenker müsste gedreht werden. Die 1,65 Meter Frau passt übrigens auch perfekt auf die 1,73 Meter lange Matratze und Kopffreiheit gibt es ausreichend.


Beim aktuellen All Mountain Trek Fuel EX 9.8 Größe L mit 29er Reifen fehlen einige Zentimeter. Auch längs ohne Notbett unten verbaut man sich den Zugang zum Badezimmer. Hier hilft jeweils nur, das Vorderrad auszubauen.


Die gute Stimmung beim spontanen Campen rund ums Haus vergeht spätestens, wenn der Nachwuchs auf dem Notbett schlafen soll. Dafür sind die verschieb- und einstellbaren Einzelsitze super.


1,83 Meter misst der Laderaum an dieser breitesten Stelle. Zwischen den Schränken, in denen auf der Fahrerseite die beiden 92 Ah-Aufbaubatterien, die Elektronik und Ladegeräte, auf der Beifahrerseite der 100-Liter-Wassertank und darin integriert die 2,7 kg-Gasflasche untergebracht sind, ist es ein guter Meter. Die Tiefe bis zur herausnehmbaren Schottwand beträgt 1,36 Meter. Entfernt man die beiden Bretter, die den Laderaum abtrennen, folgt der Gang mit einer Breite von 49 Zentimetern, auf dem nach 40 Zentimetern die Badtür beginnt. Rein für den Transport kann man natürlich locker drei Meter durchs Fahrzeug laden, aber eben nicht zu breit.

Zum Wohnen ist der Platz aber ausreichend, jedenfalls, solange man mit maximal drei Erwachsenen oder der Familie mit zwei Kindern unterwegs ist. Der Küchenblock mit Dometic-Zweiflammkocher mit elektrischer Zündung und einem tiefen Spülbecken bietet ringsum noch etwas Platz, um Dinge abzustellen. Die herausklappbare Verbreiterung bietet zusätzliche Abstellfläche , steht dann aber weit in den Eingangsbereich. Während an Herd und Küche gearbeitet wird, kann man es sich am Tisch gemütlich machen. Mit 45 Zentimetern ist er zwar nicht besonders tief, aber durch leicht versetzte Anordnung der Sitzplätze hat man genügend Platz für Teller, Gläser und Besteck. Wirklich praktisch und bequem ist die Rückbank mit einstellbarer Rückenlehne und dem um zehn Zentimeter verschiebbaren äußeren Sitz – und für den, der auf dem Beifahrersitz sitzen darf, gibt es einen herausdrehbaren Extratisch. So hat es wirklich Platz für einen gemütlichen Abend.

Selbst wenn sich der Nachwuchs schon früher ins Bugbett verzieht, ist der Abend nicht zwingend vorüber. 87 Zentimeter bleiben noch zwischen heruntergelassenem Bett und der Sitzfläche – das reicht bei 1,80 Meter Größe gerade so, um darunter aufrecht zu sitzen. Problematischer wird es wieder, wenn die Leiter zum Aufstieg ins Bett und Nasszelle zusammenkommen – beides geht nicht. Steht die Leiter am Bett, geht die Tür nicht auf, verräumt man sie an ihren Platz, kommt man nicht aus dem Bett.

Das Classic-Bughubbett ist mit 1,76 mal 1,30 Meter top für kleine Leute mit kleinen Füßen. Wer größer ist, muss auf jeden Fall quer oder zur Not diagonal schlafen. Dann hat man knapp 2,20 Meter und muss Ablagen und Steckdosen mit niemandem Teilen.


Das typische Kastenwagen-Platzproblem: Die Leiter steht bei Benutzung immer im Weg. Lautlos bei Nacht auf die Toilette geht weder vom Bug, noch vom Heck, da man immer die Leiter verräumen muss, um ins Bad zu kommen.


Auf Stauraum über der Nasszelle wurde verzichtet. Dafür muss man sich jetzt ganz schön strecken, um an die Aufnahme der Dusche zu kommen.

Der Wasserhahn hat zwar einen begrenzten Aktionsradius, er reicht aber aus, um nasse Füße zu bekommen. Die Ausstattung und vor allem die Beleuchtung sind super.


Mit dem Bett im festen Hochdach ist der Boxlife DQ ein perfektes, kompaktes Familienmobil. Mehr Platz, aber gleiches Konzept, gibt es im 630er ME mit Längsbetten.


Mit vier Personen sollte sich das Problem aber logistisch lösen lassen. Wenn man allerdings wie an unserem Testwagen vorgesehen, noch das optionale Zusatzbett fürs Heck plus den Bausatz für das Notbett an der Sitzgruppe dabei hat, macht man vermutlich kein Auge zu. Dabei ist das Heckbett unten gar keine schlechte Option, schließlich bietet es 1,84 Meter Liegelänge und 1,40 Meter Breite. Darunter bleiben auch noch ein halber Meter für Gepäck, und selbst wenn die zweite Etage belegt wird, hat man noch mindestens 40 Zentimeter Luft nach oben. Was man unten allerdings nicht hat, sind Lichtschalter oder USB-Anschlüsse – davon gibt es im ersten Stock gleich drei plus Zentralschalter für fast alle Lichter und Leseleuchten.

Mehr Platz und Ausstattung gibt es in der Nasszelle. Auch wenn einem bei so viel Holz hinsichtlich der Haltbarkeit etwas mulmig wird, vom Platz und von Ablagen und Staufächern her, kann man sich nicht beklagen. Vielleicht eine Einstellungssache, aber mit dem Schwenkbereich des Wasserhahns kann es ungewollt zu nassen Strümpfen kommen und zu klein sollte man auch nicht sein, sonst kommt man nicht an die Halterung für die Kopfbrause unter der Decke. Dafür gibt es wirklich viel Licht und Spiegel, um sich erstklassig stylen zu können – es gibt sogar eine extra LED-Spiegelbeleuchtung. Nur 230 Volt für den Fön oder Rasierer muss man sich vom Küchenblock holen.

Alles in allem ist der DQ ganz schön clever aufgebaut und holt mit seinem Grundriss aus der knappen, vorhandenen Fläche einiges raus. Sieben Schlafplätze sind natürlich Quatsch. Das kann man als Abenteuer bei einem Kindergeburtstag anbieten oder wenn man mit ein paar Freunden aufs Volksfest fährt – da wird es aber mit der Schlange vor der Toilette und der Leiterproblematik schwierig. Mit bis zu vier Personen kann man im Knaus jedoch bequem und erholsam Urlaub machen.

Aber! Die Betten sind natürlich nicht zu groß. Gut 1,80 Meter ist eigentlich die Schmerzgrenze und selbst dann liegt man besser allein und diagonal. Das nächste Problem ist wie so oft die Zuladung. 3.110 Kilogramm standen mit vollem Dieseltank auf der Waage, ohne die Zusatzbetten waren es noch 3.070 Kilogramm. Für die Grundausstattung Geschirr, Töpfe, Campingstühle und Tisch kommen wieder 30 Kilogramm dazu, also bleiben 400 Kilogramm für Passagiere, Gepäck, Vorräte und ein paar Liter Frischwasser im Tank. Von Fahrrädern, SUPs oder sonstigem Equipment ganz zu schweigen.

Was wiegt wieviel?

Rund 5.600 Gramm haben wir für Töpfe, Teller, Besteck, Müslischalen, Schneidbrett, Becher, Tassen und natürlich den bereits ausgiebig getesteten…


Camp4-Espressokocher 6 Tassen, bei Reimo für 11,90 Euro, zusammen. Dabei haben wir wirklich aufs Gewicht geachtet und leicht eingekauft.


Wer die Mindestanforderung an bequemes Sitzen erfüllen möchte, muss mit mindestens 15 Kilogramm für Tisch und Stühle rechnen.


Knapp acht Kilogramm für den Wagenheber sparen wir uns – die Abschleppöse genügt. Die Fahrzeugmappe erspart nochmals fünf Kilo.


Hier heißt es auf jeden Fall, wohl überlegt packen und vielleicht vor dem Urlaub noch ein bisschen an der Strandfigur zu arbeiten, um die Zuladungsgrenze nicht zu überschreiten.

Ansonsten kostet der 600 DQ mit einem serienmäßigen zulässigen Gesamtgewicht von 3.500 Ki-logramm ab 51.440 Euro. Zu diesem Preis ist er mit Sicherheit rund 200 Kilogramm leichter als unser Dauertester mit 180 PS, Automatikgetriebe, Dachklimaanlage, Sat-Anlage und so ziemlich jedem Paket, das man dafür haben kann. Der Grundpreis für das Fahrzeug ist ziemlich gut, der Grundriss und die Ausstattung sind nicht schlecht. Die Verarbeitung ist okay, die verwendeten Materialien und Beschläge sind gut, Soft-close und Aufsteller an den Klappen sind Standard. Sehr positiv ist die Geräuschentwicklung, auch nach 3.000 Kilometern klappert noch nichts, und es ist auch noch nichts abgefallen.

Soweit der erste große Test im Dauertest. Das Zwischenfazit: Der Knaus hat viele ähnliche Schwächen wie seine Mitbewerber. In diesem Segment und dieser Preisklasse gibt es wenig Luft nach oben, viele können es nur schlechter. Dennoch gibt es auch noch genügend Potenzial, die Basis zu optimieren. Wir haben schon eine lange Liste, die wir dieses Jahr abarbeiten wollen. Die Basis stimmt und hat es verdient.

Mit 178 PS und 9-Stufen-Wandlerautomatik fährt es sich ausgesprochen angenehm und relativ sparsam.



Die ersten Nächte und Einsätze konnten mit kleinen Abstrichen überzeugen. Im Rahmen des anschließenden Dauertests, werden wir den Knaus noch optimieren.


TECHNISCHE DATEN

Testfahrzeug: Fiat Ducato 180 Multijet. Vierzylinder-Reihen-Turbomotor mit AdBlue und SCR-Katalysator. Hubraum 2.287 cm3. Leistung 130 kW (178 PS) bei 3.500/min, Drehmoment 450 Nm bei 1.500/min. Neun-Gang-Automatikgetriebe. Frontantrieb, Euro 6d-TEMP.

Maße und Massen: Maxi, (L x B x H) 599 x 205 x 282 cm. Masse in fahrbereitem Zustand: 2.920 kg, zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg

Aufbau: Stahlblechkarosserie mit Hochdach (H3), Seitz-S7PRahmenfenster, Isolierung Boden (16 mm EPS), Dach, Wände und Holme (PE-Schaum), Dachhauben: Midi-Heki (700 x 500 mm) und Dachluke klar (400 x 400 mm), Insektenschutz Schiebetür, Ducato-Schiebetür mit manueller Zuziehhilfe

Ausbau: Schlafplätze 4/7. Möbelbau in Vollkorpusbauweise. Raumbad mit Duschvorhang, Kassetten-Toilette. Kaltschaummatratzen, Heck- und Fronthubbett mit Lattenrost, Soft-close. Fahrer- und Beifahrersitz drehbar, Dinettensitzbank mit Seitenauszug und 3-Punkt-Isofix.

Betten: Heckhubbett quer: 192/173 x 142/138 cm, Zusatzbett quer: 184 x 139/134 cm, Bughubbett: 176 x 130 cm, Notbett in der Dinette: 180 x 70 cm

Füllmengen und Elektrik: Truma Combi 6D. Wassertank innen: 102 l. Abwassertank unterflur: 90 l. Kompressorkühlschrank: 90 Liter. Gas 2,7 kg. 2xAGM-Bordbatterie: 95 Ah, Ladebooster.

Testverbrauch: 11,5 l

Grundpreis: 51.440,00 €

Gesamtpreis: 76.691 €

www.knaus.com