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TEST Knete: HER MIT DER KNETE!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2013 vom 27.09.2013

Kneten schult bei Kindern die Motorik und Vorstellungskraft – toll, dass ein so sinnvolles Spielzeug auch noch Spaß macht. Und nicht nur das: Im Schadstofftest haben die meisten Produkte richtig gut abgeschnitten.


Artikelbild für den Artikel "TEST Knete: HER MIT DER KNETE!" aus der Ausgabe 10/2013 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Fotos: [M] iStockphoto/©Thinkstock

Draußen ist es kalt und ungemütlich, die Kinder sitzen quengelnd in der Wohnung und wissen nichts mit sich anzufangen – spätestens dann kommt oft die Knete ins Spiel. Knete ist das ideale Spielmaterial. Sie kostet wenig, regt die Fantasie an, und die kreativen Möglichkeiten damit sind schier unerschöpflich. Bereits Kleinkinder ab zwei Jahren trainieren beim ...

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... Kneten unbewusst ihre Wahrnehmung, wenn sie fühlen, wie die Masse unter den Fingern nachgibt, sich verformt und in Stücke teilen lässt.

Anfangs reicht eine Farbe, möglichst in einem großen Block gekauft. Die vielfach angebotenen Packungen mit ganz vielen bunten Röllchen sind weniger geeignet und ergeben beim Kneten eine dunkle Einheitsmasse. Ohnehin entwickelt sich die Kunst, differenziert mit mehreren Farben zu modellieren, erst langsam mit viel Übung.

Bei den Kleinsten wandert ab und zu auch mal ein Knetkügelchen in den Mund. Umso mehr fragen sich Eltern: Was ist da eigentlich drin? Ein Blick auf die Verpackung bringt wenig. Denn ausgerechnet bei einem sensiblen Produkt wie Spielzeugknete müssen die Inhaltsstoffe nicht angegeben werden. Und freiwillig wollen die Hersteller ihre Rezepturen nicht preisgeben. „Die genaue Zusammensetzung ist natürlich ein streng gehütetes Geheimnis“, schreibt bespielsweise Becks Plastilin auf seiner Homepage.

Man weiß aber im Groben, dass dauerplastische (weich bleibende) Kneten größtenteils aus Wachsen, Kartoffelstärke oder Kreide bestehen. Die etwas leichter formbare Softknete härtet nach einiger Zeit an der Luft aus. Neben Zutaten wie Salz, Mehl oder Stärke enthält sie auch Wasser und muss daher konserviert werden.

ÖKO-TEST wollte wissen, ob gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe den Spaß am Kneten verderben und hat 14 Produkte im Labor gründlich auf problematische Konservierungsmittel und viele weitere Substanzen durchchecken lassen.

Das Testergebnis

Knete ist und bleibt ein überwiegend gutes Spielzeug: Wie bereits in unseren zurückliegenden Knetetests sind die meisten Produkte kaum oder gar nicht mit Schadstoffen belastet. Acht von 14 Knetesets können wir uneingeschränkt empfehlen, allerdings sind auch wieder „mangelhafte“ und eine „ungenügende“ dabei.
Hauptproblem: die Konservierung. In drei Knetmassen wurden Formaldehyd/ -abspalter nachgewiesen – darunter die Play-Doh Schul-Knete vom Spielzeugriesen Hasbro. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien auslösen kann. Ebenfalls drei Produkte sind mit Stoffen konserviert, die zu den umstrittenen halogenorganischen Verbindungen zählen. Einige dieser Substanzen gelten als allergieauslösend. Ausgerechnet Anbieter SES, der mit dem Namenszusatz „Eco“ wirbt, setzt das chemische Konservierungsmittel Bronopol ein. Bronopol ist eine halogenorganische Verbindung, die zudem noch Formaldehyd abspaltet. Besser macht es Anbieter Ökonorm. Er verwendet zur Konservierung seiner Nawaro Soft Weiche Knete harmloses Kaliumsorbat, das auch Lebensmittel haltbar macht.
Verdacht auf hormonelle Wirkung: Auch Propylparaben kommt aufgrund seiner antimikrobiellen und pilztötenden Eigenschaften als Konservierer zum Einsatz. Der Stoff ist in den Verdacht geraten, wie ein Hormon zu wirken und hat deshalb in Spielknete nichts verloren.
Allesamt farbsicher: Die Farben der untersuchten Knetmassen sind durchweg in Ordnung. Verbotene aromatische Amine oder andere allergieauslösende Stoffe, die häufig zum Färben eingesetzt werden, haben die beauftragen Labore nicht gefunden und auch keine giftigen Schwermetalle.
Chinaknete deutlich schlechter: Beim Kauf von Knete lohnt ein Blick aufs Herstellungsland – während Produkte aus Deutschland „sehr gut“ oder „gut“ abschneiden, ist die Chinaware im Test nur „befriedigend“ bis „ungenügend“.

Wer Sterne, Engel und Co. aus Knete formen will, kann dafür Ausstechformen für Weihnachtsplätzchen nehmen. Platte Flächen lassen sich mit dem Nudelholz rollen.


Foto: iStockphoto/©Thinkstock

So reagierten die Hersteller

■ HerstellerHasbro schrieb uns, dass „für Play-Doh noch nie ein Formaldehyd/ -abspalter zur Konservierung verwendet wurde“. Aus einem Gutachten des TÜV Rheinland/LGA, das Hasbro selbst veranlasst hat, geht allerdings hervor, dass in der Play-Doh Schul-Knete Formaldehyd/ -abspalter enthalten sind – wenn auch in deutlich geringeren Mengen, als sie ÖKO-TEST festgestellt hat. Diese Differenz liegt wahrscheinlich an den verschiedenen untersuchten Chargen und unterschiedlichen Analysemethoden.
Feuchtmann verzichtet inzwischen nach eigenen Angaben sowohl in seiner Juniorknet Modelliermasse als auch in der exklusiv fürWehrfritz hergestellten Knetmasse auf eine Konservierung mit Propylparaben.

ÖKO-TEST rät

► Für die Kleinsten eignen sich gut knetbare Produkte auf Wasserbasis am besten. In unserem Test wird von den „sehr guten“ Produkten nur die Ökonorm-Knete als Softknete ausgelobt.
► Am besten die Farben einzeln in dicken Rollen oder als Block bestellen, dann wird’s auch deutlich günstiger.

Kommentar

Grober Unfug: Knete mit Lebensmittelbezug

Roman Goll, ÖKO-TEST-Redakteur


„Spielknete. Nicht zum Verzehr geeignet“, warnt SpielzeugWeltmarktführer Hasbro auf derPlay-Doh Knete. Andererseits vermarktet Hasbro seinePlay-Doh-Produkte ganz gezielt in Verbindung mit dem Thema Essen: „Bringt bunte Knet-Naschereien zu den Kleinen nach Hause“, heißt es auf der Homepage beispielsweise zurPlay-Doh BonbonFabrik. Und weiter: „Ob verlockendes Eis am Stil (…) oder selbst gedrehte Lollis: Mit der Bonbon-Fabrik wird jeder Nachmittag zu einem knetkulinarischen Highlight.“
VonPlay-Doh Pizzeria bisZauberbäckerei - mit solchen Spielzeugsets will Hasbro bereits kleineren Kindern die Knete schmackhaft machen. ÖKO-TEST hält dies für geschmacklos. Knete ist ein Spielzeug und kein Lebensmittel.
Wer aber Kinder dazu animiert, lebensmittelnahe Szenarien mit derSofteis-Maschine oderBurger Küche nachzuspielen, nimmt in Kauf, dass diese ihre Knetkreationen auch probieren wollen. Dazu wissen Eltern nicht, was in der Knete drinsteckt. Eine verpflichtende Angabe der Zutaten auf den Verpackungen, wie sie bei Fingerfarben und Kosmetika längst selbstverständlich ist, wäre daher unerlässlich.

Mehr zum Thema

Nicht nur mit Knete, auch mit Fingerfarben haben Kinder richtig viel Spaß. Welche frei von Schadstoffen sind, lesen Sie in unserem aktuellen Test von 14 Produkten aus dem ÖKO-TEST-Magazin 9/2013, bestellbar aufwww.oekotest.de

So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: 14 Knetesets, darunter leicht formbare Softkneten, aber auch etwas festere Plastilinmassen. Da gerade im Kindergarten viel geknetet wird, sind zwei Produkte von Spezialversendern für Kita- und Schulbedarf dabei – dort gibt es die Knete in der 500- beziehungsweise 1.000-Gramm-Großpackung.

Die Inhaltsstoffe
Laut Spielzeugnorm EN 71 darf Knete keine krebserregenden oder stark allergieauslösenden Farbmittel wie aromatische Amine enthalten – wir wollten wissen, ob sich die Hersteller daran halten. Zum Teil gingen wir aber auch über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und ließen nach halogenorganischen Verbindungen suchen, nach Formaldehyd/-abspaltern und anderen Konservierungsstoffen, die in wasserbasierter Knete häufiger eingesetzt werden. Außerdem ließen wir die Knete mithilfe von primärer Röntgenstrahlung nach Schwermetallen „durchleuchten“, die in manchen Farbpigmenten enthalten sind.

Mit Hilfe von Essigester, der auch in Klebstoffen und Nagellackentfernern zum Einsatz kommt, werden die halogenorganischen Verbindungen aus der Knetmasse herausgelöst.


Foto: Labor

Die Bewertung
Wie schon im Test Fingerfarben haben wir uns an der strengen ÖKO-TEST-Kosmetikbewertung orientiert. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fordert, dass „an die Verwendung von Konservierungsstoffen in flüssigen und pastösen Spielzeugmaterialien, die wie Fingerfarben oder Knetmassen direkt mit der Haut in Kontakt kommen, die gleichen Anforderungen gestellt werden wie an die Konservierungsstoffe in kosmetischen Mitteln“.

Salzteig oder Knetmasse selber machen

Auch aus Salzteig lässt sich Schönes formen: Figürchen, Anhänger oder Bilderrahmen. So wird er hergestellt: eine Tasse Salz, eine Tasse Mehl und sechs bis acht Esslöffel Wasser zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und beliebig formen. Die fertigen Salzteigkunstwerke werden bei 150 Grad Celsius etwa eine halbe Stunde lang gebacken. Salzteig eignet sich jedoch nicht zum Basteln beziehungsweise Backen mit Kleinkindern. Ein einfaches Rezept für Softknete findet man im Internet auf:www.kidsweb.de/ basteln/knete.htm