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TEST Körperöle: Das fettzt


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2013 vom 25.10.2013

Kaltes Herbstwetter und trockene Heizungsluft – für die Haut kein Vergnügen. Deswegen braucht sie jetzt intensive Pflege: Natürliches Öl kann dabei eine Alternative zur Körperlotion sein. In unserem Test läuft es für fast alle Produkte wie geschmiert.


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Ob geschmiert oder gesprüht: Pflegeöl hebt den Wohlfühlfaktor. Und natürliche Öle machen die Haut nicht nur geschmeidig, sie reduzieren auch den Verlust an hauteigener Feuchtigkeit. Ihre Bestandteile ähneln den Hautfetten und sie fügen sich deswegen besonders gut ein. Das Gerücht, dass Öl die Poren verstopft, hält sich zwar ...

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... hartnäckig, ist, was natürliche Öle betrifft, laut Dr. Uta Schlossberger, niedergelassene Hautärztin in Köln und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), aber „ein Märchen“.

Die Produktvielfalt ist groß, das zeigt der aufmerksame Blick ins Drogeriemarktregal. Es gibt Artikel, die zu 100 Prozent aus einem natürlichen Öl bestehen – ohne jegliche Zusatzstoffe. Genauso bieten die Kosmetikfirmen Gemische aus verschiedenen Pflanzenölen an, andere wiederum Mixturen, die mit ätherischen Ölen, Duftstoffen oder Kräuterextrakten angereichert wurden.

Der Aufbau und die Eigenschaften pflanzlicher Öle unterscheiden sich – und damit auch ihr Wirken: Die Fettsäurezusammensetzung des Macadamianussöls beispielsweise ähnelt der des menschlichen Hauttalgs. Das Öl soll besonders trockener und sensibler Haut helfen. Distelöl hingegen pflegt vor allem fettige Haut. Der Linolsäure-Anteil ist hoch, weswegen das Öl nicht fettet und recht schnell einzieht.

In der Regel dauert es nämlich eine Weile, bis die Haut das Öl aufgenommen hat. Wohl auch deshalb verkaufen einzelne Hersteller „Trockenöl“, es soll besonders schnell einziehen. Wir wollten wissen, was sich dahinter verbirgt: Heike Käser beschäftigt sich intensiv mit Pflanzenölen und pflegt nicht nur ihre Haut, sondern auch die Homepage www.olionatura.de. Sie erklärt: „Im Chemie-Standardwerk Römpp wird zwischen nicht trocknenden, halbtrocknenden und trocknenden Ölen unterschieden.“ Trocknende Öle, dazu zählen beispielsweise Leinöl und Nachtkerzenöl, enthielten besonders viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die seien sehr wertvoll, sagt Käser: „Denn die Haut kann sie besonders gut aufnehmen.“ Hersteller Melvita gibt auf Anfrage denn auch an, für sein „Trockenöl“ Öle zu verwenden, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind.

ÖKO-TEST rät

• A m besten erst mal ein Pröbchen mitgeben lassen, um zu testen, ob man das Körperöl gut verträgt und ob es gut einzieht.

• S ilikone und Erdölprodukte im Hautöl integrieren sich nicht gut ins Gleichgewicht der Haut. Erkennbar sind diese auf der Liste der Inhaltsstoffe an Begriffen wie Paraffinum, Microcrystalline Wax, Petrolatum, Mineral Oil, Ceresin, Polyisobutene oder Dimethicone.

• E inige natürliche Öle, beispielsweise Weizenkeimöl, sind reich an Vitamin E – und das unterstützt die Wundheilung und pflegt Narben.

• N atürliches Öl tut auch dem Haar gut – allerdings in geringen Mengen, damit es gepflegt und nicht fettig aussieht. Ein Körperöl kann aber auch als Haarmaske verwendet werden – dann wirkt es länger ein, muss aber anschließend herausgewaschen werden.

Unter Dermatologen ist der Begriff „Trockenöl“ allerdings umstritten: „Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Studien, nur die Informationen, die die Hersteller herausgeben“, erklärt Dr. Uta Schlossberger. Auch Professor Johannes Wohlrab, Leitender Oberarzt der Dermatologie am Universitätsklinikum Halle (Saale), sagt, der Begriff „Trockenöl“ sei nicht definiert und „mehr oder weniger eine Bezeichnung, die aus dem Marketing kommt“. Von der Aufschrift „Trockenöl“ sollte sich der Verbraucher sicher nicht zu viel versprechen.

Aber feststeht, dass es Öle gibt, die aufgrund ihrer Zusammensetzung und des Aufbaus der einzelnen Inhaltsstoffe besser einziehen als andere. Massageöle beispielsweise sollen ja sogar lange auf der Haut bleiben, dafür kommen fettige Öle wie Oliven- oder Avocadoöl infrage. Wichtig bei Hautpflegeöl ist laut Schlossberger, dass es überhaupt einzieht. Denn sonst legt es sich wie ein Film auf die Haut.

Wir haben 20 Körperöle, darunter zertifizierte Naturkosmetik, in Labore geschickt und die Inhaltsstoffe überprüfen lassen.

Expertin: Auf feuchte Haut auftragen

Dr. Uta Schlossberger , niedergelassene Hautärztin in Köln und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen.


„Trockene Haut nimmt Körperöl nicht gut auf. Deswegen sollte es nach dem Duschen oder Baden auf die noch feuchte Haut aufgetragen werden. Denn wenn es mit Wasser in Kontakt kommt, entsteht eine Öl-Wasser-Emulsion, die gut einzieht.“

So haben wir getestet

Der Einkauf

Ihre Produkte sollen pflegen und verwöhnen, manche sogar glätten: Das versprechen die Hersteller der 20 Öle, die unsere Einkäufer besorgt haben. Sie heißen Pflege-, Haut- oder Körperöl, sind abgefüllt in Plastik- oder Glasflaschen, tragen meist Schrauboder Sprühaufsatz. Die Preisspannweite für 100 ml ist groß: Es ist ein Produkt dabei, das für 2,95 Euro im Drogeriemarkt steht, ein anderes gibt’s für 29,90 Euro von Melvita.

Die Inhaltsstoffe

Geschmeidiger Glanz und guter Geruch? Gern! Aber nur auf Basis unbedenklicher Inhaltsstoffe: Deswegen haben wir die Zusammensetzung von Laboren untersuchen lassen. Da Körperöle in der Regel keine Konservierer benötigen, lag das Augenmerk vor allem darauf, ob Duftstoffe, die Allergien auslösen können, enthalten sind. Außerdem haben wir unter anderem prüfen lassen, ob Silikone oder Erdölprodukte die Grundlage des Produktes bilden.

Ausrutscher dabei? Das zeigt die Analyse der Inhaltsstoffe.


Foto: iStockphoto/©Thinkstock

Weitere Mängel

Wenn ein Umkarton eine Glasflasche vor Bruch schützt, ist das in Ordnung – bei Plastikflaschen ist ein Karton aber unnötig. Auch der Einsatz von PVC in der Verpackung schadet Umwelt und Natur.

Die Bewertung

Enthält ein Öl keine bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoffe, vergeben wir ein „sehr gut“. Abzüge gibt es, wenn Hersteller bedenkliche Stoffe – synthetische Fette wie Silikone oder allergisierende Duftstoffe – beimischen.

Das Testergebnis

Fast nur „sehr gut“: Was die Inhaltsstoffe angeht, können Sie sich sorglos einölen – mit fast all unseren getesteten Produkten. Sie enthalten natürliche Rohstoffe, viele sind Mischungen aus verschiedenen Pflanzenölen. Die Hersteller verzichten allesamt sowohl auf bedenkliche polyzyklische Moschus-Verbindungen als Duftstoffe als auch auf umstrittene halogenorganische Verbindungen, um die Öle zu konservieren. Wir vergeben 18 mal die Note „sehr gut“, das schlechteste Produkt schneidet mit „befriedigend“ ab.
Allergiker aufgepasst : Weiche Haut dank Naturstoffen – das ist schön und gut. Aber auch der betörende Duft kommt natürlich nicht von ungefähr. Parfüm und ätherische Öle enthalten fast alle getesteten Produkte. Kritisch sehen wir allerdings nur einen Fall: Im Alterra Körperöl Limette & Olive von Rossmann hat das Labor den allergieauslösenden Stoff Isoeugenol nachgewiesen. Besonders ärgerlich: Auf der Liste der Inhaltsstoffe auf der Verpackung ist Isoeugenol gar nicht angegeben. Weitere allergisierende Duftstoffe führen wir vorsorglich in der Tabelle auf, sie haben allerdings nur ein sehr schwaches Potenzial. Empfindliche Konsumenten sollten sie unter Umständen lieber meiden.

Synthetisch statt natürlich : Das Ginger Gloss Smoothing Body Oil von Origins werten wir um eine Note ab, weil es Silikonöl enthält. Anders als pflanzliche integrieren sich synthetische Öle nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 172.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citronellol ist deklariert, wurde aber nicht nachgewiesen. 3) Der deklarationspflichtige Duftstoff Farnesol ist deklariert, wurde aber nicht nachgewiesen. 4) Der deklarationspflichtige Duftstoff Citronellol wurde nachgewiesen, ist jedoch nicht deklariert. 5) Laut Hersteller wurden Design und Rezeptur im September 2013 umgestellt.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Zur Abwertung um zwei Noten führt: Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Isoeugenol). Zur Abwertung um eine Note führt: mehr als ein Prozent Paraffine/ Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: ein Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen „nein“, so bedeutet das „unterhalb der Nachweisgrenze“ der jeweiligen Testmethode.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1311“ eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Juli 2013.
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