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TEST Körperpeelings: Sanfte Abreibung


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 15.10.2020

Gute Nachricht: Wir haben 41 Peelings getestet und in keinem steckt festes Mikroplastik. Das war 2017 noch anders. Schlechte Nachricht: Lösliche Kunststoffverbindungen sind weiterhin ein Problem.


Peelings entfernen abgestorbene Hautschüppchen, verfeinern das Hautbild, machen sie weich und zart und kurbeln die Blutzirkulation an. Als Schleifpartikel steckten lange Zeit feste Kunststoffteilchen, etwa aus Polyethylen, in vielen Peelings. Doch die Kügelchen sind als vermeidbare Quelle für Mikroplastik ins Gerede gekommen, sodass sich die konventionelle Kosmetikindustrie vor einigen Jahren selbst ...

Artikelbild für den Artikel "TEST Körperpeelings: Sanfte Abreibung" aus der Ausgabe 10/2020 von ÖKO-TEST Jahrbuch. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Jahrbuch, Ausgabe 10/2020

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... verpflichtete, darauf zu verzichten. Sind die Peelings seitdem umweltverträglicher? Wir haben aus dem großen Markt für Körperpeelings 41 ausgewählt – darunter 14-mal zertifizierte Naturkosmetik – und in verschiedenen Laboren analysieren lassen.

Grüne Überraschung

Das war wirklich eine Überraschung: Gut die Hälfte der Peelings hat mit „sehr gut“ abgeschnitten. Darunter nicht nur, wie so oft, alle zertifizierten Naturkosmetikprodukte, sondern auch Peelings konventioneller Anbieter.

Die Selbstverpflichtung wirkt

Was auch daran liegt, dass die Selbstverpflichtung der Hersteller offenbar greift: Enthielten im vorausgegangenen Peeling- Test 2017 noch vier Produkte feste Kunststoffpartikel, sind in den jetzt getesteten Körperpeelings keine Substanzen, etwa Polyethylen, Polypropylen oder Nylon, deklariert. Als Schleifpartikel kommen stattdessen mineralische Substanzen wie Zucker, Salz oder Kieselsäure zum Einsatz – oder pflanzliche Bestandteile: am häufigsten Aprikosen- oder Mandelkerne, Kaffee und Bambus. Als besonders sanft werden Peelings ausgelobt, die die Haut mit pflanzlichen Wachsen, etwa Jojoba-Wachsperlen, weichrubbeln. Peelings ausgelobt, die die Haut mit pflanzlichen Wachsen, etwa Jojoba-Wachsperlen, weichrubbeln.

Das große Aber

Ohne feste Mikroplastikkügelchen heißt aber leider nicht plastikfrei. Denn viele konventionelle Körperpeelings enthalten Silikone oder andere synthetische Polymere. Mit anderen Worten: Die Kosmetikindustrie definiert sich das Problem schön und versteckt sich hinter dem eng gefassten Begriff, der nur „feste Kunststoffpartikel“ wie Polyethylen als Mikroplastik ansieht.

Was bei dieser Sichtweise außer Acht bleibt: Auch lösliche Kunststoffverbindungen wie Silikone und andere synthetische Polymere belasten Böden und Gewässer, weil sie biologisch zum Teil schwer abbaubar sind. Selbst wenn ein Großteil davon in Kläranlagen herausgefiltert wird, gelangen sie dennoch in die Umwelt – etwa über den als organischer Dünger eingesetzten Klärschlamm.

Verduftet lieber

Klar, Duft ist ein Wohlfühlfaktor. Dennoch haben wir immer wieder etwas daran zu bemängeln. Einer der üblichen Verdächtigen ist Lilial – ein nach Maiglöckchen riechender Duftstoff, der möglicherweise die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Zu den unliebsamen Bekannten gehören auch künstliche Moschusdüfte, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern. Wir werten sie in drei Peelings ab. Unter anderen in dem Produkt von Ahava, das in Sachen Duft besonders negativ auffällt: Neben Lilial und der Nitromoschusverbindung Moschus-Keton enthält das Peeling mit Salz aus dem Toten Meer auch noch den allergisierenden Duftstoff Hydroxycitronellal.

Unter die Haut

So routinemäßig konventionelle Kosmetikhersteller PEG-Verbindungen einsetzen, so regelmäßig kritisieren wir das. Denn Polyethylenglykole und ihre Abkömmlinge können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Bei Peelings sehen wir das besonders kritisch, weil die Schleifpartikel die Haut tendenziell angreifbarer machen können – und durchlässiger für Substanzen, die aus unserer Sicht bedenklich sind.

Foto: imagehub88/getty images

Abkürzungen: MOAH = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe; CIT = Chlormethylisothiazolinon.
Anmerkungen: 1) Weitere Mängel: weitere Kunststoffverbindungen; Umkarton, der kein Glas schützt. 2) Enthält PEG/PEG-Derivate. 3) Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 4) Enthält PEG/PEG-Derivate. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 5) Enthält Lilial. Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 6) Enthält PEG/PEG-Derivate, Lilial. 7) Laut Anbieter wurde das Logo angepasst. 8) Enthält PEG/ PEG-Derivate, Lilial. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. Laut Anbieter enthält das Produkt seit Juni 2020 kein Lilial (Butylphenyl Methylpropional) mehr, erkennbar an INCI-Liste. 9) Enthält PEG/PEG-Derivate, CIT. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 10) Enthält künstlichen Moschuduft, Lilial, Hydroxycitronellal. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. Laut Anbieter ist für 2021 eine neue Formulierung ohne Lilial und Nitro-Moschusverbindung geplant. 11) Enthält künstlichen Moschuduft, PEG/PEG-Derivate, halogenorganische Verbindungen. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 12) Enthält künstlichen Moschuduft, Lilial, PEG/ PEG-Derivate. Weiterer Mangel: weitere Kunststoffverbindungen. 13) Laut Anbieter läuft die Serie in 2020 aus. 14) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt. 15) Laut Anbieter wurde das Produkt im Juli 2020 ausgelistet, Restbeständen würden abverkauft. 16) Laut Anbieter wurde die Rezeptur verändert (Zugabe von Sodium Benzoate) und das Etikett leicht verändert: „Vegane Formel“ hinzugefügt. 17) Laut Anbieter wurde das Produkt am 1.10.2020 aus dem Sortiment genommen, ein neues Produkt aus der Soothing Lavender-Kollektion sei im Handel.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) CIT und/oder weitere halogenorganische Verbindungen; b) Lilial; c) mehr als 10 mg/ kg polyzyklische Moschusverbindungen, Nitromoschusverbindungen und/oder Cashmeran (in Tabelle: künstlicher Moschusduft). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PEG/PEG-Derivate; b) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Hydroxycitronellal).
Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier eine oder mehrere der folgenden Verbindungen: Acrylates C10–30 Alkyl Acrylates Crosspolymer, Acrylates Copolymer, Ammonium Polyacryloyldimethyl Taurate, Carbomer, Dimethicone, Hydrogenated Polydecene, Phenyl Trimethicone, Polyquaternium-7, Sodium Acrylates Copolymer, Acrylates Crosspolymer-4, Sodium Polyacrylate, Styrene Acrylates Copolymer). Zur Abwertung um eine Note führt: ein Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/J2010 Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 2/2020. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

RATGEBER

► Synthetische Polymere sind in konventionellen Peelings nach wie vor ein Problem. Wer darauf verzichten will, greift zu einem der „sehr guten“ Produkte oder rührt sich selbst ein Peeling an.

► Auch mit einem Luffahandschuh lassen sich abgestorbene Hautschüppchen einfach abrubbeln.

► Körperpeelings enthalten meist etwas gröbere Schleifpartikel. Verwenden Sie sie deshalb nicht im Gesicht. Das gilt auch für DIY-Rezepte mit (Meer-)Salz, dessen Kristalle relativ scharfkantig sind.


Foto: NKS_Imagery/getty images