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TEST Körperpeelings: Weniger ist Meer


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2017 vom 26.01.2017

Über Mikroplastik wird viel geredet. Doch an der genauen Definition der Kunststoffteilchen scheiden sich die Geister. Lässt sich die Umweltschädlichkeit überhaupt an der Partikelgröße festmachen? Unser Test von 22 Körperpeelings zeigt: Die meisten Hersteller machen es sich viel zu einfach. Von Marieke Jörg


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Foto: Valua Vitaly/iStock

Ein toter Schwarzfußalbatros, aus dessen halb ver-westem Leib zahllose bunte Plastikteile hervorquellen. Eine Meeresschildkröte, de-ren deformierter Körper jah-relang um den Ring eines Getränkedosenhalters he-rumwachsen musste. Bil-der wie diese führen uns vor Augen, welche ...

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... unmittel-baren Auswirkungen unse-re Wegwerfgesellschaft auf die Umwelt hat. Vor allem unser Plastikmüll ist es, der auf vielen Wegen in die Ge-wässer der Erde gelangt und dort Jahrhunderte braucht, um abgebaut zu werden.

Über das Offensichtliche hinaus machen jedoch weni-ge Mikro- oder gar Nanome-ter kleine Partikel, mit blo-ßem Auge kaum zu erkennen, einen nicht zu unterschätzen-den Teil der Kunststoffbelas-tung in den Gewässern aus. Sie entstehen entweder aus größeren Plastikteilen, die sich unter dem Einfluss der Elemente nach und nach zer-reiben, oder sie gelangen di-rekt als sogenannte Primärpartikel in Miniaturform in die Umwelt – zum Beispiel als Inhaltsstoffe in Kosmetik-produkten und Reinigungs-mitteln oder als Kleidungsfa-sern, die sich beim Waschen lösen. Im Ozean und in Flüs-sen werden sie von Tieren auf-genommen oder lagern sich unter anderem im Sediment und auf Pflanzen an. Darüber, welche Auswirkungen diese Belastung auf lange Sicht hat, ist noch wenig bekannt. Un-tersuchungen haben gezeigt, dass einige Le-bewesen die Partikel fres-sen – mit zum Teil gravieren-den Auswirkungen auf das Verdauungssystem. Neue Er-kenntnisse des Alfred-Wege-ner-Instituts deuten zudem darauf hin, dass sich mit stei-gender Wassertemperatur in Nord- und Ostsee krankheits-erregende Bakterien verbrei-ten könnten, die sich als „blin-de Passagiere“ auf kleinen Plastikpartikeln ansiedeln.


90 % aller Seevögel verschlucken Plastikteile
Quelle: Alfred-Wegener-Institut Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung


Das Reizwort der Debatte um die Kleinstteilchen ist „Mikroplastik“. Und so schwammig es für den Laien klingt, so schwer lässt es sich auch nach tiefergehender Recherche definieren. In den Vergabegrundlagen des Umweltzeichens „Blauer Engel“ werden 100 Nanometer bis fünf Millimeter als Rahmenmaße genannt. Andere Quellen lassen eine Untergrenze offen: Im internationalen Meeresschutz etwa wird alles, was weniger als fünf Millimeter misst, als Mikroplastik definiert.

Foto: picture alliance/AP/Dan Clark/USFWS


Vor allem die Kosmetikindustrie versteckt sich jedoch gerne hinter einem eng gefassten Begriff, der nur „feste Kunststoffpartikel“ wie Polyethylen (PE) in Peelings als Mikroplastik definiert und ihre Umweltschädlichkeit nur in Produkten anerkennt, die direkt wieder abgewaschen werden und so ins Abwasser gelangen. Entsprechend wenige Inhaltsstoffe werden von der freiwilligen Selbstverpflichtung der Hersteller zur Vermeidung von Mikroplastik tatsächlich abgedeckt, die im Oktober 2013 mit dem Bundesumweltministerium vereinbart wurde. Nicht in die Definition eingeschlossen sind synthetische Polymere, die zum Beispiel als Bindemittel dienen und die die Industrie weiterhin munter einsetzt. Dabei macht die Naturkosmetik längst vor, dass es problemlos möglich ist, gute Produkte ohne erdölbasierte Inhaltsstoffe herzustellen.

Wenn L’Oreal also schreibt, man habe sich „dazu entschlossen, Mikroplastikkügelchen schrittweise nicht mehr zu verwenden“, oder Colgate-Palmolive konstatiert, „in Anbetracht von Konsumentenfragen verwenden wir seit Ende 2014 keine Mikroplastik mehr“, beziehen sich diese Hoffnung weckenden Aussagen nicht auf alle Kunststoffverbindungen in den Produkten. Sie beschreiben lediglich solche, die wie PE in Peelings für den Hautabrieb eingesetzt werden. Doch lösliche und nanogroße Kunststoffpartikel, die damit ausgeklammert sind, hat die Wissenschaft nicht etwa als unschädlich bewertet – es mangelt bislang schlicht an verlässlichen Untersuchungen. Die Hersteller definieren das Problem also einfach weg.

Eines der Hauptprobleme in der Debatte um Mikroplastik ist das Fehlen verlässlicher Daten. Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) will deshalb mit dem Onlinedatenportal Litterbase eine umfassende Grundlage für die Erforschung der Müllbelastung in den Ozeanen schaffen. Was die Litterbase beinhal-ten soll und wer sich beteiligen kann, lesen Sie unter www.awi.de/im-fokus/muell-im-meer/litterbase


Foto: imago/Manngold

Rossmann geht einen Schritt weiter und verspricht, sich auch mit flüssigem Mikroplas-tik auseinanderzusetzen und Alternativen für betroffene Produkte zu erarbeiten, „um auch hier unserer Philoso-phie, die Umwelt nicht weiter zu beeinträchtigen, nachzu-kommen“. Konkrete Substan-zen und einen Zeitplan nennt die Drogeriekette allerdings nicht. Konkurrent Dm gibt sich erst einmal problembe-wusst: „Aktuell werden von einigen Umweltorganisatio-nen allerdings auch syntheti-sche Polymere kritisiert.“ Um sich dann doch, wie die meis-ten Hersteller, vor einer um-fassenden Auseinanderset-zung zu drücken: „Es handelt sich hier um wasserlösliche Stoffe, die nicht die Bestän-digkeit der PE-Teilchen auf-weisen und daher nicht un-ter die […] Kategorisierung der Kunststoff-Mikropartikel fallen.“

Wenn die Industrie also nicht reagiert, muss die Po-litik tätig werden, sollte man meinen. Inzwischen haben einige Länder angekündigt, Mikroplastik in Kosmetik-produkten verbieten zu wol-len. Neben Kanada, den USA oder Südkorea haben sich mit Großbritannien und Frank-reich auch europäische Staa-ten zu diesem Schritt durch-gerungen. Die Frage nach einer eindeutigen Definition von Mikroplastik steht aller-dings auch hier im Raum. Auf gesamteuropäischer Ebene ist man von einem Verbot weit entfernt. In diesem Jahr solle eine „Plastic Strategy“ vorge-stellt werden, in der man sich eingehend mit diesen The-men befasse, teilte ein Spre-cher der EU-Kommission auf unsere Nachfrage mit. Über die Kosmetikverordnung sei ein Verbot derzeit nicht mög-lich, da hier nur Substanzen reguliert werden könnten, die ein Gesundheitsrisiko darstel-len. Dem Tenor der Kosmetikindustrie folgt die Kommis-sion bei ihrer Beschreibung von Mikroplastik dennoch nicht: „Mikroplastik findet man häufig in Reinigungs- und Kosmetikprodukten, in denen sie unter anderem als Peeling-substanzen eingesetzt wer-den, um tote Haut zu entfer-nen, wobei ihre Anwendung darüber hinaus gehen kann: Sie können auch viskositäts-regulierende, emulgierende, filmbildende, bindende oder auffüllende Funktionen ha-ben.“ Dies schließt demnach auch synthetische Polyme-re ein, die die Industrie bis-lang nicht als Mikroplastik bezeichnet.


Rund 11 Millionen PE-Partikel stecken in einer Tube des Eau Thermale Avène Körperpeelings
Quelle: Laboranalyse der Hochschule Rhein-Main im Auftrag von ÖKO-TEST


Die Bundestagsfraktion der Grünen forderte erst vor Kurzem mittels einer Kleinen Anfrage Aufklärung über das weitere Vorgehen der Bundesregierung in Sachen Mikroplastik. In ihrer Antwort betont diese, dass der Eintrag an Mikroplastik aus kosmetischen Mitteln mit 4,1 Prozent „mengenmäßig nur eine untergeordnete Rolle gegenüber anderen Eintragsquellen“ spiele. Das ist richtig – ein großer Teil der Partikel im Meer entsteht bei der Plastikproduktion selbst, weitere Quellen sind zum Beispiel Reifenabrieb und Lacke von Schiffsanstrichen. Dass der Anteil aus Kosmetik zwar vergleichsweise gering ist, wohl aber leicht vermeidbar wäre, kommt in der Regierungsantwort jedoch nicht zur Sprache. Auf die Frage, welche Vereinbarungen mit den Herstellern getroffen wurden und welche Definitionen des Begriffs Mikroplastik diesen zugrunde liegen, bestätigt die Bundesregierung, dass die Absprachen sich nur auf Mikrokunststoffpartikel in abwaschbarer Kosmetik beziehen. Partikel im Nanobereich, flüssige Kunststoffe und solche in Pulverform seien nicht erfasst.

Auf der Internetseite des Umweltbundesamts heißt es dagegen: „Unge-achtet dieser Unterschei-dung in der Definition, sollten kosmetische Mit-tel aus Umweltsicht keine schwer abbaubaren syn-thetischen Polymere wie zum Beispiel Styrene/Ac-rylates Copolymer enthal-ten. […] Aus Sicht des Um-weltbundesamtes sollten die Verbraucherinnen und Verbraucher daher bevor-zugt zu Produkten grei fen, die solche Stoffe nicht enthalten.“ Mit anderen Worten: Wenn der Industrie vom Gesetzgeber keine Grenzen gesetzt werden, können nur Verbraucher selbst mit ihrem Kaufverhalten Einfluss nehmen. Die Bundesregierung verweist auf die Frage der Grünen, wie Verbraucher Mikroplastik in Kosmetika erkennen könnten, recht lapidar auf die Kennzeichnungspflicht der Inhaltsstoffe auf der Verpackung: „Bei der Verwendung von Kunststoffpartikeln ist in der Liste der Bestandteile der Name des verwendeten Polymers anzugeben.“

Dass jeder Verbraucher die Kunststoffe anhand ih-res INCI-Namens erkennen kann, halten wir jedoch für wenig realistisch. Um Ihnen die Auswahl zumindest zu er-leichtern, wird sich eine neue Bewertung für synthetische Polymere ab sofort in den Kosmetiktests von ÖKO-TEST niederschlagen. Den Anfang machen 22 Körperpeelings, die wir im Labor unter ande-rem auf Kunststoffpartikel ha-ben untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Natürlich konsequent. In der zertifizierten Naturkosmetik sind erdölbasierte Substanzen wie Kunststof-fe per se verboten – hier schrubben zerkleinerte Nuss-schalen, Fruchtkerne oder Vulkangestein abgestorbene Hautschuppen vom Körper. Und auch sonst sind die acht zertifizierten Peelings sau-ber. Bei den konventionellen Produkten sieht es da schon anders aus. Eines schafft es immerhin auf ein „gutes“ Ge-samturteil – es ist das einzige, das ganz ohne synthetische Polymere auskommt.
•.Aufreibend: Ginge es nach der Definition der Hersteller, enthielten nur vier Produkte problematisches Plastik: Im Eau Thermale Avène Mildes Körperpeeling, dem Garnier Body Oil Beauty Nährendes Öl-Peeling, L’Occitane Aman-de Shower Scrub und dem Ve-nus Revitalizing Body Peeling sind Polyethylenpartikel als Peelingbestandteil enthalten. Die Laboranalyse hat gezeigt: Der Anteil an PE reicht von 3,8 Prozent im Venus-Produkt bis hin zu 10,3 Prozent im Eau Thermale Avène-Peeling aus der Apotheke. Viele der anderen Hersteller schließen PE inzwischen bereits kategorisch als Abrasivum aus ihren Rezepturen aus und verwenden stattdessen pflanzliche oder mineralische Peelingpartikel. Damit rühmen sie sich in ihren Selbstverpflichtungen zur Vermeidung von Mikroplastik.
Besonders scheinheilig fin-den wir es deshalb, dass bis auf die neue Version des Bio-therm Oil Therapy Peeling-Öl alle konventionellen Pee-lings andere synthetische Polymere enthalten. Dass deren Langzeitauswirkun-gen auf die Öko-Systeme die-ses Planeten noch wenig erforscht sind, heißt jedoch nicht, dass sie unbedenklich sind. Wir machen unsere Bewertung deshalb nicht an einer konstruierten Definition fest, sondern werten neben PE auch andere schwer abbaubare synthetische Polymere aus Gründen des vorbeugenden Umweltschutzes um zwei Noten ab.

Mehr als 3.000 Tonnen PE-Mikropartikel werden in Europa jährlich in Kosmetika eingesetzt
Quelle: Gutachten des Umweltbundesamtes, 2015

Verduftet. Allergieauslösen-des Lyral, im Tierversuch re-produktionstoxisches Lilial und künstlicher Moschusduft, der sich im menschlichen Fett-gewebe anlagert und für den es Hinweise auf leberschädi-gende Wirkung gibt: Die fünf „ungenügenden“ Produkte von Isana, Nivea, Palmolive, Rituals und Venus enthalten jeweils mindestens einen die-ser Schadstoffe. Da bleibt nur: Nase rümpfen und am Ver-kaufsregal vorbeigehen.

Allergiker aufgepasst! Das Rituals The Ritual of Sakura Softening Rice Scrub enthält den Konservierungsstoff Me-thylisothiazolinon. Der ist ab Mitte Februar in Kosmetika, die auf der Haut bleiben, ver-boten. In abwaschbaren Pro-dukten ist er weiterhin bis zu einer bestimmten Konzent-ration gesetzlich erlaubt, die hier auch eingehalten wird. Da er aber bereits in geringeren Mengen heftige allergische Reaktionen auslösen kann, werten wir ihn ab.

Was sind eigentlich synthetische Polymere?

Synthetische Polymere sind industriell hergestellte Kunststoffe, die sich durch eine chemische Reaktion aus kleinen Bausteinen zu langen Ketten oder verzweigten Molekülen verbinden. Je nach Ausgangsstoff und Molekülgröße können sie in Wasser löslich oder unlöslich sein. Es gibt sie in fester Form wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyvinylchlorid (PVC), sie können aber auch in flüssiger Form vorliegen wie einige Polyquaternium-Verbindungen. Die meisten synthetischen Polymere sind biologisch nur schwer abbaubar. Alternativen, wie sie in der Naturkosmetik eingesetzt werden, sind biologisch abbaubare Polymere wie Polymilchsäure.

In derInhaltsstoffliste von Kosmetika verbergen sich synthetische Polymere unter anderem hinter:

• Polyethylene
• Polypropylene
• Polyethylen Terephthalate
• Nylon
• Acrylates Copolymer
• Acrylates Crosspolymer
• Polymethyl Methacrylate
• Polyacrylate
• Polystyrene
• Polyquaternium

Interview

Foto: Markus Aatz

Je kleiner, desto gefährlicher

Professor Dr. Jutta Kerpen , Institut für Umwelt- und Verfahrens- technik der Hochschule Rhein-Main am Campus Rüsselsheim

ÖKO-TEST: Welchen Anteil bilden Plastik-partikel aus Körperpeelings im Abwasser?
Prof. Dr. Jutta Kerpen: Eine Beispielrech-nung anhand der Proben von ÖKO-TEST hat gezeigt, dass Partikel aus Körperpeelings ei-nen erheblichen Anteil an der Mikroplastikemission im Kläranlagenablauf haben. Eine Tube des Peelings mit der größten Menge Polyethylen enthielt hochgerechnet 11 Millionen Partikel – das mit der geringsten Men-ge immerhin 130.000 Partikel pro Packung.

Was passiert damit in der Kläranlage?
In der Abwasserreinigung gibt es zwei Stufen, in denen solche Partikel entfernt werden kön-nen. In der Vorklärung setzen sich Stoffe ab – da die Partikel aber eine geringere Dichte als Wasser haben, ist das unwahrscheinlich. In der biologischen Stufe können sie sich an den Belebtschlamm anlagern. Diesen brin-gen Landwirte in Deutschland zum Teil als Dünger aus. Gelangen die Partikel in den Bo-den, stehen wir vor dem gleichen Problem wie im Meer: Sie werden von Mikroorganis-men aufgenommen und reichern sich an. Mi-kroplastikpartikel, die in der Kläranlage nicht abgetrennt werden, gelangen in den Kläran-lagenablauf, in die Flüsse und ins Meer.

Wie schätzen Sie das Gefahrenpotenzial von Mikroplastik in der Umwelt ein?
Es ist immer ein Problem, wenn solche Par-tikel in die Umwelt gelangen, da sie biolo-gisch nur sehr langsam oder gar nicht ab-baubar sind. Je kleiner die Partikel, desto gefährlicher sind sie rein ökotoxikologisch betrachtet. Kleine, unregelmäßig geform-te Partikel werden von Mikroorganismen schlechter ausgeschieden. Im Nanometer-bereich kommt hinzu, dass Partikel sogar in die Zellen eindringen könnten.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Abgestorbene Hautzellen ganz einfach unter der Dusche wegschrub-ben, das soll mit Körperpeelings kein Problem sein. Wir haben 22 Pro-dukte ausgewählt, die wir in Drogerien, Parfümerien und im Internet gefunden haben. Acht davon sind zertifizierte Naturkosmetik. Die Preis-spannen sind beachtlich: Für 200 Milliliter bezahlten wir zwischen 95 Cent und 32,99 Euro.

Die Inhaltsstoffe

Experten des Instituts für Umwelt- und Verfahrenstechnik der Hoch-schule Rhein-Main in Rüsselsheim haben bestimmt, welche und wie viele Peelingpartikel die Hersteller einsetzen, wie groß diese sind und ob es sich um Mikroplastik handelt. Auch andere synthetische Polymere, die von den Herstellern nicht als Mikroplastik betrachtet werden, wurden erfasst. Enthalten die Peelings außerdem Substanzen, die schlecht für die Gesundheit der Anwender sind, zum Beispiel problematische Konservierungsstoffe oder Duftkomponenten? Auch auf diese und andere Parameter ließen wir die Produkte im Labor überprüfen.

Im Labor wurden die leichtenPoly-ethylenpartikel (weiß/weiß-rosa) abgetrennt, um sie anschließend be-stimmen und ver-messen zu können.


Fotos: Labor (2)

Die Weiteren Mängel

PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung oder unnötige Umkartons? All das belastet die Umwelt, weshalb wir die Produkte da-rauf ebenfalls unter die Lupe genommen haben.

Die Bewertung

Für gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe wie das im Tierversuch re-produktionstoxische Lilial oder andere problematische Duftstoffe wie Lyral und künstlichen Moschusduft gab es Minuspunkte. Ebenso für das allergisierende Methylisothiazolinon und PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Da Plastik ein immer größer werdendes Umweltproblem ist, werten wir schwer ab-baubare synthetische Polymere als Inhaltsstoff per se um zwei Noten ab. Naturkosmetikhersteller zeigen, dass Kosmetika ohne Plastik pro-blemlos herzustellen sind.