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TEST KOMPLETTANLAGE: Juke Box HERO


HIFI analog Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 29.09.2018

Der Plattenspieler nicht als Anhängsel der Anlage, sondern als ihr Zentrum – das ist die Idee hinter Pro-Jects Juke Box S2, die es jetzt als vergünstigtes Komplettpaket samt Kompaktboxen und Zubehör gibt. Geht das analoge All-in-One-Konzept auf?


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Bildquelle: HIFI analog Sonderheft, Ausgabe 3/2018

Obgleich man auch hochpreisige Modelle im Angebot hat, ist Pro-Ject vor allem für günstige Plattenspieler bekannt. Dort liegen die Ursprünge der Marke, die damit nicht nur einfach eine Lücke besetzt, in der sonst manch Halbgares seine Runden dreht, sondern vor allem den Anspruch ihres Gründers und Inhabers Heinz Lichtenegger erfüllt. Der Österreicher wollte stets ...

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... Vinylgenuss zum erschwinglichen Preis bieten sowie zugleich die Komplexität seiner Geräte niedrig halten.

Vor diesem Hintergrund ist die Juke Box S2 zu sehen: ein Plattenspieler mit integriertem Verstärker, der zugleich einem Hochpegelgerät wie CD-Spieler oder Streamer Zutritt gewährt und sogar Bluetooth-Connectivity bietet. Dass im Pro-Ject-typischen Brettspieler mehr steckt als ein Plattendreher, erkennt man bereits am vorne mittig angebrachten Druck-/Drehregler sowie am blassblau hinterleuchteten, schmalen Display auf dessen Oberseite.

Dort werden etwa die Eingänge und der gewählte Pegel dargestellt. Doch wer über die schmale Fernbedienung die Klangregelung – Bässe und Höhen lassen sich jeweils um bis zu 14 Dezibel anheben respektive absenken – oder die Loudness aktiviert, die vor allem bei geringer Lautstärke die unteren Frequenzen anhebt, erhält über die Anzeige ebenfalls Rückmeldung, dass die Juke Box S2 die Kommandos erkannt und umgesetzt hat.

Dass Pro-Ject hier einen Plattenspieler und eine Verstärkereinheit clever miteinander kombiniert hat, merkt man schon daran, dass es insgesamt drei Power-Schalter für die auch separat für sich betreibbaren Zweige gibt. Einer dient als Hauptschalter des Amps, der sich danach in Betrieb nehmen oder aber in den Standby-Modus schalten lässt. Letzterer sollte nur für kürzere Hörpausen gewählt werden, da die Juke Box S2 so immer noch rund vier Watt aus dem externen Netzteil „zieht.“

Von Vinyl bis Bluetooth

Der dritte Kippschalter links vorne unter dem Chassis versetzt schließlich den Plattenspieler in Rotation. Es handelt sich um einen manuellen Dreher mit hochwertigem Acrylteller, was nicht nur bedeutet, dass man den Tonarm von Hand aufsetzen und am Ende der Scheibe abheben, sondern für den Wechsel der Umdrehungszahl auch den Rundriemen auf die jeweils andere der beiden unterschiedlich großen Motorscheiben legen muss.

Wer den Plattenspieler zusätzlich mit einer weiteren Anlage verbinden möchte, kann dies über zwei Paar Cinch-Ausgänge tun. Via „Phono OUT“ stehen die unbehandelten Ströme des Ortofon-MMs zur Verfügung, falls man den Entzerrer/Vorverstärker eines externen Amps nutzen möchte. An „Fixed OUT“ liegt dagegen das fix und fertig aufbereitete Signal an, das man dann etwa in einen AUX-Eingang einspeist. Obendrein findet sich ein „Var OUT“, also ein im Pegel variabler Ausgang, in der flachen Anschlussleiste, weil die Lautstärkeregelung auf diesen wirkt. Sehr praktisch, denn wenn der integrierte Verstärker der Juke Box S2 für die Haus party nicht ausreichen sollte, lässt sich über ihn eine weitere Endstufe oder – was auch wir getan haben – ein Subwoofer wie Pro-Jects kleiner Sub 50 ansteuern.

Das reichhaltige Anschlussmenü bietet gleich drei unterschiedliche Cinch-Ausgänge, einen Satz Boxenklemmen und sogar einen Kontakt für die Bluetooth-Empfangsantenne (l.).


Zur hier getesteten Komplettanlage gehören zwei Kompaktlautsprecher des Typs Speaker Box 5 S2 (um 525 Euro/ Paar). Die knapp 26 Zentimeter hohen Zwei-Wege-Böxchen mit rückseitiger Bassreflexöffnung sind wie der Plattenspieler entweder mit einem wohnlichen Walnuss- oder Eukalyptusfurnier überzogen. Dies sind die beiden zum Komplettpreis von 1265 Euro angebotenen „SuperPack“-Varianten der Juke Box S2, die solo rund 840 Euro kostet. Inklusive des Zubehör-Pakets spart der Käufer in Bezug auf die Einzelpreise exakt 200 Euro.

Damit dieser aus Mangel an höherwertigen Alternativen nicht zu Klingeldraht greift, legt Pro-Ject etwa sechs Meter seines Boxenkabels „Connect it LS“ plus einen Satz Bananenstecker dazu, die selbstredend exakt in die Buchsen am „Steuergerät“ und Lautsprecher passen.

Im Handumdrehen startklar

Und da die Österreicher wissen, dass solch eine Kombination gerne gemeinsam auf einem Sideboard beziehungsweise auf einer Ebene im Regal platziert wird, umfasst das „SuperPack“ obendrein zwei Vierer-Sets ihrer aus einem thermoelastischen Kunststoff bestehenden „Damp it“-Absorber, die die Übertragung von Erschütterungen der Boxen auf ihre Unterlage effektiv unterdrücken. Diese könnten sonst die Klangqualität schmälern sowie die Juke Box S2 trotz deren eigener Entkopplungsfüße zum Mitschwingen anregen, was sich in Unsauberkeiten bis hin zu dröhnenden Rückkopplungen bemerkbar machen würde. Jeweils vier Stück unter jede Spea ker Box 5 S2 – und es herrscht Ruhe.

Gemäß Pro-Jects Anspruch ist der Aufbau des Systems denkbar einfach. Der Tonabnehmer ist bereits vormontiert.

Sogar die Auflagekraft war mittels des fixierbaren Gegengewichts eingestellt. Die Lautsprecher hat man ruckzuck angeschlossen, und selbst die Bluetooth-Verbindung zum Mobiltelefon klappte auf Anhieb, sodass die Juke Box S2 innerhalb kurzer Zeit startklar war. Hörlust statt Aufbaufrust lautet das Motto.

Obgleich sich alle relevanten Funktionen auch über den Knopf in der flachen Vorderseite aufrufen lassen, wird man in der Praxis wohl lieber zur Fernbedienung greifen, deren Befehle auch aus größerer Entfernung zuverlässig erkannt werden. Sollte ihre Batterie tatsächlich mal leer sein, kann man ja immer noch nach Herzenslust drehen und drücken.

Angesichts ihrer aufgrund der kompakten Abmessungen eingeschränkten Möglichkeiten im Bassbereich macht die Speaker Box 5 S2 einen richtig guten Job, spielt putzmunter und durchaus auch profund. In der Regel dürfte sie wandnah oder sogar in eine Bücherzeile eingebaut platziert werden, was die unteren Lagen naturgemäß unterstützt.

Jedenfalls brachte sie selbst das in ein farbiges Wohlfühlklangbild gebettete „Warmth Of The Sun“ des California Project keinesfalls zu dünn ‘rüber und transportierte so einiges von dessen emotionalem Impetus. Da die 25-Millimeter-Gewebekalotte des Hochtöners zwar klar tönt, die oberen Lagen aber nie überzieht, stimmte die Balance, stellte sich in diesem sowie bei anderen Stücken, die wir von der STEREO „Best of“-Hörtest-LP hörten, eine ausgewogene Darstellung ein. Und wer meint, am Sound noch etwas „drehen“ zu müssen, dem bietet die Klangregelung dazu reichlich Gelegenheit.

Natürlich passt die Juke Box S2 zu vielen Lautsprechern. Wir verkoppelten sie etwa mit günstigen Standboxen, für die ihre 30 Watt pro Kanal locker ausreichten. Allerdings fallen die Pegelabstufungen im oberen Bereich recht grob aus. Ob vom eigenen Plattenspieler oder aus einer externen Quelle bedient, musizierte Pro-Jects Analoganlage stets frisch, druckvoll und mit Pep und bot so reichlich Spaßfaktor, den man ja mit dem Begriff der „Juke Box“ assoziiert. Die Beach Boys würden singen: Hier gibt’s „Fun Fun Fun“!

Musikalisch ein kleiner Held

Doch eine solche Zusammenstellung steht der Grundidee des Kompaktsystems entgegen, für das die Speaker Box 5 S2 das Mittel der Wahl bleibt. Wer seiner Musikleidenschaft wenig Platz opfern kann oder will, liegt mit dem sie einschließenden „SuperPack“ goldrichtig, da dieses zumal bei kleineren Besetzungen und Singer/Songwritern mit aparter Homogenität und kribbelnder Direktheit besticht.

Einen Tipp müssen wir aber loswerden: Für nichtmal 320 Euro gibt’s Pro-Jects Mini-Subwoofer Sub 50 (siehe Kasten), der sich als prima Ergänzung entpuppte. Gab das Set solo Ravels großorchstrales „Alborada del gracioso“ sauber und gelöst wieder, brachte der simpel auf- wie einzustellende Woofer mehr Farbe, Ausdruck und Weiträumigkeit ins Spiel. Mit ihm wird die kompakte Juke Box musikalisch zum kleinen Hero.

Das Display informiert über die gewählte Programmquelle – und dazu über die Lautstärke oder aber die Klangeinstellungen.


Jeweils zwei Sätze des Lautsprecherkabels „Connect it“ sowie der Dämpfungsfüße „Damp it“ gehören zum „SuperPack“


STÄNDER UND SUB MACHEN DIE JUKE BOX „GROSS“

Den Entwicklern von Pro-Ject ist klar, dass viele Käufer ihre Juke Box-Anlage etwa auf einem Sideboard aufbauen werden. Die bessere Lösung ist jedoch die freie Aufstellung der Lautsprecher, die sich so optimaler entfalten können und deshalb insbesondere räumlicher klingen. Die passenden Ständer bietet Pro-Ject mit dem Speakerstand 70 an. Das auf den mitgelieferten Spikes samt Bodenschonern knapp 75 Zentimeter hohe Stativ bietet eine Durchleitungsmöglichkeit fürs Kabel und ist solide gemacht. Für Standfestigkeit sorgt eine dicke Bodenplatte aus Metall. Erstaunt hat uns der günstige Preis von 135 Euro fürs Paar.

Mit 319 Euro ist der in Lackschwarz, -weiß und -rot angebotene neue Aktiv-Subwoofer Sub 50 ebenfalls erschwinglich. Mit einer Höhe von gerade mal 28 Zentimetern passt er zu den Kompaktboxen. Von außen ist kein Chassis sichtbar. Dieses arbeitet nach unten. Der Sub 50 lässt sich entweder über ein parallel geführtes LS-Signal oder aber per Cinch-Buchsen über den „Var OUT“ der Juke Box S2 ansteuern und ist hinsichtlich seines Pegels, der oberen Grenzfrequenz und der Absolutphase einstellbar. Optisch unscheinbar haben wir das kleine Druckmittel klanglich als echte Bereicherung empfunden. Eine prima Möglichkeit, die Anlage deutlich „größer“ erscheinen zu lassen.