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TEST KOMPLETTANLAGE: L is for Lover


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 02.09.2019

Sie ist eine hifi dele Liebeserklärung en miniature: Luxmans neue Player/Amp-Kombi der 150er-Serie. Mit dem Plattenspieler PD-151 ein hinreißendes Set.


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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 10/2019

Lis for Lover“. Erinnern Sie sich an den Titel von Al Jarreaus ’86er-Erfolgsalbum? Schöner und treffender könnte man auch das Verhältnis von Luxman zu seinem Metier kaum beschreiben, steht das stilisierte Logo-„L“ der japanischen Edelschmiede doch seit jeher für hifi dele Liebe und Leidenschaft des ältesten HiFi-Herstellers der Welt. Dies gilt umso mehr, wenn es um Röhren-Amps geht, die sich an berühmte Vorbilder der an Highlights reichen Luxman-Historie ...

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... anlehnen. STEREO hatte in letzter Zeit einige von ihnen getestet und sich dabei jedes Mal verliebt. Ob beim Vollverstärker LX-380 oder der Vor-/Endstufenkombi CL-38uC/MQ-88uC (Tests in Ausgabe 5/17 und 5/19) – immer waren es hochmusikalische, überaus fein gemachte Preziosen, die viele Sinne zugleich ansprachen und schon heute zu den zeitlosen Klassikern gezählt werden müssen.

Aktuell überraschen die Japaner mit ihrem wohl jedes HiFi-Herz unmittelbar entzückenden Retro-Doppel „Neo Classico“. Das sind zwei silberfarbene Gerätchen im kompakten Midi-Format von gerade mal 30 Zentimetern Breite; und zwar der Röhren-Vollverstärker SQ-N150 sowie der kombinierte CD-Spieler/DAC D-N150.

Was aufgrund der bescheidenen Abmessungen inklusive der beinahe niedlichen, miniaturisierten Bedienelemente zunächst wie Spielzeug in der Art einer bis ins Detail ausfinessierten Modelleisenbahn erscheinen mag, sind ambitionierte, praktisch ohne Abstriche gegenüber ihren großen Brüdern konzipierte und gefertigte Komponenten, was auch die Preise von 3490 respektive 2990 Euro unterstreichen.

Aufgrund unserer Erfahrungen mit Luxmans „Heritage Serie“ konnten wir dem geradezu putzigen Pärchen nicht widerstehen und luden es zum näheren Kennenlernen ein. Und dazu auch gleich noch den neuen, im Normalformat gehaltenen Plattenspieler PD-151 für satte 4500 Euro ohne Tonabnehmer, der in die Fußstapfen von Luxmans edlem PD-171A treten soll, der bereits in STEREO 7/12 einen großen Auftritt hatte. Nur zu, das Zeug dazu besitzt er

Doch zuvor gehört den knuddeligen, in dicke Aluminiumgehäuse geschlagenen Neo Classicos die Bühne. Aber wie ernst ist es den Japanern eigentlich selbst mit ihren Kleinkünstlern? Deren natürlicher Spielraum soll nicht allein das Wohn-, sondern auch das Schlafzimmer sein, und ihr Auftritt sei bewusst auf „stylish and nostalgic“ hin getrimmt. Ist das Mini-Duo am Ende etwa nur als Lifestyle-Gimmick gemeint.

Ein Extrakt der großen Brüder

Ein näherer Blick offenbart ein vollkommen anderes Bild und kündet eher von der Absicht, die Vorzüge von Luxmans ausgewachsenen Retro-Geräten zu extrahieren sowie in kompakter Form darzubieten. Für alle, die vielleicht schon solch eine besitzen und nun – weil sie zum Beispiel nicht genug davon bekommen – noch ein kleineres Set für einen Nebenraum oder ihr Wochenendhäuschen suchen, das natürlich nicht an die großen Vorbilder heranreicht, doch das das, was man an diesen schätzt, in komprimierter Weise ebenfalls vermittelt.

Dies ging mir durch den Kopf, als ich den Vollverstärker anschloss, wobei die LS-Kabel-Kontakte beinahe zu üppig für die Mini-Klemmen des SQ-N150 erschienen. Neben seinen drei Hochpegeleingängen steht ein Phono-Input für einen Plattenspieler mit MM- oder MC-Tonabnehmer zur Verfügung. Angewählt werden sie über einen griffigen Schalter auf der Oberseite des Amps. Dort gibt es sogar überbrückbare Regler für die Bass-, Höhen- und Balanceeinstellung. Der Lautstärkeknopf sitzt ebenso auf der Vorderseite wie die Kopfhörerbuchse. Sobald dort ein Stecker eingeführt wird, schaltet der Luxman die Lautsprecher ab. Es soll Leute geben, die einen SQ-N150 bevorzugt als prallen Headphone-Amp betreiben.

Digital aus dem Luxman-Player raus geht‘s nur optisch. Dafür bietet er drei Eingänge für Bit-Ströme im gängigen PCM-Format in optischer und koaxialer Technik sowie als USB-Schnittstelle.


ZAHLEN-AKROBAT

Bei Verwendung eines seiner digitalen Eingänge gibt das Display des Players D-N150 die zugespielte Abtastrate an. Die Stufen reichen von den mageren 32 Kilohertz des ehemaligen DSR-Systems über die CD-Frequenz von 44,1 kHz sowie den Studiound DAT-Standard 48 kHz bis hin zu deren Vielfachen, wobei 192 kHz bei 32 Bit Wortlänge das nur über die USB-Schnittstelle erreichbare Maximum darstellen.

FINGER WEG!
Luxmans Röhren-Amp wird mit einem Abdeckgitter geliefert, das etwa Kinderhände vor den heißen Glühkolben schützt und das sich auf Wunsch einfach abziehen lässt.

Für diesen Fall wirkt die Phalanx aus den vier EL84-Leistungsröhren samt der beiden vorgeschalteten ECC83 – allesamt Qualitätskolben vom slowakischen Anbieter JJ – tatsächlich überdimensioniert. Hinsichtlich normaler Lautsprecher erfordern sie jedoch eine sorgfältige Auswahl. An Wattschluckern und/oder Impedanzhasardeuren macht das Bonsai-Verstärkerchen keine rechte Freude, sondern geht ein wie eine Primel. Über Sonus Fabers effiziente (92 dB Wirkungsgrad!) wie gutmütige Sonetto III verschaffte sich der Elf-Watt-Zwerg indes prima Gehör.

Dass die Nadeln der beiden Meter, deren gelbliche Beleuchtung abschaltbar ist, schon bei mittleren Pegeln weit nach rechts schwingen, sollte einen nicht verunsichern. Der Luxman bleibt dennoch deutlich von seinen Grenzen entfernt. Der Effekt entsteht aufgrund der starken Spreizung in der Darstellung der Leistungsbandbreite.

Wer den SQ-N150 unter praxisgerechten Bedingungen hört, vergisst spätestens dann etwaige Assoziationen zu einem lifestyligen HiFi-Spielzeug. Denn der Röhren-Amp, den inklusive der drei im Haus gefertigten Trafos für die Netzversorgung beziehungsweise der beiden Übertrager, Entwickler konzipierten, die zum Teil 40 Jahre und länger zur Luxman-Belegschaft gehören, zauberte zum Beispiel mit Maria Pihls „Malvina“ ein ausladendes, tief gestaffeltes und dabei sauber sortiertes räumliches Spektrum zwischen und auch um die Boxen. Selbst im opulenten, zugleich fülligen wie konturierten Bass des Titels zeigte der Röhren-Amp kaum Zurückhaltung, sodass die Pihl entspannt über einem tonal tragfähigen Fundament sang.

Alles gut und schön, aber die Schokoladenseite des SQ-N150 ist sein schillernder, flirrender Obertonbereich, der dennoch kein bisschen nervös erscheint. Zarte, kaum wahrnehmbare Artikulationsgeräusche macht er ebenso hörbar wie minimale Changierungen im Farbenspiel, was echt anmacht und den Eindruck viriler Lebendigkeit wie fesselnder Unmittelbarkeit erweckt – und die Wiedergabe leicht, unbeschwert und durchscheinend macht. Wer eherne Prägnanz von der Dichte eines Ölgemäldes will, muss woanders suchen. Luxmans kleine Röhre malt in Aquarell, zieht dabei zwar manche Kante mit dünnem schwarzen Strich nach, doch bleibt im Habitus stets unbekümmert, luzide und schwerelos.

Player ist ein „echter“ Luxman

Einen derartig ausgeprägten Charakter entwickelt der CD-Spieler nicht, sondern fügt sich weitgehend in den tendenziell neutralen bis samtig-sonoren Stil anderer Luxman-Player ein. Das verwundert kaum, wenn man weiß, dass der D-N150 das gleiche Disc-Laufwerk wie der D-380 (Test in STEREO 5/17) hat und sich mit dem großen Vorbild auch den D/A-Wandlerchip PCM5102A von Texas Instruments teilt. So bestechen die Klangbilder des Luxman-Players einerseits durch Klarheit und Definition, was die feindynamischen Qualitäten des Amps fördert, ohne dass die Performance ins Vordergründige oder Analytische kippt. Andererseits ist der D-N150 eine erstklassige Komponente, die sich in jede hochwertige Anlage einfügt.

Und dies nicht zuletzt aufgrund seiner Flexibilität. Aufgrund seiner Digital-Inputs, wobei die USB-Schnittstelle sogar anstelle der üblichen asynchronen Datenübertragung auf den innovativen „Bulk Pet Transfer“ setzt, was die Rechenlast des DACs reduzieren soll, ist der D-N150 vielfältig einsetzbar. Wir haben ihn zusätzlich zu CDs mit Files in unterschiedlichsten Formaten gefüttert, wobei hier in PCM fast alles, bezüglich DSD allerdings gar nichts geht. Dabei demonstrierte er ohrenfällig seine Fähigkeit, den Detailreichtum und die Brillanz entsprechender Hochbit-Files penibel aufzudröseln und zu übertragen. Gut, dass der nuanciert auftretende Röhren-Amp da locker mitzieht.

Im kompakten Innenleben des Verstärkers ergänzen klangfördernde Direktverdrahtungen die Leiterbahnen auf den Platinen.


Dieser präsentierte in Form seiner Phono-Stufe, die der von Luxmans Top-Amp L-509X ähnelt, eine weitere starke Seite. Wie gemacht für den neuen PD-151, der den konsequenten „Minimalismus“ der Neo Classicos verlässt. Deshalb ist der ausgewachsene Plattenspieler, dessen S-Tonarm vom Nippon-Spezi Jelco stammt, ohne jede Einschränkung zu betrachten.

Und er hält dabei selbst dem kritischsten Blick stand. Ein auffälliges Merkmal sind die drei kleinen Öffnungen in der Vorderseite, die Zugang zu den Potis zur Feinregulierung der drei Geschwindigkeiten geben. Richtig gelesen: Neben 33,33 und 45 bietet der PD-151 auch 78 Umdrehungen. Dank des Schnellwechselsystems für die Headshell kann man etwa einen Systemträger mit ‘nem Abtaster für Schellacks bereithalten und ruckzuck am Tonarm anflanschen.

Wir wählten das knapp 1150 Euro teure Moving Coil Hana ML, das klanglich wie mechanisch perfekt zum Luxman-Dreher passt. Dieser bewies etwa bei James Taylors fulminantem „Her Town Too“, in dem fi ligrane Klanggespinste über einem kräftigen, pulsierenden Bass schweben, seine Klasse, indem er ausnehmend stabil, übersichtlich, ja, fast stoisch aufspielte, ohne deshalb auf drallen „Kick“ und federnde Elastizität zu verzichten. Darin zeigte sich wohl die aufwendig beruhigte Innenkonstruktion des Chassis plus solider Alu-Deckplatte.

Der neue Gleichstrommotor des PD-151 (r.) soll höchsten Ansprüchen genügen. Angesteuert wird er von einer üppig bestückten, hochpräzisen Kontroll- und Versorgungsplatine (u.).


LAGERDENKEN
Wie bekommt man das Tellerlager extrem reibarm und ruhig? Beim PD-151 mithilfe einer harten Stahlachse, die auf einer sehr glatten, verchromten Stahlkugel läuft, die auf widerstandsfähigem Kunststoff läuft. Im Vordergrund haben wir das Lager geöffnet sowie auf den Kopf gestellt.


TEST-GERÄTE

Media-Player: T+A MP3100HV
Plattenspieler: Clearaudio Ovation, Perpetuum Ebner PE4040 MK2
Tonabnehmer: Audio-Technica AT-ART9, Hana ML, Ortofon Cadenza Red
Phono-Vorstufen: Brinkmann Edison, Clearaudio Balance
Vollverstärker: Exposure 3010, Sugden ANV-50
Lautsprecher: DALI Epicon 6, KEF R11, Sonus Faber Sonetto III
Kabel: Cardas Clear, HMS Gran Finale Jubilee (NF), In-Akustik LS-1603 (LS)

Ein Trio mit Herzblut

Mit großem Stolz verweisen die Luxman-Techniker, denen ja schon der große PD-171A famos gelang, auf den in dreijähriger Entwicklungsarbeit entstandenen DC-Motor ihres Neuzugangs, der über sein hochpräzises Aluminium-Pulley sowie einen außen laufenden Flachriemen den wie das gesamte Gerät tiptop gefertigten Vier-Kilo-Teller in Schwung hält. Dafür folgt er den von der Steuerplatine hochpräzise erzeugten Signalen, was wesentlich für das unbeirrte Timing verantwortlich sein dürfte.

Ungetrübten Hörspaß bedeutete dies alles, als Anne Bissons traumhaft schönes Album „Four Seasons In Jazz“ lief – als 45er-Direktschnitt sowie kongenial abgeleitete CD. Das gemischte Luxman-Trio spielte offen, frei und mitreißend. Man merkte einmal mehr, wie viel Herzblut die Japaner in ihre Komponenten gesteckt haben, ob klein oder „erwachsen“. Und womit symbolisiert Luxman diese hifi dele Liebe und Leidenschaft am eindrücklichsten? Genau, mit demL .

Links der kleine, dank Ausleger griffi ge Schalter für die Eingangswahl, rechts die überbrückbaren Mini-Regler zur Ton- und Balanceeinstellung.


EINE FÜR ALLE

Die Fernbedienung der Neo Classicos steuert die Basisfunktionen beider Geräte.

KONTAKT

IAD GmbH Tel.: +49 2161 617830 www.iad-audio.de