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TEST Kosmetik aus dem Supermarkt: Na super!


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2014 vom 27.06.2014

Kosmetik aus dem Supermarkt? Praktisch ist es allemal, wenn man Shampoo, Zahnpasta und Duschgel gleich zur Milch dazulegen kann. Und bis auf zwei Bio-Zahnpasten haben die untersuchten Kosmetika in unserem Test auch überzeugend abgeschnitten.


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Foto: imago/Jochen Tack

Nach dem Ende von Schlecker hofften die Supermärkte auf neue Kunden und mehr verkaufte Drogerieartikel. Zwei Jahre nach der Pleite zeigt sich allerdings: Die meisten früheren Schleckerkunden kaufen nicht im Supermarkt ein, sondern in den Drogeriemärkten. Damit sich das ändert, hat Rewe laut Medienberichten nun die Preise vieler Drogerie- und ...

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... Eigenmarken gesenkt – in Richtung der Preise von Dm und Rossmann. Auch die anderen großen Supermärkte wollen den Drogerien nicht einfach das Feld überlassen. Real hat seit 2012 beispielsweise sein Sortiment erweitert: neue Marken, mehr Naturkosmetik. Und Edeka bringt weitere Artikel als Eigenmarke ins Spiel, laut Unternehmen haben die Märkte inzwischen bis zu 500 Drogerie artikel „in Eigenregie“ im Angebot. Dazu zählen nicht nur Kosmetik, sondern auch Waschmittel und Hygienetücher, alles produziert von Lohnherstellern.


Ein Hersteller produziert Zahnpasta für mehrere Supermärkte


ÖKO-TEST rät

• Fluoridhaltige Zahncremes sind erste Wahl. Fluorid ist wichtig, um zu verhindern, dass sich Karies überhaupt erst auf den Zähnen bildet.

• Wenn Sie der Umwelt etwas Gutes tun wollen, kaufen Sie Watte stäbchen mit Bio-Baumwolle und einem Papierschaft.

Oftmals stellt ein Unternehmen Zahnpasta oder Seife für gleich drei, vier Supermärkte und Discounter her. Auf der anderen Seite haben die Läden aber auch durchaus mehrere Hersteller für ein Produkt. Bei den Namen konzentrieren sich die Märkte auf wenige Eigenmarkennamen, so erkennt der Kunde sie leichter und verbindet sie mit dem jeweiligen Supermarkt. Bei Rewe und der Tochter Penny finden Kunden sogar dieselbe Eigenmarke namens Today im Regal: gleiche Inhaltsstoffe, gleicher Hersteller, egal ob im Supermarkt oder im Discounter gekauft.

Die Bio-Supermärkte Alnatura und Denn’s ergänzen ihr Lebensmittelsortiment ebenfalls durch Drogerieartikel. Neben den bekannten Natur kosmetiknamen haben sie statt Eigenmarken eine „Hausmarke“, die zur Unternehmensfamilie gehört. Das Sortiment ist überschaubarer als bei den konventionellen Supermärkten: Alnatura zum Beispiel hat 43 Produkte von Alviana in den Regalen stehen – der Marke des Schwesterunternehmens. Was der Kunde bei Alnatura findet, hängt auch von der Sortimentsrichtlinie des Bundesverbands Naturkost Naturwaren Einzelhandel (BNN) ab. Diese schreibt den Mitgliedern vor, dass sie in ihren Läden – bis auf Ausnahmen – nur zertifizierte Naturkosmetik verkaufen. Labels wie Natrue und BDIH zeigen, dass man echte Naturkosmetik in den Händen hält.

Wir wollten wissen: Welcher Supermarkt bietet die besten Kosmetikartikel? Dafür haben wir 31 Produkte eingekauft und sie in Laboren testen lassen.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben unsere Einkäufer zu den Supermärkten von Edeka, Kaufland, Rewe und Real sowie zu den Bio-Ketten Alnatura und Denn’s Biomarkt geschickt. Wenn es das Sortiment hergab, haben sie jeweils sechs Kosmetikeigenmarken eingekauft. Bei Alnatura und Denn’s wählten wir die Marken aus der Unternehmensfamilie.

Die Inhaltsstoffe
In den alltäglichen Drogerieartikeln zur Pflege der Haut und Haare ist Wasser der größte Bestandteil. Wir wollten wissen: Was steckt sonst noch drin? Kritische Konservierer oder Duft stoffe, die Allergien auslösen können? Watte stäbchen bestehen aus einem Schaft – und wie es der Name schon sagt – aus Watte. Ob optische Aufheller diese besonders weiß leuchten lassen, haben wir ebenfalls im Labor überprüfen lassen.

Unnötige Umweltbelastung: Plastik, das gleich wieder auf dem Müll landet.


Foto: MARGRIT HIRSCH/©Thinkstock

Die Bewertung
Ein Produkt ist „sehr gut“, wenn es keine Schadstoffe enthält – ansonsten heißt es Punktabzug. Bei den Zahnpasten ist zudem wichtig, dass sie ausreichend Fluorid mitbringen, da es vor Karies schützt. Fehlt es in der Creme, werten wir ab. Genauso, wenn der Schaft von Wattestäbchen aus Kunststoff besteht statt umweltfreundlich aus Papier.

Das Testergebnis

Sauber. Die Drogerieartikel aus den Supermärkten können sich sehen lassen. Fast alle schneiden mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Das Bild trüben etwas die eingesetzten PEG/PEG-Derivate, die in zwölf Produkten stecken. Sie bringen die Seifen, Shampoos und Rasiermittel zum Schäumen, können aber leider unsere Haut durchlässiger machen für andere, körperfremde Substanzen.
Plastik statt Papier. Das sorgt bei den Wattestäbchen aus den Supermärkten für Punktabzug. Der Schaft der Wattestäbchen macht den Großteil am Produkt aus, nach einmaligem Einsatz landet es im Müll – eine wirklich unnötige Umweltbelastung. Schließlich gibt es auf dem Markt auch Produkte mit Papierschaft. Da können die Supermärkte noch etwas lernen.
Gleichauf. Kein Supermarkt sticht besonders hervor oder fällt ab. Auch preislich sieht unsere Rechnung für die Produkte in den konventionellen Supermärkten ähnlich aus. Wir zahlten für die untersuchten sechs Kosmetika rund vier Euro. Die Rechnung für die Naturkosmetik – das überrascht nicht – fiel höher aus.
Aus der Reihe gefallen. Die zwei Zahncremes aus den Bio-Supermärkten fallen im Test durch. Der Grund: Sie enthalten kein Fluorid. Der Inhaltsstoff schützt jedoch die Zähne, da er Karies vorbeugt.

So reagierten die Hersteller

Dennree , das Unternehmen, das hinter Denn’s Biomarkt steht, schreibt uns, dass man für die Karies prophylaxe primär eine gründliche Zahnreinigung für wichtig ansieht. Und der Verbraucher werde durch den Hinweis auf der Verpackung „ohne Fluoride“ auf den Verzicht hingewiesen. Der Hintergrund sei, dass die Kunden nach Angaben von Dennree Fluorid aufgrund potenzieller gesundheitlicher Risiken kontrovers diskutierten. Tatsächlich kann eine langfristig erhöhte Fluorideinnahme gesundheitsschädlich sein. Eine Zahncreme darf deshalb auch nicht mehr als 1.500 Milligramm pro Kilogramm enthalten. Wesentlich weniger oder gar nichts ist aber nicht sinnvoll: ÖKO-TEST schließt sich der Ansicht der Experten an, dass Zahnpasta für den wichtigen Karies schutz mindestens 1.000 Milligramm pro Kilogramm Fluorid enthalten sollte.

Mehr zum Thema

Über die Eigenmarken der Drogerieketten und wie sich diese im Vergleich zu den Markenprodukten schlagen, können Sie sich im ÖKO-TEST-Magazin 4/2014 informieren. Das Heft kann unter www.oekotest.de bestellt werden.

Foto: Jupiterimages/Pixland/©Thinkstock

Aluminium in Zahnpasta

Die Diskussion über Aluminium flammte in den vergangenen Monaten wieder auf. Hauptquelle für die Aufnahme von Aluminium in der Bevölkerung sind Lebensmittel und Trinkwasser. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist der Meinung, dass die Aluminiumbelastung verringert werden sollte. Im Mittelpunkt der Kritik bei kosmetischen Mitteln stehen Anti transpirante mit Aluminiumsalzen. In unserem Test stecken in zwei Zahncremes Aluminiumverbindungen. Da schon durch die Nahrung manche Menschen – davon geht das BfR aus – so viel Aluminium aufnehmen, könnte die wöchentlich tolerierbare Menge durch die zusätzliche Verwendung von aluminiumhaltiger Kosmetik überschritten werden. Das norwegische Komitee für Lebensmittelsicherheit ist auch der Ansicht, dass bei Kosmetik Verbraucher vor allem durch Deos zu viel Aluminium ausgesetzt sein können. Das Komitee hat die mög liche schlimmste Belastung ausgerechnet. Demnach kann diese schon durch aluminiumhaltige Anti transpirante und Lippenstifte/ Lipgloss hoch ausfallen. Weißende Zahncremes mit Aluminium machen in der Rechnung dann nur einen kleinen Faktor aus. Wer wissen möchte, in welchen Produkten Aluminium steckt, erkennt es auf der Inhaltsstoffliste, beispielsweise unter der Bezeichnung Aluminum Chloride oder Aluminium Chlorohydrate