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TEST Kosmetiktücher: Hauchzart


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 26.08.2021

RATGEBER

1 Tücher aus Recyclingpapier sind die bessere Wahl. Sie schonen die Ressourcen.

2 Die Label Blauer Engel und FSC Recycled stehen für Produkte, die ausschließlich Recyclingmaterial enthalten. Die Zertifikate FSC 100% und FSC Mix hingegen sagen nur etwas über die Herkunft des Holzes aus.

3 Statt Einweg Mehrweg: Als papierfreie Alternativen eignen sich zum Abschminken waschbare Tücher aus Stoff.

Artikelbild für den Artikel "TEST Kosmetiktücher: Hauchzart" aus der Ausgabe 9/2021 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Eine Schachtel Tücher ist für vieles gut. Kosmetiktücher eignen sich zum Abschminken, Tränentrocknen, Naseputzen und zum Schnuteabwischen. Doch welche dürfen es sein? Sind Recyclingtücher genauso gut wie Produkte aus frischen Fasern? Wie schnell zerreißen die dünnen Tücher? Wie saugfähig sind sie? Und: Sind sie mit Schadstoffen belastet? Das wollte ÖKO-TEST wissen und hat 21 Produkte in die Labore geschickt. Wir haben sie auf ihre Inhaltsstoffe und Praxistauglichkeit prüfen lassen. Insgesamt sind wir ...

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... zufrieden: Ein Drittel der Produkte können wir mit „sehr gut“ und „gut“ empfehlen. Der Rest ist „befriedigend“.

Nur wenige Recyclingprodukte

Nur sechs von 21 Produkten sind aus Recyclingfasern – aus Umweltsicht ist das bedauerlich. Im Hinblick auf Ressourcenverbrauch, Abwasserbelastung, Wasserund Energieverbrauch schneidet Recyclingpapier wesentlich günstiger ab als Produkte aus Primärfasern, also frisch gewonnenen Fasern. Das Umweltbundesamt nennt dazu folgende Vergleichszahlen: Energieeinsparung etwa 50 Prozent, Wassereinsparung rund 67 Prozent, Holzeinsparung von bis zu 2,4 Kilogramm pro Kilogramm Papier.

Kosmetiktücher landen nach Gebrauch als Schminkhilfe, Taschentuch oder Serviette im Restmüll. Damit verschwindet ihr Papier aus dem Recyclingkreislauf. Schon alleine deshalb ist in die Verwendung von Primärfasern in solchen Wegwerfprodukten eine Umweltsünde.

ÖKO-TEST bewertet hier streng: Ist die Herkunft eines Produkts nicht zu 100 Prozent aus Altpapier, werten wir das unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe um zwei Noten ab.

Auch Recyclingpapier ist reißfest

Die Tücher sind zwar weich und dünn, jedoch erstaunlich reißfest und saugfä-hig, wie unser Praxistest zeigt. Unter dem Prüfpunkt Saugfähigkeit erzielten alle Produkte „gute“ bis „sehr gute“ Ergebnisse. Auch in der Reißfestigkeit und Stabilität im Gebrauch gab es überwiegend Bestnoten – von einigen wenigen „befriedigenden“ Ergebnissen abgesehen.

„Recyclingprodukte sind so stabil und unbelastet mit Schadstoffen wie Tücher aus frischen Fasern.“

Lisa-Marie Karl ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN

Sauberes Recycling

Bedenken zur Sicherheit sind unbegründet Recycling-Hygienepapier ist nicht stärker mit Schadstoffen belastet, nur weil dafür Fasern aus bereits gebrauchtem Papier verwendet werden. Die Anforderungen für die Wiederaufbereitung sind hoch.

Strenge Empfehlung für Papiere Das Umweltbundesamt schreibt dazu: „Die Papiere und die eingesetzten chemischen Zusätze entsprechen der Empfehlung Papiere, Kartons und Pappen für den Lebensmittelkontakt des Bundesinstituts für Risikobewertung. Farbmittel, die Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Cadmium oder Chrom-VI enthalten, sind ebenso verboten wie Stoffe, die als krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind.“

Auf Blauen Engel achten Laut UBA gelten für Hygienepapier mit dem Blauen Engel schärfere Maßstäbe als für Hygienepapiere aus Primärfasern.

Im Labor mussten die Tester übrigens keine Tücher mit den Händen zerreißen. Die Prüfungen liefen maschinell nach standardisierten Verfahren, wozu die Labormitarbeiter die Proben in spezielle Vorrichtungen einspannten. Bei der Prüfung der Festigkeit durchstößt eine Kugel von 16 Millimeter Durchmesser die Tücher. Um die Saugfähigkeit zu ermitteln, senkten sie die Tücher im Drahtkorb in einen Wasserbehälter und maßen mit einer Stoppuhr die Zeit bis zum vollständigen Durchfeuchten und wogen ab, wie viel Flüssigkeit sie fassen können.

Recyclingpapier steht im Ruf, es zerreiße schneller als neues Papier. Unser Praxistest zeigt: Recyclingpapier ist stabil. In puncto Reiß- und Durchstoßfestigkeit schnitten die Recyclingprodukte genauso gut ab wie Frischfasertücher. Auch die vier zweilagigen Produkte im Test schlugen sich so gut wie die dreilagigen. Je weniger Lagen das Papier hat, desto mehr Ressourcen schont es.

Holz aus der ganzen Welt

Brasilien, Uruguay, Kanada, Russland, Schweden, Spanien: Das Holz für die Primärfasern stammt größtenteils von sehr weit her. Sehr häufig aus Südamerika, in den seltensten Fällen aus Deutschland und Mitteleuropa. Auch das ist ein Argument für Recyclingpapier: Hier stammen die Fasern aus der Wertstoffsammlung, vorwiegend aus Deutschland und den benachbarten Benelux-Ländern. Selbst wenn das Holz darin ursprünglich auch einmal von weit herkam: Im Recyclingpapier durchläuft es einen zweiten oder weiteren Zyklus. Machten die Anbieter uns gegenüber keinerlei Angaben zur Herkunft der Hölzer und anderen Ausgangsmaterialien, zogen wir eine Note unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe ab.

Wenig problematische Inhaltsstoffe

Wir haben die Tücher auf ein großes Spektrum an umstrittenen Inhaltsstoffen prüfen lassen. Insgesamt haben die Labore wenig beanstandet. Allerdings: In sechs Produkten stecken halogenorganische Verbindungen (AOX) in Mengen, die ÖKO-TEST abwertet. Sie können als Rückstände aus der Chlorbleiche in das Papier gelangt sein. In unserem jüngsten Test von Toilettenpapier im August 2020 waren besonders häufig Recyclingprodukte davon betroffen, in denen die Verbindungen aus dem Altpapier stammen können. Das ist diesmal nicht der Fall. In den sechs Recyclingtüchern wurden lediglich geringe Spuren an AOX nachgewiesen. Ein Grund mehr, zu Kosmetiktüchern aus Recyclingfasern zu greifen.

GERINGE QUOTE

Laut einer Statista-Umfrage geben 16 Prozent der Befragten in Deutschland an, beim Kauf von Hygienepapier – also Kosmetiktüchern, Klopapier, Taschentüchern und Servietten – „immer“ darauf zu achten, dass es aus Recyclingquellen stammt. Immerhin 27 Prozent sagen „oft“. Allerdings ist der Altpapierverbrauch bei Hygienepapier rückläufig, während er bei anderen Papiersorten seit Jahren steigt. 2020 lag er laut Papierkompass des Verbands Deutscher Papierfabriken (VDP) bei gerade einmal 48 Prozent. Zum Vergleich: 2001 waren es noch 77 Prozent. Die Gesamt-Recyclingquote von allen Papiertypen lag 2020 bei 79 Prozent.

Wir haben 21 Mal Kosmetiktücher eingekauft. Darunter sind Eigenmarken von Drogerieketten, Discountern und Supermärkten, aber auch bekannte Marken wie Kleenex. Fast alle Produkte sind aus Holzfaser, eines ist aus Bambus, einige sind aus recycelten Fasern. Die getesteten Tücher sind überwiegend dreilagig, sie sind im Handel am verbreitetsten; vier Produkte sind zweilagig.

Labore haben die Tücher für uns auf halogenorganische Verbindungen (AOX) getestet, die aus der Bleiche oder dem Altpapier stammen können, sowie auf optische Aufheller. Zudem prüften sie die Produkte auf Formaldehyd/-abspalter und Glyoxal, die als Nassverfestiger eingesetzt werden können. Die Kunststoffbestandteile der Verpackungen ließen wir auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen untersuchen. Zudem wollten wir wissen: Aus welchem Land stammen die Recyclingfasern oder das Holz für die Primärfasern und wo wurde das Produkt hergestellt? In einem Praxistest kamen die Reißfestigkeit, die Festigkeit im Gebrauch und die Saugfähigkeit der Tücher auf den Prüfstand. Beim Abschminken oder bei der Benutzung als Taschentuch ist die Saugfähigkeit besonders relevant. Gute Kosmetiktücher müssen frei von problematischen Inhaltsstoffen sein, aber auch gebrauchstauglich. Das Testergebnis Inhaltsstoffe werten wir deshalb etwas stärker als das Ergebnis des Praxistests.