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TEST Laktosefreie Lebensmittel: Krampfloser Genuss


ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit - epaper ⋅ Ausgabe 3/2014 vom 07.03.2014

Menschen, die keinen Milchzucker zu sich nehmen können oder wollen, haben eine breite Auswahl an laktosefreien Milchprodukten. Die meisten der von uns getesteten Produkte können wir empfehlen – aber eben leider nicht alle.


Artikelbild für den Artikel "TEST Laktosefreie Lebensmittel: Krampfloser Genuss" aus der Ausgabe 3/2014 von ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit, Ausgabe 3/2014

Milch, Käse, Joghurt, sogar Schokolade, Pizza, Kekse und Cappuccinopulver werden mittlerweile im Supermarkt laktosefrei angeboten. Wo man vor ein paar Jahren mit viel Glück gerade mal eine Packung völlig überteuerte laktosefreie H-Milch bekam, weiß man inzwischen, dass „laktosefrei“ auch ein gutes Geschäft ist. Denn selbst wenn die Preise gepurzelt sind, kosten diese Artikel immer noch ...

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... mehr als vergleichbare Milchprodukte. Mal nur 20 Cent die Packung, mal aber auch doppelt so viel wie das konventionelle Produkt. Dabei ist die Herstellung eines laktosefreien Milchproduktes vergleichsweise simpel: Der Milch wird einfach das Enzym Laktase zugefügt, das den Milchzucker in seine Bestandteile Glukose und Galaktose aufspaltet. Menschen, die Laktose vertragen, bilden das Enzym Laktase bei der Verdauung selbst.


„Laktosefrei“ ist für den Handel auch ein gutes Geschäft.


ÖKO-TEST wollte wissen, ob die laktosefreien Produkte auch wirklich laktosefrei sind, ob sie von der Qualität mit anderen Milchprodukten mithalten können und ob problematische Inhaltsstoffe enthalten sind. 23 Produkte – die meisten aus speziell aufbereiteter Milch, einzelne aus Soja oder anderen Pflanzenstoffen – haben wir eingekauft und in Laboren überprüfen lassen.

Das Testergebnis

■ Mit keinem getesteten Produkt wird ein Verbraucher mit Laktoseintoleranz Probleme haben. Alle Produkte enthalten weniger als 0,1 Prozent Laktose.
■ In der Qualität unterscheiden sich die laktosefreien Produkte nicht von herkömmlichen Milchprodukten. Die meisten bekommen gute Noten. Punktabzug gibt es aber für alle Hersteller, die Gen-Futter für die Kühe erlauben oder nicht das Gegenteil beweisen konnten. Und das sind fast alle Produzenten im konventionellen Bereich.
■ In dem Alpro Soya Original mit Calcium hat das von uns beauftragte Labor gentechnisch veränderten Soja nachgewiesen. Zwar unterhalb der Menge, die man mengenmäßig bestimmen kann. Daher handelt es sich offensichtlich um eine Verunreinigung. Aber das Ergebnis zeigt, dass ein Nebeneinander von gentechnikfreiem Soja und Gen-Soja nicht funktioniert.
■ Punktabzug gibt es auch, wenn die Kühe ganz offenbar vor allem im Stall stehen. Denn was die Kuh zu fressen bekam, ob Kraftfutter oder Gras, das lässt sich im Nachhinein anhand bestimmter Fettsäuren nachweisen. Immerhin gaukelt inzwischen keiner mehr mit Bildern von grasenden Kühen auf den Produkten den Verbrauchern vor, die Kühe ständen viel auf der Weide. Noch besser, als das Design der Verpackung zu ändern, wäre es allerdings, die Tiere tatsächlich auf die Weide zu bringen.

ÖKO-TEST rät

■ Wie bei normalen Milchprodukten sollte man auch bei laktosefreier Ware auf die Deklaration schauen: Wie viel Zucker steckt drin? Ist Aroma zugesetzt? Eine gentechnikfreie Fütterung der Milchkühe ist nur bei Bio-Produkten vorgeschrieben, hier können Sie also sicher sein, dass keine Gen-Technik zum Einsatz kam.
■ Ob man wirklich teurere laktosefreie Produkte braucht, klärt alleine ein Test beim Arzt, zum Beispiel bei einem Internisten oder Gastroenterologen. In aller Regel zahlt das auch die Krankenkasse.
■ Wer beim Familienfest oder bei der Verabredung im Eiscafé auf Produkte mit herkömmlicher Milch nicht verzichten kann: Vor dem Verzehr eine Laktasekapsel schlucken, die es in Apotheken und Drogeriemärkten gibt. Dabei handelt es sich um diätetische Lebensmittel, von denen keine Nebenwirkungen ausgehen.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: n. u. = nicht untersucht, da sich die Untersuchung durch die Zusammensetzung des Produkts erübrigt.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Auslobung „ohne Gen-Technik“. Es sind jedoch Anteile gentechnisch veränderter Organismen im Produkt nachweisbar. 2) Laut Anbietergutachten sind in einem Produkt der gleichen Charge keine gentechnisch veränderten Organismen nachweisbar. 3) Weiterer Mangel: Grünfuttertypische Fettsäuren zu niedrig. 4) Weiterer Mangel: Keine oder nur eine teilweise vertragliche Verpfl ichtung zum Einsatz von gentechnikfreiem Futter. 5) Laut Anbieter werden aktuell 95 Prozent der in den Produkten verarbeiteten Rohmilch ohne Gen-Technik hergestellt. Die restlichen Betriebe werden in 2014/2015 umgestellt.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoff e führt zur Abwertung um zwei Noten: Nachweis gentechnisch veränderter Organismen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führt: a) Zusatz von „Aroma“ bzw. „natürlichem Aroma“; b) bei einem Fruchtjoghurt oder einem vergleichbaren Ersatzprodukt: ein erhöhter Zuckergehalt von mehr als 6,8 g/100 g. Als Vergleich diente eine Zubereitung aus 100 g Joghurt und 50 g Erdbeeren mit einem Gesamtzuckergehalt von 4,5 Prozent; abgewertet wurde ab dem 1,5-Fachen dieses Gehalts; c) bei einem Instantcappuccino: ein erhöhter deklarierter Zuckergehalt von mehr als 3 g pro Portion (15 g Pulver und die vom Hersteller angegebene Menge Wasser). Diese Menge entspricht etwa einem Stück Würfelzucker; d) Bei einem Naturjoghurt: ein zu niedriger Fettgehalt unter Berücksichtigung einer Messtoleranz von 0,05 Prozent; e) Calcium- und/oder Vitaminzusatz.
Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Keine oder nur eine teilweise vertragliche Verpfl ichtung zum Einsatz von gentechnikfreiem Futter. Zur Abwertung um jeweils eine Note führt: a) ein zu niedriger Gehalt an Omega-3-Fettsäuren von weniger als 0,8 g/ 100 g Fett; b) die Auslobung „ohne Gen-Technik“ bei einem positiven Nachweis von Gen-Technik. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoff e. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.Testmethoden, Anbieterverzeichnis und Glossar fi nden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „T1403“ eingeben.
Bereits verö entlicht: ÖKO-TEST-Magazin 6/2012. Aktualisierung der Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKOTEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.


Foto: nailiaschwarz/photocase.com