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Test Laufställe: Ganz sicher nicht


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2014 vom 19.09.2014

Am Anfang kann ein Laufstall als Tagesbettchen dienen. Später ermöglicht er den Eltern, mal kurz aus dem Raum zu gehen und entdeckungslustige Krabbler dabei sicher aufgehoben zu wissen. Doch unser Test zeigt: Nicht alle Produkte sind entsprechend gut durchdacht.


Artikelbild für den Artikel "Test Laufställe: Ganz sicher nicht" aus der Ausgabe 9/2014 von ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Fuse/Thinkstock

Redet man über Laufställe, dann gehen die Meinungen auseinander. Ist das denn noch zeitgemäß, Kinder zwischen vier Gittern abzusetzen? Experten sind sich einig: Solange man den Laufstall nicht überstrapaziert, ist er ein sinnvoller Helfer für Eltern. Kleine Krabbler, die man eigentlich gar nicht mehr aus den Augen lassen ...

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... kann, können dort zwischengeparkt werden, wenn man mal kurz an die Tür muss oder einen Einsatz in der Küche hat. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, den Laufstall der Babywippe vorzuziehen, weil er dem Baby mehr Bewegungsfreiheit lässt. Und wenn die Kleinen beginnen, sich überall hochzuziehen, können sie sich am Gitter entlanghangeln und es mit ersten Schritten probieren.

Ist der Laufstall mit einer Krabbeldecke und dem Lieblingsspielzeug ausgestattet, kann es dort auch richtig gemütlich sein – aber früher oder später wird es draußen Spannenderes geben. „Kinder haben einen Entdeckerdrang, der sich auf Dauer nicht auf ein, zwei Quadratmeter beschränken lässt“, sagt Sabine Frevert vom Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung. „Kinder müssen ihre Umwelt erkunden können, auch wenn es für die Eltern anstrengend ist, wenn Bücherregal und Küchenschränke immer wieder ausgeräumt werden.“

Praktisch sind Modelle, deren Böden man in verschiedenen Höhen feststellen kann. Babys können so in den ersten Wochen und Monaten auf „Hüfthöhe“ dabei sein, wenn der Rest der Familie um sie herumwuselt. Zu diesem Zeitpunkt genügt es, wenn das Gitter 30 Zentimeter hochreicht. Später, wenn das Kleine größer und agiler wird, braucht es eine höhere Absperrung, der Boden wandert entsprechend tiefer. So kann das Möbelstück etwa ein Jahr im Einsatz sein.

Wichtig ist allerdings, dass der Laufstall kein zusätzliches Sicherheits risiko ist. Spätestens seit die bayerische Gewerbeaufsicht 2007 eine Untersuchung von Kinderlaufställen durchgeführt hat, ist klar: Nicht immer sind die Kinder hier wirklich sicher. Bis auf eine Ausnahme waren damals alle Laufställe mit Mängeln behaftet.

Wir haben neun Laufstall modelle eingekauft, um heraus zufinden, in welchen Kinder sicher aufgehoben sind. Wir ließen prüfen, wie gut sich die Helfer im Alltag schlagen. Und natürlich hat uns auch interessiert, ob problematische Inhaltsstoffe eingesetzt wurden.


Ein verstellbarer Laufstall kann etwa ein Jahr ab Geburt im Einsatz sein


ÖKO-TEST rät

■ Das Material, mit dem die Bodenplatten der Laufställe bezogen sind, ist häufig stark schadstoffbelastet. Deshalb besser eine Krabbeldecke unterlegen.
■ Laufställe sind etwas für die Kurzzeitbetreuung. Auf Dauer kann das tollste Spielzeugangebot hinter Gittern den Entdecker- und Bewegungsdrang eines Kleinkinds nicht befriedigen.

Das Testergebnis

■ Sicher und schadstofffrei? Das schafft nur ein Modell: der Brent vom niederländischen Hersteller Bopita. Schadstofffrei beziehungsweise -arm sind die Textillaufställe von Hauck und Chicco. Und während die Laufställe von Geuther und Herlag anstandslos durch die Sicherheitsprüfungen kamen, fielen vier Produkte hier durch.
■ Am Laufgitter von Roba brachen die Gitterstäbe in der Mitte durch, als von außen an ihnen gezogen wurde. Wenn also ein etwas älteres Kind hier zugange ist, kann es zu üblen Verletzungen kommen. Beim Pinolino Toni, dem Ticaa Laufgitter Croco und dem Schardt Basic kann sich das Kleine mit der Hüfte zwischen den Stäben durchdrücken und schlimmstenfalls mit dem Kopf stecken bleiben. Bei Toni von Pinolino ist es ausgerechnet eine Sonderausstattung, die dem Laufstall zum Verhängnis wird: Er verfügt über vier herausnehmbare Buchenstäbe, die ermöglichen sollen, dass größere Kinder selbst rein- und rauskrabbeln können. Sie sind sehr elastisch und sorgten dafür, dass die Anforderungen der DIN-Norm halogenorganicht erfüllt wurden. Immer wieder landen aus diesem Grund Laufställe auf der Rapex-Liste, dem EU-weiten Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte.

■ Die Laufställe von Chicco und Hauck bestehen aus einem Metallgestell, das mit Stoff bezogen ist. Vorteil: Der Hauck Dream’n Play SQ und der Chicco Laufstall Open Sea lassen sich einfach zusammenklappen und transportieren. Allerdings tauchte in den Tests ein Problem auf, das wir schon aus unserem Kinderreisebett-Test kennen: Im Stehen können die Kinder leicht zwischen die eingelegte Bodenplatte und die Seitenwand geraten. Der zweite Nachteil: Ihr Boden ist nicht höhenverstellbar, hier sind die klassischen Holzmodelle den textilen Kollegen ein Stück voraus.

■ Es ist durchaus sinnvoll, dass der Bezug des Laufstallbodens aus wasserabweisendem Material besteht. Man muss ja immer damit rechnen, dass auch mal was danebengeht. Allerdings verwenden vier Hersteller PVC bzw. chlorierte Kunststoffe, die mit Weichmachern elastisch gehalten werden und zum Teil noch phosphororganische Verbindungen oder Nonylphenol enthalten. So kann auch ein Holzlaufstall zur Schadstoffschleuder werden. Beim Herlag Laufgitter ist es die Behandlung der Baumwollbespannung, die für eine schlechte Bewertung sorgt. Die Labore wiesen hier Formaldehyd und umstrittene halogenorganische Verbindungen nach. Viele Eltern tun also genau das Richtige, wenn sie eine Krabbel decke unterlegen. Aus dem Laufgitter Toni von Pinolino und dem Basic von Schardt gast vergleichsweise viel krebserregendes Formaldehyd aus, hier hilft nur: Fenster auf, Luft rein!

Der Experte: Kinderlaufställe müssen sicher sein

Foto: Privat

„Kinderlaufställe müssen sicher sein. Deshalb wurden für die DIN-Norm Vorgaben erarbeitet. Gitterstäbe, die bei Zugbelastung durchbrechen, sind eine enorm große Unfallgefahr. Außerdem sollen sich die Holzstäbe nicht so weit auseinanderdrücken lassen, dass ein Kind mit den Füßen voran durchschlüpfen kann – es könnte schlimmstenfalls mit dem Kopf hängen bleiben.“ Norbert Vogt von der Universität Kiel führt mit seinem Team seit über 20 Jahren vergleichende Warentests durch.

Test Laufställe: Die Produkte im Überblick

TEST Bopita Laufgitter Brent, weiß mit Einlage BM-20

Preis: 149 Euro (Laufstall), 49 Euro (Einlage)
Brent ist ein schwerer Brummer. Dass es extra Transportrollen zu erstehen gibt, erschließt sich auch nicht jedem. Ansonsten hat Brent nur Vorteile: Hier ist das Kind sicher, durch den höher gelegten Boden ist es supereinfach, es hineinzulegen und wieder herauszuheben. Auch was die Inhaltsstoffe angeht, gibt es keinerlei Einwände. Und zur Not passt es auch ohne Abbau durch eine Tür.
Gesamturteil „gut“

TEST Chicco Laufstall Open Sea

Preis: 105,95 Euro
Der Chicco Laufstall besteht aus Stahlrohr und Textil. Er kann schnell zusammengefaltet und so auch mal als Reisebett eingesetzt werden. Ältere Kinder können mit einem Reißverschluss die Seite selbst öffnen und rein- und rauskrabbeln. Problematisch: Das stehende Kind kann mit dem Fuß zwischen Matratze und textile Seitenwand geraten. Vor der Anschaff ung ist auch zu bedenken: Der Boden lässt sich nicht höherstellen.
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Geuther Laufgitter Euro-Parc Natur

Preis: 111,99 Euro
Der Geuther ist recht schwer, kann dennoch dank der zwei Transportrollen ganz gut von einer Ecke in die nächste geschoben werden. Drei Schlupfsprossen kann man herausnehmen, das soll größeren Kindern einen leichteren Ein- und Ausstieg ermöglichen. Er gehört zu den wirklich sicheren Modellen im Test, leider enthält die kunststoff bespannte Bodenplatte jede Menge Schadstoffe.
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Hauck Dream’n Play SQ Laufstall & Reisebett

Preis: 59,99 Euro
Faltbarer, leichter Kinderlaufstall, der sich leicht auf- und auch wieder abbauen lässt. So kann er auch mal als Reisekinderbett dienen. Beim Hinein- und Hinausheben des Kindes muss man keine Rückenschmerzen befürchten. Nachteile: Das stehende Kind kann mit dem Fuß zwischen Matratze und textile Seitenwand geraten, außerdem lässt sich der Boden nicht höherstellen.
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Herlag Laufgitter quadratisch, weiß/azurblau

Preis: 124,99 Euro
Kein Leichtgewicht, aber das ist dank der vier Transportrollen nicht allzu dramatisch. Lässt sich einfach aufbauen und zur Not auch zusammenklappen. In den Sicherheitsprüfungen zeigte das Laufgitter keine Schwächen; leider hat es die Baumwolle, mit der der Boden bespannt ist, in sich – die enthaltenen Schadstoffe ziehen die Gesamtnote nach unten.
Gesamturteil „befriedigend“

TEST Roba Laufgitter inkl. Pop up Box 0246 E34

Preis: 119,99 Euro
Bei Roba gibt’s die Schutzeinlage mit allerlei Chichi gleich dazu. Dafür wurde an der Qualität des Laufstalls selbst gespart. Der Aufbau ist aufwendig, das Gestell recht leicht und instabil, die Gitterstäbe können schnell brechen – das kann zu üblen Verletzungen führen. Die Vorgaben der Norm werden nicht erfüllt. Da helfen auch die vier praktischen Rollen nichts mehr.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Schardt Laufgitter Basic, natur

Preis: 85,90 Euro Massive Buche für wenig Geld – ein Laufstall, der dank der vier Transportrollen schnell von A nach B geschoben werden kann. Gescheitert ist das Basic bei den Sicherheitsprüfungen: Etliche Gitterstäbe lassen sich zu weit auseinanderbiegen, ein Kind kann in einem unbeaufsichtigen Moment mit dem Oberkörper durchschlüpfen und schlimmstenfalls mit dem Kopf stecken bleiben. Darüber hinaus steckt die kunststoff bespannte Bodenplatte voller Schadstoffe, zudem gast sie vergleichsweise stark Formaldehyd aus.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Pinolino Toni, natur

Preis: 129,90 Euro
Einer der besten, was Ergonomie und Handhabung angeht. Lässt sich einfach aufbauen, die Transportrollen sind schön leichtläufig. Die Idee, vier Holzstreben so zu konstruieren, dass man sie schnell mal herausnehmen kann, wird zum Verhängnis, denn sie sind so elastisch, dass ein Kind sich dazwischen einklemmen kann. Das ist ein echtes Sicherheitsproblem. Hinzu kommen noch jede Menge Schadstoffe in der kunststoff bespannten Bodenplatte – und die Spanplatte gast vergleichsweise stark Form aldehyd aus.
Gesamturteil „ungenügend“

TEST Ticaa Laufgitter Croco, Kiefer Natur

Preis: 79,00 Euro

Ein Leichtgewicht, das günstig zu haben ist und sich dennoch im Alltag ganz wacker schlägt – einer der wenigen Laufställe im Test, die durch eine Standardtür passen. Allerdings ist der Abstand zwischen den Gitterstäben zu groß, ein Kind kann durchschlüpfen und mit dem Kopf stecken bleiben. Hinzu kommen jede Menge Schadstoffe im Boden und im Holzlack.
Gesamturteil „ungenügend“